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Vorschau GP Brasilien 2011

Prime-Time-Finale in Sao Paulo

GP Brasilien 2010 - Parc Ferme Foto: Red Bull 36 Bilder

Wenn die Formel 1 in Sao Paulo gastiert, ist Spannung und Action garantiert. Nach den Entscheidungen in Sachen WM-Titel können die Fahrer beim großen Saisonfinale befreit attackieren. Die Fans können sich also auf einen spektakulären Prime-Time-Krimi am Sonntagnachmittag (Start: 17:00 Uhr) freuen.

23.11.2011 Tobias Grüner

Bevor es in den Formel 1-Winterschlaf geht, stehen am Rennsonntag von Sao Paulo für jeden Piloten noch 710 Links- und 355 Rechtskurven auf dem Programm. Auf dem legendären Achterbahn-Kurs im Stadtteil Interlagos fiel fünf Mal in den letzten sechs Jahren die Entscheidung über den Weltmeister. In dieser Saison hat Sebastian Vettel schon früher für klare Verhältnisse gesorgt. Ohne den Blick auf die WM-Tabelle können die meisten Piloten beherzt Gas geben.

Etwas Spannung gibt es noch im Kampf um den Vize-Titel. Hier besitzt McLaren-Pilot Jenson Button mit zehn Punkten Vorsprung vor Fernando Alonso die besten Karten. 22 Zähler hinter Button gibt es für Mark Webber dagegen kaum noch Chancen. Auch das Silberpfeil-Duell um WM-Rang sieben ist noch nicht ganz entschieden. Aktuell liegt Michael Schumacher sieben Punkte hinter Teamkollege Nico Rosberg.

Für Adrian Sutil geht es ebenfalls noch um etwas. Der Force India-Pilot möchte endlich den Sprung in die Top Ten schaffen. Er benötigt mindestens einen achten Platz, um sich noch am Renault-Duo Vitaly Petrov und Nick Heidfeld vorbeizuschieben. Für Sebastian Vettel wird es vor allem im Qualifying interessant. Mit seiner 15. Pole Position könnte er Nigel Mansells Bestwert aus der Saison 1992 übertrumpfen.

Auch die Teamwertung bietet im Mittelfeld noch Spannung. Im Kampf um Rang sechs hat sich Force India mit 15 Punkten von Sauber und Toro Rosso abgesetzt. Die beiden Letztgenannten sind allerdings nur noch durch einen Zähler getrennt. Der Unterschied zwischen Rang sieben und Rang acht im Konstrukteurspokal macht immerhin vier Millionen Euro an Prämiengelder aus.

Die Strecke: Autódromo José Carlos Pace Sao Paulo

Seit 1973 ist die Formel 1 auf dem spektakulären Kurs in Interlagos unterwegs. Früher noch vor den Toren der neuntgrößten Stadt der Welt gelegen, haben die Hochhäuser und Favelas von Sao Paulo die Strecke mittlerweile dicht umschlungen. Das charakteristische Layout mit den vielen Höhenwechseln macht die Strecke bei den Piloten beliebt. Die lang ansteigende Zielgerade ist mit der breiten Bremszone am Ende ein Garant für viel Überholaction.

Dass es dabei in Sao Paulo im Gegensatz zu den meisten anderen Kursen im Kalender gegen den Uhrzeigersinn geht, erschwert die Aufgabe für die Fahrer etwas. Es gibt doppelt so viele Links- wie Rechtskurven, was für die Nackenmuskeln eine ungewohnte Belastung darstellt. Auch für die Autos ist die Belastung ungewohnt. Die Strecke liegt 700 Meter über dem Meeresspiegel - so hoch wie keine andere Piste im Kalender. Die Motoren haben somit etwas weniger Leistung.

Das Setup:

Eine lange Gerade, ein flüssiger erster Sektor mit schnelleren Kurven und ein enges Infield-Labyrinth im zweiten Streckenabschnitt sorgen bei den Ingenieuren regelmäßig für Kopfzerbrechen. Hier ist beim Setup ein Kompromiss gefragt. Da die Rundenzeit im langsamen Teil gewonnen wird, entscheiden sich die meisten Teams für relativ steile Flügel, für viel Anpressdruck. Um im Zweikampf auf der langen Geraden eine Chance zu haben, sollte man sich aber den Abtrieb nicht mit einem zu hohen Luftwiderstand erkaufen.

Im direkten Duell auf der Bergauf-Geraden ist auch ein gut funktionierender KERS-Boost hilfreich. Mangels harter Bremszonen ist es in Sao Paulo allerdings besonders schwierig, die Hybrid-Batterien regelmäßig mit Power zu versorgen. Dafür müssen sich die Ingenieure nicht mehr so viele Sorgen um das Fahrwerkssetup machen. Mehrere Asphaltschichten haben die ehemalige Buckelpiste eingeebnet. Zu hart werden die Ingenieure die Autos allerdings nicht abstimmen. Im langsamen Infield ist Traktion gefragt. Hier ist mehr Federweg besser.

Die Updates:

Noch 71 Rennrunden, dann gehen die Autos der Generation 2011 in Rente. Große Umbauten wird keines der Teams mehr zum Finale vornehmen. Spannend sind aber weiterhin die Experimente der Ingenieure mit Blick auf die kommende Saison. Ferraris Flatter-Flügel geriet zuletzt in Indien und Abu Dhabi außer Kontrolle und musste bei Felipe Massa wieder abgebaut werden. Bei den Junior-Tests zuletzt haben einige Teams zudem mit Auspufflösungen für 2012 experimentiert. Vielleicht gibt es im Freien Training am Freitag noch etwas Spannendes zu entdecken.

Die Favoriten für den GP Brasilien:

Zum Finale erwartet die Fans noch einmal ein echter Krimi, zumindest wenn sich der Trend der letzten Rennen bestätigt. In Indien und Abu Dhabi haben sich die Abstände zwischen den drei Spitzenteams immer weiter zusammengeschoben. Der flüssige Charakter von Sao Paulo sollte dem Ferrari besonders gut liegen. Dass Pirelli die superweiche Reifenmischung zuhause lässt und mit "soft" und "medium" antritt, ist dagegen weniger nach dem Geschmack der roten Autos.

Im Mittelfeld sollte Renault wieder etwas besser aussehen als zuletzt. Ob man den Rückstand auf Force India egalisieren kann, darf aber bezweifelt werden. Im Duell um die letzten WM-Punkte wollen auch Sauber und Toro Rosso ein Wörtchen mitreden. Ohne den angeblasenen Diffusor besitzt Sauber auf dem Papier allerdings die schlechteren Karten gegen das kleine Red Bull-Team.

Expertenmeinung: James Key (Technikchef Sauber)

"Sao Paulo ist eine jener Strecken, bei denen es kein eindeutig bestes Abtriebsniveau gibt. Man hat die Wahl zwischen zwei Strategien: einer mit einem höheren Abtriebsniveau, was im kurvenreichen Mittelteil der Runde vorteilhaft ist, oder einer mit weniger Abtrieb, die Vorteile auf der langen, ansteigenden Start-Ziel Geraden und der Gegengeraden bietet. Da müssen wir einige Arbeit investieren, um den optimalen Kompromiss zu finden, sowohl in Bezug auf die Strategie als auch auf die reine Rundenzeit.

Pirelli wird uns die mittlere und die weiche Reifenmischung zur Verfügung stellen, also die gleichen wie in Abu Dhabi. Dort ist es uns nicht gelungen, die neuen Reifen im Qualifying optimal zum Arbeiten zu bringen, aber die Streckencharakteristik in Sao Paulo sollte uns helfen, die frischen Reifen besser zu nutzen. Ein Faktor könnte auch das Wetter werden, das in den vergangenen Jahren sehr unberechenbar war. Das könnte eine Rolle spielen und einen Einfluss auf die Strategie haben."

So lief das Rennen im Vorjahr: GP Brasilien 2010

Der Höhepunkt des GP Brasilien 2010 fand bereits am Samstag statt. Bei wechselnden Wetterbedingungen brannte Williams-Pilot Nico Hülkenberg eine sensationelle Pole Position-Runde auf den Asphalt. Mehr als eine Sekunde hatte der aktuelle Force India-Testfahrer damals Vorsprung vor Sebastian Vettel. Im Rennen drehte der spätere Weltmeister den Spieß schnell um und fuhr zusammen mit Mark Webber einen ungefährdeten Red Bull-Doppelsieg heraus, der zum vorzeitigen Gewinn des Konstrukteurspokals reichte. Dritter Mann auf dem Podium war Fernando Alonso. Hülkenberg wurde am Ende Achter.

In unserer Fotogalerie haben wir noch einmal die besten Bilder aus dem Vorjahr.

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