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Vorschau GP Brasilien 2014

Regenchaos gut für Rosberg?

Rosberg & Hamilton - GP Japan 2014 Foto: xpb 60 Bilder

Will sich Nico Rosberg sich noch Hoffnungen auf den Titel machen, muss er Teamkollege Lewis Hamilton beim GP Brasilien am kommenden Wochenende schlagen. In unserer großen Interlagos-Vorschau blicken wir aber nicht nur auf das Titel-Duell.

05.11.2014 Tobias Grüner

Der GP Brasilien ist noch nicht ganz die letzte Chance für Nico Rosberg. Durch die doppelten Punkte in Abu Dhabi könnte sich der deutsche Mercedes-Pilot sogar einen Ausfall leisten. Die Wahrscheinlichkeit des Titelgewinns würde aber mit einer Niederlage immer geringer. Der Rückstand auf Teamkollege Lewis Hamilton ist nach dessen 5. Sieg in Folge bereits auf 24 Punkte angestiegen. Rosberg muss diesen Trend jetzt irgendwie stoppen.

Etwas Unterstützung könnte der WM-Zweite vom Wetter bekommen. Für das ganze Rennwochenende sind teils heftige Schauer über Sao Paulo vorhergesagt. Regen-Chaos ist bekanntlich das Letzte, was ein WM-Spitzenreiter gebrauchen kann, der einen Vorsprung über die Runden schaukeln will. Hamilton hat deutlich mehr zu verlieren. Die endgültige Entscheidung fällt so oder so aber auf jeden Fall erst in Abu Dhabi – dann wohl ohne Regen.

Screenshot - Pirelli Vorschau - GP Brasilien 2014
Vorschau GP Brasilien: Darauf kommt es in Interlagos an 1:24 Min.

Interessant und eng wird es auch hinter den beiden Spitzenfahrern. Einige Fans haben schon mal eine lustige Rechnung für die letzten beiden Rennen aufgestellt. Stellen Sie sich folgende Szenarien für die letzten beiden Rennen vor:

Sao Paulo: 1. Bottas, 2. Rosberg, 3. Massa, 4. Ricciardo, 5. Vettel, 6. Button, 7. Alonso, Ausfall Hamilton

Abu Dhabi: 1. Bottas, 2. Rosberg, 3. Hamilton, 4. Massa, 5. Button, 6. Magnussen, 7. Alonso, 8. Vettel, 9. Ricciardo

Dann würde der Meisterschaftsendstand folgendermaßen lauten: Hamilton 346 Punkte, Rosberg 346 Punkte, Ricciardo 230 Punkte, Bottas 230 Punkte, Vettel 167 Punkte, Alonso 167 Punkte, Massa 122 Punkte, Button 122 Punkte. Damit wollen wir nur verdeutlichen, dass noch viele Dinge passieren können.

Die Strecke: Autodromo José Carlos Pace Sao Paulo

Sao Paulo gehört zu den Dinos im Kalender. Schon seit 1972 werden auf der berühmten Strecke in Interlagos (übersetzt: "zwischen den Seen") Grand Prix Rennen ausgetragen. Damals lag die Piste noch im Brachland vor den Toren der Stadt. Mittlerweile hält die Krake Sao Paulo das 4,309 Kilometer lange Asphaltband fest umschlossen. Der Grand Prix von Brasilien war in seiner Geschichte immer wieder Schauplatz berühmter Schlachten. Unvergessen bleibt der erste Heimsieg von Ayrton Senna 1991, bei dem er sich total erschöpft und von Krämpfen geschüttelt auf das Podium schleppte.

Vom Layout her hat der Autodromo José Carlos Pace alles zu bieten. Lange Vollgaspassagen wechseln sich mit schnellen und langsamen Kurven ab. 2 DRS-Zonen - auf der Ziel- und der Gegengerade – sollen für noch mehr Action sorgen, als es hier sowieso schon gibt. Für die Motoren bedeutet die 800 Meter hoch gelegene Strecke wegen des verringerten Sauerstoff-Gehalts in der Luft Schwerstarbeit. Dank Turbo-Aufladung ist der Leistungsverlust aber nicht mehr so hoch wie bei den V8-Saugern früher.

Fast Facts GP Brasilien

  • Streckenlänge: 4,309 km
  • Rundenanzahl: 71
  • Renndistanz: 305.909 km
  • Rundenrekord: Juan Pablo Montoya: 1:11.473 min. (Williams FW26)
  • Top-Speed: 325 km/h
  • Höchste Querbeschleunigung: 3,2g (für 3 Sekunden in Kurve 11)
  • Längste Vollgaspassage: 935 Meter (zwischen Kurve 12 & 1)
  • Anteil der Bremsphasen an der Rundenzeit: 21 Prozent
  • Anzahl der Gangwechsel pro Runde: 48
  • Vollgasanteil auf einer Runde: 46 Prozent
  • Geringste Geschwindigkeit: 80 km/h (Kurve 10)
  • Distanz von der Pole Position bis zur ersten Kurve: 340 Meter
  • Zeitverlust pro 10 Kilo Zusatzgewicht: 0,31 Sekunden
  • Reifenverschleiß: medium
  • Refenmischungen: soft / medium
  • Safety-Car-Wahrscheinlichkeit: 70 Prozent

Das Setup für den GP Brasilien:

Dieses Jahr reisen die Ingenieure mit einem großen Fragzeichen nach Brasilien. Die Strecke wurde komplett neu asphaltiert. Die traditionellen Bodenwellen sollten somit Vergangenheit sein. Die Einstellung des Fahrwerks bleibt durch das abwechslungsreiche Layout aber auf jeden Fall kompliziert. Aus den langsamen Kurven 8,9, 10 und 12 braucht es gute Traktion und damit eine etwas weichere Abstimmung. Die schnellen Ecken (Kurven 3 bis 7) verlangen dagegen eine stabile Straßenlage. Hier muss der optimale Kompromiss gefunden werden.

Bei den Flügeln ist der richtige Mix aus Luftwiderstand und Abtrieb gefragt. Wegen der langen Geraden wird der Heckflügel nicht maximal angestellt. Vorne wird dagegen tendenziell etwas mehr Flügel gefahren, damit das Auto auf der Vorderachse stabil in die schnellen Kurven einlenkt. Für die Bremsen gibt es keine großen Herausforderungen. In puncto Reifen kann schon mehr passieren. Pirelli ging auf Druck der Piloten in letzter Sekunde eine Stufe weicher auf soft / medium.

Die Updates:

Am Ende der Saison sind sowieso schon nicht mehr vielen Technik-Neuerungen zu erwarten. Durch die Position nur eine Woche nach dem GP USA dürfte es sogar noch weniger Updates als sonst geben. Viele Teams sind mit den Gedanken schon in der Saison 2015. Gut möglich, dass wir wie schon in Austin wieder einige experimentelle Runs mit Blick auf das kommende Jahr sehen.

Die Favoriten:

Lewis Hamilton fährt wie Sebastian Vettel im Vorjahr alles in Grund und Boden. Viel spricht nicht gegen den sechsten Sieg in Folge. Allerdings hat der Brite in Sao Paulo bei 7 Starts noch nie gewonnen. Nur einmal stand er überhaupt auf dem Podium (Platz 3, 2009). Unvergessen bleibt das Rennen 2007, als der damalige McLaren-Pilot auf Rang 7 ins Ziel kam und den Titel um einen Punkt verpasste. Ein Jahr später lief es umgekehrt. Hamilton benötigte nur noch Platz 5 - und diesen Platz erreichte er auch in einem dramatischen Finish.

Die Brasilien-Bilanz von Nico Rosberg sieht allerdings nicht viel besser aus. Bei 8 Starts in Interlagos sprang bisher nur ein vierter Platz (2007) als bestes Ergebnis raus. Man kann also weder Hamilton noch Rosberg als Sao Paulo-Experten bezeichnen. Große Hoffnungen, dass die Konkurrenz aus dieser Tatsache Kapital schlagen kann, besteht allerdings nicht. Der Rückstand von Williams und Red Bull vor allem in Sachen Rennpace war zuletzt einfach zu groß.

Spannender geht es im Kampf um die Top Ten-Plätze zu. Force India wurde in Austin unter Wert geschlagen. Ohne den Crash von Sergio Perez und den Antriebsdefekt bei Nico Hülkenberg wäre ein Platz direkt hinter den Top 3-Teams drin gewesen. Ferrari und McLaren präsentierten sich nicht so stark wie erwartet. Wir sind gespannt, ob sich dieser Trend fortsetzen wird.

Expertenmeinung: Rob Smedley (Chefingenieur Williams)

"Das Autodromo Carlos Pace ist eine etwas langsamere Strecke im Vergleich zu den beiden Rennen zuvor. Die Rundenlänge ist auch etwas kürzer. Man benötigt vor allem im Mittelsektor eine stabile Vorderachse und eine gute Traktion aus den Kurven. Wichtig ist auch, möglichst viel aus den Reifen zu holen. Der neu verlegte Asphalt dürfte dabei eine Rolle spielen."

So lief das Rennen im Vorjahr - GP Brasilien 2013

Sebastian Vettel schloss die Saison 2013 in Interlagos mit dem neunten Sieg in Folge ab. Auch ein verpatzter Boxenstopp, der ihn 6 Sekunden kostete, konnte daran nichts ändern. Vom Speed her hätte einzig Mark Webber den Abschluss einer perfekten zweiten Saisonhälfte noch vermasseln können. Doch der Australier fiel zu Beginn auf Rang 5 zurück, konnte sich aber am Ende noch auf Platz 2 nach vorne kämpfen.

Fernando Alonso tat mit Rang 3 alles für sein Ferrari-Team, um Mercedes noch in der Konstrukteurswertung abzufangen. Hamilton fuhr trotz einer Kollision mit Valtteri Bottas noch mit beschädigtem Unterboden auf Rang 9. Teamkollege Rosberg landete nach Start in der ersten Reihe und Problemen mit dem Reifenverschleiß auf Rang 5 - das reichte knapp für die Vizemeisterschaft der Silberpfeile.

In unserer Bildergalerie zeigen wir Ihnen noch einmal die aufregenden Szenen des Rennens aus dem Vorjahr.

SitzungStart (MEZ)
Freies Training 11. Training – Fr. 7. November – 13.00 Uhr
Freies Training 22. Training – Fr. 7. November – 17.00 Uhr
Freies Training 33. Training – Sa. 8. November – 14.00 Uhr
QualifyingQualifying – Sa. 8. November – 17.00 Uhr
RennenRennen – So. 9. November – 17.00 Uhr
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