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Vorschau GP Brasilien 2016

Jetzt geht's um alles!

Rosberg & Hamilton - GP Brasilien 2015 Foto: Wilhelm 58 Bilder

Die Formel 1-Saison biegt in Brasilien auf die Zielgerade ein. Beim vorletzten Rennen des Jahres geht es für Nico Rosberg bereits um alles. Nur noch ein Sieg und der Titel ist dem Deutschen nicht mehr zu nehmen. Lewis Hamilton muss dagegen hoffen, dass sein WM-Rivale nicht einmal aufs Podium kommt.

09.11.2016 Tobias Grüner

Wer am Sonntag um 17 Uhr deutscher Zeit nicht den Fernseher einschaltet, dem ist auch nicht mehr zu helfen. Als dritter deutscher Rennfahrer nach Michael Schumacher und Sebastian Vettel könnte Nico Rosberg seinen Namen in Sao Paulo in den WM-Pokal eingravieren lassen. Dazu muss er einfach nur gewinnen.

Selbst ein zweiter und ein dritter Platz in den letzten beiden Rennen würde schon zum Titelgewinn reichen. Eigentlich könnte Rosberg also auf Nummer sicher fahren. Doch leider hat Bernie Ecclestone die unberechenbare Strecke von Interlagos als letzte große Hürde in den WM-Kalender eingebaut. Der GP Brasilien hielt in den vergangenen Jahren regelmäßig Dramen im WM-Kampf parat. Da muss Rosberg nur mal bei Sebastian Vettel nachfragen.

Auch Hamilton selbst weiß, wie es sich anfühlt, beim GP Brasilien den Titel zu vergeigen (2007) oder in nicht weniger dramatischer Manier zu gewinnen (2008). Klar ist nur: Auf der hügeligen Strecke von Sao Paulo wird es auf keinen Fall langweilig. Was immer auch am schnell wechselnden Wetter liegt. In diesem Jahr rechnen die Meteorologen erneut das ganze Wochenende über mit vereinzelten Schauern.

Die Strecke: Autodromo José Carlos Pace Sao Paulo

Sao Paulo gehört zu den Dinos im Kalender. Schon seit 1972 werden auf der berühmten Strecke in Interlagos (übersetzt: „zwischen den Seen“) Grand Prix Rennen ausgetragen. Damals lag die Piste noch im Brachland vor den Toren der Stadt. Mittlerweile hält die Krake Sao Paulo das 4,309 Kilometer lange Asphaltband fest umschlossen.

Der Grand Prix von Brasilien war in seiner Geschichte immer wieder Schauplatz berühmter Schlachten. Unvergessen bleibt der erste Heimsieg von Ayrton Senna 1991, bei dem er sich total erschöpft und von Krämpfen geschüttelt auf das Podium schleppte. Auch das Krimi-Finale 2008, als Lewis Hamilton Felipe Massa wenige Meter vor dem Ende den Titel wegschnappte, dürfte vielen F1-Fans noch gut in Erinnerung sein.

Vom Layout her hat der Autodromo José Carlos Pace alles zu bieten: Lange Vollgaspassagen wechseln sich mit schnellen und langsamen Kurven ab. 2 DRS-Zonen – auf der Ziel- und der Gegengerade – sorgen stets für viel Action. 800 Meter über Meereshöhe gelegen bedeutet das Rennen auch für die Turbos Schwerstarbeit. Nach den Erfahrungen von Mexiko (2.200 m) sollten die Ingenieure allerdings für diese Herausforderung gewappnet sein.

Fast Facts GP Brasilien

  • Streckenlänge: 4,309 km
  • Rundenanzahl: 71
  • Renndistanz: 305.909 km
  • Rundenrekord: Juan Pablo Montoya: 1:11.473 min. (Williams FW26)
  • Top-Speed: 335 km/h
  • Längste Vollgaspassage: 935 Meter (zwischen Kurve 12 & 1)
  • Geringste Geschwindigkeit: 80 km/h (Kurve 10)
  • Distanz von der Pole Position bis zur ersten Kurve: 334 Meter
  • Spritverbrauch: gering
  • Reifenverschleiß: mittel
  • Bremsbelastung: gering
  • Reifenmischungen: soft / medium / hard
  • Safety-Car-Wahrscheinlichkeit: 70 Prozent

Das Setup für den GP Brasilien

Die Einstellung des Fahrwerks ist durch das abwechslungsreiche Layout stets kompliziert. Aus den langsamen Kurven 8,9, 10 und 12 benötigen die Piloten gute Traktion und damit eine etwas weichere Abstimmung. Die schnellen Ecken (Kurven 3 bis 7) verlangen dagegen eine stabile Straßenlage. Hier muss der optimale Kompromiss gefunden werden. Ein Fragezeichen schwebt immer über dem Asphalt. In Sao Paulo werden die Ingenieure regelmäßig von neuen Bodenwellen überrascht, die von einem zum anderen Jahr entstehen.

Bei den Flügeln ist der richtige Mix aus Luftwiderstand und Abtrieb gefragt. Wegen der langen Geraden wird der Heckflügel nicht maximal angewinkelt. Vorne wird dagegen tendenziell etwas mehr Anstellung gefahren, damit das Auto auf der Vorderachse stabil in die schnellen Kurven einlenkt. In puncto Bremsbelastung gibt es dagegen keine großen Herausforderungen. Auch bei den Reifen sollte es keine Dramen geben: Mit der Mischung „hart“ als dritter Option geht Pirelli im WM-Endspurt kein Risiko.

Technische Upgrades:

Nachdem es in Mexiko noch einmal relativ viele Neuteile zu entdecken gab, erwarten wir nun in Brasilien wirklich das Ende des Entwicklungswettlaufs. Sao Paulo verlangt im Gegensatz zu Mexiko auch keine speziellen Komponenten in Sachen Kühlung. Spannend bleibt höchstens zu sehen, ob das ein oder andere Team wieder mit Prototypen-Teilen für 2017 experimentiert, wie es McLaren und Mercedes in den letzten Freien Trainingsitzungen getan haben.

Die Favoriten:

Im Gegensatz zu Mexiko ist in Brasilien nicht der volle Abtrieb gefragt. Stattdessen kommt es auf der langen Bergauf-Geraden wieder mehr auf Motorleistung an. In der Theorie sollte die Strecke Mercedes also ein Stückchen mehr entgegenkommen als Red Bull und Ferrari. Weil Interlagos aber immer irgendeine Überraschung parat hält, würden wir dringend davon abraten, größere Summen Geld auf einen Silberpfeil-Sieg zu setzen.

Sollten am Ende aber doch wieder beide Mercedes im Formationsflug die Linie kreuzen, dann hat Rosberg zumindest statistisch die besseren Karten in der Hand. Hamilton konnte bei 9 Anläufen noch nie in Interlagos gewinnen. Für Rosberg stehen immerhin die beiden Siege aus den vergangenen beiden Jahren zu Buche.

Das Duell um den verbleibenden Podiumsplatz könnte wieder so spannend wie in Mexiko werden. Vor 2 Wochen hatten sowohl Verstappen, als auch Vettel und Ricciardo kurzzeitig eine Hand am Pokal. Auch in Interlagos ist traditionell nach dem Qualifying längst noch nichts entschieden. Bei Red Bull und Ferrari hat man schließlich nichts mehr zu verlieren.

Der Zweikampf um die verbleibenden Punkteplätze wird erneut zwischen Force India und Williams ausgefochten. Zuletzt hatte das Team von Nico Hülkenberg häufiger die Oberhand. Der Rheinländer gilt seit seiner Pole Position 2010 und seinen Führungsrunden 2012 und 2014 als Interlagos-Spezialist. Sollte einer der Favoriten straucheln, könnte sich vielleicht Sauber den einen wichtigen Punkt im Duell mit Manor sichern.

So lief das Rennen im Vorjahr – GP Brasilien 2015:

Nachdem Rosberg das Quali-Duell 2015 in Brasilien knapp für sich entscheiden konnte, ließ er Hamilton im anschließenden Rennen keine Chance. Schon kurz nach dem Start war die Sache entschieden. Am Ende rollten die beiden Silberpfeile im Abstand von 7,7 Sekunden über die Linie. Ferrari präsentierte sich als zweite Kraft. Mehr als Rang 3 war für Sebastian Vettel aber nicht drin.

Hinter den beiden Top-Teams wurde der komplette Rest des Feldes überrundet. Valtteri Bottas im Williams war Best of the Rest. Der Finne hatte Nico Hülkenberg am Start überholt und Rang 5 über 71 Runden erfolgreich verteidigt. Teamkollege Felipe Massa wurde wegen eines zu niedrigen Reifendrucks am Start nachträglich aus der Wertung genommen. Ein Star des Rennens war Max Verstappen, der im Toro Rosso einige sehenswerte Überholmanöver zeigte und auf Rang 9 Punkte sammelte.

In unserer Galerie zeigen wir noch einmal die Highlights des GP Brasilien 2015.

SitzungStart (MEZ)
Freies Training 11. Training – Fr. 11. November – 13.00 Uhr
Freies Training 22. Training – Fr. 11. November – 17.00 Uhr
Freies Training 33. Training – Sa. 12. November – 14.00 Uhr
QualifyingQualifying – Sa. 12. November – 17.00 Uhr
RennenRennen – So. 13. November – 17.00 Uhr
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