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Vorschau GP China 2014

Silberne Ostern in Shanghai?

Nico Rosberg - Mercedes - GP China 2013 Foto: xpb 40 Bilder

Nach dem Kracher von Bahrain steht mit dem GP China schon das nächste Übersee-Highlight auf dem Programm. Die Strecke in Shanghai war immer ein Garant für spektakuläre Rennen. Wenig Spannung herrscht nur in der Frage, welches Auto den Oster-Krimi gewinnen wird.

16.04.2014 Tobias Grüner

Totgesagte leben länger. Die Formel 1 ist in Bahrain wieder auferstanden. Von wegen langweilige Taxi-Fahrten. Unter Flutlicht ging richtig die Post ab. Mit dem Wüstenspektakel sind die Erwartungen allerdings auch wieder gestiegen. In Shanghai muss die Königsklasse nachlegen. Sonst ist es schnell wieder vorbei mit dem Hype.

Die Chancen auf eine Wiederholung stehen allerdings gut. Das Rennen in China, das seit 2004 fester Bestandteil des Kalenders ist, hat in den vergangenen Jahren immer für ordentlich Spektakel gesorgt. Das anspruchsvolle Layout mit den langgezogenen Kurven und der längsten Geraden im Kalender ist ein Garant für Zweikämpfe und Spannung bis zum Schluss.

Formel 1, Pirelli Vorschau China 2014 Screenshot
Pirelli-Vorschau auf den GP China 2014 1:24 Min.

Vor allem die teaminternen Duelle dürften wieder für viel Action sorgen. Kann Rosberg das Hamilton-Bollwerk dieses Mal knacken? Kann Force India den Aufwärtstrend fortführen? Wie schlägt sich Ferrari beim ersten Auftritt ohne Ex-Teamchef Stefano Domenicali? Und wie macht Red Bull das Power-Defizit auf der langen Geraden wett? Das Einschalten sollte sich am Ostersonntag (Start 9 Uhr MEZ) wieder lohnen.

Die Strecke: Shanghai International Circuit

Der 5.451 Kilometer lange Kurs wurde 2004 vom deutschen Streckenarchitekt Hermann Tilke in ein Sumpfgebiet vor den Toren Shanghais gepflanzt. Mittlerweile sind im Umfeld der Grand Prix-Strecke zahlreiche Wohngebiete wie Pilze aus dem Boden geschossen. Das Vorurteil der Retortenstrecke wurde der Shanghai International Circuit bisher aber nicht los.

Vom Layout her bietet der breite Kurs mit seinen 16 Kurven jede Menge Abwechslung. Es gibt schnelle Kurven, aber auch sehr langsame Ecken. Die meisten Attacken wird es wie immer auf der Geraden zwischen den Kurven 12 und 14 geben. Mit mehr als einem Kilometer ist es das längste Geradeausstück im Kalender.

Die vielen engen, aber langgezogenen Kehren sorgen für eine ungewöhnliche Belastung der Reifen. Normalerweise sind die Gummis auf der Hinterachse stärker gefordert. In Shanghai sind die vorderen Gummis der limitierende Faktor. Pirelli bringt die Reifensorten "Soft" und "Medium". Wir gut sie funktionieren hängt auch vom Wetter ab. Erste Prognosen gehen von moderaten Temperaturen aus.

Setup:

Wegen der beiden langen Geraden sind die Teams gezwungen, mit etwas weniger Abtrieb als gewünscht zu fahren. Sowohl Front- als auch Heckflügel werden etwas flacher gestellt um den Top-Speed zu erhöhen und die Zweikampf-Chancen zu verbessern. Da der Asphalt auf der permanenten Rennstrecke in Shanghai sehr eben ist und die Kerbs auch keine großen Hindernisse darstellen, wird die Bodenfreiheit in China traditionell weit heruntergeschraubt. Nur in der Bremszone vor Kurve eins gibt es kleinere Bodenwellen, auf denen das Auto unruhig wird.

In den Punkten Bremsen und Motoren sind keine besonderen Belastungen zu erwarten. Der Vollgasanteil liegt mit 55 % im unteren Bereich. Die Temperaturen sind in Shanghai ebenfalls traditionell gemäßigt. Der Asphalt ist nicht besonders aggressiv, allerdings wird der linke Vorderreifen in den langen Kurven vor allem zu Beginn der Runde besonders gefordert. Spannend wird das Energie-Management auf der langen Gerade. Die MGU-H kann die Batterien hier gut füllen. Gleichzeitig muss der Generator am Turbo bei der verzögerungsfreien Beschleunigung aus den engen Kurven helfen.

Updates:

In den ersten 3 Rennen der Saison haben wir ein wahres Update-Feuerwerk gesehen. Das wird wohl auch in Shanghai anhalten. An den beiden Testtagen nach dem Bahrain-Rennen haben wir schon einige neue Teile gesehen. Force India hat größere Umbauten angekündigt, um das gute Niveau zu halten. Auch bei McLaren, Red Bull, Lotus und Ferrari sind umfangreichere Updates angekündigt.

Favoriten für den GP China:

Bahrain hat eindeutig gezeigt, wo die Reise hingeht. Mercedes kann sich nur selbst schlagen. Für den Sieg kommen wohl wieder nur die beiden Silberpfeil-Piloten in Frage. Dabei ist Shanghai generell eine gute Strecke für Mercedes. 2012 feierte Nico Rosberg hier seinen ersten Sieg im AMG W03. 2013 gab es neben der Pole Position für Lewis Hamilton im Rennen immerhin noch den dritten Platz. Red Bull hat bereits angekündigt, dass sich die Fans mindestens noch bis Barcelona gedulden müssen. Zuvor lautet das Motto Schadensbegrenzung.

Für die Mercedes-Kundenteams geht es jetzt darum, möglichst viel aus der guten Form herauszuholen. In Bahrain war Force India besonders gut unterwegs. Wenn die geplanten Updates (Frontflügel, Heckflügel, Leitbleche, Aufhängungen) funktionieren, könnte Nico Hülkenberg wieder um einen Podiumsplatz kämpfen. Auf Ferrari wartet wegen der langen Geraden dagegen wieder ein schwieriges Wochenende. Wenn alles normal läuft, müssen Fernando Alonso und Kimi Räikkönen wie schon in Bahrain mit kleinen Punkten zufrieden sein.

Expertenmeinung: Rob Smedley (Chefingenieur Williams)

"Shanghai ist eine sehr moderne Strecke mit einem guten Mix an schnellen und langsamen Kurven. Es ist ein besonderer Kurs mit zwei ganz speziellen Kurven, die vor allem auf den linken Vorderreifen gehen. Kurve 1 geht rechtsherum, besitzt einen schnellen Kurveneingang wird dann aber bis zum Scheitelpunkt immer langsamer. Auch in Kurve 12 wirken hohe Kräfte auf den Reifen vorne links, wenn es auf die lange Gerade geht.

Bei beiden Reifen könnte es Probleme mit dem Verschleiß geben. Auch Graining könnte ein Thema auf der Vorderachse werden. Die Gerade von Kurve 12 bis zur Haarnadel ist die längste im 2014er Kalender. Da müssen wir sicherstellen, dass wir das richtige Setup dafür haben – dürfen aber gleichzeitig nicht den Rest der Strecke vergessen. Die Strecke hat ein paar Bodenwellen, die sich Jahr für Jahr verändern. Mit dem mechanischen Setup müssen wir uns auf die Herausforderungen einstellen, die uns der Asphalt bietet."

So lief das Rennen im Vorjahr: GP China 2013

Das Rennen in Shanghai wurde 2013 von großen Reifendiskussionen überschattet. Die weiche Mischung hielt nur wenigen Runden durch und sorgte im Rennen für einen Taktik-Krimi. Lewis Hamilton konnte die Pole Position wegen des hohen Gummi-Abbaus am Silberpfeil nicht in einen Sieg ummünzen. In den letzten Runden konnte der Brite gerade noch den dritten Platz gegen den heranstürmenden Sebastian Vettel verteidigen. Der spätere Weltmeister hatte im Qualifying gepokert und war nur von Rang 9 gestartet.

Der Sieg ging an Fernando Alonso, der den reifenschonenden Charakter seines Autos mit einer guten Strategie in einen lockeren Sieg mit 10 Sekunden Vorsprung verwandelte. Platz 2 ging an Kimi Räikkönen, der mit seinem Lotus ebenfalls ein Auto zur Verfügung hatte, das sorgsam mit den Gummis umging. Adrian Sutil konnte das Rennen nicht beenden. Sein heutiger Sauber-Teamkollege Esteban Gutierrez rauschte ihm am Ende der Geraden spektakulär ins Heck.

In unserer Bildergalerie haben wir noch einmal die Highlights aus dem Vorjahr gesammelt.

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