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Vorschau GP China 2015

Stolpert Mercedes wieder über Ferrari?

Lewis Hamilton - GP China 2014 - Formel 1 - Tops & Flops Foto: Wilhelm 53 Bilder

Nach dem spannenden Rennen in Malaysia gastiert die Formel 1 am kommenden Wochenende in China. Der dritte GP des Jahres dreht sich um die Frage: Kann Ferrari Mercedes erneut ein Bein stellen?

08.04.2015 Andreas Haupt

Mit seinem Sieg in Malaysia hat Sebastian Vettel der Konkurrenz von Mercedes den Fehdehandschuh hingeworfen. Die erste Niederlage nach einer Siegesserie von acht Rennen schmerzte Mercedes besonders. Weil sie nach der überwältigenden Dominanz in Australien niemand erwartet hatte.

Entsprechend sinnt das Weltmeister-Team auf Revanche. China könnte der geeignete Ort dafür sein. Die dritte Strecke im 2015er Kalender schmeckt den Silberpfeilen. 2012 feierte Nico Rosberg in Shanghai seine erste Pole und seinen ersten Sieg überhaupt. Es war gleichzeitig der erste Triumph in der Neuzeit für Mercedes.

Auch Lewis Hamilton liegt der chinesische Kurs. Der Doppelweltmeister feierte in China bereits drei Siege. Rivale-Vettel hat einen Erfolg in Shanghai auf dem Konto. Der viermalige Champion und sein Rennstall Ferrari sind nach ihrem Malaysia-Coup allerdings richtig angestachelt. Und wollen den Mercedes erneut ein Bein stellen.

Die Strecke – Shanghai International Circuit

Der 5.451 Kilometer lange Kurs wurde 2004 vom deutschen Streckenarchitekt Hermann Tilke in ein Sumpfgebiet vor den Toren Shanghais gepflanzt. Mittlerweile sind im Umfeld der Grand Prix-Strecke zahlreiche Wohngebiete wie Pilze aus dem Boden geschossen.

Vom Layout her bietet der breite Kurs mit seinen 16 Kurven jede Menge Abwechslung. Es gibt schnelle Kurven, aber auch sehr langsame Ecken. Besonders bekannt sind die ersten drei Passagen, die in ihrer Form einer "Schnecke“ ähneln. Die Fahrer bremsen am Ende der Zielgeraden tief in die erste Kurve hinein, lassen sich hinaustragen, um den Scheitelpunkt der zweiten Kehre perfekt zu treffen. Es folgt ein langgezogener Linksknick auf eine etwas längere Gerade.

Die meisten Attacken wird es wie immer auf der Geraden zwischen den Kurven 13 und 14 geben. Mit mehr als einem Kilometer ist es das längste Geradeausstück im Kalender. Weitere Überholmöglichkeiten bieten sich vor Kurve 1, 6 und 11.

Gut 80 Prozent einer Runde bestehen aus Kurvenfahrten. Die vielen langgezogenen Kehren - einige davon werden in hohem Tempo durchfahren - sorgen für eine ungewöhnliche Belastung der Reifen. Normalerweise sind die Gummis auf der Hinterachse stärker gefordert. In Shanghai sind die vorderen Gummis der limitierende Faktor – besonders der linke, der in den Kurven 1,2 sowie 12,13 stark beansprucht wird. Doch auch die Hinterreifen müssen bei der Beschleunigung aus langsamen Ecken standhalten.

Pirelli bringt die Reifensorten "Soft" und "Medium". Wie gut sie funktionieren hängt auch vom Wetter ab. Erste Prognosen gehen von moderaten Temperaturen aus.

Fast Facts zum GP China 2015

  • Streckenlänge: 5,451 Kilometer
  • Rundenanzahl: 56
  • Renndistanz: 305,066 Kilometer
  • Anzahl Kurven: 16 (9 rechts, 7 links)
  • Streckenrekord: 1:32.239 Minuten (Michael Schumacher)
  • Weg von Startplatz 1 bis Scheitelpunkt Kurve 1: 380 Meter
  • Länge des Speedlimits in der Boxengasse: 351 Meter
  • Safety-Car-Wahrscheinlichkeit: 33 Prozent

Das Setup für Shanghai

Wegen der beiden langen Geraden sind die Teams gezwungen, mit etwas weniger Abtrieb als gewünscht zu fahren. Sowohl Front- als auch Heckflügel werden etwas flacher gestellt, um den Top-Speed zu erhöhen und die Zweikampf-Chancen zu verbessern. Generell ist in Shanghai ein mittleres Abtriebslevel gefragt.

Da der Asphalt auf der permanenten Rennstrecke in Shanghai sehr eben ist und die Kerbs auch keine großen Hindernisse darstellen, wird die Bodenfreiheit in China traditionell weit heruntergeschraubt. Nur in der Bremszone vor Kurve eins gibt es kleinere Bodenwellen, auf denen das Auto unruhig wird.

Bei den Bremsen und Motoren sind keine besonderen Belastungen zu erwarten. Der Vollgasanteil liegt mit 55 % im unteren Bereich. Die Temperaturen sind in Shanghai ebenfalls traditionell gemäßigt. Der Asphalt ist nicht relativ glatt, allerdings wird der linke Vorderreifen in den langen Kurven besonders gefordert.

Wegen der zumeist kühleren Temperaturen und der schnellen Passagen droht in Shanghai häufig das Phänomen des Grainings, also das Körner der Reifenoberfläche. Besonders betroffen sind in diesem Fall die Walzen an der Vorderachse. Durch das Graining erhöht sich der Abrieb und Verschleiß, was die Fahrer vor Probleme stellt. Pirelli erwartet für 2015 wie im letzten Jahr ein Zweistopp-Rennen.

Den Unterschied zwischen den beiden Mischungen "Soft“ und "Medium“ schätzt der Reifenlieferant auf 1,2 bis 1,4 Sekunden. Auf eine Runde gesehen - pro Softmischung.

Technik-Updates

Nach der ersten Niederlage seit dem GP Belgien 2014 will Mercedes das Malaysia-Wochenende vergessen machen. Dafür rüstet die Technik-Abteilung den Silberpfeil auf. "Für Shanghai haben wir eine Reihe an neuen Aerodynamik-Entwicklungen mit denen wir im Vergleich zu Malaysia eine verbesserte Performance anpeilen", sagt Mercedes-Technikchef Paddy Lowe.

Besonders gespannt sind wir, ob Mercedes seinen neuen Frontflügel auspacken wird, den das Team bereits für Malaysia im Gepäck hatte, jedoch nicht einsetzte.

Auch Williams hat für das dritte Rennen des Jahres ein paar Neuentwicklungen angekündigt. Der Traditionsrennstall will die in Malaysia aufgerissene Lücke auf Mercedes und Ferrari schnellstmöglich schließen. Ferrari selbst und auch Red Bull hüllen den Mantel des Schweigens über ihre Updates.

Favoriten für den GP China 2015

Die ersten zwei Saisonrennen haben die Reihenfolge im Feld definiert: Mercedes, Ferrari, Williams. Mercedes hat das schnellste Auto auf eine Runde. Über die Distanz schrumpft der Vorsprung auf die roten Autos. Und wenn es besonders heiß wird, und die Reifen hart beansprucht werden, kann Ferrari das Bild sogar umdrehen. Siehe Malaysia.

Da es in China von den Temperaturen gemäßigter zugehen sollte, geht der Sieg wohl nur über Mercedes. Sollten die Silberpfeile jedoch ins Straucheln geraten, dürfte die Scuderia der erste Anwärter auf den Sieg sein. Von Williams ist zu erwarten, das Valtteri Bottas und Felipe Massa näher an der Spitze dran sein werden. Ein ähnlicher Rückstand wie in Malaysia wäre eine Überraschung.

Nachdem die ersten beiden Rennen mit gerade einmal elf Punkten in die Hose gingen, muss Red Bull in Shanghai die Kurve kriegen. Ansonsten droht dem A-Team wieder ein Zweikampf mit dem Bruder von Toro Rosso.

An einem reibungslosen Wochenende dürften Sauber und Lotus um die letzten Zähler kämpfen. McLaren-Honda und Force India müssen auf Patzer der Konkurrenten hoffen. Und Manor? Der Rennstall wird im Qualifying erneut den Kampf gegen die 107-Prozent-Regel antreten und im Rennen die letzten Ränge einnehmen. Sofern dieses Mal beide Piloten starten können.

So lief das Rennen im Vorjahr – GP China 2014

Im vergangenen Jahr sicherte sich Lewis Hamilton in China souverän den Sieg. Es war der dritten in Serie nach seinen Erfolgen in Malaysia und Bahrain. Der spätere Weltmeister entschied ein verregnetes Qualifying für sich und kontrollierte das Rennen vom Start weg über 56 Runden. Hamilton steuerte insgesamt zweimal die Box für einen Reifenwechsel an.

Den Mercedes-Doppelsieg machte Nico Rosberg perfekt. Der Wahlmonegasse erlebte in Shanghai ein schwieriges Wochenende. Im Qualifying verhagelte er den dritten Abschnitt. Das Ergebnis: Platz vier in der Startaufstellung. Im Rennen streikte dann die Telemetrie, woraufhin Rosberg sämtliche Daten, wie zum Beispiel den Spritverbrauch, aus dem Cockpit an den Kommandostand funken musste. Nach einem schleppenden Start – inklusive Zusammenprall mit Valtteri Bottas – kämpfte sich der Mercedes-Pilot noch vorbei auf den zweiten Rang. Das Podest komplettierte Fernando Alonso im Ferrari.

Stunk am Funk gab es bei Red Bull, nachdem das Team Sebastian Vettel aufforderte, Daniel Ricciardo aus dem Weg zu gehen. Der Australier hatte nach dem ersten Stint die frischeren Reifen und fuhr die schnelleren Zeiten. Jedoch weigerte sich Vettel zunächst, für seinen Teamkollegen aus dem Weg zu gehen.

In der 26. Runde schnappte Ricciardo aber zu und ging an Vettel vorbei. Weil der vierfache Champion beim Anbremsen auf die Schneckenkurve die Tür offen ließ.

Für ein Kuriosum sorgte die Rennleitung: Da die schwarz-weiß-karierte Flagge einen Umlauf zu früh geschwenkt worden war, wurde das Rennen gemäß Paragraph 42.2 des sportlichen Reglements mit Ablauf der 54. Runden gewertet.

EreignisTagUhrzeit
1. TrainingFreitag (10.4.)04:00 - 05:30
2. TrainingFreitag (10.4.)08:00 - 09:30
3. TrainingSamstag (11.4.)06:00 - 07:00
QualifiyingSamstag (11.4.)09:00 - 10:00
RennenSonntag (12.4.)ab 08:00
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