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Vorschau GP Deutschland 2013

Vettel will Heimfluch besiegen

Sebastian Vettel - GP England 2013 Foto: xpb 39 Bilder

Mit dem Grand Prix-Rennen am Nürburgring steht gleich für vier deutsche Piloten das Heimspiel auf dem Programm. Vor allem Sebastian Vettel hat sich viel vorgenommen. Der Weltmeister will den Heimfluch besiegen. Wir sagen Ihnen, wie gut seine Chancen stehen.

03.07.2013 Tobias Grüner

Die Formel 1 hat dieses Jahr schon viele Dramen und Schlagzeilen produziert. Und ausgerechnet jetzt steht auch noch das Nürburgring-Rennen auf dem Programm. Deutschlands älteste Grand Prix-Strecke war immer ein Garant für Spannung und Action, was nicht zuletzt an den unvorhersehbaren Wetterbedingungen liegt. Auch dieses Wochenende sollte nach ersten Prognosen nicht ohne Schauer ablaufen.

Für die vier Deutschen sind die Vorzeichen vor dem Heimspiel gemischt. Sebastian Vettel kämpft nicht nur gegen die Konkurrent, sondern auch gegen die Statistik. Noch nie hat der Weltmeister ein Formel 1-Rennen in Deutschland gewonnen. Noch nie stand er im Monat Juli ganz oben auf dem Treppchen. Unglaublich: Der letzte Erfolg auf europäischem Boden liegt auch schon 22 Monate zurück (GP Italien 2011).

GP Deutschland 2013 - Pirelli Video Screenshot
Formel-1 2013 Nürburgring Virtuelle Rundfahrt 2:04 Min.

Nico Rosberg kommt dagegen mit Schwung in die Grüne Hölle. Von den letzten drei Rennen konnte der gebürtige Wiesbadener zwei gewinnen. Mercedes heizte Red Bull in Silverstone kräftig ein. Auch Adrian Sutil reist mit großen Hoffnungen an. In seinem 99. Rennen hofft der Bayer auf das erste Podium. Nico Hülkenberg, der vierte im Bunde, hofft dagegen auf Regen und Chaos. Bei normalen Bedingungen ist der Rheinländer im Sauber wohl chancenlos.

Die Strecke: Der Nürburgring

Bis 1976 wurden Formel 1-Rennen auf der alten 22,8 Kilometer langen Nordschleife ausgetragen. Nach vielen Umbauten der Grand Prix-Strecke müssen die Fahrer heute nur noch 5,148 Kilometer zurücklegen. Das aktuelle Layout muss sich nicht hinter anderen Grand Prix-Kursen verstecken. Mit langsamen, mittelschnellen und schnellen Passagen bietet der Nürburgring viel Abwechslung. Zudem geht es ständig bergauf und bergab.
Es gibt zwei längere Vollgaspassagen, auf denen die Piloten die 300 km/h-Marke knacken. Überholen ist allerdings schwierig. Die Zielgerade eignet sich nur bedingt für Manöver. Die relativ langsame Zielkurve erschwert es dem Hinterherfahrenden, nahe genug dranzubleiben. Besser sind die Chancen auf dem schnellen Abschnitt vor der Schikane. Erstmals hat die FIA in diesem Jahr auf beiden längeren Vollgaspassagen DRS-Zonen eingerichtet, um für Action zu sorgen.

Das Setup:

Die Grand Prix-Variante des Nürburgrings stellt die Ingenieure mit ihrem abwechslungsreichen Layout nicht vor extreme Probleme. Die Reifenbelastung ist gering. Mit den mittleren Mischungen soft und medium bringt Pirelli zudem zwei Reifen, die auf dem relativ glatten Asphalt für mechanischen Grip sorgen sollten. Der Bremsenverschleiß ist mit nur drei härteren Bremsmanövern pro Runde ebenfalls durchschnittlich. Auch die eher kühlen Temperaturen helfen, die Carbon-Stopper am Leben zu halten.

Wegen der wenigen langen Geraden werden die Teams die Flügel auf maximalem Abtrieb stellen. Die Bodenfreiheit kann auf der relativ ebenen Strecke in der Eifel etwas niedriger gewählt werden. Das sorgt außerdem für Stabilität bei den Richtungswechseln. Das einzige Fragezeichen steht am Nürburgring wie so oft hinter dem Wetter. Der angekündigte Regen am Freitag könnte die Setup-Arbeit etwas erschweren.

Die Upgrades:

Durch den Termin nur 7 Tage nach dem Rennen am Nürburgring erwarten wir nicht allzu viele neuen Bauteile an den Autos. Für die Teams ist das Freitagstraining trotzdem wichtig. Pirelli wird nach den Problemen in England modifizierte Gummis in die Eifel bringen. Die neuen Hinterreifen sind mit einer Kevlar-Struktur (statt Stahl) gefüttert. Sie wurden zwar schon einmal in Kanada getestet, aber auch im Montreal-Training fiel die Erprobung teilweise ins Wasser.

Ansonsten halten sich die Teams mit großen Update-Ankündigungen bedeckt. Interessant wird zu sehen, ob Lotus nach der Räikkönen-Premiere in Silverstone wieder das passive DRS auspackt. Es wird im Training wohl mit der schlankeren Motorabdeckung kombiniert, die in England nur von Romain Grosjean ausprobiert wurde. Außerdem hat man noch einen neuen Heckflügel im Gepäck, der bisher noch nicht zum Einsatz kam.

Die Favoriten:

Nach den Eindrücken von Silverstone erwarten wird wieder einen engen Kampf zwischen Red Bull und Mercedes. Bei moderaten Temperaturen hatten beide Teams ihre Reifenprobleme im Rennen gut im Griff. Die Kombination aus den modifizierten Gummis, die sich nicht so stark erhitzen, und dem kühlen Eifel-Wetter sollte den beiden Teams am Nürburgring noch weiter in die Karten spielen. Sollten die Reifen gar kein Thema werden, sehen wir die Silberpfeile wegen der Quali-Stärke sogar leicht in der Favoritenrolle.

Ferrari und Lotus konnten zuletzt nicht mithalten. Vor allem die Leistung auf einer schnellen Runde war nicht konkurrenzfähig. Red Bull wird wohl nicht noch einmal Geschenke verteilen. Ausfälle von Sebastian Vettel sind bekanntlich selten. Wenn die Konkurrenz nicht aufpasst, könnte der WM-Zug noch vor der Sommerpause abfahren.

Auf Schwächen von Ferrari und Lotus hoffen vor allem Force India und Toro Rosso. Beide Mittelfeld-Teams präsentierten sich in Silverstone stark und gehören auch in der Eifel wieder zu den sicheren Punktekandidaten. McLaren, Sauber und Williams müssen dagegen auf ein Wunder durch die neuen Reifen oder auf chaotische Wetterbedingungen hoffen, um Zählbares vom Ring mitzunehmen.

Expertenmeinung: Tom McCullough (Chefingenieur Sauber)

"Der Nürburgring ist technisch eine der anspruchsvollsten Strecken für Fahrer und Ingenieure. Der Kurs ist eine gute Mischung aus langsamen, mittelschnellen und schnellen Kurven. Hinzu kommen mehrere Kombinationen, die sowohl bei der Fahrzeugabstimmung als auch beim Fahren zahlreiche Kompromisse verlangen."

"Einige Kurven hängen nach außen, was es schwierig macht eine optimale Abstimmung zu finden. Was die Reifen angeht, wird Pirelli die mittlere und weiche Reifenmischungen zur Verfügung stellen. Das Wetter muss man stets gut beobachten, da es in der Eifel oft schnell umschlägt."

So lief das Rennen im Vorjahr: GP Deutschland 2012

Im vergangenen Jahr wurde der Grand Prix von Deutschland noch auf dem Hockenheimring ausgetragen. Statt des erhofften Vettel-Fests im Motodrom wurde es die große Alonso-Show. Der Spanier legte ein fehlerfreies Rennwochenende auf den Asphalt und sicherte sich nach der Pole Position auch den Sieg.

Sebastian Vettel fuhr knapp hinter dem Ferrari über die Ziellinie. Doch statt Rang zwei gab es am Ende nur Platz fünf. Für ein regelwidriges Überholmanöver gegen Jenson Button kurz vor Schluss wurde der Deutsche von der Rennleitung mit einer 20-Sekunden-Zeitstrafe belegt. Das spülte den Heppenheimer bis auf Rang fünf zurück. Button erbte Platz zwei. Der dritte Pokal ging ebenfalls an einen ehemaligen Weltmeister: Kimi Räikkönen.

Die besten Bilder vom Deutschland Grand Prix 2012 haben wir noch einmal in unserer Fotogalerie.

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