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Vorschau GP England 2014

Nächster Silber-Triumph in Silverstone?

Red Bull - Mercedes - Formel 1 - GP England 2013 Foto: xpb 44 Bilder

Nach den beiden Power-Strecken in Montreal und Spielberg steht nun mit Silverstone wieder ein Aero-Kurs vor der Tür. Fahren Rosberg und Hamilton in England wie zu Saisonbeginn allen davon? Oder gibt es wieder Gegenwehr? Und schafft Red Bull die Trendwende? Die Vorschau gibt Antworten.

02.07.2014 Tobias Grüner

Immer wenn man in dieser Saison dachte, die Formel 1 droht langweilig zu werden, kam eine Überraschung um die Ecke. Hätten Sie in Spielberg mit 2 Williams in der ersten Startreihe gerechnet? Oder hätten Sie erwartet, dass Lewis Hamilton im Teamduell mit Nico Rosberg 3 Niederlagen in Folge kassiert? Nach Hamiltons Siegesserie zu Saisonbeginn schlägt das Pendel in der Gesamtwertung nun plötzlich wieder in Richtung des deutschen Teamkollegen aus. Doch bei seinem Heimspiel will Hamilton den Spieß natürlich gerne wieder umdrehen.

So richtig weiß keiner, was man von Silverstone erwarten kann. Monaco, Montreal, Spielberg - die letzten Strecken hatten vom Layout viel Stop-&-Go zu bieten. Auf der englischen Traditionsstrecke dominieren dagegen schnelle, fließende Kurven. Motorleistung ist nicht der entscheidende Faktor. Eine effiziente Aerodynamik und Anpressdruck sind wichtiger – genau wie ein gut funktionierendes Hybrid-System. Mangels harter Bremspunkte dürfte es nicht einfach werden, die Elektromotoren permanent mit Saft zu versorgen.

Screenshot - Pirelli-Vorschau GP England 2014
GP England 2014: Silverstone-Vorschau 1:24 Min.

Und dann kommt in Silverstone auch immer noch der Faktor Wetter ins Spiel. Die britischen Fans standen in den letzten Jahren häufiger im Regen. Englische Sommer sind bekanntlich feucht. Eine Wasserschlacht wird es dieses Jahr aber wohl nicht geben. Der Wetterbericht für das Rennwochenende prophezeit nur kleinere Schauer zwischendurch.

Die Strecke: Silverstone Circuit

In Silverstone fand 1950 der erste Formel 1-Lauf überhaupt statt. Mit dem alten Layout hat der mehrfach umgebaute Kurs auf dem ehemaligen Militär-Flugplatz aber nicht mehr viel gemeinsam. Obwohl über die Jahre immer mehr Kurven eingefügt wurden, gehört Silverstone nach wie vor zu den schnellsten Rennstrecken des Formel 1-Kalenders. Im Rundenschnitt sind die Piloten mit 217 km/h unterwegs.

Vor allem die vielen fließenden Kurvenkombinationen machen Silverstone zu einem Highlight für Fans und Fahrer. Die Abfolge Copse, Maggotts und Becketts, die mit deutlich über 250 km/h absolviert wird, verlangt von den Piloten Mut und ein gut abgestimmtes Auto. Wechselnde Winde und Böen können die Fahrer hier in Schwierigkeiten bringen. Auch für die Reifen sind die hohen Kurvengeschwindigkeiten gepaart mit dem sehr rauen Asphalt eine Herausforderung. Pirelli bringt deshalb mit den Mischungen "medium" und "hart" wie schon im Vorjahr die widerstandsfähigste Kombination am Start.

Fast Facts:

Streckenlänge: 5,891 Kilometer
Rundenzahl: 52
Renndistanz: 306,198 Kilometer
Rundenrekord: 1:33.401 Min. (Mark Webber, 2013)
Anzahl Kurven: 18 (8 links, 10 rechts)
Distanz Pole Position bis Kurve 1: 420 Meter
Länge Boxengasse: 460 Meter
Safety-Car-Wahrscheinlichkeit: 50 Prozent
Top-Speed Rennen 2013: 311,4 km/h (Rosberg)
Bremsbelastung: niedrig
Motorbelastung: niedrig
Reifenbelastung: hoch
Spritverbrauch: mittel
Überholmöglichkeiten: gering

Setup:

Wegen der vielen schnellen und mittelschnellen Kurven brauchen die Autos Anpressdruck. Die Geraden sind zu kurz, als dass der zusätzliche Luftwiderstand größeren Schaden anrichten würde. Ein stabiles Auto bringt in den schnellen Kurven Rundenzeit. Vor allem die Vorderachse muss auf dem Asphalt kleben. Untersteuern können die Piloten bei den schnellen Richtungswechseln in den Highspeed-Passagen überhaupt nicht gebrauchen. Um die aerodynamische Stabilität zu verbessern, wählen die Ingenieure meist ein straffes und tiefes Fahrwerk. Der Faktor Federweg für eine gute Traktion oder das Überfahren von Kerbs ist eher unwichtig. Allerdings gibt es trotz vieler Stellen mit neuem Asphalt auch ein paar kleinere Bodenwellen in der Piste.

Interessant wird es beim Thema Hybrid-Power: Mangels harter Bremsmanöver auf dem flüssigen Layout kann die MGU-K nicht im gleichen Maß wie sonst zum Energiehaushalt beitragen. Laut Brembo stehen die Fahrer nur 6,1 Sekunden pro Runde auf der Bremse. Das sind acht Prozent der Rundenzeit. Im Vergleich dazu Montreal: Hier beträgt der Anteil auf der Bremse 13 Prozent. Damit ist Silverstone für die Bremsen die einfachste Rennstrecke im Kalender. Die MGU-H muss helfen, den Verlust der Bremsenergie auszugleichen. Dabei hilft vor allem die Passage zwischen Luffield und Stowe. 40 Sekunden stehen die Piloten hier fast ununterbrochen auf dem Gas.

Updates:

Die Fans haben bereits vor 14 Tagen in Spielberg ein kleines Update-Feuerwerk geboten bekommen. Wir erwarten in Silverstone eine Fortsetzung. Die Ingenieure kennen die Traditionsstrecke auswendig. Neue Teile lassen sich hier sehr gut erproben. Vor allem in Sachen Aerodynamik sollte es einiges Neues zu sehen geben. Konkretes hört man im Vorfeld bekanntlich nur selten. Von Lotus wissen wir, dass ein modifizierter Frontflügel und ein geänderter Unterboden kommt.

Favoriten:

Auch wenn sich Mercedes zuletzt einige Schwächen erlaubt hat, konnte die Konkurrenz den Platzhirschen immer nur kurz in Bedrängnis bringen. Eine echte Trendwende ist auch in Silverstone nicht in Sicht. Im Gegenteil: Die Probleme mit überhitzenden Bremsen, die wir in den letzten Rennen gesehen haben, dürften in England nicht mehr auftauchen. Die Kundenteams können dem Werksauto in Sachen Aero-Effizienz nicht das Wasser reichen. Die Gegner mit Konkurrenz-Triebwerken dürften in Sachen Hybrid-Power im Nachteil sein.

Wie sich das Bild hinter den Silberpfeilen entwickeln wird, lässt sich nicht genau sagen. Williams erwarten wir etwas schwächer als beim letzten Rennen in Spielberg. Aber das hatte man nach Montreal auch schon gedacht und dann fährt das weiße Auto mit den Martini-Streifen in Spielberg auf Pole Position. Spannend wird auch der Kampf Ferrari gegen Red Bull. In Österreich ging der Sieg in diesem Duell nach Italien. Doch das besondere Layout von Silverstone düfte dem Vettel-Team wieder mehr entgegenkommen.

Das gleiche gilt auch für Lotus. Nach dem guten Auftritt in Barcelona sind die schwarzen Autos zuletzt in der Versenkung verschwunden. Dank der schnellen Kurven und des größeren Updates soll es nun wieder aufwärts gehen. Unser Geheimfavorit heißt allerdings Toro Rosso. Mit dem großen Spielberg-Update konnte das kleine Red Bull-Team zuletzt schon eine gute Steigerung andeuten. Wenn der Antriebsnachteil nicht zu groß ausfällt, sollte Toro Rosso gegen die Mercedes-Kunden um Punkte kämpfen.

Expertenmeinung: Paul Hembery (Pirelli-Sportchef)

"Silverstone ist eine der großen Strecken im Kalender. Das Rennen besitzt eine lange Historie. Für Fahrer und Zuschauer ist es dank der hohen Geschwindigkeiten immer wieder aufregend. Die britischen Fans kennen sich sehr gut aus. Es ist immer schön zu sehen, dass sie bei jedem Wetter zahlreich erscheinen. Das Wetter ist generell immer eines der Hauptthemen hier. In der Vergangenheit haben wir hier von strahlendem Sonnenschein bis zum schlimmsten Regen schon alles erlebt."

"Umso wichtiger ist es, in Sachen Strategie schnelle Entscheidungen zu treffen - je nachdem welche Bedingungen gerade herrschen. Da kann man sich nicht immer auf Daten aus der Vergangenheit verlassen. Wir haben unsere beiden härtesten Mischungen im Gepäck. Die sollten guten mit den Bedingungen zurechtkommen. In der Woche dem Rennen gibt es auch noch den letzten Reifentest dieser Saison. Ferrari, Marussia, Red Bull und Lotus werden für uns Entwicklungsreifen erproben."

So lief das Rennen in Vorjahr - GP England 2013

Die Reifen übernahmen 2013 die Hauptrolle in einem spektakulären England Grand Prix. Nach kleineren Problemen im Training flogen den Piloten im Rennen reihenweise die Gummis um die Ohren. In Runde 8 war Lewis Hamilton das erste Opfer. In Führung liegend explodierte beim Mercedes-Pilot der Pirelli-Pneu hinten links. Auch Felipe Massa und Jean-Eric Vergne waren von Reifenschäden betroffen.

Nachdem das Safety-Car das Geschehen beruhigt hatte, sah zunächst Sebastian Vettel wie der Sieger aus. Doch in Runde 42 versagte am Red Bull ohne Vorwarnung das Getriebe. In den verbleibenden 10 Runden entschied Nico Rosberg das Duell gegen Mark Webber für sich und rollte mit 0,7 Sekunden Vorsprung über die Linie. Rang 3 sicherte sich Fernando Alonso.

Die Highlights vom Silverstone-Reifendrama zeigen wir Ihnen noch einmal in der Bildergalerie.

SitzungStart (MEZ)
Freies Training 11. Training – Fr. 4. Juli – 11.00 Uhr
Freies Training 22. Training – Fr. 4. Juli – 15.00 Uhr
Freies Training 33. Training – Sa. 5. Juli – 11.00 Uhr
QualifyingQualifying – Sa. 5. Juli – 14.00 Uhr
RennenRennen – So. 6. Juli – 14.00 Uhr
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