Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Vorschau GP England 2016

Krieg der Sterne Episode 4

Lewis Hamilton - GP England 2015 Foto: Wilhelm 63 Bilder

Nur eine Woche nach dem Spektakel in Spielberg steht der zehnte Saisonlauf in Silverstone auf dem Programm. Die große Frage lautet, ob die Mercedes-Verfolger auf der kurvigen Strecke näher dran sind als zuletzt. Und natürlich wie lange der Frieden im Silber-Lager hält. Die Vorschau.

06.07.2016 Tobias Grüner

Die Dramaturgie vor dem großen Formel 1-Klassiker in Silverstone hätte man kaum besser schreiben können. Lokalmatador Lewis Hamilton liegt nach seinem Sieg in Spielberg wieder in unmittelbarer Schlagdistanz zu WM-Spitzenreiter Nico Rosberg. Buhrufe wie noch in Österreich muss der Weltmeister beim Heimspiel sicher nicht fürchten.

Die Konkurrenz von Ferrari und Red Bull kann sich allerdings berechtigte Hoffnungen machen, auch weiterhin vom Stallkrieg bei Mercedes zu profitieren. In letzten 5 Rennen gerieten Rosberg und Hamilton immerhin 3 Mal aneinander. Gibt es nun Episode 4 im Krieg der Sterne? Niki Lauda heizte mit seinen inzwischen zurückgenommenen Äußerungen über Hamilton die Stimmung im Umfeld zusätzlich an.

Auch das Silverstone-Layout könnte der Silber-Konkurrenz helfen: Nach den 3 Power-Strecken in Montreal, Baku und Spielberg steht erstmals wieder ein Kurs vor der Tür, der eine effiziente Aerodynamik mehr belohnt als einen starken Motor. Das steigert die Chancen von Red Bull und Ferrari den Rückstand zu verkleinern. Vielleicht hilft ja auch das Wetter wieder mit. Für den Rennsonntag sind Schauer vorhergesagt.

Die Strecke – Silverstone Circuit:

In Silverstone fand 1950 der erste Formel 1-Lauf überhaupt statt. Mit dem alten Layout hat die mittlerweile 10 Mal umgebaute Streckenführung auf dem ehemaligen Militär-Flugplatz aber nicht mehr viel gemeinsam. Obwohl über die Jahre immer mehr Kurven eingefügt wurden, gehört Silverstone nach wie vor zu den schnellsten Rennstrecken des Formel 1-Kalenders. Im Rundenschnitt sind die Piloten mit 217 km/h unterwegs

Vor allem die vielen fließenden Kurvenkombinationen machen Silverstone zu einem Highlight für Fans und Fahrer. Die Abfolge Copse, Maggotts und Becketts, die mit deutlich über 250 km/h absolviert wird, verlangt von den Piloten Mut und ein gut abgestimmtes Auto. Wechselnde Winde und Böen können die Fahrer hier in Schwierigkeiten bringen.

Auch für die Reifen sind die hohen Kurvengeschwindigkeiten gepaart mit dem sehr rauen Asphalt eine Herausforderung. Pirelli bringt deshalb die widerstandsfähigste Gummi-Kombination mit auf die Insel. Neben den harten und den mittelweichen Reifen können die Teams dieses Jahr auch die Soft-Gummis fahren. Wir sind gespannt, wie sich das auf die Strategie-Optionen im Rennen auswirken wird.

Fast Facts zum GP England:

  • Streckenlänge: 5,891 Kilometer
  • Rundenzahl: 52
  • Renndistanz: 306,198 Kilometer
  • Rundenrekord: 1:33.401 Min. (Mark Webber, 2013)
  • Anzahl Kurven: 18 (8 links, 10 rechts)
  • Distanz Pole Position bis Kurve 1: 420 Meter
  • Länge Boxengasse: 460 Meter
  • Längste Gerade: 1.034 Meter (Hangar Straight)
  • DRS-Zonen: 2 (vor T6 und vor T15)
  • Top-Speed: 311 km/h
  • Bremsbelastung: niedrig
  • Motorbelastung: niedrig
  • Reifenbelastung: hoch
  • Spritverbrauch: mittel
  • Überholmöglichkeiten: mittel

Setup:

Wegen der vielen schnellen und mittelschnellen Kurven benötigen die Autos Anpressdruck. Die Geraden sind zu kurz, als dass der zusätzliche Luftwiderstand größeren Schaden anrichten würde. Ein stabiles Auto bringt in den schnellen Kurven Rundenzeit. Vor allem die Vorderachse muss auf dem Asphalt kleben. Untersteuern können die Piloten bei den Richtungswechseln in den Highspeed-Passagen überhaupt nicht gebrauchen.

Um die aerodynamische Stabilität zu verbessern, wählen die Ingenieure meist ein straffes und tiefes Fahrwerk. Der Faktor Federweg für eine gute Traktion oder das Überfahren von Kerbs ist eher unwichtig. Allerdings gibt es an vielen Stellen auch kleinere Bodenwellen in der Piste. Die Bremsen werden in England kaum belastet. Im Gegenteil: Zwischen Luffield und Stowe stehen die Fahrer 40 Sekunden lang fast ununterbrochen auf dem Gas. Hier müssen die Ingenieure dafür sorgen, dass die Carbon-Stopper nicht auskühlen.

Updates:

Nach der Upgrade-Magerkost in Spielberg hoffen wir in England auf etwas mehr Action an der Technik-Front. Red Bull hat neue Front- und Heckflügel im Gepäck. Auch bei Ferrari sind angeblich Aero-Upgrades geplant. Renault kommt mit einer neuen Hinterrad-Aufhängung. Und selbst Sauber zeigt mit einem neuen Heckflügel die erste größere Modifikation des Jahres.

Bei McLaren will man erneut den ungewöhnlichen Heckflügel testen, der schon im Spielberg-Training zum Einsatz kam. Bei Williams bekommt der neue Frontflügel, der bei Felipe Massa im Qualifying gebrochen war, eine zweite Chance. Auch in Sachen Motoren gibt es News: Honda will ein kleines Power-Upgrade bringen.

Der Grund für die vielen Änderungen ist einfach. Nach dem Rennen haben die Teams noch 2 zusätzliche Testtage auf der britischen Grand Prix-Strecke. Dort können noch einmal ausgiebig Daten zu den neuen Teilen gesammelt werden. Nur Sauber verzichtet aus Geldmangel an der Teilnahme an den Probefahrten.

Favoriten:

In Baku lieferte Mercedes eine dominante Vorstellung. Auch in Spielberg konnte dem Silberpfeil niemand folgen – zumindest so lange es heiß war. Erst mit kühleren Temperaturen am Rennsonntag kam die Konkurrenz etwas näher ran. Weil das Thermometer auch in Silverstone kaum über die 20°C-Marke klettern soll, könnten Red Bull und Ferrari erneut profitieren.

Dass es an der Spitze zu einem Machtwechsel kommt, können wir uns nicht vorstellen. Aber vor allem Red Bull sollten die vielen schnellen Kurven deutlich besser liegen als die motorlastigen Power-Strecken der letzten Wochen. Die 3 Top-Teams dürften auf jeden Fall spürbar näher zusammenrücken, so dass sich Mercedes keine Fehler erlauben kann.

Auch im Mittelfeld wird es ganz eng. Williams sollte wegen der schnellen Kurven und der härteren Reifen etwas besser aussehen als in Spielberg. Force India muss hoffen, dass es nicht so windig wird. Das mag der Hülkenberg-Renner gar nicht. Auch McLaren darf man nicht von der Liste der Punkte-Kandidaten streichen – vor allem wenn das Honda-Upgrade zündet.

So lief das Rennen im Vorjahr:

Lewis Hamilton konnte 2015 seinen dritten Heimsieg landen. Dabei sei es zu Beginn noch gar nicht danach aus, dass die Fans am Ende jubeln dürfen. Beide Williams zogen am Start vorbei an den Werks-Mercedes und ließen den Verfolgern anschließend keine Chance zum Angriff. Erst ein früher Boxenstopp brachte Hamilton zurück an die Spitze.

Doch dann spielte wieder einmal das britische Wetter verrückt. Auf halbfeuchter Strecke holte Nico Rosberg zunächst mit Riesenschritten auf. Gerade als es danach aussah, dass er Hamilton einholen könne, begann es stärker zu regnen. Der Weltmeister timte den Wechsel auf Intermediates perfekt und konnte sich am Ende mit 10,9 Sekunden Vorsprung ins Ziel retten.

Auch die Ferrari-Strategen hatten ein gutes Händchen – zumindest im Falle von Sebastian Vettel. Mit einem Stopp zum perfekten Zeitpunkt brachten sie den Heppenheimer noch an den Williams vorbei aufs Podium. Kimi Räikkönen wurde dagegen zu früh auf die profilierten Gummis gesetzt. Er musste einmal zusätzlich stoppen und kam mit einer Runde Rückstand nur auf Rang 8.

In unserer Galerie zeigen wir Ihnen noch einmal die Bilder vom unterhaltsamen England GP 2015.

SitzungStart (MEZ)
Freies Training 11. Training – Fr. 8. Juli – 11.00 Uhr
Freies Training 22. Training – Fr. 8. Juli – 15.00 Uhr
Freies Training 33. Training – Sa. 9. Juli – 11.00 Uhr
QualifyingQualifying – Sa. 9. Juli – 14.00 Uhr
RennenRennen – So. 10. Juli – 14.00 Uhr
Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden