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Vorschau GP Europa 2011

Valencia-Rennen mit vielen Unbekannten

Vettel vs. Hamilton - GP Europa 2010 Foto: xpb 33 Bilder

Beim GP Europa in Valencia könnte das Kräfteverhältnis der Formel 1 neu durchgemischt werden. Die Medium-Reifen und das Zwischengasverbot sind Neuland für Teams und Fahrer. Wir sagen Ihnen, was Sie in Valencia erwartet.

22.06.2011 Tobias Grüner

Bei 60 Punkten Vorsprung vor dem GP Europa fiel es Sebastian Vettel zuletzt immer schwerer vorgezogene Glückwünsche zum Titel anzunehmen. Zu dominant präsentierte sich der Red Bull. Egal auf welcher Strecke, mit welchen Reifen oder bei welchem Wetter - am Ende stand der Weltmeister auf dem Podium entweder ganz oben oder eine Stufe daneben.

In Valencia bekommt die Konkurrenz nun die nächste Gelegenheit, die Vorherrschaft nachhaltig zu beenden. Die FIA hat sich in den vergangenen Tagen als (un-)freiwilliger Unterstützer von Ferrari, McLaren & Co. gezeigt. Die Zwischengas-Motoreinstellungen, die Red Bull besonders effektiv nutzen kann, sind künftig nicht mehr erlaubt. Zwar gilt das Verbot erst ab Silverstone, doch auch in Valencia könnte das Vettel-Team schon eingebremst werden.

Zwischen Qualifiying und Rennen hat die FIA hat ab sofort jegliche Veränderung an den Motoreinstellungen verboten. Aggressive Mappings sind auf einer schnellen Runde besonders nützlich, im Rennen aber wegen des höheren Spriverbrauchs und Problemen mit der Zuverlässigkeit nicht zu gebrauchen. Da Red Bull diese Technik besonders gut zu nutzen weiß, könnte im achten Rennen der Saison erstmals kein Red Bull auf der Pole Position stehen.

Ein weiteres Fragezeichen für den GP Europa in Valencia liefern die Reifen. Pirelli hat erstmals die Mischung "medium" im Gepäck, die von den Teams zuletzt im Freien Training von Montreal getestet wurde. Bei frischen Temperaturen gab es einige Probleme, Hitze in den Gummi zu bekommen. Bei durchgängig knapp 30°C sollte das in Valencia eigentlich kein Problem sein. Die Hitze könnte eher für erhöhten Verschleiß viel Action an den Boxen sorgen.

Die Strecke: Valencia Street Circuit

Die Formel 1 ist erst seit 2008 auf dem Valencia Street Circuit unterwegs. Die 5,419 Kilometer lange und von Hermann Tilke designte Strecke rund um den Yachthafen gilt zwar als Stadtkurs, ist aber wegen seiner großen Auslaufzonen, der hohen Geschwindigkeiten und des guten Griplevels eher untypisch für diesen Streckentyp. Gleich vier Mal geht beschleunigen die Autos pro Runde über die 280 km/h-Marke.

Mit 25 Kurven gibt es in Valencia so viele Richtungswechsel wie nirgendwo in der Formel 1. 64 Mal müssen die Piloten durch die Gänge schalten - nur Singapur (71) verlangt noch mehr Arbeit am Lenkrad. Ein Problem könnte das Überholen sein. Trotz zweier DRS-Zonen, in denen der Heckflügel im Rennen flacher gestellt werden darf, erwarten die Teams nicht besonders viel Action.

Das Valencia-Setup:

Im Gegensatz zu anderen Stadtkursen ist der Bodenbelag auf dem Valencia Street Circuit topfeben. Die Ingenieure können die Autos somit sehr tief schrauben. Aufpassen müssen die Fahrer dann allerdings auf die Kerbs, die in Valencia gerne in die Ideallinie einbezogen werden. Für eine gute Rundenzeit sind eine gute Traktion und ein hoher Top-Speed entscheidend. Etwas weichere Federn im Heck bringen Grip beim Beschleunigen, die Flügel werden nicht ganz steil gestellt, um den Luftwiderstand zu senken.

Auch die Bremsen sind auf dem Stop-und-Go-Circuit ein wichtiges Thema. Die Belastungen sind wegen des eckigen Layouts und der hohen Geschwindigkeiten extrem hoch. Die zu erwartenden heißen Temperaturen verstärken das Problem noch.

Technik-Updates:

Nach dem Übersee-Ausflug nach Kanada haben die meisten Teams neue Teile im Gepäck. Besonders spannend wird sein, wie die Ingenieure auf die FIA-Richtlinien beim Thema Auspuff reagieren. Wenn der Diffusor im Heck nicht mehr so effizient genutzt werden kann, müssen die Teams Ausweichlösungen finden. Williams und Force India haben bereits angekündigt, in diesem Bereich neue Teile zu testen.

Williams muss außerdem einen neuen Heckflügel nach Valencia bringen. Die FIA hatte zuletzt in Kanada moniert, dass sich das alte Modell im Luftstrom zu stark verbiegt. Größere Technik-Updates sind auch von Toro Rosso zu erwarten. Teamchef Franz Tost hofft, dass man auf dem Mittelmeer-Kurs endlich wieder aus eigener Kraft in die Punkte fahren kann.

Die Favoriten:

Die Favoritenfrage ist nicht leicht zu beantworten. Trotz der Fragezeichen haben die Buchmacher Red Bull und McLaren natürlich ganz vorne. Vor allem das Qualifying-Duell verspricht Spannung. Auch Ferrari könnte wieder ein Wörtchen um den Sieg mitreden. Lokalmatador Fernando Alonso zeigte sich nach den ersten Kilometern mit dem "Medium"-Reifen in Kanada sehr zufrieden. Die heißen Temperaturen spielen den roten Autos zusätzlich in die Karten.

Hinter dem Spitzentrio dürfte es eine kleine Lücke geben. Ist der Reifenverschleiß hoch, könnte Sauber für eine Überraschung sorgen. Williams und Mercedes hoffen dagegen auf niedrige Temperaturen und einen geringen Gummiverbrauch. Force India ist ebenfalls ein Punktekandidat. Das Auto ist immer dann gut, wenn das Tempo hoch ist. Bei Toro Rosso kommt es auf die Updates an. Renault zeigte sich zuletzt unbeständig und ist eine komplette Wundertüte.

Expertenmeinung: Mike Gascoyne (Technikchef Lotus)

In Sachen Abtriebslevel unterscheidet sich Valencia stark von anderen Strecken im Kalender. Wir fahren mehr Flügel als beispielsweise in Kanada aber weniger als auf vielen anderen Strecken wie Barcelona oder Türkei. Der härtere Reifen ist hier die Medium-Mischung, die wir zum ersten Mal dieses Jahr fahren.

Beim Test in Kanada hat die sich gut geschlagen, aber im Freien Training von Valencia kann der Reifenverschleiß wegen des vielen Sands und Staubs auf der Piste besonders hoch sein. Wir müssen genau beobachten wie sich der Reifen verhält und dann unseren Vorteil aus dem Zeitenunterschied der beiden Mischungen am Samstag und Sonntag ziehen.

So lief das Rennen im Vorjahr: GP Europa 2010:

Vom GP Europa 2010 blieb vor allem die Szene in Erinnerung, als sich Mark Webber beim Überholversuch gegen Heikki Kovalainen spektakulär mit seinem Auto überschlug. Der zweite Red Bull von Sebastian Vettel kam ins Ziel und landete ganz oben auf dem Treppchen. Nach dem gewonnenen Start gegen Lewis Hamilton ließ der Deutsche nichts mehr anbrennen. Für etwas Spannung sorgte die Safety-Car-Phase nach dem Webber-Crash. Ferrari zog die Niete und wurde weit nach hinten durchgereicht. Lewis Hamilton überholte das Safety-Car regelwidrig, gewann dadurch aber mehr Zeit als er durch die spätere 20-Sekunden-Strafe wieder verlor. Hinter Hamilton wurde der zweiten McLaren von Jenson Button Dritter.

In unserer Fotogalerie zeigen wir Ihnen noch einmal die besten Bilder von GP Europa 2010.

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