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Vorschau GP Indien 2013

Bullen-Party im Land der heiligen Kühe?

Vettel & Webber - GP Indien 2012 - Formel 1 Foto: xpb 34 Bilder

Sebastian Vettel kann in Indien seinen vierten WM-Titel aus eigener Kraft klarmachen. In der Vorschau sagen wir Ihnen, was den Dauersieger noch aufhalten könnte und um welche Plätze sonst noch gekämpft wird.

23.10.2013 Tobias Grüner

Wir geben auf. Normalerweise versuchen wir Ihnen an dieser Stelle regelmäßig zu erklären, warum das nächste Rennen besonders spannend sein wird, wer alles für den Sieg in Frage kommt, und welche Auswirkungen das Ergebnis auf den Titelkampf haben könnte. Doch darauf verzichten wir dieses Mal.

Sebastian Vettel war in letzter Zeit einfach zu überlegen. Die Konkurrenz konnte den baldigen Vierfach-Champion kaum in Bedrängnis bringen. 5 Rennen hat der Heppenheimer in Folge gewonnen. Noch 2 mehr und er würde den Rekord von Michael Schumacher und Alberto Ascari einstellen.

Screenshot - Pirelli-Vorschau - GP Indien 2013
Vorschau GP Indien 2013: Eine Frage der Reifen-Strategie 2:24 Min.

Dass die Serie ausgerechnet in Indien reißt, davon ist nicht auszugehen. 2 Mal war die Formel vor den Toren Neu Delhis zu Gast. 2 Mal stand Sebastian Vettel auf der Pole Position. 2 Mal schnappte er sich auch den Sieg. Von den insgesamt 120 Rennrunden führte er jede einzelne an. Noch Fragen?

Red Bull kann im Land der heiligen Kühe schon mal den Champagner kalt stellen. Ein 5. Platz reicht dem Heppenheimer zum vorzeitigen Titelgewinn. Solange er vor Fernando Alonso ankommt, ist die Meisterschaft ebenfalls entschieden. Sollte Vettel unerwartenderweise ausfallen, müsste sein Ferrari-Gegner schon mindestens auf Rang 2 fahren, um die rechnerischen Titel-Chancen zu erhalten.

Die Strecke - Buddh International Circuit:

Zum dritten Mal erst ist die Formel 1 auf der Strecke 30 Kilometer südöstlich der Millionen-Metropole Delhi zu Gast. Die vom deutschen Formel 1-Architekten Hermann Tilke entworfene 5,125 Kilometer lange Piste hat einige Besonderheiten zu bieten. Die markanten Höhenunterschiede sorgen für einige blinde Kurven und verstärkte Gefahr von Verbremsern. Die beste Überholmöglichkeit findet sich am Ende der rund einen Kilometer langen Geraden. Hier werden die Autos in nur 140 Metern von 320 km/h auf 90 km/h verzögert.
Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von deutlich über 200 km/h gehört Indien zu den schnellsten Strecken im Kalender. Am Ende der Runde geht es allerdings sehr kurvig zu. In den engen Kombinationen aus langen Kehren und engen Schikanen dürfen sich die Piloten keine Fehler erlauben, sonst ist sofort die Zeit im gesamten Sektor dahin. Große Crashs gab es in Indien übrigens noch nicht. Bei den 2 ersten Rennen blieb das Safety-Car jeweils ungenutzt.

Fast Facts zum GP Indien

Streckenlänge: 5,125 Kilometer
Rundenanzahl: 60
Durchschnittsgeschwindigkeit: 204 km/h
Top-Speed: 322 km/h
Höchste Querbeschleunigung: 3,5g (für 6 Sekunden in den Kurven 10/11)
Längste Vollgaspassage: 1.000 Meter = 14,2 Sekunden (zwischen Kurve 3 & 4)
Anteil der Bremsphasen an der Rundenzeit: 15 Prozent
Anteil der Geraden an einer Runde: 55 Prozent
Anzahl der Gangwechsel pro Runde: 57
Vollgasanteil auf einer Runde: 65 Prozent
Geringste Geschwindigkeit: 70 km/h (Kurve 3)
Höchste Kurvengeschwindigkeit: 250 km/h (Kurve 12)
Distanz von der Pole Position bis zur ersten Kurve: 230
Spritverbrauch: 2,35 kg/Runde = 66 Liter/100 km
Zeitverlust pro 10 Kilo Zusatzgewicht: 0,36 Sekunden

Setup:

Die lange Gerade sorgt dafür, dass die Ingenieure die Heckflügel einen kleinen Tick flacher stellen können. Am Frontflügel ist dagegen maximaler Abtrieb gefordert, um die Untersteuertendenz vor allem in der langgezogenen 180-Grad Kehre im Mittelsektor (Kurven 10/11) zu minimieren. Die Dämpfung wird etwas härter ausgelegt, um das Auto gut auf die Richtungswechsel in den Medium-Speed Kurven im letzten Sektor einzustellen. Größere Bodenwellen gibt es auf dem noch relativ neuen Kurs keine. Deshalb kann das Fahrwerk tief runter geschraubt werden.
 
Für die Bremsen stellt der Buddh International Circuit keine große Herausforderung dar. Auf der langen Geraden haben die Karbon-Stopper genügend Zeit abzukühlen. Danach ist das Layout eher flüssig. In Sachen Antrieb wird es schon kniffliger: Getriebe und Motoren müssen auf den Mix aus langer Gerade und engen Kurven eingestellt werden. Die Frage lautet, wie gut die Reifen halten. Im Vorjahr gab es noch harte Gummis, diese Saison müssen die Piloten mit den Mischungen "soft" und "medium" zurechtkommen.

Updates:

Zu solch' einem späten Zeitpunkt der Saison werden generell nur noch wenige Updates gebracht. Zwei Faktoren sprechen dafür, dass es dieses Jahr sogar noch weniger sind als gewöhnlich: Erstens müssen die Teams wegen der großen Technik-Revolution besonders viele Ressourcen auf das Auto für 2014 verschieben. Zweitens ist der WM-Kampf an der Spitze bereits entschieden. Von Mercedes haben wir erfahren, dass noch einmal leichte Modifikationen am Unterboden kommen. Wir rechnen aber generell nicht mit größeren Paketen.

Favoriten:

Sebastian Vettel sorgt für schlechte Quoten – sowohl bei den TV-Anstalten als auch bei den Wettbüros. Nach 5 Siegen in Folge verzweifelt die Konkurrenz langsam. Die größte Gefahr droht dem Heppenheimer aus dem eigenen Stall. Doch Mark Webber fehlt zum Abschluss seiner Formel 1-Karriere offenbar etwas die Motivation. Von den anderen Fahrern hinterließ zuletzt Romain Grosjean den besten Eindruck. Auch wenn es nicht zum Sieg reicht, so ist der Franzose immerhin ein heißer Kandidat für das Podium.
 
Im Qualifying kann Mercedes mit Lotus mithalten, im Rennen mussten sich die Silberpfeile zuletzt aber regelmäßig geschlagen geben. Wenn alles normal läuft und Fehler vermieden werden, sollte es aber immerhin reichen, Ferrari in Schach zu halten. Der Kampf um Rang 2 im Konstrukteurspokal könnte sich also weiter zuspitzen. Noch liegt Ferrari (297) vor Mercedes (287) und Lotus (264).

Da Indien vom Layout her mit Korea vergleichbar ist, erwarten wir auch Sauber wieder dick im Rennen um Punkte. Im Kampf um WM-Platz 6 fehlen noch 17 Zähler auf Force India. Das Team von Adrian Sutil erwartet ein schweres Heimspiel. Ohne Updates lassen sich die Reifenprobleme nur schwer lösen. Im Rennen müssen sich die Force India-Piloten irgendwie in der Nähe der Top Ten halten und im Rennen dann auf Schadensbegrenzung hoffen.

Expertenmeinung (Paul Hembery, Pirelli Sportchef):

"Wir haben uns in diesem Jahr entschieden, den soften Reifen und den Medium nach Indien mitzunehmen Wir denken, dass es die beste Kombination für den Buddh Circuit ist, um für ein noch spannenderes Rennen zu sorgen. Die vergangenen Jahre haben wir die harte und softe Mischung nominiert, eine eher konservative Kombination. Dieses Jahr bringen wir eine weichere und aggressivere Lösung. Wir gehen davon aus, dass die Rundenzeiten der beiden Mischungen wie schon in Japan nicht weit auseinander liegen werden.

Die Konsequenz: Wie in Japan wird auch in Indien die Strategie entscheidend sein. Vergangenes Jahr beendeten die meisten Piloten das Rennen mit nur einem Boxenstopp. Dieses Mal erwarten wir einen mehr pro Auto. Durch die vielen unterschiedlichen Kurven sowie die Höhenunterschiede müssen die Reifen in Indien extrem arbeiten. Auf sie wirken Fliehkräfte in jede Richtung. Wie immer sollte es in Indien auch relativ heiß sein. Somit spielt auch der thermale Verschleiß eine Rolle."

So lief das Rennen im Vorjahr - GP Indien 2012:

Das Indien-Rennen 2012 war eine Kopie der Premiere aus dem Jahr zuvor. Sebastian Vettel dominierte von der Pole Position, führte jede Rennrunde und schnappte sich am Ende locker den Sieg. Im Kampf um Platz 2 setzte sich am Ende der von Rang 5 gestartete Fernando Alonso durch. Mark Webber im zweiten Red Bull musste sich wegen eines KERS-Problems mit der untersten Stufe auf dem Podium zufrieden geben.
 
Die beiden McLaren-Piloten Lewis Hamilton und Jenson Button reisten auf den Plätzen 4 und 5 ohne Pokal ab. Nico Hülkenberg sorgte auf Rang 8 wenigstens für etwas Freude bei den Force India-Fans auf den Tribünen. Die beiden Mercedes-Fahrer kamen dagegen nicht in die Punkte. Nico Rosberg wurde kurz vor der Zielflagge von Williams-Pilot Bruno Senna auf Rang 11 verdrängt. Michael Schumacher gab nach einem Plattfuß zu Beginn des Rennens in aussichtsloser Position in den Schlussrunden auf.

In unserer Bildergalerie blicken wir noch einmal auf den GP Indien vor 12 Monaten.

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