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Vorschau GP Italien 2011

Vollgasparty zum Europa-Finale

GP Italien 2010 - Start Foto: xpb 30 Bilder

Im königlichen Park von Monza steigt am Wochenende wieder die jährliche Vollgasparty. Beim großen Europa-Finale auf der Highspeed-Piste heißt der Favorit ausnahmsweise mal nicht Sebastian Vettel. Wir sagen Ihnen, wer die besten Chancen auf den Siegerpokal besitzt.

07.09.2011 Tobias Grüner

Monza gehört wie Spa und Silverstone zu den Dinosauriern im Rennkalender. Eine Strecke, die praktisch nur aus Geraden besteht, ist kaum mehr als zeitgemäß zu bezeichnen. Nur drei Kurven und drei Schikanen zwingen die Fahrer auf einer Runde dazu, mal kurz den rechten Fuß zu lupfen. Doch gerade das ungewöhnliche Layout ist es auch, das bei den Fans den Reiz des Autodromo di Monza ausmacht.

Nirgends werden höhere Geschwindigkeiten erzielt. Keine andere Strecke verlangt solch extreme Setups. Die Teams bauen jedes Jahr ein spezielles Aerodynamik-Kit für die Highspeed-Hatz. Die mühsam entwickelten und teuer hergestellten Karbonteile wandern nach nur einem Einsatz wieder in die Mülltonne. Man darf gespannt sein, ob mit KERS und dem beweglichen Heckflügel neue Geschwindigkeitsrekorde aufgestellt werden können.

Monza ist auch das Ferrari-Heimspiel. Mit nur einem Saisonsieg bisher, gab es für die Tifosi in diesem Jahr noch nicht viel Grund zum Jubel. Doch vor heimischer Kulisse sind sie Roten immer besonders motiviert. 2010 startete Fernando Alonso hier mit einem Sieg seine grandiose Aufholjagd in der WM, die in Abu Dhabi beinahe mit dem Titel geendet hätte.

Die Strecke: Autodromo di Monza

5,793 Kilometer lang, 75 Prozent Vollgasanteil und Durchschnittsgeschwindigkeiten von 250 km/h - Monza ist vor allem schnell. Auf keiner anderen Strecke werden die Motoren so hart gefordert. Die vorhergesagten Temperaturen von mehr als 30°C treiben den Ingenieuren noch mehr Sorgenfalten auf die Stirn. Neben den Motoren sind auch die Bremsen stark belastet. Vier Mal geht es pro Runde aus mehr als 300 km/h in die Eisen.

Das ungewöhnliche Layout ist immer wieder Garant für Action. Auf den langen Geraden sind enge Windschattenduelle keine Seltenheit. Mit dem beweglichen Heckflügel (DRS) sollten Überholmanöver in diesem Jahr noch einfacher werden. Wie schon in Montreal und in Valencia hat die FIA gleich zwei DRS-Zonen eingerichtet: Einmal auf der Zielgeraden und einmal nach den Lesmo-Kurven auf der Anfahrt zur Ascari-Schikane. Erstmals gibt es auch zwei Messpunkte, in denen der Abstand zum Vordermann bestimmt wird. Das bedeutet, dass überholte Piloten in der zweiten DRS-Zone gleich wieder kontern können, wenn sie noch nahe genug dran sind.

Das Setup:

Vom Setup her scheint die Aufgabe für die Ingenieure in Monza einfach zu sein. Der Luftwiderstand muss so weit wie möglich reduziert werden, um auf den langen Geraden hohe Geschwindigkeiten zu erzielen. Wer Abtrieb für Top-Speed opfert wird allerdings in den Kurven bestraft. Hier gilt es, den schnellsten Kompromiss zu finden. Gleiches gilt auch für die Lufthutzen der Bremsen. Große Einlässe verbessern zwar die Kühlung, sorgen aber für mehr Luftwiderstand. Auch bei der Dämpfung muss ein Kompromiss her: ein auf der Hinterachse weich gefedertes Auto verbessert zwar die Traktion beim Beschleunigen, ist aber aerodynamisch nicht so effizient.

Interessant wird sicher auch wieder das Reifenthema. Pirelli bringt wie schon in Spa die beiden Mischungen soft und medium. Damit es nicht wieder zu gefährlicher Blasenbildung kommt, hat der italienische Hersteller seine Setup-Empfehlungen noch einmal verschärft. Mehr als 3,25 Grad Radsturz sollten die Ingenieure den Gummis nicht zumuten. Wird der Reifen zu stark angewinkelt, liegt er auf den Geraden nur mit der Innenseite auf dem Asphalt. Bei den hohen Geschwindigkeiten droht Überhitzung.

Die Updates für Monza:

Wie bereits erwähnt, bringen fast alle Teams große Aerodynamik-Pakete nach Italien, die speziell an Anforderungen des Highspeed-Layouts angepasst sind. Der Heckflügel spielt dabei die größte Rolle. Durch das flache Profil schätzen Experten die Wirkung des DRS um 50 Prozent schwächer ein als bei normal steilen Flügelprofilen. Da die neuen Aerodynamik-Teile die ganze Aufmerksamkeit im Training erfordern, haben viele Teams weitere Updates am Auto auf Singapur verschoben.

Die Favoriten für den GP Italien 2011:

In Monza ist nicht Abtrieb der entscheidende Faktor sondern Motorleistung. Auch ein funktionierendes KERS wird auf den langen Geraden zur Trumpfkarte. In diesen Disziplinen konnte Red Bull in dieser Saison noch nicht gerade überzeugen. Doch mit besonders flachen Flügeln konnte man schon in Belgien zeigen, dass man auch die Disziplin Top-Speed beherrscht. Doch Monza ist noch eine Spur extremer. Der erste Red Bull-Sieg im Königlichen Park wäre somit eine kleine Überraschung.

McLaren macht mit dem starken Mercedes-Motor und einem zuverlässigen KERS-System auf dem Papier den besten Eindruck. Die Frage lautet, wie lange die weiche Mischung auf dem Chrompfeil durchhält. Bei den erwartet heißen Temperaturen könnte Ferrari am Ende den Pirelli-Joker ziehen. Das rote Auto geht am pfleglichsten mit den Gummis um. Ein Knackpunkt war zuletzt jedoch die härtere Mischung.  Alonso & Co. kämpften in dieser Saison schon häufiger damit, den "Prime-Reifen" in das Arbeitsfenster zu bringen.

Im Mittelfeld haben aktuell Mercedes GP und Force India die Nase vorn. In Belgien zeigte auch Toro Rosso gut Ansätze, bis beide Autos im Rennen ausgefallen sind. Renault ist nicht zu stark zu erwarten. In Spa wurde deutlich, dass die schwarz-goldenen Autos an Pace verloren, sobald die Strecke nicht mehr feucht war. Williams und Sauber sind die großen Unbekannten. Die Leistung beider Teams hängt stark vom Einfluss der Reifen ab.

Expertenmeinung: Paul Hembery (Pirelli-Sportchef)

"Auf einer schnellen Strecke wie Monza ist die Reifenstragie sicher entscheidend. Die Zeit, die man bei einem Boxenstopp verliert, ist schwer wieder aufzuholen, wenn die Autos die ganze Zeit Vollgas fahren. Wir erwarten einen Unterschied von einer Sekunde zwischen dem Soft- und dem Medium-Reifen, aber ganz sicher wissen wir das erst nach dem Freien Training. Die Flexibilität des Reifens wird eine wichtige Rolle spielen, da der Gummi mit unterschiedlichen Bedingungen zurechtkommen muss. Das wird eine große Herausforderung. Aber wir freuen uns darauf, italienische Spitzentechnologie und Know-How zuhause in Italien präsentieren zu können."

Das Rennen im Vorjahr - GP Italien 2010:

Nachdem sich Lewis Hamilton im Qualifying mit dem Setup verzettelt hatte, schien der Weg im Rennen frei zu sein für Teamkollege Jenson Button. Doch im Rennen machte dem Engländer Fernando Alonso ein Strich durch die Rechnung. In einem spannenden Duell rettete der Ferrari-Pilot am Ende 2,9 Sekunden Vorsprung über die Ziellinie. Sebastian Vettel fiel nach einem Bremsproblem zunächst weit zurück, mit einer strategischen Meisterleistung rettete der spätere Weltmeister aber noch Rang vier. Der Red Bull-Pilot musste mit seinem Boxenstopp bis zur allerletzten Runde warten, um noch an Nico Rosberg vorbeizukommen.

In unserer Fotogalerie zeigen wir noch einmal die besten Bilder vom GP Italien 2010.

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