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Vorschau GP Italien 2014

Kracht es auch in Monza?

Mercedes - GP Belgien 2014 Foto: Wilhelm 67 Bilder

Mit dem GP Italien verabschiedet sich die Formel 1 am Wochenende aus Europa. Bei den Vollgas-Festspielen in Monza sind natürlich alle Augen wieder auf Mercedes gerichtet. Kracht es wieder zwischen Rosberg und Hamilton?

03.09.2014 Tobias Grüner

Monza ist nicht einfach nur eine Rennstrecke. Monza ist ein Gefühl. Monza ist Leidenschaft. Monza ist Tradition. Monza, das sind begeisterte Tifosi, die für Ferrari ihr letztes Hemd geben. Und Monza ist vor allem eins: schnell. Verdammt schnell. Nirgendwo sonst im F1-Kalender werden so hohe Top-Speeds erreicht, wie im Königlichen Park. In diesem Jahr wird es sogar noch schneller als sonst. Dank Turbo-Hybrid-Power sollte die Radarfalle am Ende der Geraden rund 355 km/h anzeigen.

Die Formel 1-Fans wissen: Wenn die schnellste Strecke des Jahres auf dem Programm steht, biegt die Saison bereits auf die Zielgerade ein. Wer in dieser entscheidenden Phase zu viele Punkte liegen lässt, dem gehen im Übersee-Schlussspurt schnell die Rennen aus. Vor allem Lewis Hamilton darf sich im Silber-Duell nicht mehr viele Fehler leisten. 29 Punkte beträgt der Rückstand auf Nico Rosberg nach der Kollision in Spa. Der Mercedes-Zweikampf dürfte bei den Fans wieder für erhöhten Pulsschlag sorgen.

Pirelli - Monza-Vorschau - Screenshot
Vorschau GP Italien: Das richtige Setup für Monza 1:24 Min.

Power-Vorteils geht Mercedes natürlich als Favorit in das Rennwochenende. Das gleiche haben wir Ihnen allerdings auch schon vor 14 Tagen vor dem GP Belgien erzählt – und dann kam doch alles ganz anders. Wenigstens an der Wetterfront sollte es keine Überraschungen geben. Bis auf eine kleine Schauer-Gefahr am Samstag sollte es die ganze Woche trocken bleiben.

Die Strecke: Autodromo Nazionale di Monza

5,793 Kilometer lang, 75 Prozent Vollgasanteil und Durchschnittsgeschwindigkeiten von 250 km/h - Monza ist vor allem schnell. Neben den Motoren sind auch die Bremsen stark belastet. Vier Mal geht es pro Runde aus mehr als 300 km/h in die Eisen. Das ungewöhnliche Layout, das eigentlich nur aus Geraden besteht, die durch drei Kurven und drei Schikanen unterbrochen werden, ist immer wieder Garant für Action. Auf den langen Vollgaspassagen sind enge Windschattenduelle keine Seltenheit. Überholmanöver sind somit auch ohne die Hilfe des Klappflügels möglich.

Die beiden DRS-Zonen befinden sich auf der Zielgerade und dem Vollgasstück zwischen Lesmo 2 und der Ascari-Schikane. Pirelli geht bei der Highspeed-Jagd auf Nummer sicher und bringt die beiden härtesten Mischungen. "Eine sehr konservative Wahl", so die Kritik eines Ingenieurs. Auf Nummer sicher ging auch die FIA: Um Abflüge zu verhindern wurde ein Teil des Kiesbetts in der Parabolica-Kurve asphaltiert. Bei den traditionsbewussten Fans kam die Aktion allerdings nicht besonders gut an.

Fast Facts zum GP Italien:

  • Streckenlänge: 5,793 Kilometer
  • Rundenzahl: 53
  • Gesamtdistanz: 306,720 Kilometer
  • Rundenrekord: 1.21,046 min (Barrichello, 2004)
  • Pirelli-Reifen: medium/hard
  • Reifenverschleiß: mittel
  • Spritverbrauch: hoch (69 % Vollgasanteil)
  • Bremsbelastung: hoch
  • Safety-Car-Wahrscheinlichkeit: 40 Prozent
  • Boxenstopp-Zeit: 23 Sekunden
  • Entfernung Pole Position bis Kurve 1: 380 Meter

Updates:

Wie schon in Spa erwarten wir viele Spezialteile für den besonderen Charakter der Strecke in Monza. Red Bull kündigte bereits an, einen noch flacheren Heckflügel ausprobieren zu wollen. Die besonderen Aerodynamik-Pakete mit wenig Abtrieb und wenig Luftwiderstand für hohe Top-Speeds werden übrigens nach dem GP Italien schon wieder ausgemustert. Aus technischer Sicht ist Monza somit das teuerste Rennen des Jahres.

Favoriten:

In Monza zählt nur Power. Die wenigen Kurven sind zu vernachlässigen. Rundenzeit wird auf den Geraden gemacht. Alle Experten erwarten deshalb einen deutlich sichtbaren Vorteil für die Mercedes-Fahrer. Das Werksteam muss sich allerdings auf Gegenwehr der eigenen Kunden einstellen. Vor allem der Williams gilt als schnelles Auto mit einem sehr geringen Luftwiderstand. "Wir haben viel an unserer Monza-Aerodynamik gearbeitet. Wir sind zuversichtlich, dass unser Paket effizient sein wird", gibt sich Williams-Chefingenieur Rob Smedley optimistisch.

Red Bull hat in Spa gezeigt, dass man auch mit einem Renault-Motor schnell auf den Geraden sein kann. Allerdings musste das Weltmeisterteam dafür auch jede Menge Abtrieb opfern. Es wird spannend, ob diese Strategie in Monza genauso gut aufgeht. Interessant wird auch zu sehen, ob die Probleme von Sebastian Vettel mit dem angekündigten Chassis-Wechsel beseitigt werden können. Ein Fragezeichen schwebt wie immer über Ferrari. Ausgerechnet beim Heimspiel droht mangels Power eine bittere Niederlage. Ein Podium wäre eine große Überraschung.

Expertenmeinung: Remi Taffin (Motoreningenieur Renault)

"Monza ist zweifellos die schnellste Strecke des Jahres. Mehr als 3 Viertel der Runde werden Vollgas gefahren. 3 Mal stehen die Piloten für ca. 13 Sekunden auf dem Gas. Dazu kommt die Zielgerade mit 17 Sekunden Vollgas. Dieses Jahr gehen die Top-Speeds noch einmal nach oben. Wir erwarten Spitzenwerte von über 350 km/h. Das sind mindestens 10 km/h mehr als im letzten Jahr."

"Der Verbrennungsmotor muss einer hohen Belastung standhalten. Aus Power- und Zuverlässigkeitsgründen werden wir neue Teile einsetzen, wo es möglich ist. Nach dem Sieg in Belgien gehen wir mit mehr Zuversicht in das Rennen in Monza. Wir wissen aber, dass es schwer werden wird. Wir sind die Underdogs, aber wie Montreal und Spa gezeigt haben, können wir von Problemen der anderen profitieren. Wir müssen zur Stelle sein, wenn irgendwo etwas passiert."

So lief das Rennen im Vorjahr - GP Italien 2013

Das Jahr 2013 hat gezeigt, dass auch Red Bull weiß, wie man in Monza gewinnen kann. Nach der Sommerpause ließ der spätere Weltmeister bekanntlich nichts mehr anbrennen. Am Ende gewann der Deutsche mit 5,4 Sekunden Vorsprung vor Fernando Alonso. Als Belohnung gab es von den Tifosi auf dem Podium Buhrufe für Vettel.

In einem relativ ereignisarmen Einstopp-Rennen sicherte sich Vettels Teamkollege Mark Webber den dritten Rang. Am Start war Felipe Massa zunächst am Australier vorbeigezogen. In der Boxenstopp-Runde drehte sich die Reihenfolge aber wieder um. Das Mercedes-Duell entschied 2013 übrigens Nico Rosberg auf Rang 6 für sich. Ein schleichender Plattfuß warf Lewis Hamilton schon früh zurück. Am Ende landete der Brite nur auf Position 9.

In unserer Bildergalerie haben wir noch einmal die Highlights aus dem Vorjahr für Sie.

SessionTermin
Freies Training 1Freitag, 5. September - 10 Uhr
Freies Training 2Freitag, 5. September - 14 Uhr
Freies Training 3Samstag, 6. September - 11 Uhr
QualifikationSamstag, 6. September - 14 Uhr
RennenSonntag, 7. September - 14 Uhr
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