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Vorschau GP Italien

Die Höhle des Löwen

Foto: Wolfgang Wilhelm 25 Bilder

Abgesehen von der ausufernden Spekuliererei, ob Michael Schumacher am Sonntag (10.9.) seinen Rücktritt bekannt gibt, wird in Monza zum gleichen Datum auch noch ein Rennen gefahren. Auf dem traditionsreichsten GP-Kurs der Welt holt Fernando Alonso zum Gegenschlag aus.

07.09.2006 Markus Stier

Seit sechs Rennen ist Fernando Alonso ohne Sieg, doch das hält den Tabellenführer nicht davon ab, vor dem Rennen auf Ferraris Heimstrecke sein positives Denken zu kultivieren: "Dieses Jahr habe ich schon in Silverstone, Monaco und Spanien gewonnen, und natürlich will ich das auch in Monza schaffen. Dies ist eine legendäre Strecke, es ist etwas Besonderes, hier zu gewinnen, noch dazu, wo es Ferraris Heimstrecke ist." Alonsos Rechnung ist simpel: "Es gibt nur ein Ziel, vor Ferrari ins Ziel kommen. In den letzten Rennen waren sie extrem dominant. Sie zu schlagen bedeutet auch das Rennen zu gewinnen."

Michael Schumacher setzt auf die zur Zeit überlegene Kombination Ferrari und Bridgestone und auf das Publikum: "Wir müssen angreifen, und die Fans können sicher sein, dass unser aller Kampfgeist längst geweckt ist. Wir sind voller guten Mutes, und wir bauen auf die Unterstützung der Tifosi." Seinen Optimismus zieht der WM-Verfolger nicht zuletzt aus den Testfahrten in der vergangenen Woche, als Felipe Massa an zwei von drei Tagen Bestzeit setzte.

Pedro de la Rosa: Ferrari kann noch schneller

Dass Massa seine überlegenste Runde (acht Zehntel schneller als Alonso) auf dem 5,8 Kilometer langen Kurs mit leichtem Auto und frischen Reifen fuhr, beruhigt die Konkurrenz nur wenig. Bei Vorjahressieger McLaren-Mercedes macht man sich wenig Hoffnung: "Ferrari hat noch ein paar Zehntel in der Hinterhand", sagt Pedro de la Rosa. "Ich glaube zwar nicht, dass sie geblufft haben, aber ich denke, sie sind schneller als alle Michelin-Teams.

Der französische Reifenhersteller feiert in Monza seinen vorläufigen Abschied von der europäischen Formel 1-Bühne. Die letzten drei Rennen finden in Übersee statt, 2007 beliefert Bridgestone als Alleinausrüster alle Teams. Zum Abschied würden die Michelin-Mannen gern noch einmal den Titel holen, doch die Ingenieure sind etwas besorgt, weil der halbe Kurs frisch asphaltiert wurde. Laut Rennchef Neill Shorrock ist der neue Belag glatter als der alte.

GP Italien seit 1922

Die Strecke von Monza ist die zweitälteste im Kalender. Bereits 1922 wurde ein Grand Prix im königlichen Park ausgetragen. 2006 findet der GP Italien zum 56. Mal in Monza statt, so viele Rennen hat keine andere Strecke aufzubieten. Monza ist zudem auch die schnellste Strecke im Kalender. Die Autos erreichten im Vorjahr Höchstgeschwindigkeiten bis 350 km/h. 2006 dürfte es etwas langsamer dahingehen, denn durch die Hubraumreduzierung von drei auf 2,4 Liter fehlen den Rennern etwa 200 PS.

Die Autos fahren beim Italien-GP mit den flachsten Flügeleinstellungen. Abgesehen von langen Geraden und der voll zu fahrenden Kurva Grande stehen drei Schikanen an. Ferrari erwartet, dass sich das Fehlen der Massedämpfer in den Renault auf den Randsteinen von Monza besonders nachteilig auswirkt. Die beiden mittelschnellen Lesmo-Kurven und die langgezogene Parabolica vor Start und Ziel erfordern eigentlich viel Abtrieb, aber kein Fahrer wird mit steilen Flügeln antreten, auf den langen Geraden wird er im Windschatten zu leicht eingefangen und überholt.

Einige Teams wie Renault, Ferrari, Williams und BMW kommen mit modifizierter Aerodynamik nach Italien. Besonders Williams zeigte bei den Testfahrten einen deutlichen Aufwärtstrend. Manche Beobachter schreiben das eher den Bridgestone-Reifen zu. Italien freut sich auf ein warmes Spätsommer-Wochenende. Es soll trocken bleiben und warme bis heiße Temperaturen werden erwartet. Bei Ferrari wird man den Wetterbericht mit Wohlwollen aufnehmen.

Im Rennen spekulieren die Roten, dass Michael Schumacher unter die ersten Drei kommt, in diesem Fall wird der Rekordweltmeister noch in der Siegerpressekonferenz seine Zukunftspläne bekannt geben. Spötter lästern schon, am liebsten wäre Jean Todt die Reihenfolge Schumacher vor Massa und Räikkönen, dann hätte man gleich alle drei entscheidenden Teilnehmer vor Ort.

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