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Vorschau GP Japan 2011

Vettel will Titel mit Suzuka-Hattrick

GP Japan - Sebastian Vettel Foto: dpa 32 Bilder

Beim GP Japan hat Sebastian Vettel die Meisterfeier fest eingeplant. Ein einziger WM-Punkt fehlt noch, um die Titelverteidigung vorzeitig klarzumachen. Doch der Heppenheimer will mehr als den einen Zähler. Der Red Bull-Pilot peilt den dritten Suzuka-Sieg in Folge an.

05.10.2011 Tobias Grüner

Red Bull hat für die große Party in Japan alles vorbereitet. Die Meister-T-Shirts sind gedruckt, der Champagner liegt bereits auf Eis. Keiner zweifelt daran, dass Sebastian Vettel sein Meisterstück in Suzuka endlich vollendet. Die Titelrechnung ist mittlerweile einfach geworden: Wenn Jenson Button gewinnt, muss Vettel mindestens Zehnter werden. Ein winziges Pünktchen reicht somit um alles klarzumachen.

Für die Konkurrenz geht es schon längst nicht mehr darum, den amtierenden Weltmeister vom Thron zu stoßen. Es geht nur noch um einzelne Grand Prix-Siege, um den Vizemeistertitel und um die Reihenfolge im Konstrukteurspokal. Einige Teams wie Ferrari und Mercedes haben den Saisonendspurt bereits zum Beginn der Testfahrten für die Saison 2012 erklärt. In den verbleibenden fünf Rennen will man im Training neue Teile ausprobieren, um Erkenntnisse für das nächstjährige Auto zu sammeln.

Die Strecke: Suzuka International Racing Course

Schon seit 1987 werden auf dem 5,807 Kilometer langen Kurs südlich von Suzuka Formel 1-Rennen ausgetragen. Seitdem hat die schnelle Strecke Kurven bei Fans und Fahrern viele Freunde gefunden. Fließende Kurvenkombinationen, enge Schikanen und Haarnadeln und lange Vollgaspassagen sorgen für eine aufregende Mischung. Fehler verzeiht der Kurs nicht. Im Gegensatz zu den vielen neueren Retortenkursen lauern hier noch echte Kiesbetten jenseits der Kerbs und keine asphaltierten Auslaufzonen in der Größe von Supermarktparkplätzen.

Die vielen anspruchsvollen Passagen verlangen von den Fahrern volle Konzentration. In den S-Kurven zu Beginn der Runde muss die Linie bei jedem der sechs Richtungswechsel perfekt passen. Hier kann man viel Zeit liegen lassen. In den letzten Jahren sorgten die beiden Degner-Kurven (Nr. 8 & Nr. 9) für viel Action und einige spektakuläre Ausritte. Früher sorgte die schnelle 130R-Kurve noch für Schweißausbrüche bei den Piloten. Heute geht die nach ihrem Radius benannte Ecke allerdings relativ einfach voll. Die beste Gelegenheit zum Überholen bietet die enge Schikane vor Start-Ziel.

Das Setup:

Die vielen schnellen Kurven verlangen eine gute Balance im Auto. Wer zu viel rutscht verliert viel Zeit und beansprucht die Reifen über Gebühr. Steile Flügel helfen dabei, das Auto auf die Straße zu pressen. Allerdings erhöht sich dadurch auch der Luftwiderstand. In den Freien Trainings gilt es, den optimalen Kompromiss zu finden. Tückisch ist in Suzuka auch immer der Wind, der direkt am Meer mit einer steifen Brise weht und nicht selten mehrmals am Tag die Richtung wechselt.

Für den Motor stellt die Strecke ebenfalls eine überdurchschnittliche Belastung dar. Die Bremsen sind durch die vielen flüssigen Passagen und die eher niedrigen Temperaturen dagegen weniger gefordert. Von der Fahrwerksabstimmung gibt es ebenfalls keine großen Herausforderungen. Der Asphalt weißt kaum Bodenwellen auf. Die Kerbs sind flach. Spannend ist die Frage, welche Rolle die Reifen spielen. mit Medium und Soft bringt Pirelli die beiden mittleren Mischungen.

Die Updates:

Eigentlich sind größere Updates so spät in der Saison nicht mehr zu erwarten. Doch Sauber hat mit Lokalmatador Kamui Kobayashi für Japan ein neues Aero-Paket entwickelt, um das Ruder im Kampf um Platz sechs in der Teamwertung noch einmal herumzureißen. Auch McLaren hat angekündigt, bis Saisonende um Siege kämpfen zu wollen und weiter neue Teile für den MP4-26 zu entwickeln. Die Fans dürfen außerdem gespannt sein, ob das ein oder andere Team im Freien Training schon Teile für die neue Saion testet.

Die Favoriten für den GP Japan 2011:

Sebastian Vettel hat schon in den letzten beiden Jahren in Suzuka dominiert. Der designierte Weltmeister kommt zudem mit dem Rückenwind von drei gewonnen Rennen nach der Sommerpause. Die Konkurrenz hatte zuletzt keine Antwort auf den Heppenheimer parat. Bei den Buchmachern gibt es für einen Vettel-Sieg wieder einmal die geringste Quote. Doch so eindeutig wie in den vergangenen Jahren könnte es dieses Mal nicht werden. Ferrari hat schon in Silverstone gezeigt, dass schnelle Kurven dem roten Auto liegen. Wenn nur nicht die verhassten Medium-Reifen wären. Mit der weiß-markierten Pirelli-Mischung standen Alonso und Massa bisher auf Kriegsfuß. McLaren ist mal wieder die Unbekannte. Jenson Button stand zuletzt vier Mal in Folge auf dem Podium und würde Vettel sicher gerne die Meisterfeier etwas vermiesen.

Im Mittelfeld haben sich zuletzt Mercedes und Force India ein heißes Duell um die hinteren Punkteplätze geliefert. Auch Renault ist auf der schnellen Strecke in Suzuka wieder ein Kandidat für die Top Ten. In Singapur waren Senna und Petrov noch chancenlos, weil die engen Kurven Gift für das revolutionäre Fahrzeugkonzept mit dem Vorwärtsauspuff sind. Bei Sauber erhofft man sich ebenfalls Zählbares in Japan. Alles kommt darauf an, wie gut das Update-Paket einschlägt.

Expertenmeinung: Mike Gascoyne (Technikchef Lotus)

Die Strecke ist sehr schnell. Die Belastung für die Reifen ist sehr hoch und die Autos müssen vor allem bei hohen Geschwindigkeiten stabil liegen. Das gilt insbesondere für Situationen, wenn man einem anderen Auto direkt folgt, um auch in den Bremszonen Druck auszuüben. In der 130R geht es um Vertrauen, Mut und die richtige Linie. Danach folgt mit der Schikane die beste Überholmöglichkeit. Wir haben aber auch schon Attacken in der Haarnadel (Kurve 11) gesehen. Dort gibt es verschiedene Linien und mit einer guten Traktion kann man sich bis zur Schikane am Gegner vorbeischieben.

So lief das Rennen im Vorjahr: GP Japan 2010

Nach heftigen Regenfällen am Samstag wurde das Qualifying zum GP Japan 2010 auf den Sonntag verlegt. Sebastian Vettel erwischte einen Glanztag. Nach der Pole Position sicherte sich der spätere Weltmeister auch den Sieg im Rennen. Auch ein spektakulärer Startcrash, ausgelöst von Tonio Liuzzi und die anschließende Safety-Car-Phase brachten den Red Bull-Piloten nicht aus dem Konzept. Mark Webber machte auf Rang zwei den Red Bull-Doppelsieg perfekt. Fernando Alonso hielt sich mit Platz drei alle Chancen auf den WM-Titel offen. Mann des Rennens war allerdings Lokalmatador Kamui Kobayashi, der die Fans mit vielen spektakulären Überholmanövern begeisterte und am Ende mit Rang sieben belohnt wurde.

Die besten Bilder vom GP Japan 2010 finden Sie in unserer Fotogalerie.

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