Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Vorschau GP Japan 2013

Feiert Vettel schon in Suzuka?

Sebastian Vettel GP Japan 2012 Foto: Red Bull 67 Bilder

Sebastian Vettel steht vor seinem vierten Meisterstück. Schon in Suzuka könnte der Heppenheimer theoretisch alles klar machen. In unserer Vorschau verraten wir Ihnen, ob Red Bull den Champagner schon kalt stellen sollte und wie gut die Chancen Hülkenbergs auf den nächsten Sauber-Coup sind.

09.10.2013 Tobias Grüner

Nur 7 Tage nach dem Kracher von Korea macht der Formel 1-Zirkus Station in Japan. Auf der Traditionsstrecke in Suzuka werden wieder alle Augen auf Sebastian Vettel gerichtet sein. Mit einem fünften Sieg in Serie könnte sich der 26-Jährige bereits zum vierten Mal die Meisterkrone aufsetzen lassen. 2011, bei seinem zweiten F1-Titel, stieg die Feier ebenfalls schon weit vor Saisonende an gleicher Stelle in Suzuka.
 
Vor 2 Jahren brauchte der Red Bull-Pilot allerdings in Japan nur noch einen einzigen WM-Punkt. Dieses Jahr sind die Voraussetzungen ungleich schwerer. Selbst wenn der Deutsche Dauersieger auch im Land der aufgehenden Sonne triumphiert, benötigt er Schützenhilfe von Fernando Alonso. Der Spanier darf dann nicht besser als Platz 9 ins Ziel kommen. "Und wann landet Alonso schon Mal auf Platz neun oder schlechter", winkte Red Bull-Teamchef Christian Horner ab. "Da müsste es schon eine ganz besondere Sternenkonstellation geben."

Screenshot Pirelli F1 virtuelle Runde Japan
GP Japan 2013: Die Strecke aus Reifensicht 2:22 Min.

Ganz so unwahrscheinlich wie uns der Red Bull-Capo glauben machen will ist es allerdings nicht. Suzuka ist eine der Lieblingsstrecken von Sebastian Vettel. 4 Mal war er hier am Start, 4 Mal stand er auch auf Pole Position. Bis auf 2011 (3. Platz) sprang am Ende auch immer der Sieg raus. Und wie schnell Alonso in Suzuka aus dem Rennen ist, zeigte sich bei seiner Kollision mit Kimi Räikkönen im Vorjahr. Dazu kommt in diesem Jahr die besondere Gefahr des Wetters. Ausläufer des Taifuns Danas könnten für tückische Verhältnisse sorgen.

Die Strecke: Suzuka International Racing Course

Schon seit 1987 werden auf dem 5,807 Kilometer langen Kurs südlich von Suzuka Formel 1-Rennen ausgetragen. Seitdem hat die schnelle Strecke mit ihrem charakteristischen Achter-Layout bei Fans und Fahrern viele Anhänger gefunden. Fließende Kurvenkombinationen, enge Schikanen und Haarnadeln sowie lange Vollgaspassagen sorgen für eine aufregende Mischung. Fehler verzeiht der Kurs nicht. Im Gegensatz zu den vielen neueren Retortenkursen lauern hier noch echte Kiesbetten jenseits der Kerbs und keine asphaltierten Auslaufzonen in der Größe von Supermarktparkplätzen.

Die vielen anspruchsvollen Passagen verlangen von den Fahrern volle Konzentration. In den S-Kurven zu Beginn der Runde muss die Linie bei jedem der sechs Richtungswechsel perfekt passen. Hier kann man viel Zeit liegen lassen, wenn die Balance des Autos nicht passt. Auch die beiden Degner-Kurven (T8 & T9) sorgen traditionell für viel Action und einige spektakuläre Ausritte. In der schnellen 130R-Kurve bekommen die Piloten dagegen nur noch selten Schweißausbrüche. Heute geht die nach ihrem Radius benannte Ecke relativ einfach Vollgas. Die beste Gelegenheit zum Überholen bietet die enge Schikane vor Start-Ziel. Im Gegensatz zu den meisten anderen Strecken in dieser Saison gibt es nur eine DRS-Zone.

Fast Facts zum GP Japan 2013:

  • Streckenlänge: 5,807km
  • Anzahl Runden: 53
  • Durchschnittsgeschwindigkeit: 216 km/h
  • Top-Speed: 319 km/h
  • Höchste Querbeschleunigung: 3,5g (für 2 Sekunden in Kurve 15)
  • Längste Vollgaspassage: 1.200 Meter (zwischen Kurve 14 & 15)
  • Anteil der Bremsphasen an der Rundenzeit: 10 Prozent
  • Anteil der Geraden an einer Runde: 40 Prozent
  • Anzahl der Gangwechsel pro Runde: 49
  • Vollgasanteil auf einer Runde: 69 Prozent
  • Geringste Geschwindigkeit: 65 km/h
  • Höchste Kurvengeschwindigkeit: 319 km/h
  • Distanz von der Pole Position bis zur ersten Kurve: 700
  • Spritverbrauch: 2,60 kg/Runde (64l /100km)
  • Zeitverlust pro 10 Kilo Zusatzgewicht: 0,35 Sekunden

Das Setup:

Die vielen schnellen Kurven verlangen eine gute Balance im Auto und vor allem viel Grip auf der Vorderachse. Wer zu stark rutscht verliert Zeit und beansprucht die Reifen über Gebühr. Zu steil dürfen die Flügel aber auch nicht stehen, um auf den langen Vollgaspassagen nicht zu viel Luftwiderstand zu bieten. In den Freien Trainings muss der optimale Kompromiss gefunden werden. Tückisch ist in Suzuka auch immer der Wind, der direkt am Meer mit einer steifen Brise weht und nicht selten mehrmals am Tag die Richtung wechselt.
 
Für den Motor stellt die Strecke ebenfalls eine überdurchschnittliche Belastung dar. Die Bremsen sind durch die vielen flüssigen Passagen und die eher niedrigen Temperaturen dagegen weniger gefordert. Von der Fahrwerksabstimmung gibt es auch keine großen Herausforderungen. Der Asphalt weist kaum Bodenwellen auf. Bis auf die Zielschikane sind die Kerbs flach. Spannend ist die Frage, ob die Reifen wie zuletzt in Korea wieder eine Rolle spielen. Mit den Mischungen "hart" und "medium" bringt Pirelli seine widerstandsfähigste Kombination.

Die Updates:

Zu diesem späten Zeitpunkt der Saison stecken die meisten Teams schon mittendrin in ihrer Entwicklung für das 2014er Auto. Es ist kaum zu erwarten, dass nur 7 Tage nach dem GP Korea noch größere Update-Pakete zu sehen sind. Kleine Modifikationen, die auch für das nächstjährige Auto von Nutzen sind, können wir aber schon erwarten. Mercedes hat bereits angekündigt, entsprechende Modifikationen in jedem Rennen zu bringen. Die meisten Ingenieure versuchen momentan aber alleine durch Setup-Arbeit mehr aus den bestehenden Paketen zu quetschen.

Die Favoriten:

Wer in der aktuellen Form eine Wette gegen Sebastian Vettel platziert, dem ist nicht mehr zu helfen. Der Dreifach-Weltmeister rast von Sieg zu Sieg und auch auf seiner Lieblingsstrecke in Suzuka wird der Heppenheimer in der aktuellen Form nur schwer zu schlagen sein. Dahinter erwarten wir Mercedes wieder als zweite Kraft. Die Silberpfeile litten in Korea noch verstärkt unter Reifenabbau als Lotus - was sie das Podium kostete. In Suzuka erwarten wir die Gummis jedoch nicht ganz so kritisch. Ferrari muss auf Fehler der Konkurrenz hoffen, wenn es aufs Podium gehen soll.

Dahinter ist es, wie man schon in Korea gesehen hat, sehr offen im Mittelfeld. Sauber erwarten wir nicht ganz so stark. Auf der fließenden Strecke in Japan kann das graue Auto seinen Traktionsvorteil nicht optimal ausspielen. McLaren wird hier mehr Gegenwehr bieten können. Punkte sind für Hülkenberg und Gutierrez aber allemal drin. Dahinter kämpfen Toro Rosso, Force India und Williams um das, was die anderen übrig lassen. In Korea hinterließ Williams von den 3 Teams den besten Eindruck.

Expertenmeinung: Alan Permane (Lotus-Chefingenieur)

"Der erste Teil der Strecke, die Esses oder die Schlange, ist für den Fahrer eine der schönsten Passagen überhaupt. Wenn man in einem starken Auto mit einer stabilen Vorderachse sitzt, kommt man hier in einen schönen Rhythmus. Das ist eines der Highlights des Jahres. Dazu gibt es noch ein paar Hochgeschwindigkeits-Kurven. In Turn 1 lenkt man Vollgas ein. Gebremst wird erst auf dem Weg zum Scheitel von Kurve 2. 130R geht im Qualifying voll, ist nur mit viel Sprit an Bord noch etwas tückisch. Dann gibt es noch die bekannte Spoon-Kurve, die auf die Gegengerade führt. Suzuka hat also einige Herausforderungen zu bieten."
 
"Obwohl vom Setup her keine großen Probleme zu erwarten sind, ist der Charakter der Strecke doch speziell. Zu dem Achter-Layout kommen auch noch Höhenunterschiede. Bei der Anfahrt auf Kurve 1 geht es stetig bergab, durch die Esses im ersten Sektor dann wieder spürbar nach oben. Durch die Haarnadel und Spoon führt die Strecke dann wieder herab, bevor es zur 130R und der Schikane erneut ansteigt. Diese Strecke hat also jede Menge Charakter."

Das Rennen im Vorjahr - GP Japan 2012:

Würde das Rennen in diesem Jahr genauso ausgehen wie 2012, wäre Sebastian Vettel vorzeitig Weltmeister. Der Red Bull-Pilot sicherte sich vor 12 Monaten mit einem souveränen Start-Ziel-Sieg bereits zum dritten Mal die größte Trophäe in Suzuka. Dank des Ausfalls von Titelkonkurrent Fernando Alonso konnte Vettel seinen Rückstand in der Fahrer-Wertung damals entscheidend verkürzen.

Zur Freude der japanischen Fans kam hinter Felipe Massa auf Rang 2 auch noch Lokalmatador Kamui Kobayashi aufs Podium. Der Sauber-Pilot wurde bei seiner ersten Formel 1-Pokalübergabe frenetisch von seinen Landsleuten gefeiert. Die beiden McLaren landeten auf den Plätzen 4 und 5. Nico Hülkenberg zeigte im Force India auf Rang 7 hinter Kimi Räikkönen ebenfalls ein starkes Rennen.

In unserer Bildergalerie haben wir noch einmal die Fotos aus dem Vorjahr.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden