Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Vorschau GP Japan 2014

Mercedes-Duell beginnt bei Null

Rosberg & Hamilton - Mercedes - Formel 1 - GP Singapur - 20. September 2014 Foto: xpb 63 Bilder

Nur 3 WM-Punkte voneinander getrennt reisen die beiden führenden Mercedes-Piloten nach Japan. 5 Rennen vor Saisonende beginnt der Kampf um die Meisterschaft quasi wieder von vorne. Jeder Fehler tut in der entscheidenden Phase doppelt weh.

01.10.2014 Tobias Grüner

Nachdem der WM-Titel 2013 schon früh entschieden wurde, bekommen die Formel 1-Fans dieses Jahr einen Krimi bis zur Ziellinie geboten. Weder Nico Rosberg noch Lewis Hamilton konnten bis jetzt für eine Vorentscheidung sorgen. Kopf an Kopf reisen die beiden Konkurrenten zum fünftletzten Rennen des Jahres nach Suzuka.

Die Traditionsstrecke war schon 11 Mal Schauplatz von WM-Entscheidungen. Zuletzt sicherte sich Sebastian Vettel hier 2011 seinen zweiten Titel. Suzuka ist bekannt für dramatische Rennen, die Schlagzeilen schrieben. Gegen das Duell der beiden McLaren-Piloten Ayrton Senna und Alain Prost, das 1988 in Japan durch eine Kollision entschieden wurde, ist der aktuelle Mercedes-Zweikampf fast schon harmlos.

Vorschau GP Suzuka Japan Pirelli Screen Shot
Vorschau auf den F1 GP in Suzuka 2014 1:24 Min.

Die Frage lautet, ob die Konkurrenz in das Duell der Silberpfeile eingreifen kann, oder ob Hamilton und Rosberg den Sieg wieder einmal unter sich ausmachen. Das Qualifying von Singapur gab Hoffnung, dass der Vorsprung der Mercedes etwas geschrumpft sein könnte. Auch das Wetter könnte für unerwartete Wendungen sorgen. Für das Rennwochenende sind Schauer vorhergesagt.

Die Strecke: Suzuka Circuit

Schon seit 1987 werden auf dem 5,807 Kilometer langen Kurs südlich von Suzuka Formel 1-Rennen ausgetragen. Seitdem hat die schnelle Strecke mit ihrem charakteristischen Achter-Layout bei Fans und Fahrern viele Anhänger gefunden. Fließende Kurvenkombinationen, enge Schikanen und Haarnadeln sowie lange Vollgaspassagen sorgen für eine aufregende Mischung. Fehler verzeiht der Kurs nicht. Im Gegensatz zu den vielen neueren Retortenkursen lauern hier noch echte Kiesbetten jenseits der Kerbs und keine asphaltierten Auslaufzonen in der Größe von Supermarktparkplätzen.

Die vielen anspruchsvollen Passagen verlangen von den Fahrern volle Konzentration. In den S-Kurven zu Beginn der Runde muss die Linie bei jedem der sechs Richtungswechsel perfekt passen. Hier kann man viel Zeit liegen lassen, wenn die Balance des Autos nicht passt. Auch die beiden Degner-Kurven (T8 & T9) sorgen traditionell für viel Action und einige spektakuläre Ausritte. In der schnellen 130R-Kurve bekamen die Piloten in den letzten Jahren nur noch selten Schweißausbrüche. Die Fragen lautet, ob die nach ihrem Radius benannte Ecke mit reduziertem Abtrieb in diesem Jahr immer noch einfach Vollgas geht.

Fast Facts:

  • Streckenlänge: 5,807 km
  • Rundenanzahl: 53 Runden
  • Rundenrekord: 1:31.540 Min. - Kimi Räikkönen (2005)
  • Reifenverschleiß: hoch
  • Spritverbrauch: medium
  • Bremsenbelastung: niedrig
  • DRS-Zone: 1 (Start-Ziel)
  • Safety-Car-Wahrscheinlichkeit: 60 %
  • Boxenstopp-Zeitverlust: 21 Sekunden

Das Setup:

Die vielen schnellen Kurven verlangen eine gute Balance im Auto und vor allem viel Grip auf der Vorderachse. Wer zu stark rutscht verliert Zeit und beansprucht die Reifen über Gebühr. Zu steil dürfen die Flügel aber auch nicht stehen, um auf den langen Vollgaspassagen nicht zu viel Luftwiderstand zu bieten. In den Freien Trainings muss der optimale Kompromiss gefunden werden. Tückisch ist in Suzuka auch immer der Wind, der direkt am Meer mit einer steifen Brise weht und nicht selten mehrmals am Tag die Richtung wechselt.

Für den Motor stellt die Strecke ebenfalls eine überdurchschnittliche Belastung dar. Die Bremsen sind durch die vielen flüssigen Passagen und die eher niedrigen Temperaturen dagegen weniger gefordert. Von der Fahrwerksabstimmung gibt es auch keine großen Herausforderungen. Der Asphalt weist kaum Bodenwellen auf. Bis auf die Zielschikane sind die Kerbs flach. Spannend ist die Frage, ob der Reifenverschleiß eine Rolle spielt. Mit den Mischungen "hart" und "medium" bringt Pirelli seine widerstandsfähigste Kombination.

Die Updates:

Normalerweise gibt es so spät in der Saison keine größeren Modifikationen mehr. Das stabile Reglement und die engen Positionskämpfe in der Meisterschaft führen allerdings dazu, dass einige Teams doch noch umfangreiche Update-Pakete in Japan zeigen wollen. Vor allem von Williams und Mercedes hört man, dass einige neue Aero-Teile im Gepäck sind. Toro Rosso will seine neue Nase zeigen, die in Singapur wegen eines verpassten Crashtests noch nicht zum Einsatz kam.

Neu bei Toro Rosso ist aber nicht nur das Auto. Auch in Sachen Fahrern gibt es ein "Update". Kurz nach seinem 17. Geburtstag darf der Niederländer Max Verstappen im ersten Freien Training am Freitag ins Cockpit und seine ersten Runden in einem modernen Formel 1-Auto drehen. Das Super-Talent, das laut Red Bull-Berater Helmut Marko an Ayrton Senna erinnert, wird 2015 Jean-Eric Vergne als Stammpilot ersetzen.

Favoriten:

Natürlich stehen die beiden Mercedes-Piloten auf der Favoriten-Liste wieder ganz oben. Sollten dazu auch noch die Updates wie geplant funktionieren, wird sich die Konkurrenz wieder einmal nur um Platz 3 streiten. In Singapur hat man allerdings gesehen, dass die silberne Dominanz nicht mehr ganz so groß ist wie noch früh in der Saison. Vor allem im Qualifying konnten Red Bull, Williams und Ferrari den Rückstand reduzieren.

Vom Layout her ist Suzuka allerdings nicht mit Singapur zu vergleichen. Der flüssige Kurs setzt auf aerodynamische Effizienz. Auch der Motor, insbesondere die MGU-H, spielen hier eine größere Rolle. Wir erwarten deshalb Ferrari etwas schlechter als zuletzt, Williams dagegen wieder etwas stärker. Auch McLaren sollte bei der Punktevergabe ein gewichtiges Wörtchen mitsprechen.

Die Wundertüten heißen Force India und Toro Rosso. Force India hatte erst in Singapur ein großes Update gezeigt, was auf dem winkligen Stadtkurs noch nicht optimal funktionierte. Mit mehr repräsentativen Daten auf der permanenten Rennstrecke in Suzuka könnte das schon ganz anders aussehen. Toro Rosso hatte dagegen in Singapur eine starke Leistung gezeigt. Die Frage lautet, ob das kleine Red Bull-Team diese Pace bestätigen kann.

Expertenmeinung: Giampaolo Dall’Ara (Chefingenieur Sauber)

"Suzuka gehört zu jenen Strecken, welche die Fahrer und Ingenieure lieben. Eine Runde dort beinhaltet die unterschiedlichsten Anforderungen. Das macht sie so besonders. Nach einem sehr schnellen Sektor eins, in dem die aerodynamische Performance entscheidend ist, folgt Sektor zwei mit seinen speziellen Herausforderungen an Stabilität und Traktion."

"Die Runde endet mit dem von einer langen Geraden geprägten Sektor drei, der als besondere Herausforderung für die Piloten die superschnelle Linkskurve "130R" bereithält, auf die dann gleich die sehr enge Schikane folgt. Aufgrund des rauen Belags und der hohen Seitenkräfte in den schnellen Kurven stellt Pirelli die harte und die mittlere Reifenmischung bereit."

So lief das Rennen im Vorjahr - GP Japan 2013

Sebastian Vettel machte in der zweiten Saisonhälfte 2013 bekanntlich kurzen Prozess. In Suzuka wurde der spätere Weltmeister aber etwas von Lotus geärgert. Mit einem guten Start setzte sich Romain Grosjean auf den ersten Metern in Führung. Anschließend entwickelte sich ein spannender Taktik-Krimi. Vettel wartete lange mit seinem 2. Stopp und konnte sich dadurch mit frischeren Reifen im letzten Stint an seinem Konkurrenten vorbeischieben. Auch Mark Webber im zweiten Red Bull zog kurz vor Schluss noch an Grosjean vorbei und verwies den Franzosen auf Rang 3.

Ähnlich wie Grosjean erging es dahinter auch Nico Hülkenberg. Der Rheinländer hielt im Sauber lange Platz 4, musste sich im Finale aber noch Fernando Alonso und Kimi Räikkönen beugen. Mercedes erlebte eine totale Pleite. Lewis Hamilton schlitzte sich beim Versuch Vettel am Start zu überholen den linken Hinterreifen auf und musste schließlich aufgeben. Nico Rosberg landete nach einem Fehler beim Boxenstopp ("Unsafe Release") und einer Durchfahrtsstrafe nur auf Rang 8.

Die besten Bilder vom spannenden Japan Grand Prix zeigen wir Ihnen noch einmal in unserer Galerie.

SessionTermin (MEZ)
Freies Training 1Freitag, 03. Oktober - 3 Uhr
Freies Training 2Freitag, 03. Oktober - 7 Uhr
Freies Training 3Samstag, 04. Oktober - 4 Uhr
QualifikationSamstag, 04. Oktober - 7 Uhr
RennenSonntag, 05. Oktober - 8 Uhr
Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden