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Vorschau GP Japan 2016

Regen verspricht Action in Suzuka

Grid Girls - GP Japan 2015 Foto: Wilhelm 60 Bilder

Lewis Hamilton reist mit 23 Punkten Rückstand auf Nico Rosberg zum GP Japan. Eine weitere Niederlage kann sich der Weltmeister nicht leisten. In unserer Vorschau haben wir die letzten Infos zum Rennen in Suzuka.

05.10.2016 Tobias Grüner

Die Formel 1 ist ein kurzlebiges Geschäft. Nur 3 Tage nach der Zielflagge von Malaysia hat die Königsklasse ihre Zelte schon wieder in Suzuka aufgeschlagen. Den Frust des Motorschadens von Sepang muss Lewis Hamilton so schnell wie möglich abhaken, um in Japan die große Aufholjagd auf Nico Rosberg zu starten.

Suzuka ist ein gutes Pflaster für den Titelverteidiger. Hamilton könnte 2016 bereits den dritten Sieg in Folge auf dem Traditionskurs feiern. Aufpassen muss Mercedes aber auf Red Bull. Schon in Malaysia waren Daniel Ricciardo und Max Verstappen in Sachen Pace nah dran an den Silberpfeilen. Und Suzuka dürfte den Doppelsiegern aus Sepang noch besser liegen.

Ein weiterer Faktor, der die Aufholjagd von Hamilton beeinflussen könnte, ist das Wetter. Vor allem am Samstag und Sonntag sind jede Menge Schauer in der Region um die Rennstrecke unterwegs. In einer Regenlotterie ergeben sich wie üblich Chancen und Risiken. Action ist somit garantiert. Für die Zuschauer dürfte sich das pünktliche Einschalten zum Rennstart um 7 Uhr deutscher Zeit also wieder einmal lohnen.

Die Strecke: Suzuka Circuit

Schon seit 1987 werden auf dem 5,807 Kilometer langen Kurs südlich von Suzuka Formel 1-Rennen ausgetragen. Seitdem hat die schnelle Strecke mit ihrem charakteristischen Achter-Layout bei Fans und Fahrern viele Anhänger gefunden. Fließende Kurvenkombinationen, enge Schikanen und Haarnadeln sowie lange Vollgaspassagen sorgen für eine aufregende Mischung.

Fehler verzeiht der Kurs nicht. Im Gegensatz zu den vielen neueren Retortenkursen lauern hier noch echte Kiesbetten jenseits der Kerbs und keine asphaltierten Auslaufzonen in der Größe von Supermarktparkplätzen. Die vielen anspruchsvollen Passagen verlangen von den Fahrern somit stets volle Konzentration.

In den S-Kurven zu Beginn der Runde muss die Linie bei jedem der 6 Richtungswechsel perfekt passen. Hier kann man viel Zeit liegen lassen, wenn die Balance im Auto nicht stimmt. Auch die beiden Degner-Kurven (T8 & T9) sorgen traditionell für viel Action und einige spektakuläre Ausritte. In der schnellen 130R-Kurve bekamen die Piloten in den letzten Jahren dagegen nur noch selten Schweißausbrüche. Dank gestiegenem Abtrieb ist der Vollgas-Knick keine große Herausforderung mehr.

Fast Facts:

  • Streckenlänge: 5,807 km
  • Rundenanzahl: 53 Runden
  • Gesamtdistanz: 307,471 km
  • Rundenrekord: 1:31.540 Min. – Kimi Räikkönen (2005)
  • Distanz Pole Position bis T1: 350 Meter
  • Reifen: Soft / Medium / Hard
  • Reifenverschleiß: hoch
  • Spritverbrauch: medium
  • Bremsenbelastung: niedrig
  • Top-Speed: 324 km/h
  • Safety-Car-Wahrscheinlichkeit: 60 %
  • Boxenstopp-Zeitverlust: 22 Sekunden

Das Setup:

Die vielen schnellen Richtungswechsel verlangen Stabilität im Auto und vor allem viel Grip auf der Vorderachse. Untersteuern kostet Vertrauen und beansprucht die Reifen über Gebühr. Zu steil dürfen die Flügel aber auch nicht stehen, um auf den langen Vollgaspassagen nicht zu viel Luftwiderstand zu bieten. In den Freien Trainings muss der optimale Kompromiss gefunden werden.

Tückisch ist in Suzuka auch immer der Wind, der durch die Nähe zum Meer stets mit einer steifen Brise weht und nicht selten mehrmals am Tag die Richtung wechselt. Für den Motor stellt die Strecke ebenfalls eine überdurchschnittliche Belastung dar. Die Bremsen sind durch die vielen flüssigen Passagen und die eher niedrigen Temperaturen dagegen weniger gefordert.

Von der Fahrwerksabstimmung gibt es auch keine großen Herausforderungen. Der Asphalt weist kaum Bodenwellen auf. Bis auf die Zielschikane sind die Kerbs flach. Man darf allerdings gespannt sein, wie sich der Reifenverschleiß entwickelt. Normalerweise bringt Pirelli immer die beiden härtesten Mischungen nach Japan. Dieses Jahr ist erstmals zusätzlich auch der Soft-Reifen im Angebot.

Technik-Updates:

Beim zweiten Teil eines Doppelschlags in Übersee kann man normalerweise nicht viel Neues an den Autos erwarten – erst Recht nicht zu diesem späten Zeitpunkt der Saison. Technik-Fans dürften trotzdem auf ihre Kosten kommen. Wie schon in Malaysia bei Mercedes und Ferrari gesehen, probieren die Ingenieure bereits fleißig Teile für die kommende Saison aus. Da lohnt sich ein genauer Blick im Training. Das einzige Upgrade, das uns vor Suzuka angekündigt wurde, ist eine neue Motorhaube bei Renault, die sich enger an den Auspuff schmiegt.

Die Favoriten:

Mercedes muss sich in Suzuka auf Gegenwehr einstellen. Eine Wette gegen die Silberpfeile würden wir dennoch nicht eingehen. Red Bull dürfte zwar in den langsamen Abschnitten dank Abtriebsvorteil einen Tick schneller sein, doch über die komplette Runde macht der Silberpfeil mit seinen Stärken bei der Aero-Effizienz und der Motor-Power das Rennen. Nur wenn der Reifenverschleiß oder das Wetter verrückt spielen, bekommen Ricciardo und Verstappen eine Chance.

Ferrari ist zuletzt deutlich auf Rang 3 zurückgefallen. Die Rückversetzung um 3 Startplätze beraubt Sebastian Vettel auch der letzten kleinen Podiumschance. Der Heppenheimer muss sogar aufpassen, dass er nicht in die Fänge der zuletzt stark aufgeigenden Force India gerät. Das Streckenlayout in Japan scheint wie gemalt für die Autos von Hülkenberg und Perez.

Um die letzten Punkteplätze dürften sich die beiden britischen Traditionsteams Williams und McLaren balgen. Beim Honda-Heimspiel sind Top-Ten-Resultate für Alonso und Button Pflicht. Wie schon in Singapur und Malaysia lauert dahinter Renault auf Fehler. Optimistisch kündigte die Teamleitung an, dass man nicht nur zum dritten Mal in Folge punkten will sondern dieses Mal gleich mit beiden Autos in die ersten Zehn fahren will.

So lief das Rennen im Vorjahr – GP Japan 2015

Lewis Hamilton machte 2015 in Suzuka einen großen Schritt in Richtung WM-Titel. Mit seinem achten Saisonsieg konnte der spätere Champion seinen Vorsprung in der WM-Wertung auf 48 Punkte ausbauen. Dabei war es eigentlich Nico Rosberg, der mit der Pole Position die besseren Karten in der Hand hielt. Aber schon in der ersten Kurve war die Führung für den Deutschen weg, als er vom Teamkollegen etwas unsanft auf den Kunstrasen gedrängelt wurde.

Während Hamilton an der Spitze einem souveränen Sieg entgegen fuhr, musste sich Rosberg im Schwesterauto mühsam von Position 4 auf 2 zurückkämpfen. Sebastian Vettel belegte den letzten Podiumsplatz. Die beiden Red Bull verfehlten nach schwachem Qualifying die Punkte. Für etwas Aufregung in einem ansonsten ereignisarmen Rennen sorgte Fernando Alonso, der sich am Funk lautstark über seinen PS-schwachen Motor beschwerte. Und das beim Honda-Heimrennen. Der Spanier wurde am Ende Elfter.

In unserer Galerie zeigen wir Ihnen noch einmal die entscheidenden Szenen vom GP Japan 2015.

SessionTermin (MEZ)
Freies Training 1Freitag, 7. Oktober - 3 Uhr
Freies Training 2Freitag, 7. Oktober - 7 Uhr
Freies Training 3Samstag, 8. Oktober - 5 Uhr
QualifikationSamstag, 8. Oktober - 8 Uhr
RennenSonntag, 9. Oktober - 7 Uhr
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