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Vorschau GP Japan

Erster Matchball für Jenson Button

Suzuka 2006 Foto: dpa 80 Bilder

Nach zwei Jahren Pause kehrt der Formel 1-Zirkus erstmals wieder zurück nach Suzuka. WM-Spitzenreiter Jenson Button hat die Chance, in Japan vorzeitig Weltmeister zu werden. Die Favoriten für das Rennen sitzen aber im Red Bull.

30.09.2009 Tobias Grüner

In Japan holt die Formel 1 den Taschenrechner heraus. Im Titelkampf kann schon im drittletzten Rennen alles entschieden werden. Momentan kommen sowieso nur noch drei Piloten für die wichtigste Krone im Motorsport in Frage. Sebastian Vettel besitzt die schlechteste Ausgangslage und muss auf ein Wunder hoffen. Wenn er nicht mindestens sechs Punkte auf Jenson Button aufholt, kann er sich den WM-Titel frühzeitig abschminken.

Rubens Barrichello besitzt schon eher realistische Titelchancen. Wenn er aber weiter Punkte verliert wie in Singapur, ist auch für den Brasilianer der WM-Zug ganz schnell abgefahren. Sollte Button seinem Teamkollegen in Suzuka noch einmal fünf Zähler einschenken, kann seine Weltmeister-Party schon in Japan steigen. Barrichello könnte dann zwar immer noch auf die gleiche Anzahl Punkte kommen, besitzt aber weniger Siege. Die beiden Verfolger müssen nun also volles Risiko gehen.
 
Die Strecke:
Der 5,807 Kilometer lange Suzuka Circuit ist bei den Piloten eine sehr beliebte Strecke. Mit einem Vollgasanteil von 64 Prozent und vielen schnellen Kurven gehört der Kurs in der Nähe von Nagoya zu dem Spektakulärsten, das der Rennkalender hergibt. Zuletzt fuhr die Formel 1 2006 auf der ehemaligen Honda-Teststrecke. Einige bekannte Piloten wie z.B. Lewis Hamilton, Sebastian Vettel oder Heikki Kovalainen fahren in dieser Saison ihren ersten Grand Prix in Suzuka und müssen sich erst an die Besonderheiten der fahrerisch anspruchsvollen Runde gewöhnen.
 
Eines der außergewöhnlichen Merkmale ist das Layout in einer Achter-Schleife. Suzuka ist die einzige Strecke, die sich selbst kreuzt. Auf dem oberen Teil der Schnittstelle wartet mit der hyperschnellen 130R-Kurve einer der heißesten Passagen der ganzen Saison. Mit über 300 km/h geht es in den blind gefahrenen Linksbogen. Auch die S-Kurven kurz nach dem Start verlangen Mut und Präzision von den Piloten.
 
Die Abstimmung:
Trotz des sehr schnellen letzten Streckenteils, bei dem die Piloten nur durch eine Schikane gebremst werden, sind die Flügel in Suzuka relativ steil gestellt. Zwar wird nicht der maximale Abtrieb benötigt, allerdings ist die Bodenhaftung in den vielen Kurven wichtig. Vor allem in den S-Kurven wirkt sich ein gut ausbalanciertes Auto positiv auf die Zeit aus. Die Bremsen werden genau wie die Reifen nicht besonders gefordert. Die Schleifenform der Strecke sorgt automatisch für eine gleichmäßige Belastung der vier Gummis.
 
Eine der heikelsten Stellen ist die sogenannte Spoon-Kurve (Kurven 13 & 14). Die Piloten kommen mit 290 km/h an und müssen sich in die immer enger werdende Kehre hineinbremsen. Stehende Räder sind hier keine Seltenheit. Ansonsten gibt es kaum harte Bremsmanöver, was den Teams mit Energierückgewinnungs-Systemen (KERS) Probleme bereiten könnte. Ohne die extremen Verzögerungen wird es schwer, die Energie-Speicher vollständig zu laden.
 
Die Favoriten:
Suzuka ist am besten vergleichbar mit Silverstone. Die flüssige Strecke mit den vielen schnellen Kurven kommt vor allem den Red Bull-Autos entgegen. In England hatten Sebastian Vettel und Mark Webber einen sicheren Doppelsieg gelandet. Brawn GP fuhr damals nur hinterher, was jedoch auch an den kühlen Witterungsbedingungen lag. Allerdings erwarten die Meteorologen für das Rennwochenende in Japan ebenfalls keine Hitzewelle. Nur knapp über 20°C sagen die Prognosen voraus. Am Freitag muss sogar mit Regen gerechnet werden.
 
Optimismus herrscht dagegen bei BMW-Sauber. Das neue Aerodynamik-Paket sollte in Suzuka besser funktionieren als im engen Hafen von Singapur. Auch Force India und Ferrari erwartet man wieder deutlich konkurrenzfähiger als zuletzt. Mit einem schwierigen Rennen muss dagegen Lewis Hamilton rechnen. Der McLaren zeigte diese Saison in schnellen Kurven eine ausgeprägte Schwäche. Auch der KERS-Bonus könnte wegen der wenigen Bremsmanöver kleiner ausfallen als gewöhnlich.
 
Gespannt darf man wieder auf Toyota sein. Die japanische Wundertüte brachte in Singapur einen Podiumsplatz für Timo Glock und eine Pleite für Jarno Trulli hervor. Beim Heimspiel hoffen beide Piloten auf Punkte. Williams-Pilot Nico Rosberg geht ebenfalls mit einem Toyota-Motor ins Rennen. Der Wiesbadener will seine gute Saison endlich mit einem Podiumsplatz krönen. Allerdings ist der Williams auf etwas langsameren Strecken besser aufgestellt.
 
Expertenrunde: Sam Michael (Technikchef Williams):
"In dem ganzen Bereich der Esses-Kurven ist eine gute Highspeed-Balance und viel Abtrieb gefragt. Die Piloten müssen hier einen guten Rhythmus finden. In der engen Haarnadelkurve (Kurve 11) und der Schikane (Kurve 16) kommt es vor allem auf Traktion an. Hier gilt es, vor den jeweils folgenden langen Geraden, so früh wie möglich zu beschleunigen. In der Spoon-Kurve ist erneut eine gute Balance bei hohen Geschwindigkeiten gefragt. Die Kurve 130R ist eine der besten Passagen der Strecken. Sie sollte Vollgas ohne zu Lupfen gehen."
 
Das letzte Rennen in Suzuka:
Vor drei Jahren war die Formel 1 zuletzt zu Gast in Suzuka. Im vorletzten Rennen eines heißen WM-Duells reisten Michael Schumacher und Fernando Alonso punktgleich nach Japan. Die Entscheidung fiel 16 Runden vor Schluss, als der Deutsche in Führung liegend mit einem Motorschaden ausfiel. Alonso gewann das Rennen und sicherte sich zwei Wochen später in Brasilien endgültig die WM-Krone. Zweiter wurde Felipe Massa, den letzten Podiumsrang sicherte sich Giancarlo Fisichella.

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