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Vorschau GP Kanada 2011

Primetime-Krimi mit Chaos-Garantie

GP Kanada 2010 Hamilton Vettel Foto: xpb 37 Bilder

Nach dem Chaosrennen in Monaco erwartet die Formel 1-Fans beim GP Kanada ähnlich viel Action. Wie im Vorjahr werden die Reifen eine Hauptrolle spielen. Mit zwei DRS-Zonen sind Überholmanöver garantiert. Für Red Bull wird es so schwer wie noch nie in dieser Saison.

08.06.2011 Tobias Grüner

Nehmen Sie sich am Sonntagabend nichts vor! Wenn zur Primetime (19 Uhr) die Lichter der Startampel in Montreal ausgehen, beginnt ein Formel 1-Rennen mit allen Zutaten für einen echten Klassiker. Sollten sich die Erfahrungen der bisherigen Saison auch nur ansatzweise wiederholen, steht uns ein echtes PS-Spektakel ins Haus.

Die Reifen geben dabei wieder einmal den großen Zeremonienmeister. Schon 2010 hatten die Bridgestone-Pneus auf der Ile de Notre Dame für jede Menge Action und insgesamt 61 Boxenstopps gesorgt. Mit den neuen Pirelli-Gummis dreht sich die Kugel im Reifenroulette in diesem Jahr sogar noch schneller.

Der italienische Hersteller hat zum zweiten Mal den ultraweichen Haftkleber der Mischung "super-soft" im Gepäck. Aber auch die etwas weniger verschleißfreudige Sorte "soft" muss aller Voraussicht nach über die Renndistanz von 70 Runden mehrmals gewechselt werden. Der rutschige Belag und die vielen Beschleunigungsphasen setzen vor allem dem Hinterreifen zu. "Es sieht nach einer Drei bis Vier-Stopp-Strategie aus", so die erste Einschätzung von Timo Glock.

Die Strecke - Circuit Gilles Villeneuve:

Der 4,361 Kilometer lange Circuit Gilles Villeneueve mitten im Sankt Lorenz-Strom ist keine permanente Rennstrecke. Der relativ glatte Belag bietet somit nur wenig Grip. Wegen des außergewöhnlich eckigen Layouts werden die Bremsen nirgendwo sonst im Kalender so stark beansprucht wie in Montreal. 20 Prozent der Runde stehen die Piloten auf dem linken Pedal. Um den Anforderungen gerecht zu werden, verwenden die Teams ein besonderes widerstandsfähiges Material und größere Lufteinlässe zur Kühlung der Karbon-Discs.

Der ultraschnelle Stop-and-Go-Kurs auf der Ile Notre Dame hat in diesem noch eine Besonderheit zu bieten. Zum ersten Mal experimentiert die FIA in einem Rennen mit zwei Zonen, in denen die Piloten den Heckflügel flacher stellen dürfen. An der schnellsten Stelle (315 km/h) am Ende der langen Geraden vor der Schikane und auf Start-Ziel darf das Drag Reduction System (DRS) aktiviert werden, wenn man dem Vordermann näher als eine Sekunde folgen kann.

Das Kanada-Setup:

Mechanischer Grip und eine gute Traktion sind in Montreal die Schlüssel für eine gute Rundenzeit. Wer ohne viel Schlupf an der Hinterachse aus den langsamen Ecken herauskommt, macht am Ende der langen Geraden Top-Speed und schont dabei die Reifen. Eine etwas weichere Dämpferabstimmung hilft nicht nur bei der Traktion sondern auch beim Ritt über die relativ hohen Kerbs in den Schikanen.

Aus Mangel an schnellen Kurven müssen die Flügel erstmals in dieser Saison deutlich flacher gestellt werden. Gleich vier Mal erreichen die Autos auf einer Runde Spitzengeschwindigkeiten von mehr als 280 km/h. Wer hier auf zu viel Abtrieb setzt, wird auf den langen Geraden zum leichten Opfer der Konkurrenz. Interessant wird auch die Bremseinstellung. Da der Hybrid-Antrieb (KERS) auf der Hinterachse mitbremst, muss der Pilot während des Rennens ständig nachjustieren.

Die Updates:

In Montreal werden alle Teams wieder mit dem Medium-Downforce-Paket antreten. Dabei werden vor allem die großen Flügel an der Front und am Heck an die höheren Geschwindigkeiten angepasst. Das Ziel lautet bei den hohen Geschwindigkeiten möglichst wenig Luftwiderstand zu bieten. Sonst haben die meisten Teams kleinere Updates angekündigt. Williams wird mal wieder den neuen Unterboden testen. Force India hatte mit Nico Hülkenberg zur Vorbereitung sogar noch einen Aero-Testtag absolviert.

Die Favoriten für den GP Kanada:

Bei fünf Siegen in sechs Rennen ist Red Bull natürlich auch in Montreal wieder der erste Sieganwärter. So schwer wie auf den Highspeed-Kurs wird es für Sebastian Vettel und Co. allerdings nur selten. Die Stärken in schnellen Kurven kann das Auto hier nicht wie üblich ausspielen. Motorleistung und Top-Speed sprechen eher für McLaren. Auch Ferrari sollte wieder eine gute Rolle spielen. Für eine gute Leistung der Italiener spricht das eckige Layout und die relativ weichen Pirelli-Mischungen, mit denen das reifenschonende Auto gut zurecht kommt.

Für Mercedes wird es dagegen wieder eine schwierige Aufgabe. Der Silberpfeil beansprucht die Hinterreifen besonders stark. Die Strecke verstärkt den Effekt noch zusätzlich. Als Kandidaten für die letzten Punkteplätze kommen eher der Sauber und der Williams in Frage. Beide Autos haben schon in Monaco gezeigt, dass ihnen die Mischung aus langsamen Kurven und rutschigem Asphalt liegt.

Expertenmeinung James Key (Technikchef Sauber)

Montréal wird die erste Strecke in diesem Jahr sein, die ein etwas niedrigeres Luftwiderstandsniveau verlangt. Allerdings wird das vom Grip des Fahrbahnbelags und der Reifen abhängen. Im Vorjahr gab es einige interessante Strategien im Rennen, weil die Reifen stark abbauten. Natürlich wissen wir nicht, ob das mit den Pirelli-Reifen auch so sein wird.

Der Kurs hat einige enge Schikanen mit hohen Randsteinen, deshalb sind mechanischer Grip, gute Traktion sowie das Verhalten beim Überfahren der Randsteine wichtig. Montréal ist zudem eine der Strecken mit der höchsten Bremsbelastung, entsprechend benötigt man hohe Bremsstabilität und Bremskühlung. Die Strecke eignet sich gut zum Überholen. DRS, KERS und die Reifencharakteristik werden das noch unterstützen.

Das Rennen im Vorjahr - GP Kanada 2010:

Der GP Kanada 2010 bescherte den Fans eines der aufregendsten Rennen der Saison. Sechs verschiedene Piloten konnten sich Führungsrunden notieren lassen. Mit 61 Boxenstopps besuchte jeder Fahrer im Schnitt 2,5 Mal seine Mechaniker. Am Ende fuhr ein McLaren-Duo allen davon. Lewis Hamilton und Jenson Button sicherten den Chrompfeilen den dritten Doppelsieg der Saison. Sebastian Vettel wurde abgeschlagen hinter Fernando Alonso Vierter. Für den Weltmeister geht die Mission Podium-Premiere in Montreal in dieser Saison in eine neue Runde.

In unserer Fotoshow haben wir noch einmal die besten Bilder des Action-Krachers aus dem Vorjahr für Sie zusammengestellt.

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