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Vorschau GP Kanada 2016

Das Rennen der Wahrheit

Rosberg & Hamilton - GP Kanada 2016 Foto: xpb 66 Bilder

Nach dem Stadtkurs von Monaco steht nun die Power-Strecke in Montreal auf dem Programm. Gerät Mercedes erneut unter Druck? Wie nah dran sind Red Bull und Ferrari wirklich? Die Antworten gibt es in Kanada. Wir haben die letzten Infos in unserer Vorschau.

08.06.2016 Tobias Grüner 2 Kommentare

In Barcelona hat Red Bull dank gütiger Mithilfe von Mercedes gewonnen. In Monaco hätte Red Bull aus eigener Kraft siegen müssen. Deutet sich damit schon eine Trendwende an? In Montreal werden wir endlich sehen, ob das Renault Motoren-Upgrade ausreicht, um die Silberpfeile auch auf schnellen Strecken zu ärgern.

Auch für Ferrari ist der GP Kanada richtungsweisend. In den ersten 6 Rennen fühlte sich die Scuderia mehrmals unter Wert geschlagen. Setup-Pannen im Qualifying, Kollisionen im Rennen, suboptimale Strategien und Probleme mit der Zuverlässigkeit verhinderten, dass die roten Autos ihr wahres Potenzial zeigen konnten. In Kanada ist es endgültig vorbei mit den Ausreden.

Die Suche nach Erkenntnissen zum wahren Kräfteverhältnis könnte allerdings das Wetter durchkreuzen. Das ganze Wochenende soll das Thermometer kaum einmal über die 20°C-Marke klettern. Am Rennsonntag ziehen nach letzten Prognosen auch noch Schauer durch die Region Quebec. Dabei benötigt es in Kanada gar keinen Regen für Action. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass hier auch bei normalen Bedingungen immer etwas los ist.

Die Strecke - Circuit Gilles Villeneuve

Nach dem Klassiker in Monaco steht in Montreal der nächste Stadtkurs auf dem Programm. Vom Layout ist der Circuit Gilles Villeneuve auf der Ile Notre Dame mitten im Sankt-Lorenz-Strom aber nicht mit dem engen Gewurschtel im Fürstentum zu vergleichen. Sechs Mal beschleunigen die Autos auf der 4,361 Kilometer-Runde auf mehr als 250 km/h. Und ebenso oft müssen die Piloten knallhart in die Eisen steigen.

Um schnelle Rundenzeiten zu produzieren, müssen die Autos in den Schikanen aggressiv über die Kerbs. Weitere Gefahr droht den Karbon-Rennern durch die engen Mauern am Kurvenausgang. Vor allem die Bande in der Zielschikane ist schon vielen großen Namen zum Verhängnis geworden, was ihr den Spitznamen "Wall of Champions" einbrachte. Dank der langen Geraden - inklusive DRS-Zonen nach der Haarnadel und auf der Ziel-Passage - ist Überholen in Kanada kein Problem. Hier lassen sich stets spannende Windschattenduelle beobachten.

Fast Facts zum GP Kanada 2016

  • Streckenlänge: 4,361 Kilometer
  • Rundenzahl: 70
  • Renndistanz: 305,270 km
  • Rundenrekord: 1:13.622 Min. (Rubens Barrichello, 2004)
  • Distanz Pole Position - Kurve 1: 280 Meter
  • Länge der Boxengasse: 397 Meter
  • Zeit in der Boxengasse bei Speedlimit: 17,9s
  • Reifen: Ultrasoft / Supersoft / Soft
  • Reifenverschleiß: niedrig
  • Bremsbelastung: hoch
  • Spritverbrauch: hoch
  • Safety-Car-Wahrscheinlichkeit: 80 Prozent
  • DRS-Zonen: 2 - Zielgerade & Gerade vor Zielschikane
Nico Rosberg - GP Kanada 2015Foto: xpb

Setup:

Die langen Geraden verlangen nach einem guten Top-Speed. Mit zu viel Luftwiderstand verliert man Rundenzeit und wird für die Konkurrenz im Zweikampf zur leichten Beute. Die Flügel werden deutlich flacher gestellt als in Monaco. Die Ingenieure müssen in Sachen Anpressdruck aber einen guten Kompromiss finden, um in den kurvigen Abschnitten nicht zu viel Zeit zu verlieren. Wegen des Stop-&-Go-Charakters der Strecke sind Bremsstabilität und die Fahrbarkeit des Motors hier zwei besonders wichtige Faktoren.

Aus den engen Ecken heraus zählt vor allem eine gute Traktion. Auf der Hinterachse sollten deshalb etwas weichere Federn verbaut werden. Bei der Bodenfreiheit muss auf die Kerbs und einige Wellen im Asphalt geachtet werden. Außerdem sollten die Ingenieure bei der Wahl des Setups einkalkulieren, dass der Griplevel auf der nicht permanenten Rennstrecke über das Wochenende traditionell stark zulegt. Auch der wechselnde Wind ist ein nicht zu unterschätzender Faktor.

Der Reifenverschleiß ist wegen des glatten Asphalts normalerweise kein großes Problem. Doch Pirelli bringt dieses Jahr den Ultrasoft mit nach Kanada. Das könnte in Sachen Strategie zu einigen interessanten Varianten führen. Das zu erwartende kühle Wetter dürfte den Verschleiß etwas reduzieren. Wenn es aber zu kalt wird und der Gummibelag von Regenschauern immer wieder von der Bahn gespült wird, drohen bei den weichen Reifen Probleme mit Graining.

Technische Upgrades:

In Monaco wurde zuletzt jede Menge Abtrieb in Form von Flügeln an die Autos geschraubt. In Montreal wird traditionell wieder abgerüstet. Zumindest die Top-Teams haben für die langen Geraden stets extraflache Heckflügel im Gepäck. Red Bull haben wir in den vergangenen Jahren sogar schon mit Monza-Flügeln auf der Ile Notre-Dame gesehen. Hier erwarten wir viele interessante Upgrades.

Auch in Sachen Nasen könnte sich etwas tun. Zuletzt kursierten Gerüchte durchs Fahrerlager, dass sowohl Ferrari als auch McLaren mit neuen Frontpartien antreten könnten. Bestätigt ist aber noch nichts. Auch Mercedes will an der Aerodynamik-Front noch einmal nachlegen. Genaue Informationen zu den Upgrades können wir zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht liefern. Da müssen sich die Technik-Fans noch mindestens bis zur technischen Abnahme am Donnerstag gedulden.

Etwas klarer ist die Lage in Sachen Motoren. Nach dem erfolgreichen Testlauf in Monaco bekommen nun alle Renault-Autos die B-Variante des V6. Änderungen am Brennraum sollen 30 PS bringen. Ferrari rüstet seine Triebwerke in Montreal mit neuen Turbos aus, damit Vettel und Räikkönen am Ende der Geraden nicht mehr der Saft ausgeht. Auch Honda legt nach. Hier haben die Ingenieure ein Upgrade im Bereich der Hybrid-Power geplant. Die Abgabe der elektrischen Leistung soll optimiert werden.

Die Favoriten:

Solange Mercedes auf einer Powerstrecke unter regulären Bedingungen ungeschlagen bleibt, gehen die Silberpfeile weiter als Favorit ins Rennen. Barcelona und Monaco haben aber gezeigt, dass die Platzhirsche verwundbar sind. Für Nico Rosberg ist Montreal besonders wichtig. Der WM-Spitzenreiter muss beweisen, dass Monaco nur ein Ausrutscher und keine dauerhafte Trendwende war. Hamilton hat nach dem ersten Saisonsieg wieder Feuer gefangen und dürfte nur schwer aufzuhalten sein.

Als ersten Mercedes-Verfolger erwarten wir Red Bull. Auch hier wird es spannend, ob Max Verstappen die Pleite von Monaco nachhaltig aus der Bahn wirft. Ferrari ist wie immer eine große Wundertüte. Das Motoren-Upgrade verspricht einen ordentlichen Schritt nach vorne. Doch die kühlen Temperaturen spielen Vettel und Räikkönen nicht gerade in die Karten. Weil der Ferrari die Reifen nur schwer ins Arbeitsfenster bringt, drohen wieder Startplätze in der dritten Reihe.

Im Kampf um die weiteren Punkteplätze sehen wir vor allem die Mercedes-Kundenteams mit guten Chancen. Nach der Pleite von Monaco sollte Williams wieder deutlich konkurrenzfähiger auftreten. Es wird aber nicht leicht, Force India zu schlagen. Das Team von Nico Hülkenberg hat dank Technik-Upgrades in den letzten Rennen große Fortschritte gemacht. Toro Rosso und McLaren erwarten wir dagegen nicht mehr so stark wie in Monaco. Sie müssen sich wohl mit HaasF1 um die hinteren Top Ten-Plätze streiten.

So lief das Rennen im Vorjahr:

Vor 12 Monaten konnte Mercedes im Schongang zum Kanada-Sieg fahren. Die Entscheidung fiel dabei bereits im Qualifying. Lewis Hamilton sicherte sich die Pole Position und ließ auch im Rennen nichts mehr anbrennen. Nico Rosberg bekam keine Chance zum Angriff und musste sich mit Rang 2 zufrieden geben. Platz 3 wurde im Duell zweier Finnen ausgefochten. Zunächst hatte Kimi Räikkönen die Nase vorn, doch ein Dreher des Icemans ließ Valtteri Bottas kampflos passieren.

Sebastian Vettel musste nach einem verkorksten Qualifying eine Aufholjagd starten. Nach vielen harten Zweikämpfen, unter anderem mit Nico Hülkenberg, landete der Heppenheimer hinter Räikkönen immerhin noch auf Rang 5. Die größte Pleite erlebte McLaren. Wiederholt wurden Button und Alonso zum Spritsparen aufgefordert, was beide Piloten mit frustrierten Antworten quittierten. Am Ende gab es einen Doppelausfall für das Team aus Woking.

In unserer Galerie zeigen wir zur Einstimmung noch einmal die Highlights vom GP Kanada 2015.

SitzungStart (MEZ)
Freies Training 11. Training – Fr. 10. Juni – 16.00 Uhr
Freies Training 22. Training – Fr. 10. Juni – 20.00 Uhr
Freies Training 33. Training – Sa. 11. Juni – 16.00 Uhr
QualifyingQualifying – Sa. 11. Juni – 19.00 Uhr
RennenRennen – So. 12. Juni – 20.00 Uhr
Neuester Kommentar

Verstappen wird sich in der Wall of Champions verewigen! ;)

Mich würde es überraschen, wenn überhaupt irgendein Team Mercedes gefährden könnte. Die Strecke kommt den Silberpfeilen schon sehr entgegen. Letztes Jahr hatte Hamilton die Pole mit ca. 7/10 Vorsprung vor dem nächsten Nicht-Mercedes. Allerdings lasse ich mich auch gerne von Red-Bull und Ferrari überraschen, damit wir das 7. geile Rennen in dieser Saison sehen!

PeterSchlosser 9. Juni 2016, 13:20 Uhr
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