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Vorschau GP Korea 2013

Wer stoppt diesen Vettel?

Sebastian Vettel GP Korea 2013 Foto: xpb 63 Bilder

Sebastian Vettel will nach 3 Siegen in Folge in Korea den nächsten Big Point in Sachen Titelverteidigung landen. Ist der Weltmeister noch zu stoppen? Wir haben alle Hintergründe zum Rennen in Yeongam in unserer Vorschau.

02.10.2013 Tobias Grüner

Seit 2009 sitzt Sebastian Vettel im Red Bull. Und seit 5 Jahren wiederholt sich immer wieder die gleiche Geschichte: Geht es in die zweite Saisonhälfte, kann der Heppenheimer regelmäßig noch eine Schippe drauflegen. Nachdem der Champion zuletzt seinen 3. Singapur-Sieg in Folge gelandet hat, will er nun auch den Korea-Hattrick. Es hätte sogar schon der 4. Sieg auf der Strecke in Yeongam sein können. Doch bei der Premiere 2010 sorgte ein Motorschaden für das vorzeitige Aus - natürlich in Führung liegend.

Außer der Technik konnte Vettel in Korea noch nichts stoppen. Und die Überlegenheit in Singapur zuletzt macht der Konkurrenz nicht viel Hoffnung. Ob vielleicht das Wetter für etwas Zündstoff sorgen könnte, steht noch nicht fest. Einige Prognosen sprechen von einem trockenen Wochenende. Andere Meteorologen befürchten, dass ein Taifun pünktlich zum Rennen an der Südkoste Koreas an Land gehen und für ungemütliche Bedingungen sorgen könnte.

Die Strecke: Korean International Circuit

2010 war die Formel 1 erstmals auf der 5,615 Kilometer langen Piste in der Region Yeongam unterwegs. Eigentlich sollte sich seitdem eine Kleinstadt rund um die Retortenpiste gebildet haben, doch auch drei Jahre nach der Eröffnung liegt der Kurs mitten im Niemandsland. Wegen finanzieller Sorgen steht das Rennen sogar komplett vor dem Aus. Schon 2014 könnte es wieder aus dem Kalender fliegen. Das öde Land rund um die Strecke und der begrenzte Fahrbetrieb im Rest des Jahres sorgt am Beginn des Wochenendes immer für sehr rutschige Bedingungen.

Vom Layout her bietet die Strecke eine gute Mischung aus langen Geraden und verschiedenen schnellen Kurven. Die beste Überholmöglichkeit bietet sich auf der Gegengeraden. 14,4 Sekunden stehen die Piloten hier auf dem Gas. Am Ende erreichen sie mehr als 320 km/h. Zusätzlich zur langen Gegengeraden hat die FIA dieses Jahr noch eine zweite DRS-Zone auf der Zielgeraden eingerichtet, um für mehr Überholaction zu sorgen.

Fast Facts:

  • Streckenlänge: 5,615 Kilometer
  • Anzahl Runden: 55
  • Durchschnittsgeschwindigkeit: 195
  • Top-Speed: 317 km/h
  • Höchste Querbeschleunigung: 3,5g (für 2 Sekunden in Kurve 7)
  • Längste Vollgaspassage: 1.000 Meter (zwischen Kurve 2 & 3)
  • Anteil der Bremsphasen an der Rundenzeit: 14 Prozent
  • Anteil der Geraden an einer Runde: 42 Prozent
  • Anzahl der Gangwechsel pro Runde: 56
  • Vollgasanteil auf einer Runde: 55 Prozent
  • Geringste Geschwindigkeit: 70 km/h (Kurve 3)
  • Höchste Kurvengeschwindigkeit: 280 km/h
  • Distanz von der Pole Position bis zur ersten Kurve: 300
  • Spritverbrauch: 2,55 kg/Runde (65 Liter/100 km)
  • Zeitverlust pro 10 Kilo Zusatzgewicht: 0,43 Sekunden

Das Setup:

Der Mix aus langen Geraden und vielen Kurven macht es den Ingenieuren nicht einfach, den  richtigen Kompromiss in Sachen Setup zu finden. Wegen des hohen Anteils an Vollgaspassagen muss ein wenig Abtrieb für mehr Top-Speed geopfert werden. Dazu kommt der staubige Asphalt, der vor allem zu Beginn des Wochenendes zu Traktionsproblemen führt. Kleinere Bodenwellen gibt es nur in den Kurven sieben und acht. Die Randsteine sind sehr flach. Die Ingenieure können die Bodenfreiheit deshalb weit herunterschrauben.

In Sachen Bremsen und Motor sind die Ingenieure relativ entspannt. Die Temperaturen sind traditionell eher gering. Größere Verzögerungen gibt es nur nach den langen Geraden in den Kurven eins, drei und vier. Schwierig könnte es mit den Reifen werden. Pirelli bringt die Mischungen supersoft und medium. Die große Spreizung, die wir schon in Singapur gesehen haben, sorgt immer für etwas Spannung an der Taktik-Front.

Die Updates:

Normalerweise entwickeln in dieser Phase des Jahres nur noch die Teams ihre Autos weiter, die um den Titel kämpfen. Doch ausgerechnet Williams hat für den GP Korea ein größeres Paket angekündigt. Das Heck des blau-weißen Renners wird komplett umgebaut: Neue Seitenkästen, ein neuer Auspuff und Modifikationen am Unterboden vor dem Diffusor sollen endlich den erhofften Schritt nach vorne bringen.

Ansonsten erwarten wir keine großen Highlights an der Technik-Front. Mercedes und Ferrari haben bereits angekündigt, die Entwicklungsressourcen auf 2014 zu verschieben. Bei Lotus feiert das Chassis mit verlängertem Radstand ein Comeback, dass bisher nur im Training von Monza getestet wurde. Dieses Mal soll es auch im Rennen eingesetzt werden. Nur Red Bull hat das Tempo zuletzt hoch gehalten. Bis zum sicheren Titelgewinn, soll der RB9 weiter verbessert werden.

Die Favoriten:

Wir wollen hier gar nicht auf Spannung machen. Wie bereits eingangs erwähnt ist der Korea-Sieger von 2011 und 2012 auch für 2013 der große Favorit. Sebastian Vettels Vorstellung in Singapur sorgte für einiges Kopfschütteln im Fahrerlager. "Den holt niemand mehr in dieser Saison", resignierte Lotus-Chefingenieur Alan Permane. Zu groß war der Abstand zum Rest des Feldes. Dabei muss aber auch erwähnt werden, dass Singapur dem Red Bull vom Layout ideal gepasst hat. In Korea sollte der Vorsprung zumindest etwas kleiner werden.
 
Die ersten Verfolger von Vettel saßen zuletzt in den Silberpfeilen. Nur das Safety-Car-Pech und eine mutlose Strategie sorgten für das verpasste Podium. Sollte aber alles normal laufen, erwarten wir Mercedes wieder auf den vorderen Plätzen. Lotus präsentierte sich zuletzt auch gut sortiert. Die Frage lautet, ob sich Räikkönens Rücken wieder erholt hat und Grosjean seine Leistung wiederholen kann. Dann könnte Ferrari in echte Schwierigkeiten kommen.
 
Hinter den 4 Top-Teams hat sich McLaren klar als fünfte Kraft etabliert. Dahinter ging es zuletzt enger zu. Sauber erlebte in Monza und Singapur ein kleines Comeback. In Korea muss sich nun zeigen, ob der Trend nachhaltig ist. Force India und Toro Rosso präsentierten sich zu unkonstant. Bei Williams muss man abwarten, wie gut das große Technik-Update funktioniert.

Expertenmeinung: Tom McCullough (Sauber-Chefingenieur)

"Der Korea International Circuit wird vor und während des Grand Prix wenig genutzt. Dieses Jahr steht nur ein Rennen aus einer anderen Serie auf dem Programm. Deshalb ist es wichtig, dass wir die Entwicklung der Strecke während des Wochenendes genau im Auge behalten. Die drei Sektoren in Yeongam sind alle sehr unterschiedlich, daher wird es eine Herausforderung, das Auto optimal abzustimmen. Der erste Sektor hat nur zwei langsame Kurven, ansonsten fährt man Vollgas, was eine Abstimmung mit niedrigem Luftwiderstand begünstigt.

Allerdings sind die letzten beiden Sektoren eine gute Mischung aus langsamen, mittelschnellen und schnellen Kurven mit kürzeren Geraden als in Sektor eins. Wie in den letzten Jahren stellt Pirelli die superweichen Reifen zur Verfügung. Wie schon in Singapur werden wir zusätzlich die Medium-Reifen als härtere Mischung sehen. In Korea ist es besonders wichtig, die Performance des Medium-Reifens in den schnellen Kurven zu verstehen."

So lief das Rennen im Vorjahr (GP Korea 2012):

In einem ereignisarmen GP Korea 2012 fiel die Entscheidung schon am Start. Auf dem Weg zur ersten Kurve zog Vettel an Polesitter Mark Webber vorbei und gab die Führung anschließend nicht mehr her. Nach 55 Runden rollte der Weltmeister mit 8,2 Sekunden Vorsprung über die Ziellinie. Hinter den beiden Red Bull landeten die beiden Ferrari von Alonso und Massa auf Platz 3 und 4. Kimi Räikkönen wurde Fünfter.

Spannender wurde es im Kampf um die sechste Position. Nico Hülkenberg und Romain Grosjean lieferten sich ein spektakuläres Duell. In der 33. Runde, direkt nach dem zweiten Boxenstopp, ging zunächst Grosjean an Hülkenberg vorbei. Acht Runden später revanchierte sich Hülk mit einem spektakulären Manöver. Innerhalb von zwei Kurven kämpfte er sich sowohl an Grosjean als auch an Hamilton vorbei.

In unserer Bildergalerie haben wir noch einmal die Highlights aus dem Vorjahr.

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