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Vorschau GP Malaysia 2014

Neue Technik im Sepang-Sauna-Test

Formel 1-Girls - GP Malaysia 2013 Foto: ams 66 Bilder

Die neue Formel 1 reist mit vielen offenen Fragen in die zweite Runde nach Malaysia. Sind alle Kinderkrankheiten ausgemerzt? Bekommen wir endlich ein unverfälschtes Kräfteverhältnis? Und fährt Mercedes wieder allen davon? Unsere Vorschau gibt erste Antworten.

26.03.2014 Tobias Grüner

Der Start in die neue Formel 1-Ära in Australien hat Appetit auf mehr gemacht. Allerdings war die Königsklasse beim ersten Rennwochenende des Jahres noch weit vom Normalzustand entfernt. Viele Teams opferten Speed, um keinen Ausfall zu riskieren. Vielerorts liefen die neuen Antriebseinheiten nicht ganz rund. Dazu kam noch der Regen im Qualifying, der die Startreihenfolge ordentlich durcheinander würfelte.
 
Auch im Rennen konnte man das wahre Kräfteverhältnis noch nicht erkennen. Gleich mehrere Teams schraubten die Einspritzmenge der Motoren runter, um unter dem Durchfluss-Limit zu bleiben. Auch Mercedes gehörte zu dieser Fraktion. Nico Rosberg konnte es sich leisten. Der Deutsche fuhr einen souveränen Start-Ziel-Sieg nach Hause. Der Silberpfeil blieb dabei weit unter seinem Potenzial.

Pirelli Vorschau GP Malaysia Formel 1 2014, Screenshot
F1 Vorschau Malaysia: Sepang aus Reifensicht 1:24 Min.

Für Malaysia können neutrale Fans nur hoffen, dass Mercedes mehr gefordert wird. Die permanente Rennstrecke in Sepang sollte generell ein repräsentativeres Bild über die Reihenfolge ermöglichen. Allerdings könnte das extreme Wetter dieses Bild auch wieder verzerren. Tropen-Hitze von 35°C stellt die Technik auf eine harte Probe. Dazu kommen die täglichen Monsun-Schauer, die in Sekunden für Chaos sorgen können.

Die Strecke: Sepang International Circuit

Nach den vielen 90-Grad-Kurven in Melbourne kommt der Sepang International Circuit deutlich flüssiger daher. Der vom deutschen Streckenarchitekten Hermann Tilke gezeichnete Kurs bietet einen gelungenen Mix aus langsamen und schnellen Kurvenkombinationen sowie zwei sehr langen Geraden. Am Ende der jeweils über 900 Meter langen Vollgaspassagen, auf denen auch die DRS-Zonen eingerichtet sind, ist jede Menge Überhol-Action garantiert.
 
Wegen der tropischen Temperaturen gehört Malaysia zu den anstrengendsten Rennen des Jahres. Vor allem bei Rookies und Rückkehrern wird es spannend zu sehen, ob sie sich im Winter gut auf die Belastungen vorbereitet haben. Ein wichtiges Thema sind auch immer Strategie und Reifenverschleiß. Wegen des rauen Asphalts und der heißen Temperaturen bringt Pirelli die beiden härtesten Mischungen. Auch das wechselhafte Wetter muss beim Timing der Boxenstopps mit einberechnet werden.

Das Sepang-Setup:

Trotz der langen Geraden werden die Teams beim Abtrieb wie schon in Melbourne an die obere Grenze gehen. Die Rundenzeit wird vor allem in den langsameren Streckenteilen gemacht. Steile Flügel kosten zwar Top-Speed, wirken sich aber positiv auf der Uhr aus. Da die Kurvenradien weiter als in Melbourne sind, verringert sich die Gefahr von Untersteuern. Der Frontflügel muss also nicht so aggressiv auf Abtrieb getrimmt sein.

Der Asphalt ist sehr griffig und topfeben. Hohe Curbs müssen nicht überwunden werden. Die Bodenfreiheit kann deshalb weit runter geschraubt werden. Zu hart sollte das Fahrwerk allerdings nicht ausgelegt werden, sonst leidet die Traktion aus den langsamen Kurven. Mit den neuen drehmomentstarken Motoren verstärkt sich das Problem noch. Bei zu viel Wheelspin droht ein frühzeitiger Verschleiß der Hinterreifen.

Die Bremsbelastung ist durch die Hitze relativ hoch. Allerdings liegen zwischen den harten Verzögerungen vor den Kurven eins, vier, 14 und 15 jeweils längere Geraden, in denen sich die glühenden Scheiben wieder abkühlen können. Ein wichtigeres Thema ist die Kühlung des Motors. Hier muss für genügend Frischluftversorgung gesorgt werden.

Updates für den GP Malaysia:

In den Vorjahren reiste der Formel 1-Tross immer direkt von Australien nach Malaysia. Dieses Jahr hatten die Ingenieure eine Woche mehr Zeit um sich auf das zweite Rennen der Saison vorzubereiten. Dementsprechend erwarten wir auch eine deutlich höhere Update-Quote als in der Vergangenheit. Die meisten Modifikationen werden dabei wohl unsichtbar unter der Haube vorgenommen. Die Motor-Software ist bei allen Teams noch eine Baustelle.

Einige Teams wie Ferrari oder Lotus haben aber auch Aero-Upgrades angekündigt. Bei Mercedes kommt wohl erstmals der neue Frontflügel zum Renneinsatz. In Australien wurde das gute Stück mangels Ersatzteilen wieder eingepackt. Eine besonders interessante Schlacht an der Technikfront erwartet die Teams in Sachen Kühlung. Wir sind gespannt, wer die größten Schlitze und Öffnungen in die Verkleidung schneiden muss.

Die Favoriten:

Nach den Eindrücken von Melbourne kommen für den Sieg in Malaysia nur 2 Piloten in Frage: Lewis Hamilton und Nico Rosberg. Mercedes machte schon den kompletten Testwinter über den stärksten Eindruck. Der Silberpfeil scheint momentan nur durch Technikdefekte zu stoppen. Für Hauptsponsor Petronas ist das Rennen in Malaysia besonders wichtig. Ein Doppelsieg beim Heimspiel würde besonders groß bejubelt. Die Frage lautet, wie sehr sich Hamilton und Rosberg im Rennen bekämpfen dürfen, wenn Mercedes wieder in einer eigenen Liga fährt.

Für die Rolle des ersten Mercedes-Verfolgers kommen gleich mehrere Kandidaten in Frage. In Melbourne präsentierte sich Red Bull am Stärksten. Allerdings wurde am Auto von Daniel Ricciardo auch nicht die Einspritzmenge auf Anweisung der Rennleitung reduziert. Ferrari wurde genau wie Williams unter Wert geschlagen. Räikkönen und Alonso kämpften mit der Technik, Bottas und Massa mit Kollisionen. Die Frage lautet, ob McLaren wieder so groß auftrumpfen kann wie in Down Under.

Zum Kreis der Punktekandidaten gehört auch wieder Force India und Toro Rosso. Beide Teams kamen in Melbourne mit beiden Autos ins Ziel und in die Punkte. Sauber verpasste dagegen die Top Ten. In Sachen Speed sind die Schweizer noch keine Bedrohung. Stattdessen droht Ärger von hinten. Caterham und Marussia zeigen sich deutlich verbessert im Vergleich zum Vorjahr. Die Hinterbänkler hoffen wieder auf Technik- und Regenchaos. Vielleicht klappt es ja in Sepang endlich mit den ersten Punkten.

Expertenmeinung: Paul Hembery (Pirelli-Sportchef)

"Malaysia ist erst das zweite Rennen, bei dem die Reifen für die neue Formel 1-Generation zum Einsatz kommen. Die 2014er Mischung "Hard" feiert hier ihr Debüt. Der "Medium" hat in Melbourne gut funktioniert. Malaysia stellt einen großen Kontrast zu Melbourne dar. Wir kommen von einem sehr glatten Asphalt zu einer rauen Oberfläche. Von relativ kühlen Bedingungen geht es in deutlich heißere Luft- und Asphalt-Temperaturen."

"Das ist sowohl für die neuen Autos als auch für die Piloten eine große Herausforderung. Wir dürfen nicht vergessen, dass wir uns aktuell noch an einem sehr frühen Punkt der Lernkurve befinden. Die feuchten Bedingungen im Qualifying von Australien gab den Teams die Möglichkeit, die Regenreifen auszuprobieren. Dieses Wissen könnte in Sepang sehr nützlich sein."

So lief das Rennen im Vorjahr - GP Malaysia 2013

Der GP Malaysia 2013 sorgte weit über das Rennende hinaus für Schlagzeilen. Im Mittelpunkt der Berichterstattung stand das Duell zwischen den beiden Red Bull-Piloten. Sebastian Vettel hatte die Stallorder seines Teams ignoriert und Teamkollege Mark Webber in der Schlussphase angegriffen. Das brachte dem Heppenheimer zwar die Siegertrophäe aber gleichzeitig auch viele negative Reaktionen der Formel 1-Fans.

Auch im Silberpfeil-Lager hing der Haussegen schief. Rosberg wurde vom Kommandostand eingebremst. Er musste sich hinter Hamilton anstellen, der mit einem zu hohen Verbrauch kämpfte. Bei Fernando Alonso war die Laune ebenfalls nicht besonders gut. Der Ferrari-Pilot beschädigte sich schon in der ersten Kurve den Frontflügel und rutschte ins Kies. Für die lustigste Szene des Rennens sorgte Lewis Hamilton, der beim Boxenstopp zunächst bei seinem alten Team McLaren anhielt.

In unserer Bildergalerie haben wir noch einmal die Fotos eines ereignisreichen Rennens.

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