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Vorschau GP Malaysia 2013

Kimi auch in der Sauna ganz cool?

Kimi Räikkönen GP Australien 2013 Foto: Wolfgang Wilhelm 77 Bilder

Nur sieben Tage nach dem Startschuss in Melbourne folgt in Malaysia Grand Prix Nummer zwei. Die beiden Rennen könnten von den Bedingungen her kaum unterschiedlicher sein. Sehen die Fans erneut eine große Überraschung im Frühstücksprogramm? Unsere Vorschau verrät mehr.

20.03.2013 Tobias Grüner

Der Doppelschlag Melbourne-Malaysia bedeutet für die Teams vor allem Stress. In nur vier Tagen müssen die Mechaniker das komplette Material im Albert Park ab- und 6.350 Kilometer weiter nordwestlich in Sepang wieder aufbauen. Rechnet man die drei harten Wintertest-Wochen im Februar ein, so sind die Teams somit schon anderthalb Monate fast ununterbrochen unterwegs.
 
Zeit zum Verschnaufen und zur Analyse des Australien-Ergebnisses bleibt den Ingenieuren nicht. Die Erkenntnisse des ersten Rennens sind sowieso mit Vorsicht zu genießen. Der Albert Park Circuit hat als halber Stadtkurs mit viel Stop-and-Go nicht viel mit der flüssigen permanenten Rennstrecke in Sepang gemeinsam. Malaysia liegt zudem in einer anderen Klimazone: Statt moderater 17°C erwartet die Piloten nun schwül-heiße Saunatemperaturen bis an die 40°C-Marke.

Impressionen - Formel 1 - GP Malaysia - 20. März 2013
GP Malaysia 2013 - virtuelle Rundfahrt 2:10 Min.

Einige Teams stehen schon beim zweiten Saisonrennen gehörig unter Druck. Sauber und Williams sind in Melbourne ohne Punkte geblieben. Auch bei McLaren droht ein kompletter Fehlstart. Wer mit dem Auto noch nicht auf dem Niveau der direkten Konkurrenz liegt, dem bleibt nur die Hoffnung auf ein wenig Hilfe von oben. Die Regengötter sind in Malaysia bekanntermaßen besonders launig. Zwischen strahlendem Sonnenschein und heftigen Gewitterstürmen liegen hier oft nur Minuten, wie die vergangenen Jahre gezeigt haben.

Die Strecke: Sepang International Circuit

Nach den vielen 90-Grad-Kurven in Melbourne kommt der Sepang International Circuit deutlich flüssiger daher. Der vom deutschen Streckenarchitekten Hermann Tilke gezeichnete Kurs bietet einen gelungenen Mix aus langsamen und schnellen Kurvenkombinationen sowie zwei sehr langen Geraden. Am Ende der jeweils über 900 Meter langen Vollgaspassagen, auf denen auch die DRS-Zonen eingerichtet sind, sollte es wieder jede Menge Überhol-Action geben.
 
Wegen der tropischen Temperaturen gehört Malaysia zu den anstrengendsten Rennen des Jahres. Vor allem bei Rookies und Rückkehrern wird es spannend zu sehen, ob sie sich im Winter gut auf die Belastungen vorbereitet haben. Das wichtigste Thema für die Ingenieure wird wieder der Reifenverschleiß werden. Der Asphalt in Malaysia ist sehr rau. Die schnellen Kurven belasten die Gummis sehr stark. Bei diesen Bedingungen haben die Teams noch keine Erfahrung mit der neuen Pirelli-Generation sammeln können.

Fast Facts:

Streckenlänge: 5.543 Kilometer
Durchschnittsgeschwindigkeit: 197 km/h
Top-Speed: 311 km/h
Spritverbrauch: 2,45 Kilo/Runde (63 Liter/100 Km)
Zeitverlust pro 10 Kilo Zusatzgewicht: 0,45 Sekunden
Höchste Querbeschleunigung: 3,4 g (für 2,8 Sekunden in Kurve 5)
Längste Vollgaspassage (Zielgerade): 10 Sekunden
Anteil der Bremsphasen an der Rundenzeit: 17 Prozent
Anteil der Geraden an einer Runde: 43 Prozent
Anzahl der Gangwechsel pro Runde: 57
Vollgasanteil auf einer Runde: 59 Prozent
Geringste Geschwindigkeit: 75 km/h (Kurve 9)
Höchste Kurvengeschwindigkeit: 247 km/h (Kurve 13)
Distanz von der Startlinie bis zur ersten Kurve: 500 Meter

Das Setup:

Trotz der langen Geraden werden die Teams beim Abtrieb wie schon in Melbourne an die obere Grenze gehen. Die Rundenzeit wird vor allem in den langsamen Streckenteilen gemacht. Steile Flügel kosten zwar Top-Speed, wirken sich aber positiv auf der Uhr aus. Da die Kurven runder als in Melbourne sind, verringert sich die Gefahr von Untersteuern. Der Frontflügel muss also nicht so aggressiv auf Abtrieb getrimmt sein.

Der Asphalt ist sehr griffig und topfeben. Die Bodenfreiheit kann deshalb weit runter geschraubt werden. Zu hart sollte das Fahrwerk allerdings nicht ausgelegt werden, sonst leidet die Traktion aus den langsamen Kurven. Die Bremsbelastung ist durch die Hitze relativ hoch. Allerdings liegen zwischen den harten Verzögerungen vor den Kurven eins, vier, 14 und 15 jeweils längere Geraden, in denen sich die glühenden Scheiben wieder abkühlen können. Ein wichtigeres Thema ist die Kühlung des Motors. Hier muss für genügend Frischluftversorgung gesorgt werden.

Die Updates für den GP Malaysia 2013:

Wegen der kurzen Zeit zwischen den ersten beiden Rennen sollte man nicht allzu viele neue Teile erwarten. Dennoch werden wir wohl hier und da an den Autos das ein oder andere Update entdecken können. So gibt es bei Force India zum Beispiel unter der Haube eine Modifikation am Auspuffsystem. Ein Resonator-Rohr soll für eine bessere Fahrbarkeit des Motors sorgen. Es war eigentlich schon für Australien geplant.

Bei Lotus sind die Modifikationen noch etwas umfangreicher. Technikchef James Allison kündigte für das Freie Training einen Test mit einem komplett neuen Auspuff und der Verkleidung drumherum an. Ob es nur ein Experiment wird oder auch für den Renneinsatz bereit ist, muss sich aber erst noch zeigen. Die richtig großen Updates kommen bei den meisten Teams aber entweder erst in China bzw. zum Europa-Auftakt in Barcelona.

Die Favoriten:

Zu viel sollten die Fans nicht in das Rennen von Melbourne interpretieren. Die Bedingungen im Albert Park waren so ungewöhnlich, dass sich hier noch keine Tendenz für den Rest des Jahres ablesen lässt. Es gab allerdings Anzeichen dafür, was uns in Malaysia erwarten könnte. Der große Favorit heißt danach wieder einmal Red Bull. Vettels Leistungen auf den Longruns im Freien Training und im Qualifying waren einfach zu dominant. Noch einmal werden sich die Ingenieure um Adrian Newey wohl nicht mit dem Setup und dem Reifenverschleiß im Rennen verzocken.

Hinter dem Weltmeisterteam wird es wieder eng. Wir erwarten Lotus bei heißen Temperaturen erneut sehr stark. Auch Ferrari ist wieder ein Kandidat für das Podium - wenn es regnet sogar für den Sieg. Ein großes Fragezeichen schwebt noch über Mercedes. Keiner weiß, ob die Ingenieure dem neuen Silberpfeil die Schwächen in Sachen Reifenverschleiß bei Hitze ausgetrieben haben. Die Testfahrten und das erste Rennen haben gezeigt, dass der AMG W04 auf eine schnelle Runde im Qualifying stärker ist als im Dauerlauf.

Im Mittelfeld war Force India der große Sieger in Melbourne. Das Auto zeigte vor allem in Longruns guten Speed. Adrian Sutil fürchtet allerdings, dass die langgezogenen Kurven von Sepang nicht ganz nach dem Geschmack des VJM06 sein könnten. Gegenwehr ist vor allem von Sauber zu erwarten. Der graue Pfeil aus der Schweiz besitzt seine Stärken vor allem in schnellen Richtungswechseln und auf langen Geraden, von denen es in Sepang einige gibt. Allerdings fehlt Nico Hülkenberg das Rennen von Australien als Referenz in Sachen Reifenbehandlung.

Expertenmeinung: Tom McCullough (Sauber Renningenieur)

"Die Strecke in Sepang ist mittelschnell bis schnell, und wir freuen uns darauf zu sehen, wie der C32 unter diesen Bedingungen funktioniert. Der Kurs ist technisch sehr anspruchsvoll, weil er auch zwei lange Geraden hat, wo eine hohe aerodynamische Effizienz gefragt ist. Zudem gibt es auch einige langsame Kurven. Diese Streckencharakteristik in Verbindung mit den hohen Temperaturen stellt eine große Herausforderung für die Reifen dar. Deshalb hält Pirelli hier die mittlere und die harte Mischung bereit. Ein Rolle spielt traditionell das Wetter, weil es oft am Nachmittag regnet."

So lief das Rennen im Vorjahr - GP Malaysia 2012

Wie unberechenbar Malaysia sein kann, erlebten die Formel 1-Fans im vergangenen Jahr. Und wieder spielte das Wetter den Zeremonienmeister. Ein leichtes Tröpfeln am Start verwandelte sich innerhalb kurzer Zeit in einen Monsun. In Runde neun blieb der Rennleitung nichts mehr übrig, als das Rennen zu unterbrechen. 52 Minuten blieben die Autos von provisorisch errichteten Zelten geschützt auf der Zielgeraden stehen.

Als es endlich wieder losgehen konnte, kämpften plötzlich ein Ferrari und ein Sauber furios um den Sieg. Ein kleiner Ausrutscher von Sergio Perez entschied das Duell schließlich zu Gunsten Fernando Alonsos. Bei normalen Bedingungen wäre es für Ferrari schon schwer geworden, überhaupt in die Punkte zu fahren. Lewis Hamilton, der von der Pole Position losgefahren war, hatte keine Chance in das Duell einzugreifen. Ihm blieb nur Rang drei. Sebastian Vettel blieb nach einer Kollision mit Narain Karthikeyan und anschließendem Reifenschaden ganz ohne Punkte.

Die spektakulären Bilder des Chaosrennens in Malaysia vom Vorjahr haben wir noch einmal in unserer Galerie für Sie.

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