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Vorschau GP Mexiko 2015

Formel 1 auf neuem Terrain

Vorbereitungen - Formel 1 - GP Mexiko - Mexiko City - 27. Oktober 2015 Foto: ahr.mx 51 Bilder

Die Formel 1 kehrt nach 23 Jahren nach Mexiko zurück. Die Erfahrung von damals hilft jedoch nicht weiter. Die Strecke ist fast ganz neu und die Motoren-Technik eine andere. Die Formel 1-Fans können sich deshalb auf Überraschungen beim Mexiko-Comeback freuen. Alle Infos in der Vorschau.

28.10.2015 Tobias Grüner

Die WM ist entschieden. Die Titel sind vergeben. Trotzdem wird die Formel 1 nicht langweilig. Nur 7 Tage nach dem Texas-Kracher in Austin steht mit dem Rennen in Mexiko-City ein weiteres Highlight auf dem Programm. Die Königsklasse kehrt zurück nach Mittelamerika. Nach 1992 dreht der schnellste Kreisverkehr der Welt seine Runden wieder in der 20-Millionen-Metropole Mexiko-City.

Das Comeback hat einen wahren Formel 1-Boom in Mexiko ausgelöst. Die 90.000 Tickets waren in wenigen Stunden ausverkauft. Die Veranstalter haben hastig Zusatztribünen aufgebaut, um die hohe Nachfrage zu befriedigen. Der Druck lastet vor allem auf Lokalmatador Sergio Perez. Die Erwartungen sind nach den Plätzen 3 und 5 in Sochi und Austin gewachsen.

Auf Lewis Hamilton lastet dagegen gar kein Druck mehr. Der frischgebackene Dreifach-Weltmeister hätte gerne wohl noch etwas länger Party gemacht. Aber wer Hamilton kennt, der weiß, dass er die letzten 3 Rennen nicht gleich abschenkt, nur weil die Titelvergabe entschieden ist. Für Teamkollege Nico Rosberg geht es im innerdeutschen Duell nicht nur um Rang 2 in der WM, sondern auch darum sich mit einem Erfolgserlebnis in die Winterpause zu verabschieden.

Die Stecke - Autodromo Hermanos Rodriguez

Schon seit der Einweihung im Jahr 1959 werden im Magdalena Mixhuca Park in Mexiko City Autorennen gefahren. Seit 1979 heißt der Kurs Autodromo Hermanos Rodriguez, benannt nach den Rennfahrer-Brüdern Pedro und Ricardo Rodriguez. Die Strecke ist zwar noch am gleichen Ort, hat aber ihr Layout mehrmals geändert. Bei der aktuellen Variante fehlt die legendäre Peraltada-Kurve - eine überhöhte 180°-Kehre am Ende der Runde.

Dafür hat die Strecke mit dem von Hermann Tilke durchgeführten Umbau ein neues Markenzeichen bekommen. Kurz vor dem Abbiegen auf die Zielgerade müssen die Autos durch ein ehemaliges Baseballstadion. Von den Tribünen schauen mehr als 20.000 Zuschauer auf das Geschehen. Auch die 1,314 Kilometer lange Gerade gehört zu den einmaligen Streckenabschnitten. Hier werden die Autos nach ersten Simulationen wohl an die 360 km/h drauf haben - mehr als in Monza.

Das Layout ist ansonsten abwechslungsreich. Es gibt viele langsame Ecken. Es gibt aber auch einige schnelle Kurven. Vor allem die S-Kurven zwischen den beiden stadion-ähnlichen Sektionen dürften den Piloten Freude bereiten. Im Vergleich zu früher wurden sie allerdings etwas entschärft. Ein Fragezeichen schwebt noch über dem Asphalt. Neuer Bodenbelag schwitzt in den ersten Monaten immer etwas Öl aus. Zusammen mit dem Staub der Bauarbeiten erwarten wir wenig Grip.

Streckengrafik - GP Mexiko 2015Foto: ahr.mx

Fast Facts zum GP Mexiko:

  • Streckenlänge: 4,304 km
  • Anzahl der Runden: 71
  • Distanz von Pole bis T1: 800 Meter
  • Länge Boxengasse: 650 Meter
  • DRS-Zonen: auf der Zielgerade und auf der Gerade vor T4
  • Top-Speed: 360 km/h (Simulation)
  • Bremsbelastung: hoch
  • Reifenverschleiß: mittel
  • Motorbelastung: hoch
  • Spritverbrauch: niedrig
  • Reifenmischungen: Soft / Medium

Setup:

Die Ingenieure und Fahrer erwartet in Mexiko eine besondere Herausforderung. Die Millionen-Metropole liegt 2.250 Meter über Meereshöhe. Die Luft ist dünner und enthält 22 Prozent weniger Sauerstoff. Im Gegensatz zu Saugmotoren verlieren Turbos in der Höhe keine Leistung. Die Turbinen müssen nur etwas schneller laufen. Der verringerte Luftwiderstand sorgt für einen geringeren Spritverbrauch und höhere Top-Speeds.

Die Flügel generieren durch die dünne Luft weniger Abtrieb. Deshalb werden die Teams trotz der ewig langen Geraden maximalen Abtrieb fahren - und trotzdem Top-Speed-Rekorde aufstellen. Auch die Kühlung von Bremsen und Motor funktioniert nicht mehr so effizient. Hier müssen die Ingenieure spezielle Teile an die Autos schrauben. Die Federn werden wohl eher hart und tief abgestimmt. Die neue Strecke weist noch keine Bodenwellen auf. Die Kerbs sind flach.

Die Technik-Updates:

Wie bereits erwähnt, werden die Teams mit einigen speziellen Mexiko-Bauteilen anreisen. Mercedes hat ein neues Kühlkonzept für den Motor schon am Auto von Nico Rosberg in Austin ausprobiert. Es ist gut an den zusätzlichen Lufthutzen außen an der Airbox und den größeren Öffnungen im Heck zu erkennen. Auch in Sachen Bremsbelüftungen erwarten wir Neuerungen. Lotus testete in Austin am Auto von Grosjean schon neue Verkleidungen der Carbon-Stopper. Wer sich in Sachen Kühlung vertut, dem ist nicht mehr zu helfen. Einige Ingenieure erwarten in Mexiko eine deutlich höhere Ausfallquote als sonst.

Die Favoriten:

Die ungewöhnlichen Bedingungen in Mexiko bergen das Potenzial für Überraschungen. Die Höhenluft lässt sich in den Fabriken nicht simulieren. Allerdings sind alle Autos gleichermaßen davon betroffen, deshalb sollten im Idealfall auch alle ähnlich stark darunter leiden. Aber vielleicht haben ja einige Ingenieure Lösungen gefunden und meistern das Rennen auf ungewohntem Terrain besser als andere.

Auch das Wetter könnte wie schon in Austin eine Rolle spielen. Es sind Niederschläge für das Wochenende vorhergesagt - wenn auch nicht ganz so schlimm wie in Texas. Die Favoritenrolle geht natürlich wieder an die Silberpfeile. Hamilton reist mit 3 Siegen in Folge im Gepäck nach Mexiko. Der Weltmeister ist momentan nur schwer zu schlagen.

Dahinter erwarten wir bei trockenen Bedingungen Ferrari auf Nummer 2. Von den Mercedes-Kundenteams könnte Force India wieder eine Überraschung gelingen. Der im Vergleich zu Williams etwas höhere Luftwiderstand spielt in der Höhenluft keine so große Rolle. Beide Teams könnten Ferrari das Leben schwer machen. Auch Lotus ist ein sicherer Punktekandidat.

Unklar ist, wie gut die Red Bull-Teams in Mexiko zurechtkommen. Die langen Geraden und hohen Top-Speeds sprechen nicht gerade für die Renault-Power. Aber vor dem Rennen in Austin hat man auch nicht unbedingt damit gerechnet, dass Ricciardo Führungsrunden sammelt und Verstappen am Ende auf Rang 4 ins Ziel kommt. McLaren und Sauber erwarten wir dagegen nicht aus eigener Kraft in den Punkten.

In unserer Galerie haben wir die ersten Bilder von den Vorbereitungen auf das Comeback des GP Mexiko.

SessionTermin (MEZ)
Freies Training 1Freitag, 30. Oktober - 17 Uhr
Freies Training 2Freitag, 30. Oktober - 21 Uhr
Freies Training 3Samstag, 31. Oktober - 17 Uhr
QualifikationSamstag, 31. Oktober - 20 Uhr
RennenSonntag, 01. November - 20 Uhr
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