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Formel 1: Vorschau GP Monaco 2010

Überraschungen nicht ausgeschlossen

GP Monaco 2009 Foto: xpb 64 Bilder

Nur eine Woche nach Barcelona wartet mit dem GP Monaco einer der Höhepunkte der Formel 1-Saison auf die Fans. Vorhersagen sind schwierig. Das Rennen in Monte Carlo ist einzigartig. Unbeständiges Wetter könnte das Feld zusätzlich durcheinanderwürfeln.

11.05.2010 Tobias Grüner

Wenn einmal im Jahr die schnellste Hafenrundfahrt der Welt im Fürstentum von Monaco gastiert, kommen die Schönen und Reichen regelmäßig in Scharen, um sich im Glanz der Formel 1 zu sonnen. Kaum ein anderes Rennen bietet so viel Tradition und Flair wie der Grand Prix am Mittelmeer. Zum 60. Mal jährt sich das Spektakel in dieser Saison. Die Jubiläumsausgabe wird mit besonders viel Spannung erwartet.

Vorhersagen sind in Monaco generell so sicher wie ein Blick in die Glaskugel. Überraschungen sind hier keine Seltenheit. Dazu kommt die unsichere Wetterlage, die bis zum Rennsonntag immer wieder Regenschauer beinhaltet. Etwas besonderes ist auch der Terminkalender in Monte Carlo. Im Gegensatz zu den anderen Grands Prix trainieren die Piloten die Hatz durch den Leitplankendschungel schon am Donnerstag. Am Freitag ist traditionell Ruhetag im Fürstentum.

Die Strecke:

Der Circuit de Monaco ist einzigartig im Rennkalender. Seine Streckenführung ist seit jeher kaum verändert. Mit bis zu 290 km/h rasen die mutigen Piloten über die öffentlichen Straßen des Steuerparadieses. Nelson Piquet verglich das Abenteuer Monaco einmal mit einem Hubschrauberflug durchs Wohnzimmer. Jeder kleine Fehler endet sofort an der Leitplanke. Spektakuläre Crashs und Safety-Car-Phasen sind in Monaco eher die Regel als die Ausnahme.

Egal, ob in der schnellen Passage durch den Tunnel, der blinden Linkskurve über die Kuppe am Casino oder der ultraengen Löws-Kehre - in Monaco ist an jeder Ecke der Mut und die Konzentration des Fahrers gefragt. Der erfolgreichste Lenkradakrobat im aktuellen Fahrerfeld heißt Michael Schumacher. Der Rekordchampion hat den Kult-Grand Prix bereits fünfmal gewonnen. Mit sechs Siegen ist der Brasilianer Ayrton Senna aber immer noch der ungekrönte König von Monte Carlo.

Die Abstimmung:

Das ungewöhnliche Streckenlayout, der rutschige Asphalt und die nicht vorhandenen Überholmöglichkeiten zwingen die Ingenieure zu einem radikalen Setup, wie es nirgendwo sonst in der Saison gefahren wird. Viele Teams bauen spezielle Flügelpakete nur für den GP Monaco, die auf maximalen Abtrieb ausgelegt sind. In den vielen engen Kurven gilt es, nicht die Bodenhaftung zu verlieren und Vertrauen in das Auto zu bekommen.

Da im Rennen unter normalen Bedingungen kaum Plätze gewonnen werden können, legen die Teams hier noch größeren Wert auf das Qualifying. Eine Pole Position ist schon die halbe Miete zu Sieg. Normalerweise sind auch die Bremsen überdurchschnittlich gefordert. Die kühlen Temperaturen, die 2010 erwartet werden, könnten den Ingenieuren in dieser Beziehung aber helfen. Vom Spritverbrauch ist die Strecke dagegen wenig fordernd. Mit einer Distanz von 260 Kilometern ist das Rennen das kürzeste in der Saison. Die Durchschnittsgeschwidigkeit ist dabei so gering, dass bei Crashs, Safety-Car-Phasen oder Regen schnell die maximale Rennzeit von zwei Stunden überschritten wird.

Die Favoriten:

Selten war es so schwer einen Monaco-Sieger vorauszusagen, wie in diesem Jahr. Auf dem Papier besitzt sicherlich Red Bull die besten Chancen. In den ersten fünf Rennen teilten Mark Webber und Sebastian Vettel die Pole Positions unter sich auf. Allerdings hat der Red Bull seine Stärken eher in schnellen Kurven, von denen es in Monaco nur wenige gibt. In den engen Ecken wird die Rundenzeit gemacht. Hier ist ein agiles Auto gefragt. Mercedes wird wieder mit der Silberpfeil-Version mit dem kurzen Radstand antreten, um überhaupt um die engen Kehren herumzukommen. Es wird spannend zu sehen, wie die anderen Teams mit vergleichsweise langem Radstand, wie z.B. McLaren, Ferrari, Force India oder Sauber mit Monaco zurechtkommen.

Die zu erwartenden Schwächen einiger Top-Teams könnte den Fahrern aus dem Mittelfeld gute Chancen auf Punkte und sogar Podiumsplätze ermöglichen. Erster Kandidat für eine Überraschung ist Robert Kubica. Der Pole ist ein ausgewiesener Monaco-Spezialist. Sein Renault ist das kürzeste Auto im Feld und sollte am Wochenende theoretisch gut aussehen. Auch der Williams ist für Überraschungen gut. Mit Rubens Barrichello sitzt zudem ein Routinier am Steuer, der sich bereits 17 Mal durch den Leitplankendschungel gekämpft hat.

Expertenmeinung: Jenson Button (McLaren-Mercedes):

"Obwohl ich schon viele Jahre in Monaco fahre ist das sensationelle Gefühl der Geschwindigkeit, wenn man das erste Mal aus den Boxen raus und den Berg hoch fährt, immer wieder etwas Unerwartetes. Die Beschleunigung ist unglaublich und die Mauern sind so nah. Um das Beste aus dem Wochenende herauszuholen, muss man seinen Speed kontinuierlich verbessern. Es lohnt sich nicht, von der ersten Runde an zu attackieren und einen Fehler zu riskieren."

"Auf die Strecke wird schnell mehr und mehr Gummi gelegt, so dass man das Auto von alleine mehr Speed in den Kurven finden lassen muss, wenn sich die Bedingungen verbessern und das Vertrauen größer wird. Ich denke, das Ergebnis ist in diesem Jahr extrem schwer vorherzusagen, weil es viele konkurrenzfähige Piloten im Feld gibt. Die Chancen sind also gut, dass wir ein unvorhersehbares Rennen an diesem Wochenende erleben."

Das Rennen im Vorjahr: GP Monaco 2009

Jenson Button stürmte 2009 vom Start weg davon zum Sieg. Auch sein Teamkollege Barrichello konnte nicht folgen, weil er die Reifen zu hart beanspruchte. Nur Sebastian Vettel sorgte in der Anfangsphase für Spektakel. Der Red Bull-Pilot staute das Feld auf, weil er wegen körnender Reifen bis zu vier Sekunden pro Runde verlor. Nach einem frühen Boxenstopp zimmerte Vettel seinen Red Bull in die Leitplanken. Den dritten Podiumsplatz sicherte sich Kimi Räikkönen vor seinem Ferrari-Teamkollegen Felipe Massa.

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