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Vorschau GP Monaco 2016

Fünf Euro auf Ricciardo

Daniel Ricciardo - GP Monaco 2015 Foto: Red Bull 60 Bilder

Mit dem Grand Prix von Monaco steht der erste große Klassiker der Formel 1-Saison an. Kann Max Verstappen nach dem Erfolg von Barcelona gleich den zweiten Streich landen? Und wie reagiert Mercedes nach dem Crash? In unserer Vorschau erfahren Sie alles, was Sie wissen müssen.

24.05.2016 Tobias Grüner 2 Kommentare

In den ersten 5 Rennen des Jahres hat die Formel 1 bereits einiges an Spektakel geboten. Doch jetzt geht es erst richtig los. Auf dem legendären Stadtkurs von Monaco ist Action garantiert. Bei der schnellsten Hafenrundfahrt der Welt passiert eigentlich immer etwas. Wir erinnern nur an den heftigen Crash von Max Verstappen und Romain Grosjean aus dem Vorjahr. Und natürlich die misslungene Safety-Car-Taktik von Lewis Hamilton, die Nico Rosberg den Sieg geschenkt hat.

Alle Experten sind sich sicher: Wenn es eine Strecke gibt, auf der Mercedes unter normalen Bedingungen zu schlagen ist, dann Monaco. Die Motor-Power spielt hier nur eine untergeordnete Rolle. Es kommt vor allem auf Abtrieb und Traktion an. Und auch der Fahrer kann hier einen größeren Unterschied machen als auf anderen Pisten. Die Historie des legendären Stadtkurses zeigt: Überraschungen sind hier keine Seltenheit.

GP Monaco - Streckenvorschau - Mercedes - Screenshot
Streckenvorschau: Der GP Monaco im Simulator 1:39 Min.

Spannend wird dieses Jahr auch die Reifenfrage. Zum ersten Mal überhaupt kommen die neuen Pirelli-Ultrasofts zum Einsatz. Die extrem weichen Gummis mit der violetten Markierung könnten für neue Rundenrekorde sorgen, erwarten Experten wie Mercedes-Technikchef Paddy Lowe. Noch unklar ist, ob sie auch etwas mehr Abwechslung in Sachen Strategie bringen. In den letzten Jahren war Monaco stets ein Einstopprennen.

Die Strecke: Circuit de Monaco

Der GP Monaco ist ein Sonderfall im Grand Prix-Kalender. Das Urgestein unter den Rennen ist gefährlich und eng. Überholen ist fast unmöglich. Jeder Ausrutscher wird hart bestraft. Beim Thema Sicherheit muss die FIA jedes Jahr beide Augen zudrücken. Auslaufzonen sind Mangelware. Bei Kollisionen kommt es regelmäßig zum spektakulären Ping Pong zwischen den Leitplanken

Das Qualifying ist mangels Überholmöglichkeiten traditionell besonders wichtig. Weil es auf der schnellen Tunnel-Passage zu gefährlich ist, kommt DRS nur auf der Zielgeraden zum Einsatz. Allerdings erwies sich die künstliche Überholhilfe in den vergangenen Jahren als ziemlich ineffektiv. Positionswechsel im Rennen sind fast nur durch Strategie möglich. Deshalb ist eine gute Runde im Qualifying hier so wichtig wie nirgends sonst im Kalender.

Fast Facts:

  • Rundenlänge: 3,337 km
  • Rundenzahl: 78
  • Renndistanz: 260,286 km
  • Rundenrekord (Rennen): Daniel Ricciardo - 1:18.063 min (2015)
  • Anzahl Kurven: 19 (8 links / 11 rechts)
  • Distanz von Pole Position bis Kurve 1: 111 m
  • Boxengassen-Zeitverlust: 22 Sekunden (308 m)
  • Top Speed: 296km/h
  • Abtriebslevel: hoch
  • Reifenverschleiß: niedrig
  • Bremsbelastung: mittel
  • Spritverbrauch: niedrig
  • Reifensorten: ultrasoft / supersoft / soft
  • DRS-Zonen: 1 - Zielgerade
  • Safety-Car-Wahrscheinlichkeit: 48 Prozent

Setup:

Monaco ist die Strecke mit den geringsten Durchschnittsgeschwindigkeiten, den engsten Kurven und den meisten Lenkbewegungen. Top-Speed zählt hier wenig. Wer den meisten Abtrieb und die beste Traktion besitzt, kommt am schnellsten über die 3,337 Kilometer kurze Runde. Beim Anbremsen zeigen die Autos traditionell die Tendenz zum Untersteuern, was die Ingenieure durch viel Abtrieb an der Front auszugleichen versuchen.

Die vielen Bodenwellen auf den öffentlichen Straßen verlangen auch dem Fahrwerk alles ab. Mehr Bodenfreiheit und eine weichere Abstimmung helfen nicht nur dabei die Schläge abzufedern, es ist auch nützlich für eine gute Traktion aus den vielen langsamen Ecken. Für die enge Loews-Kurve muss die Lenk-Übersetzung geändert werden. Auch an den Motoren-Mappings wird gearbeitet: Gefragt sind eine gute Fahrbarkeit und viel Power in unteren Drehzahlen.

Updates:

Normalerweise spielen die Motoren in Monaco nur eine Nebenrolle. Dieses Jahr blicken aber alle ganz gespannt auf die Fortschritte, die Renault im Antriebsbereich gemacht hat. Die Franzosen bringen das erste große Update ihrer Power Unit. Ursprünglich sollten die überarbeiteten Triebwerke erst in Kanada zum Einsatz kommen. Doch der Test in Barcelona lief so gut, dass die Premiere vorgezogen wird.

Aus Mangel an Teilen sind aber nur 2 Aggregate fertig geworden. Renault hat sich entschieden, eines davon bei Kevin Magnussen einzubauen. Das andere bekommt Kundenteam Red Bull, wo aller Voraussicht nach Daniel Ricciardo in den Genuss des Power-Upgrades kommen wird. Nach internen Berechnung dürfte der Unterschied zwischen den beiden Spezifikationen 2 bis 3 Zehntel betragen, was auf der kurzen Strecke in Monte Carlo bereits einen Unterschied von mehreren Plätzen machen kann.

Natürlich wird für die langsamste Strecke im Kalender auch immer an der Aerodynamik gearbeitet. Die Ingenieure lassen extrem steile Flügel an die Autos schrauben. Alles, was Abtrieb bringt, kommt hier zum Einsatz. Vor allem in Sachen Monkey-Seats erwarten wir einige Neuentwicklungen.

Favoriten:

Anders als es die Überschrift suggeriert, wollen wir hier niemandem ernsthaft eine Wette auf Red Bull empfehlen. Auch wenn die Mercedes-Konkurrenz in Monaco bessere Chancen als auf anderen Strecken besitzt, so reisen die Silberpfeile immer noch als Favorit ins Fürstentum. Auch in den letzten Jahren hatten die Gegner auf einen Ausrutscher des Weltmeisterteams gehofft. Doch Nico Rosberg konnte 2015 bereits seinen dritten Monaco-Sieg in Folge klarmachen.

Prognosen sind in Monaco so schwierig wie sonst nirgends. Neben Red Bull macht sich auch Ferrari-Hoffnungen auf Pokale. Selbst bei McLaren gibt man sich vor dem Klassiker so optimistisch wie nie. Dank des guten Chassis wollen Fernando Alonso und Jenson Button ganz vorne angreifen. Als Punkteanwärter sehen wir auch Toro Rosso und Force India.

Williams erwarten wir dagegen nicht ganz so stark. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass sich Massa und Bottas auf dem engen Stadtkurs immer schwer tun. Traktion ist nicht gerade die Stärke des Autos. Man darf gespannt sein, ob die Schwäche abgestellt wurde. Auch Haas, Renault, Sauber und Manor kommen wohl nur in die Punkte, wenn es im vorderen Teil des Feld Chaos gibt.

So lief das Rennen im Vorjahr:

Lange mussten die Fans während des Grand Prix von Monaco 2015 vergeblich auf Action warten. Erst 15 Runden vor Schluss wurde die Geduld doch noch belohnt. Zunächst sah alles nach einem souveränen Start-Ziel-Sieg von Lewis Hamilton aus. Doch dann krachte Max Verstappen in das Heck von Romain Grosjean und schlug in die Leitplanke in der Saint Devote-Kurve ein.

Die anschließende Safety Car-Phase wurde zum Desaster für Hamilton. Mercedes holte den Führenden an die Box, den Zweitplatzierten Nico Rosberg allerdings nicht. Die Taktik des Sicherheitsstopps ging total in die Hose. Nico Rosberg und Sebastian Vettel konnten vorbeiziehen. Hamilton blieb nach dem Neustart trotz frischeren Reifen auf Rang 3 hängen. Rosberg feierte damit bereits den dritten Monaco-Triumph in Folge.

In der Galerie zeigen wir noch einmal die Bilder vom Monaco-Drama aus der Vorsaison.

SitzungStart (MEZ)
Freies Training 11. Training – Do. 26. Mai – 10.00 Uhr
Freies Training 22. Training – Do. 26. Mai – 14.00 Uhr
Freies Training 33. Training – Sa. 28. Mai – 11.00 Uhr
QualifyingQualifying – Sa. 28. Mai – 14.00 Uhr
RennenRennen – So. 29. Mai – 14.00 Uhr
Neuester Kommentar

Mein Tipp für das Power-Rankung:
1. Mercedes
2. Red-Bull
3. Ferrari
4. McLaren

Mercedes hatte auch letztes Jahr ca. 7/10 Vorsprung vor den anderen Teams und es gibt auch in diesem Jahr kein Anzeichen dafür, dass es anders werden wird. Mercedes hat nicht nur einen starken Antrieb, sondern auch ein überragendes Fahrwerk und damit eine sehr gute Traktion.

Der Power-Nachteil von Red-Bull kommt auf dieser Strecke nicht sonderlich stark zum Tragen. Gleichzeitig hat Ferrari, meiner Ansicht nach, Schwächen im Fahrwerk. Das wirkt sich negativ auf die Traktion aus. In schnellen Kurven ist Ferrari ungefähr auf Mercedes-Niveau, aber sie verlieren in langsamen Sektoren deutlich. Daher wird Red-Bull Ferrari das Leben in Monaco schwer machen. Wahrscheinlich wird es daraus hinauslaufen, dass sich die Ferraris wieder hinten den Bullen wiederfinden. Das ist wahrscheinlich das spannendste Duell an diesem GP Wochenende.

McLaren's Euphorie scheint zwar nicht ganz unbegründet zu sein, denn er kann ein paar Strohhalme vorweisen an die er sich klammern kann, aber ich halte es für unwahrscheinlich, dass McLaren plötzlich den Top-Teams wirklich Druck machen kann. Aber sie könnten die Verfolger hinter Mercedes, Ferrari und Red-Bull anführen, was bereits ein großer Erfolg wäre.

Spannend wird es vor allem wegen Verstappen und Alonso. Ich traue beiden Fahrend eine sensationelle Quali-Zeit zu, die dazu führen könnte, dass sie sich weiter vorne im Feld wiederfinden und den gesamten GP damit verbringen könnten, ihre Position zu verteidigen.

PeterSchlosser 25. Mai 2016, 10:56 Uhr
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