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Formel 1 Vorschau: GP Monaco 2009

Premierensieger in Monte Carlo gesucht

Foto: Red Bull 28 Bilder

Im Hafen von Monte Carlo dröhnen am Wochenende wieder die Formel 1-Motoren. Dabei ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sich in diesem Jahr ein neuer Name in die illustre Siegerliste eintragen darf.

20.05.2009 Tobias Grüner

Prestige, Flair, Glamour und Renommee - zu keinem Rennen passen diese Begriffe besser als zum Grand Prix de Monaco - und dass nicht nur weil sie so vornehm französisch klingen. Im Fürstentum trifft sich einmal im Jahr die Hautevolee zum automobilen tête à tête. Von den Logenplätzen aus den oberen Etagen schauen die mit Champagner bewaffneten Privilegierten auf den winkligen Parcours und bejubeln die Volant-Artisten.
 
In diesem Jahr bestimmt allerdings ein anderer Gallizismus die Schlagzeilen vor dem traditionellen Saisonhöhepunkt: Das Wort Budget ist gerade en vogue und wird wohl auch noch während des Monaco-Wochenendes für reichlich Irritationen sorgen. Letzten Meldungen nach soll das politische Aperitif vom vergangenen Freitag dem ein oder anderen Teamchef noch schwer im Magen liegen.

Die Strecke:

Der 3,340 Kilometer kurze Rundkurs im Hafen von Monte Carlo ist nicht vergleichbar mit den anderen Rennstrecken im Kalender. Nirgendwo sind die Kurven enger, die Mauern näher und die Durchschnittsgeschwindigkeiten niedriger als im Fürstentum. Die mit rund 270 km/h schnellste Passage findet sich ausgangs des Tunnels in Richtung Hafen. Ansonsten wechseln sich vor allem Zweite- und Dritte-Gang-Kurven ab und sorgen für die relativ hohe Anzahl von 52 Schaltvorgängen pro Umlauf.

Wegen der geringen Distanz von Leitplanke zu Leitplanke sind Überholmanöver in Monte Carlo in der Regel Mangelware. Allerdings sind die soliden Straßenbegrenzungen auch der Hauptgrund dafür, dass es in Monaco nur selten langweilig ist. Kleine Fehler haben zumeist große Wirkung. Hier kann der Fahrer noch einen echten Unterschied machen und Schwächen des Autos kaschieren. Mangels Auslaufzonen ist auch das Safety-Car gerne gesehener Gast in den Gassen des Steuerparadieses.

Die Abstimmung:

Die extreme Strecke verlangt nach extremen Abstimmungen. Um auf möglichst viel Abtrieb zu kommen, bauen die Teams alles an Flügel auf die Autos was geht. Dass die steilgestellten Aerodynamik-Elemente auf Kosten der Endgeschwindigkeit gehen, ist hier zweitrangig. Die Zeit wird in den engen Kurven gemacht. Die vielen engen Ecken sorgen zudem für einen hohen Bremsenverschleiß.

Wo viel Zeit mit Bremsen draufgeht, bleibt weniger Zeit zum Gasgeben. Mit 43 Prozent ist der Vollgasanteil wenig überraschend sehr gering. Interessant wird zu sehen sein, ob die Autos mit Hybrid-Antrieb ihren KERS-Boost sinnvoll nutzen können oder ob die Nachteile (schlechteres Gewichtsverhältnis und instabilere Bremsbalance) überwiegen. Mercedes und Ferrari haben bereits angekündigt, die Batteriepakete einzupacken und den KERS-Einsatz zu wagen.
 
Die Favoriten:
 
In diesem Jahr stehen die Chancen so gut wie lange nicht, dass es einen Debütsieger gibt. Von den ersten sechs Piloten der Fahrer-WM konnte sich bisher nur Jarno Trulli in die Siegerlisten des Prestige Grand Prix eintragen. Doch nach der Schlappe in Barcelona scheint Toyota nicht mehr ganz auf einem Niveau mit Brawn GP und Red Bull zu stehen. Von den beiden Top-Teams war Rubens Barrichello mit drei zweiten Plätzen bisher am nächsten dran am Monaco-Erfolg. Teamkollege Jenson Button kann wenigstens einen Podiumsplatz (2004) im Fürstentum vorweisen. Die beiden Red Bull-Piloten Mark Webber und Sebastian Vettel werden es den weißen Autos allerdings schwer machen. Spannend wird zu sehen, was die wiedererstarkte Ferrari-Mannschaft zu bieten hat. In Barcelona wurde die Scuderia wegen individueller Fehler unter Wert geschlagen. Ist das Paket beisammen, sind Massa und Räikkönen sichere Punktekandidaten.

Neuentwicklungen:
 
In Monaco ist flügeltechnisch eigentlich alles neu. Die speziellen Abtriebspender werden nur in Monte Carlo derart vertikal in den Wind gestellt. Um das ganze Paket in Ruhe auf die Flügel abzustimmen, verzichten die meisten Teams auf großartige Neuerungen. Nur Red Bull hat bereits die Premiere des Doppeldiffusors angekündigt. Damit bleiben nur noch BMW-Sauber und Toro Rosso ohne den zweistöckig-durchfluteten Unterboden.
 
Expertenprognose: Jenson Button (Brawn GP)

"Auf keiner anderen Strecke wird soviel Adrenalin produziert wie in Monte Carlo. Der kleinste Fehler, und du hängst in der Mauer. Du spielst dauernd mit dem Gas, brauchst unheimlich viel Gefühl. Einmal voll drauftreten, und schon steht die nächste Kurve vor dir. 2004 bin ich hier Zweiter geworden. Klar, dass ich dieses Rennen jetzt auch gewinnen will. Wann hast du schon mal so ein gutes Auto zur Verfügung wie jetzt?"

"Unser Brawn GP sollte in Monaco gut gehen, weil das Auto mechanisch stark ist. Ich schätze aber auch McLaren stark ein. Lewis Hamilton kann hier eine ganz große Rolle spielen. Mal gespannt, wie sich die Red Bull aus der Affäre ziehen. Sie sind eher für schnelle Kurven gebaut. Mark Webber ist in Monte Carlo immer besonders stark. Bei Vettel bin ich gespannt. Er ist zwar im letzten Jahr Fünfter geworden, war im Training aber langsamer. Wie sie sehen, ich habe mich informiert. In Monte Carlo ist es ganz wichtig, so viele Informationen wie möglich aufzusaugen. Das könnte dir irgendwann nützlich sein."
 
Das passierte im Vorjahr:
 
Der Monaco GP 2008 ging nicht über die geplante Distanz von 78 Runden sondern wurde bereits nach 76 Umläufen abgewinkt. Regen und zahlreiche Unfälle sorgten für Verzögerung und teilweise chaotische Zustände im Leitplankendschungel. Lewis Hamilton musste nach einem Fahrfehler mit Reifenschaden an die Box, konnte mit Glück und einer couragierten Fahrt aber verlorenen Boden gutmachen und das Rennen am Ende sogar gewinnen. Zweiter wurde Robert Kubica vor Felipe Massa. Pechvogel des Rennens war eindeutig Adrian Sutil, der auf Position vier kurz vor Schluss von Kimi Räikkönen abgeschossen wurde.

Besonderheit:

In Monaco beginnt das Rennwochenende schon am Donnerstag mit den zwei ersten Trainingssitzungen. Dafür ist am Freitag traditionell kein Formel 1-Auto in der Stadt unterwegs.

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