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Vorschau GP Österreich 2014

Mercedes betritt Red Bull-Land

Sebastian Vettel - Spielberg 2014 Foto: Red Bull 16 Bilder

Nach 11 Jahren Pause feiert die Formel 1 ihr Comeback in Österreich. Die Rennstrecke in Spielberg wurde zwar mittlerweile in Red Bull-Ring umgetauft, hat sich aber vom Layout kaum verändert. Findet Mercedes beim Auswärtsspiel wieder auf die Siegerstraße zurück? Die Vorschau.

18.06.2014 Tobias Grüner

Die Königsklasse ist zurück in der Steiermark. Am Wochenende dröhnen wieder die Formel 1-Motoren in den Alpen. Mehr als ein Jahrzehnt haben die Österreicher auf die Rückkehr ihres Heimrennens warten müssen. Dank Dietrich Mateschitz ist Spielberg nun wieder auf der F1-Landkarte vertreten. Der Red Bull-Chef ließ den alten A1-Ring einmal komplett renovieren. Nach Investitionen in Tribünen, Anlagen und die Infrastruktur ist der neue Red Bull-Ring mittlerweile eine Rennstrecke auf höchstem F1-Niveau.

Vorschau Pirelli F1 GP Österreich Screenshot
F1 Vorschau GP Österreich: Virtuelle Runde über den GP-Kurs in Spielberg 1:24 Min.

Für die Mannschaft von Sebastian Vettel und Daniel Ricciardo ist das Heimspiel natürlich besonders wichtig. Mit aller Macht und einem größeren Technik-Update will Red Bull den zweiten Saisonsieg in Folge feiern. Die Erzrivalen aus Stuttgart wollen dagegen nach der ungeplanten Niederlage in Montreal möglichst schnell auf die Siegerstraße zurück. Den Mercedes-Verantwortlichen würde es sicher besondere Freude bereiten, dem direkten Konkurrenten die Party zu vermiesen.

Da der Grand Prix von Österreich lange nicht mehr auf dem Programm stand, reist die Formel 1 mit vielen Fragzeichen in die Alpenrepublik. Keiner weiß genau, wie sich die modernen Autos auf dem runderneuerten Kurs verhalten. Kann man Überholen? Was machen die Reifen? Gibt es ungeplante Überraschungen? Eine kurze Fahrerlager-Umfrage in Montreal hat jedoch gezeigt, dass sich alle Piloten auf die Rückkehr nach Österreich freuen. Für die meisten Piloten ist es die Premiere. Nur Felipe Massa, Jenson Button, Fernando Alonso und Kimi Räikkönen sind hier schon Rennen gefahren.

Die Strecke: Red Bull-Ring

Die 1969 unter dem Namen Österreichring eröffnete Grand Prix-Strecke in Spielberg schlängelt sich malerisch an den Alpenhängen. Der 4,326 Kilometer lange Kurs besitzt zwar nur 10 Kurven, doch trotz des einfach erscheinenden Layouts hält der Red Bull-Ring einige Tücken bereit. So fällt den Motoren in einer Höhe von 690 Metern das Atmen deutlich schwerer als in der Ebene. Von der Zielgerade bis zum höchsten Punkt nach Kurve 2 steigt die Strecke um satte 100 Meter an.

Die langen Geraden bieten zumindest in der Theorie gute Überholmöglichkeiten. Auf dem ansteigenden Vollgasstück zwischen den Kurven 1 und 2 sollten die Autos einen Top-Speed von rund 320 km/h erreichen. Hier bietet sich auch die beste Chance auf einen Angriff. Die beiden DRS-Zonen wurden von der FIA allerdings nicht in diesem Bereich angelegt sondern auf der Start-Ziel-Gerade und dem kurzen Vollgasstück zwischen Kurve 2 und 3. Pirelli geht mutig in das Österreich-Abenteuer. Der Reifenlieferant hat die weichen und die superweichen Gummis im Gepäck.

Fast Facts:

Streckenlänge: 4,326 Kilometer
Rennrunden: 71
Renndistanz: 307,146 Kilometer
Rundenrekord: 1:08.337 Min. (Michael Schumacher, 2003)
Anzahl der Kurven: 10 (3 links / 7 rechts)
Distanz Pole Position bis Kurve 1: 185 Meter
Höhe: 690 Meter

Setup für den GP Österreich:

Noch fehlen den Ingenieuren genaue Informationen zur Strecke in Spielberg. Das Basis-Setup muss anhand der Simulationsdaten berechnet werden. Die Ingenieure rechnen damit, dass sie in Sachen Heckflügel mit etwas mehr Abtrieb als in Montreal fahren müssen - etwa das gleiche Level wie in Malaysia und Bahrain. Der Frontflügel darf ebenfalls nicht zu flach gestellt werden. In den schnellen Kurven 5 und 6 droht sonst Untersteuern.

In Sachen Fahrwerk sind noch einige Fragen offen. Noch ist nicht klar, wie sehr die Kurbs in die Ideallinie einbezogen werden müssen. Die 3 langsamen Kurven zu Beginn der Runde verlangen etwas weichere Federn auf der Hinterachse für eine gute Traktion. Auch für die Bremsen sind die hohen Verzögerungswerte eine Herausforderung. Da die Carbon-Stopper auf dem Rest der Runde aber nicht so stark gefordert werden, ist die Belastung insgesamt aber eher durchschnittlich.

Die Updates:

Red Bull hat für das Heimrennen natürlich einiges Neues im Köcher. Teamberater Helmut Marko deutete zuletzt an, dass man Mercedes deutlich näher auf die Pelle rücken will. Außer einer neuen Generation Total-Sprits ist aber noch nicht nach außen gedrungen, was Vettel und Ricciardo alles an Updates am Auto haben. Mit was Mercedes kontern wird, ist ebenfalls noch nicht bekannt.

Force India hat die ersten Elemente des dreiteiligen Update-Pakets im Gepäck. In Österreich kommen zunächst neue Flügel. In Silverstone und Hockenheim wird mit Aero-Kleinteilen und einer neuen Kühlung nachgelegt. Wenig Neues erwarten wir von Ferrari. Die Italiener haben ihr Pulver schon in Montreal verschossen. Sicherlich wird die neue Motorhaube in Spielberg noch einmal getestet, die zuletzt nur um Training im Einsatz war.

Die Favoriten:

Trotz der Niederlage in Kanada hat sich am Favoritenstatus von Mercedes nichts geändert. Bis die Silberpfeile von der überhitzenden MGU-K-Steuereinheit überrascht wurden, diktierten Rosberg und Hamilton klar das Tempo. Das Layout mit den drei langen Geraden sollte dem Power-Triebwerk aus Brixworth wieder gut liegen. Auch die 3 Mercedes-Kunden Williams, McLaren und Force India sollten wieder eine gute Figur machen. Wie schon in Kanada sollte Williams dabei eine besonders gute Rolle spielen. Dem Auto mit dem Martini-Schriftzug liegen vor allem die langsamen Kurven.

We gut Red Bull gegen die Mercedes-Power ankämpfen kann, hängt vor allem von den Updates ab. Auch Strategie und Reifenverschleiß könnten eine Rolle spielen. Ein Podiumsplatz ist für Vettel und Ricciardo das Minimalziel. Ferrari backt dagegen seit Kanada kleinere Brötchen. Ganz so extrem wie in Montreal ist das Spielberg-Layout nicht auf Power ausgelegt. Aber mehr als WM-Punkte dürften für Räikkönen und Alonso nicht drin sein.

Expertenmeinung: Rob Smedley (Williams-Chefingenieur)

"Österreich ist eine neue Herausforderung für uns, aber dadurch auch eine große Möglichkeit, ein gutes Ergebnis zu erreichen. Es ist aufregend, nach 11 Jahren wieder hierher zurückzukommen. Das Layout könnte für einige Probleme in Sachen Reifen sorgen, vor allem weil die Temperaturen stark und schnell zwischen heiß und kalt schwanken können."

"Heiße Asphalttemperaturen würden vor allem auf die Hinterreifen gehen, weil die Traktion eine große Rolle spielt. Sollte es kalt werden, rechnen wir mit Körnen (Graining) des rechten Vorderreifens in den schnellen Kurven 5 und 6. Auch auf Bremsüberhitzung müssen wir aufpassen. Die Strecke ist kurz. Es werden 71 Runden gefahren. Das hat Auswirkungen auf die Strategie. Da müssen wir flexibel sein."

In unserer Bildergalerie zeigen wir die Fotos der ersten Testrunden von Sebastian Vettel in Spielberg.

SitzungStart (MEZ)
Freies Training 11. Training – Fr. 20. Juni – 10.00 Uhr
Freies Training 21. Training – Fr. 20. Juni – 14.00 Uhr
Freies Training 33. Training – Sa. 21. Juni – 11.00 Uhr
QualifyingQualifying – Sa. 21. Juni – 14.00 Uhr
RennenRennen – So. 22. Juni – 14.00 Uhr
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