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Vorschau GP Österreich 2016

Rosberg will den Spielberg-Hattrick

Nico Rosberg - GP Österreich 2015 Foto: Wilhelm 63 Bilder

Mercedes reist als Favorit zum neunten F1-Saisonlauf nach Österreich. Die Konkurrenz hofft, dass der neue Asphalt, die extrem weichen Reifen oder das feuchte Wetter etwas an der Dominanz ändern. In der Vorschau haben wir alle Infos zum Rennen in Spielberg.

29.06.2016 Tobias Grüner 1 Kommentar

Nach dem GP Europa in Aserbaidschan kehrt die Formel 1 ins Herz von Europa zurück. Der GP Österreich in Spielberg steht auf dem Plan. Beim neunten Saisonrennen ist der Fokus der Fans natürlich auf Red Bull gerichtet. Doch als guter Gastgeber hat das Brause-Imperium der silbernen Konkurrenz beim Heimspiel bisher immer den Siegerpokal überlassen. Nico Rosberg besitzt nach 2 Starts in der Steiermark immer noch eine weiße Weste. 2016 könnte er bereits den Hattrick perfekt machen.

Mercedes reist auch im dritten Jahr des modernen Spielberg-Rennens als Favorit an den Red Bull-Ring. Viele Faktoren sprechen nicht für eine Überraschung. Vielleicht wirft der neu verlegte Asphalt die Platzhirsche aus der Bahn. Dank des noch griffigeren Belags erwarten manche Ingenieure sogar neue Rundenrekorde. Auch die ungewöhnlich weichen Reifen bergen Überraschungspotential. Pirelli bringt neben Soft und Supersoft erstmals den Ultrasoft auf den schnellen Alpenkurs.

Der Blick auf das Wetter macht ebenfalls Hoffnung auf Spannung. Zumindest im Freien Training am Freitag und im Qualifying am Samstag ist mit Schauern und Gewittern zu rechnen. Am Rennsonntag müsste es nach den letzten Prognosen allerdings trocken bleiben. Sollte Mercedes doch wieder dominant unterwegs sein, bleibt wenigstens die Aussicht auf ein enges Silberpfeil-Duell. In den letzten 3 Rennen war der Kampf Hamilton gegen Rosberg leider immer schon (zu) früh entschieden.

Die Strecke – Red Bull-Ring:

Die 1969 unter dem Namen Österreichring eröffnete Grand Prix-Strecke in Spielberg schlängelt sich malerisch an den Alpenhängen entlang. Der 4,326 Kilometer lange Kurs besitzt zwar nur 9 Kurven, doch trotz des einfach erscheinenden Layouts hält der Red Bull-Ring einige Tücken bereit.

Von der Zielgerade bis zum höchsten Punkt nach Kurve 2 steigt die Strecke um satte 100 Meter an. Danach geht es größtenteils bergab ins Ziel. Vor allem das Anbremsen auf die ersten 2 engen Ecken erweist sich als knifflig. Für die anschließenden langen Geraden müssen die Piloten viel Schwung mitnehmen und eine gute Traktion beweisen.

Die Vollgaspassagen bieten zumindest in der Theorie gute Überholmöglichkeiten. Zwischen den Kurven 1 und 2 erreichen die Autos einen Top-Speed von über 300 km/h. Hier bietet sich die beste Chance auf einen Angriff. Die beiden DRS-Zonen wurden von der FIA allerdings nicht in diesem Bereich angelegt, sondern auf der Start-Ziel-Gerade und dem kurzen Vollgasstück zwischen Kurve 2 und 3.

Fast Facts zum GP Österreich 2015

  • Streckenlänge: 4,326 Kilometer
  • Rennrunden: 71
  • Renndistanz: 307,02 Kilometer
  • Rundenrekord: 1:08.337 Min. (Michael Schumacher, 2003)
  • Top-Speed: 310 km/h
  • Anzahl der Kurven: 9 (2 links / 7 rechts)
  • Distanz Pole Position bis Kurve 1: 323 Meter
  • Länge Boxengasse: 290 Meter
  • Zeitverlust: ca. 20 Sekunden
  • Höhe: 690 Meter
  • Safety-Car-Wahrscheinlichkeit: 50 Prozent

Das Spielberg-Setup:

Auf der in Sachen Rundenzeit kürzesten Strecke des Kalenders zählen vor allem Power und Top-Speed – wie zuletzt in Aserbaidschan. Außerdem muss das Auto stabil auf der Bremse verzögern und gut aus den langsamen Ecken herausbeschleunigen. Stichwort: Traktion. Daher gehen die Ingenieure auf der Hinterachse hier stets etwas weicher mit der Federung.

Der Heckflügel wird auf dem Red Bull Ring eine Spur steiler eingestellt als noch in Baku. Achtgeben müssen die Teams bei der Justierung des Frontflügels. Zu flache Flaps führen zu Untersteuern in den etwas schnelleren Kurven 6 und 7 sowie in den letzten beiden Rechtskehren. Zu steile Flügel kosten allerdings Höchstgeschwindigkeit. Hier gilt es, ein gesundes Maß zu finden.

Spannend ist, wie wichtig der Reifenfaktor sein wird. Der neue Asphalt ist wie bereits erwähnt etwas griffiger. Schon beim DTM-Rennen Ende Mai konnte man sehen, dass sich das positiv auf die Rundenzeit auswirkt. Pirelli bringt den Ultrasoft-Gummi nach Österreich. Wer ihn im Rennen lange am Leben hält, kann sich einen großen Vorteil erarbeiten.

Technische Updates:

In Sachen Technik-Upgrades gaben sich die Teams zuletzt bedeckt. In vielen Fabriken wird bereits mit Hochdruck an den Autos für 2017 gearbeitet. Weil Spielberg vom Abtriebslevel den Strecken in Kanada und Aserbaidschan sehr ähnlich ist, glauben wir nicht daran, viele neue Teile zu entdecken. Ein genaueres Auge werden wir aber auf Red Bull werfen. Gut möglich das die Ingenieure zum Heimspiel ein kleineres Paket geschnürt haben.

Lewis Hamilton - Mercedes - GP Österreich - Qualifiying - Formel 1 - Samstag - 20.6.2015Foto: xpb
Die Strecke in Spielberg liegt malerisch in den Alpen.

Favoriten:

Nach spannenden Rennen in Monaco und Montreal brachte Baku die große Ernüchterung. Mercedes fuhr Kreise um die Konkurrenz und gewann das Rennen mit angezogener Handbremse. Nico Rosberg macht Ferrari und Red Bull keine große Hoffnung: „Unser Auto sollte auch da gut laufen. Es läuft ja sowieso überall gut. Bei allen anderen Teams ist die Form schwankend, aber wir liefern immer eine gute Performance – egal wo. Deshalb bin ich mir sicher, dass Österreich auch wieder ein gutes Wochenende wird.“

Wegen des großen Power-Anteils erwarten wir Ferrari im Verfolgerfeld wie schon in Baku stärker als Red Bull. Auch Williams dürfte dank Mercedes-Power ein sicherer Punktekandidat sein. Besonders aufpassen muss man erneut auf Force India. Sergio Perez fuhr bei 2 der letzten 3 Rennen aufs Podium. Jetzt wäre eigentlich auch mal Nico Hülkenberg dran. „Seit Monaco läuft es super“, so der Rheinländer. „Top Ten sollte mindestens drin sein. Wir wollen aber auch das ein oder andere Top-Team ärgern.“

Schlechter als gewohnt sollte es für Toro Rosso und McLaren laufen. Die Faktoren Motorleistung und Top-Speed sind nicht gerade ihre Stärken. Ganz am Ende des Feldes erwarten wir wieder Sauber, Renault und Manor.

So lief das Rennen im Vorjahr – GP Österreich 2015:

Nico Rosberg legte den Grundstein für den zweiten Spielberg-Erfolg schon am Start. Auf dem Weg in die erste Kurve beschleunigte der Deutsche Pole-Setter Lewis Hamilton aus und gab die Führung anschließend nicht mehr ab. Weil Hamilton nach dem Boxenstopp die weiße Linie am Ausgang überfuhr, setzte es noch eine Fünf-Sekunden-Strafe für den Briten, die für die endgültige Entscheidung sorgte.

Der Kampf um den dritten Podestplatz entschied Felipe Massa im Duell mit Sebastian Vettel für sich. Die Ferrari-Mechaniker hatten beim Boxenstopp Probleme, das rechte Hinterrad zu montieren, was zu einer verlängerten Standzeit führte. Für einen Schreckmoment sorgte der Crash von Kimi Räikkönen und Fernando Alonso direkt nach dem Start. Die Autos hatten sich an den Rädern berührt und waren in die Leitplanke gekracht. Der McLaren blieb am Ende auf dem Ferrari liegen. Nur durch Glück wurde keiner der Piloten verletzt.

In unserer Galerie zeigen wir noch einmal die spektakulären Bilder aus dem Vorjahr.

Neuester Kommentar

Hallo Herr Gruener,
aus Ihrer Erfahrung mit Imponiervokabeln, bitte ich um Erklaereung des Unterschiedes zwischen Pole-Setter und Pole-Sitter.
Vielen Dank.

Marcol 29. Juni 2016, 21:20 Uhr
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