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Vorschau GP Russland 2014

Formel 1 betritt Neuland in Sochi

Sochi - GP Russland 2014 Foto: Sochi Autodrom 57 Bilder

Eine Woche nach dem schweren Unfall von Marussia-Fahrer Jules Bianchi gastiert die Formel 1 erstmals in Russland. Auf dem Olympia-Gelände von Sochi wurde ein schneller und abwechslungsreicher Kurs eingerichtet. In unserer Vorschau erfahren Sie alles über die Strecke und die Favoriten für die Premiere.

08.10.2014 Tobias Grüner

Zum ersten Mal in der Geschichte der Königsklasse wird ein Grand Prix in Russland gestartet, allerdings ist die Vorfreude nach dem Bianchi-Crash getrübt, auch weil der Franzose ausgerechnet für den einzigen russischen Rennstall in der Formel 1 fährt.

Vorschau-Screenshot - GP Russland 2014
GP Russland: Sochi aus Reifensicht 1:24 Min.

Für die meisten Piloten ist die Strecke zwischen den Eisstadien im olympischen Park von Sochi noch Neuland. Wer wie Adrian Sutil und Nico Hülkenberg keinen Simulator zur Verfügung hat, muss sich erst einmal auf den neuen, von Formel 1-Architekt Hermann Tilke gezeichneten Kurs einschießen. Mangels Höhenunterschieden, Kuppen und blinden Kurven sollte das allerdings nicht allzu lange dauern.

Ob eine neue Strecke etwas an der Überlegenheit von Mercedes ändern wird, ist zu bezweifeln. Zuletzt waren die Silberpfeile auf jeder Art Streckenlayout und bei jedem Wetter unantastbar. Nach den letzten Wetterberichten sieht es so aus, als müssten die Piloten in Sochi keine Regenschlacht wie in Suzuka fürchten. Für das Wochenende sind angenehme 20°– 23°C bei Sonnenschein vorhergesagt.

Die Strecke: Sochi Autodrom

Die kurz hinter der Schwarzmeerküste gelegene Strecke in Sochi ist mit 5,853 Kilometern nach Spa und Silverstone die drittlängste im Kalender. Sie führt kreuz und quer über das Gelände der olympischen Winterspiele 2014. Die Piloten passieren Eissporthallen, umrunden den Platz mit der großen Fackel und kommen auch am Olympiastadion vorbei. Wegen dem Großereignis im Februar ruhten die Arbeiten an der Rennstrecke für mehrere Monate. Erst im August wurde die letzte Asphaltschicht gelegt.

Der Kurs besteht aus 18 Kurven, die zumeist im Bereich von 80 - 140 km/h durchfahren werden. Die Piloten fahren im Uhrzeigersinn. Dass trotzdem die rechte Seite des Nackens besonders belastet wird, liegt an der langgezogenen Kurve 3/4, die am Ausgang mit knapp 300 km/h durchfahren wird. Hier herrschen Fliehkräfte von 3,4g über mehr als 6 Sekunden. Die besten Überholmöglichkeiten gibt es vor den rechtwinkligen Kurven 3 und 14. Auf der Geraden vor Kurve 3 werden die Top-Speeds von ca. 330 km/h erreicht. Lotus erwartet eine Rundenzeit für das Qualifying von 1:42.5 Minuten.

Fast Facts zum GP Russland:

  • Streckenlänge: 5,853 km
  • Rundenzahl: 53
  • Vollgasanteil: 54 Prozent
  • Anteil Geraden: 34 Prozent
  • Bremsanteil: 17 Prozent
  • Reifenverschleiß: mittel
  • Bremsbelastung: mittel
  • Gangwechsel pro Runde: 72
  • Geringste Kurvengeschwindigkeit: 88 km/h (T13)
  • Höchste Kurvengeschwindigkeit (Scheitel): 266 km/h (T4)
  • Top-Speed: 321 km/h
  • Distanz von Startlinie bis erste Kurve: 630 Meter
  • Längste Vollgaspassage: 1.050 Meter (T18-T2)

Das Setup:

Die Teams haben noch keine Erfahrungen, mit welchen Einstellungen in Sochi gefahren werden muss. Der Trainingsfreitag ist für die Abstimmungsarbeit besonders entscheidend. Im Simulator konnten viele Teams bereits ein Basis-Setup herausfahren. Es wird spannend zu sehen, ob die Strecke oder der Asphalt besondere Überraschungen bereithält.

Die Ingenieure erwarten ähnlich hohe Abtriebswerte wie in Singapur. Vor allem in Sachen Frontflügel dürfen sie den Anstellwinkel nicht zu klein wählen. In den vielen 90°-Kurven herrscht sonst die Gefahr von Untersteuern. Obwohl der Asphalt topfeben ist, darf die Federung vor allem auf der Hinterachse nicht ganz so hart und tief anfallen, sonst leidet die Traktion und der Reifenverschleiß geht in die Höhe. Pirelli bringt übrigens die Mischungen Soft und Medium zur Sochi-Premiere.

Updates:

So spät in der Saison sieht man bekanntlich nur noch wenige Updates. In Sochi werden die Teams aber noch weniger Neuteile an den Autos zeigen als gewöhnlich. In der WM-Wertung sind viele Positionen bezogen. Das Rennen findet nur 7 Tage nach dem GP Japan statt. Während des stressigen Übersee-Doppelschlags bleibt für Neuentwicklung nur wenig Zeit. Außerdem dürfen die Teams keine Teile aus Europa einführen. Es darf nur das Material aus Japan mitgebracht werden.

Die Favoriten:

Nach 3 Hamilton-Siegen in Folgen, ist der WM-Spitzenreiter auch für Sochi wieder der Top-Favorit. Teamkollege Nico Rosberg muss die Serie so schnell wie möglich unterbrechen, will er noch eine Chance auf den Titel haben. Alles andere als ein Mercedes-Sieg wäre eine riesen Überraschung. Der Abstand auf die Konkurrenz schien zuletzt sogar leicht angewachsen. Die Silberpfeile könnten in Sochi sogar den Konstrukteurspokal klarmachen. Red Bull müsste im viertletzten Rennen des Jahres schon mehr als 18 Punkte auf Mercedes aufholen, um den Teamtitel noch zu verhindern.

Realistischer ist, dass Red Bull mit Williams wieder um die Plätze 3-6 kämpfen wird. Dahinter streiten sich Ferrari und McLaren um WM-Punkte. Gerne würde auch Force India in diesen Kampf eingreifen. In Singapur und Suzuka konnten Nico Hülkenberg und Sergio Perez aber noch nicht das Maximum aus dem größeren Update-Paket herausholen. Stattdessen musste man sich mit Toro Rosso um die letzten Plätze in den Top Ten streiten.

In unserer Bildergalerie zeigen wir Ihnen die Fotos vom Bau der Rennstrecke und den Vorbereitungen.

SessionTermin (MEZ)
Freies Training 1Freitag, 10. Oktober - 8 Uhr
Freies Training 2Freitag, 10. Oktober - 12 Uhr
Freies Training 3Samstag, 11. Oktober - 10 Uhr
QualifikationSamstag, 11. Oktober - 13 Uhr
RennenSonntag, 12. Oktober - 13 Uhr
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