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Vorschau GP Russland 2016

Ferrari plant den Gegenschlag

Kimi Räikkönen - GP China 2016 Foto: sutton-images.com 69 Bilder

Geht die Siegesserie von Nico Rosberg in Russland weiter? Oder gelingt Lewis Hamilton endlich der Befreiungsschlag? Und wie nah ist Ferrari mit den geplanten Motoren-Updates dran? Alle Infos zum Sochi-Rennen gibt es in der Vorschau.

27.04.2016 Tobias Grüner

Langsam wird es unheimlich. In Shanghai feierte Nico Rosberg bereits seinen sechsten Sieg in Folge. In der WM-Wertung ist der Deutsche Teamkollege Hamilton dadurch bereits weit enteilt. 36 Zähler beträgt der Rückstand nach 3 Rennen. So langsam sollte der Weltmeister also den Konter starten. Da kommt die Strecke in Russland gerade recht. Zwischen den Olympia-Sportstätten ist Hamilton noch ungeschlagen.

Auch bei Ferrari hofft man auf die Wende. 9 Mal in Folge ging der größte Pokal nun schon an einen Silberpfeil-Piloten. Damit ist Mercedes schon dicht dran am ewigen McLaren-Rekord von 11 Siegen aus der Saison 1988. Um eine neue Bestmarke zu verhindern, planen die Ferrari-Ingenieure für das Russland-Gastspiel mit einem größeren Technik-Update. Um mehr Power aus den V6-Motoren zu holen, sollen angeblich bereits früh in der Saison die ersten Entwicklungstoken eingesetzt werden.

Egal wer in Russland gewinnt - eines wird es in Sochi dieses Jahr erstmals nicht geben: eine Meisterfeier. 2014 und 2015 konnte Mercedes in Russland immer den Konstrukteurspokal vorzeitig klarmachen und eine große Party starten. In dieser Saison rückte das Rennen an der Schwarzmeerküste erstmals vom Herbst in den Frühling. Die Temperaturen dürften mit knapp 20°C allerdings ähnlich moderat ausfallen wie bei den ersten beiden Gastspielen.

Die Strecke: Sochi Autodrom

Mit 5,853 Kilometern ist der Kurs im olympischen Park nach Spa, Silverstone und Baku der viertlängste im Kalender. Die Piloten passieren über 12 Links- und 7 Rechtsskurven Eissporthallen, umrunden den Platz mit der großen Fackel und kommen auch am imposanten Olympiastadion vorbei. Teilweise geht es über öffentliche Wege, weshalb das Grip-Niveau vor allem zu Beginn des Wochenendes stets zu Wünschen übrig lässt.

Die Piloten kreiseln im Uhrzeigersinn. Dass trotzdem die rechte Seite des Nackens besonders belastet wird, liegt an der langgezogenen Omega-Kurve 3/4, die am Ausgang mit knapp 300 km/h durchfahren wird. Hier herrschen Fliehkräfte von 3,4g über mehr als 6 Sekunden. Die ersten beiden Jahre haben gezeigt, dass Überholen in Sochi nicht einfach ist. Die besten Chancen zum Angriff gibt es vor Kurve 2. Auf der Anfahrt werden Top-Speeds von ca. 330 km/h erreicht.

Fast Facts zum GP Russland:

  • Streckenlänge: 5,853 km
  • Rundenzahl: 53
  • Renndistanz: 310,209 km
  • Anzahl Kurven: 19 (12 rechts / 7 links)
  • Top-Speed: 332 km/h
  • Distanz Start bis erste Kurve: 450 Meter
  • Länge Boxengasse: 330 Meter
  • Reifenverschleiß: niedrig
  • Bremsbelastung: mittel
  • Safety-Car-Wahrscheinlichkeit: 50 Prozent (1/2)

Das Setup:

In puncto Abtrieb sind die Autos wie bei allen Stadtkursen am oberen Limit unterwegs. Vor allem beim Frontflügel darf der Anstellwinkel nicht zu klein gewählt werden, um die Tendenz zum Untersteuern in den vielen 90-Grad-Kurven zu lindern. Obwohl der Asphalt topfeben ist, sollte die Federung vor allem auf der Hinterachse nicht ganz so hart und tief ausfallen, sonst leidet die Traktion. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Bremsstabilität in den Stop-&-Go-Abschnitten.

Dem Reifenverschleiß müssen die Ingenieure dagegen keine große Beachtung schenken. Pirelli fehlte wieder einmal der Mut zum Risiko. Obwohl es mit Supersoft und Soft im Vorjahr gerade einmal 19 Boxenstopps im ganzen Feld gab, verzichtete der Reifenhersteller auf den ersten Einsatz der neuen Ultrasoft-Mischung. Als dritte Sorte kommt diese Saison der Medium hinzu, von dem - bis auf Manor - alle Piloten nur einen Satz geordert haben. Bei Stintlängen von bis zu 40 Runden auf dem Supersofts rechnen wir auch in diesem Jahr mit einem klaren Einstopp-Rennen.

Technik-Updates:

Normalerweise lassen die ersten größeren Technik-Updates bis zum Europa-Auftakt in Barcelona auf sich warten. Doch einige Teams haben angekündigt, neue Entwicklungsteile schon 14 Tage zuvor in Russland zu testen. Bei Force India wird der neue Frontflügel vorgezogen, der eigentlich erst in Barcelona debütieren sollte. Und auch von Mercedes hören wir, dass interessante Aero-Upgrades geplant sind.

Besonders gespannt sind wir aber auf die Motoren-Entwicklung bei Ferrari. Glaubt man italienischen Medien, sollen die Ingenieure 3 ihrer nur 9 für die Saison verbleibenden Token jetzt schon zur Leistungssteigerung eingetauscht haben. Man hört von Modifikationen der Brennkammern. Wegen Turbo-Problemen musste Ferrari zuletzt Power zurücknehmen.

Die Favoriten:

Bei den ersten beiden Rennen in Russland stand wie schon erwähnt Lewis Hamilton ganz oben auf dem Podium. Nico Rosberg fuhr im Labyrinth zwischen den Olympia-Hallen aber stets auf Augenhöhe mit dem Teamkollegen. 2014 musste der Deutsche wegen eines heftigen Verbremsers vor der ersten Kurve früh an die Box und warf damit alle Siegchancen weg. 2015 fiel er in Führung liegend wegen eines Defekts am Gaspedal aus.

Die große Frage lautet, ob sich Ferrari in das Silber-Duell einmischen kann. Laut Teamchef Maurizio Arrivabene fuhren die roten Autos in China nur eine Zehntel hinterher. Weil sich Ferrari mit Kollisionen und Technik-Problemen bisher immer selbst geschlagen hat, ist schwer zu sagen, wie gut die Pace wirklich ist. Bisher hatte Mercedes stets Reserven, wenn die Italiener drohten, zu nahe zu kommen. Doch wenn das Motor-Update einschlägt, könnte es spannend werden.

Red Bull erwarten wir wegen des hohen Vollgasanteils und mangels schneller Kurven nicht als Kandidat für das Podium. Allerdings galt das gleiche auch für China. Und dann staubte Daniil Kvyat, der in Russland sein Heimrennen fährt, am Ende trotzdem einen Pokal ab. Interessant wird der Blick auf HaasF1. Nach der Pleite von Shanghai sollte dem US-Team das Sochi-Layout wieder deutlich mehr entgegenkommen. Allerdings kann Haas seinen Reifenverschleiß-Vorteil hier nicht ausspielen.

Im Kampf um die Punkte werden sicher auch Toro Rosso, Williams und Force India wieder ein Wörtchen mitreden. Beim Team von Nico Hülkenberg, der seinen 100. GP bestreitet, kommt es darauf an, wie gut der neue Frontflügel einschlägt. Toro Rosso hofft, den Leistungsnachteil des alten Ferrari-Motors kompensieren zu können. Und Williams will endlich das Potenzial der neuen kurzen Nase und des Frontflügel-Update ausloten.

So lief der GP Russland im Vorjahr:

Nico Rosberg startete den zweiten Russland Grand Prix im Jahr 2015 von der Pole Position. Nachdem er sich beim Rennen zuvor in Japan am Start noch von Lewis Hamilton abkochen ließ, verteidigte er seine Position dieses Mal konsequent. Ein Happy End gab es trotzdem nicht für den späteren Vizeweltemeister. Ein kleine Rückholfeder am Gaspedal sorgte für das frühe Aus schon nach 7 Runden.

So fuhr Lewis Hamilton trotz zweiter Safety-Car-Phasen relativ entspannt zum 9. Saisonsieg. Mercedes machte damit vorzeitig den Titel in der Teamwertung klar. Den Kampf um Rang 2 entschied Sebastian Vettel mit einer besseren Strategie im Kampf gegen Valtteri Bottas für sich. In der letzten Runde kollidierte der Finne auch noch mit seinem Landsmann Kimi Räikkönen, wodurch Sergio Perez etwas glücklich auf dem dritten Podiumsplatz landete.

In unserer Galerie zeigen wir noch einmal die Bilder des Crashfests von Russland 2015.

SessionTermin (MEZ)
Freies Training 1Freitag, 29. April - 9 Uhr
Freies Training 2Freitag, 29. April - 13 Uhr
Freies Training 3Samstag, 30. April - 11 Uhr
QualifikationSamstag, 30. April - 14 Uhr
RennenSonntag, 1. Mai - 14 Uhr
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