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Vorschau GP Singapur 2014

Nacht der Sterne

Lewis Hamilton - GP Singapur 2013 Foto: Wilhelm 58 Bilder

Das Formel 1-Titelduell biegt auf die Zielgerade ein. Nur noch 6 Übersee-Rennen stehen auf dem Kalender. Den Auftakt macht am Wochenende Singapur. In unserer Vorschau sagen wir Ihnen, wer beim Nacht-Spektakel in Südost-Asien die besten Chancen hat.

17.09.2014 Tobias Grüner

Der silberne WM-Kampf spitzt sich zu. Vor 2 Wochen in Monza konnte Lewis Hamilton den Rückstand auf Teamkollege Nico Rosberg bereits auf 22 Punkte verkürzen. Mit einem Sieg in Singapur sollen noch mindestens 7 weitere Zähler vom Vorsprung des Stallrivalen abgeknabbert werden. Doch so einfach wie Italien wird Rosberg den Sieg nicht noch einmal verschenken. In Singapur ist der Deutsche traditionell besonders gut unterwegs.

Eine weitere Frage lautet, ob die Konkurrenz nach den Power-Strecken von Spa und Monza in Singapur wieder näher an den Silberpfeilen dran ist. Vor allem die Fans von Sebastian Vettel werden am Sonntag (21.9.2014) gebannt vor dem Fernseher sitzen. In den letzten 3 Jahren konnte der Weltmeister das prestigeträchtige Nachtrennen jeweils gewinnen. Wenn Daniel Ricciardo den Heppenheimer auch auf seiner Paradestrecke schlagen kann, dann dürften Vettel langsam die Antworten ausgehen.

Screenshot - Pirelli - Singapur-Vorschau 2014
GP Singapur: Das Flutlicht-Spektakel aus Reifensicht 1:24 Min.

Auch neutrale Zuschauer können sich auf den Kracher unter Flutlicht freuen. Singapur ist immer ein Garant für Action und Spannung. Die Strecke ist rutschig. Auslaufzonen gibt es wenige. Seit der Premiere 2008 kam das Safety-Car in jedem Rennen mindestens ein Mal zum Einsatz. Was es noch nie gab, ist dagegen Regen. Trotz täglichen Tropen-Schauern warten wir immer noch gespannt auf die Kombination aus feuchter Strecke und Flutlicht. Vielleicht ist es ja dieses Jahr endlich soweit. Für zusätzlichen Zündstoff sorgen die neuen Einschränkungen im Funkverkehr.

Die Strecke: Marina Bay Street Circuit

Der 5,073 Kilometer lange Kurs im Stadtteil Marina Bay führt die Piloten zu 70 Prozent über öffentliche Straßen. Entsprechend gering ist der Griplevel auf dem Asphalt. Die regelmäßigen Regengüsse verhindern zudem, dass sich eine klebrige Gummischicht auf der Ideallinie bilden kann. Die vielen Bodenwellen machen den Ritt durch den Leitplankendschungel für die Piloten zur Tortur. Als wären Temperaturen von über 30°C und eine Luftfeuchtigkeit auf Sauna-Niveau nicht schon anstrengend genug.

Viele Stellen zum Ausruhen gibt es auf dem winkligen Stadtkurs mit seinen 23 Kurven nicht. Jeder Fehler kann in der Bande enden. Bei einer Rennzeit von fast zwei Stunden muss die Kondition passen. Sonst sinkt die Konzentration in den letzten Runden. Viele Fahrer bezeichnen den GP Singapur als das körperlich anstrengendste aller Rennen. Trotz zweiter DRS-Zonen (Zielgerade & Passage T 5 - T7) ist das Überholen schwierig.

Fast Facts zum GP Singapur

  • Streckenlänge: 5,065 Kilometer
  • Anzahl Runden: 61
  • Renndistanz: 308,828
  • Rundenrekord: Sebastian Vettel: 1:48.574 Min (2013)
  • Längste Vollgaspassage: 650 Meter
  • Anteil der Bremsphasen an der Rundenzeit: 20 Prozent
  • Vollgasanteil: 42 Prozent
  • Distanz von der Pole Position bis zur ersten Kurve: 300 Meter
  • Reifensorten: Soft / Super Soft
  • Reifenverschleiß: gering
  • Spritverbrauch: hoch (1,7 kg/Runde)
  • Spritfaktor: 0,33 Sekunden/10 Kilogramm
  • Bremsenverschleiß: hoch
  • Safety-Car-Wahrscheinlichkeit: hoch (7 von 7 Rennen)

Singapur-Setup:

Die Stop-and-Go-Charakteristik führt in Verbindung mit den hohen Außentemperaturen zu einer hohen Bremsbelastung. Entsprechend groß müssen die Belüftungshutzen dimensioniert sein. Auch die Bremsbalance ist wichtig. Ein stabiles Auto in den Bremszonen bringt Vertrauen und Zehntel auf der Uhr. Die Einstellungen des Flügelwerks ist ebenfalls extrem. Die vielen rechtwinkligen Kurven verlangen maximalen Abtrieb. Obwohl es für einen Stadtkurs ungewöhnlich lange Geraden gibt ist Top-Speed zweitrangig – ganz im Gegensatz zum vergangenen Rennen in Monza.

Das Fahrwerk muss weich und hoch eingestellt werden, um Bodenwellen und Kerbs abzufedern und ein Aufsetzen des Unterbodens zu verhindern. Aus den langsamen Kurven ist eine gute Traktion gefordert. Reifenverschleiß ist wegen der vielen Beschleunigungsphasen und wenigen schnellen Kurven vor allem auf der Hinterachse zu spüren. Zum Glück sinken die Asphalttemperaturen nach Sonnenuntergang und lindern damit den Gummi-Abbau. Pirelli bringt wie immer die beiden weichsten Mischungen aus dem Sortiment.

Die Updates:

Neben dem Europa-Auftakt in Barcelona ist Singapur für die Ingenieure der zweite wichtige Termin des Jahres. Fast alle Teams reisen mit neuen Teilen im Gepäck zum ersten der letzten 6 Übersee-Rennen. Williams, Lotus, McLaren und Force India haben größere Aero-Pakete bereits vorher angekündigt. Die anderen Teams hielten sich mit Entwicklungsdetails noch zurück.

Nach Informationen von auto motor und sport soll Toro Rosso eine neue Nase bekommen. Mercedes wird seinen Getriebe-Joker ziehen und die Übersetzung ändern. Bisher war der Silberpfeil stets etwas zu lang übersetzt. Für Sebastian Vettel gibt es ein nagelneues Chassis – schon die Nummer 4 in diesem Jahr. Wenn der Reifenverschleiß mit der neuen Karbonröhre immer noch überdurchschnittlich hoch ausfällt, muss es wohl doch an der Fahrweise des Champions liegen.

Die Favoriten:

Nach 3 Vettel-Siegen in Folge wird dieses Jahr wohl mal wieder ein anderer Pilot ganz oben auf dem Siegertreppchen stehen. Beste Chancen auf den größten Pokal haben natürlich die beiden Mercedes-Piloten. In Monza musste sich Nico Rosberg im Silber-Duell noch klar geschlagen geben. In Singapur ist der gebürtige Wiesbadener aber immer besonders gut unterwegs. Schon bei der Premiere 2008 hätte der damalige Williams-Pilot unter Flutlicht seinen ersten Sieg feiern können, wenn nicht der absichtliche Piquet-Crash Alonso an die Spitze gebracht hätte.

Aber auch Hamilton ist auf Stadtkursen immer gut unterwegs. 2009 gewann er das Nachtrennen. 2012 verhinderte nur ein Getriebeschaden am McLaren den zweiten Sieg. 2013 ging das Mercedes-Duell übrigens knapp an Rosberg. 2 Sekunden trennten die beiden Silberpfeile auf den Rängen 4 und 5. Etwas Sorge dürfte den Ingenieuren die MGU-K machen. Stop-&-Go und hohe Temperaturen führten bereits mehrmals in diesem Jahr zu technischen Problemen (Überhitzung) an dem Hybrid-Baustein.

Wie sich die Konkurrenz hinter den beiden Werks-Mercedes sortiert, ist schwer zu prognostizieren. Nach der Sommerpause präsentierten sich die Mercedes-Kundenteams auf den Power-Strecken in Spa und Monza erwartet stark. In Singapur wollen Ferrari und Red Bull wieder kontern und ein Wörtchen um die Podiumsplätze mitsprechen. Dank wechselnder Wetter-Bedingungen und der vielen Technik-Updates sind Überraschungen aber nicht ausgeschlossen. Unser Geheimtipp heißt Toro Rosso.

Expertenmeinung: Nick Chester (Technikchef Lotus)

"Auf dem Marina Bay Circuit gibt es viele langsame Kurven. Hier darf man sich keine Schwäche leisten. Auch die Bremsstabilität muss passen. Ein gutes Einlenkverhalten und Traktion sind auf dem einzigartigen Kurs ebenfalls wichtig. Bei Anbruch der Dunkelheit müssen die Fahrer den Ingenieuren erzählen, wie sich das Auto verändert, wenn die Temperaturen runtergehen. Nach der Erfahrung der letzten Jahre haben wir aber schon eine Idee, welche Anpassungen in Sachen Balance nötig sind."

"Da alle Autos mit maximalem Abtrieb unterwegs sein werden, kommt es vor allem auf das mechanische Setup an, um das Beste herauszuholen. Der Grip in den langsamen Kurven ist der entscheidende Faktor. Wegen der vielen Bremszonen ist das Sammeln von Hybrid-Energie kein großes Problem. Auch die ungewöhnlichen Startzeiten sind keine große Herausforderung. Unser Team tut sich leicht damit, einfach auf europäischer Zeit zu bleiben. "

So lief das Rennen im Vorjahr - GP Singapur 2013

Sebastian Vettel fuhr 2013 ungefährdet zum Singapur-Hattrick. Nur kurz am Start geriet der Pole Setter unter Druck von Nico Rosberg, der den Angriff aber erfolglos abblasen musste. Für Spannung sorgte ein Crash von Daniel Ricciardo in der 33. Runde. Die Safety-Car-Phase zwang die Ingenieure zu schwierigen Strategie-Entscheidungen.

Die besten Taktiker saßen bei Ferrari und Lotus am Kommandostand. Sowohl Fernando Alonso als auch Kimi Räikkönen wurden während der Neutralisation an die Box gerufen. Die riskante Taktik mit einem langen Schluss-Stint brachte die beiden aktuellen Teamkollegen bis aufs Podium. Mercedes ließ seine Fahrer dagegen auf der Bahn, stoppte später und verpasste somit mit beiden Autos den Sprung aufs Treppchen.

In der Bildergalerie zeigen wir Ihnen noch einmal die Highlights aus dem Vorjahr.

SessionTermin
Freies Training 1Freitag, 19. September - 12 Uhr
Freies Training 2Freitag, 19. September - 15.30 Uhr
Freies Training 3Samstag, 20. September - 12 Uhr
QualifikationSamstag, 20. September - 15 Uhr
RennenSonntag, 21. September - 14 Uhr
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