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Vorschau GP Singapur 2016

Das Angstrennen von Mercedes

Lewis Hamilton - GP Singapur 2016 Foto: Wilhelm 54 Bilder

Beim GP Singapur setzte es 2015 für Mercedes die letzte große Pleite. Wiederholt sich die Geschichte oder hat das Silberpfeil-Team daraus gelernt? In der Vorschau verraten wir, welchen Gegner Hamilton und Rosberg am meisten fürchten müssen.

14.09.2016 Tobias Grüner 4 Kommentare

Mit dem Grand Prix von Singapur beginnt für die 11 Formel 1-Teams das große Überseefinale. 7 Rennen außerhalb des europäischen Kontinents müssen in gut 2 Monaten die Entscheidung im Meisterkampf bringen. So spannend wie dieses Jahr war es lange nicht. Nur 2 Pünktchen trennen Lewis Hamilton und Nico Rosberg an der Tabellenspitze.

Doch ausgerechnet jetzt wartet mit dem Nacht-GP in Singapur das größte Angstrennen auf das Weltmeisterteam. Vor 12 Monaten kassierte man an gleicher Stelle unter Flutlicht eine herbe Niederlage gegen Ferrari und Red Bull. Man habe die Probleme von damals analysiert und sei gespannt, ob die richtigen Schlüsse gezogen wurden, erklärte Teamchef Toto Wolff. „Wir reisen nicht als Favoriten an.“

Screenshot - GP Singapur Vorschau - Lewis Hamilton - Mercedes - 2015
Vorschau GP Singapur: Eine Runde unter Flutlicht 1:26 Min.

Singapur ist immer auch ein wenig Lotterie. Seit 2008 ist die Königsklasse in der asiatischen Metropole unterwegs. Noch nie konnte ein Team hier ein Doppelsieg landen. Und in jedem Jahr war mindestens ein Mal das Safety-Car auf der Strecke im Einsatz. Dabei hatte die Formel 1 bisher immer Glück mit dem Wetter. Die fast täglichen Tropenschauer gingen nie während des Rennens nieder. Wie sich Flutlicht und Regen vereinbaren weiß somit noch niemand.

Die Strecke: Marina Bay Street Circuit

Der 5,073 Kilometer lange Kurs im Stadtteil Marina Bay führt die Piloten zu 70 Prozent über öffentliche Straßen. Entsprechend gering ist der Griplevel. Die regelmäßigen Regengüsse verhindern zudem, dass sich eine klebrige Gummischicht auf der Ideallinie bilden kann. Die vielen Bodenwellen machen den Ritt durch den Leitplankendschungel für die Piloten zur Tortur. Als wären Temperaturen von über 30°C und eine Luftfeuchtigkeit auf Sauna-Niveau nicht schon anstrengend genug.

Viele Stellen zum Ausruhen gibt es auf dem winkligen Stadtkurs nicht. 23 Kurven sind Rekord im Kalender. Und jeder kleine Fehler kann in der Bande enden. Trotz zweiter DRS-Zonen (Zielgerade & Passage T5 – T7) ist das Überholen schwierig. Bei einer Rennzeit von fast 2 Stunden muss die Kondition passen. Sonst sinkt die Konzentration in den letzten Runden. Viele Fahrer bezeichnen den GP Singapur als das körperlich anstrengendste aller Rennen.

Fast Facts zum GP Singapur

  • Streckenlänge: 5,065 Kilometer
  • Anzahl Runden: 61
  • Renndistanz: 308,828
  • Rundenrekord (Rennen): Daniel Ricciardo, 1:50.041 Min (2015)
  • Distanz von Pole Position bis T1: 301 Meter
  • Längste Gerade: 832 Meter (vor T7)
  • Anteil der Bremsphasen an der Rundenzeit: 20 Prozent
  • Vollgasanteil: 49 Prozent
  • Reifensorten: Soft / Super soft
  • Reifenverschleiß: gering
  • Bremsenverschleiß: hoch
  • Safety-Car-Wahrscheinlichkeit: hoch (8 von 8 Rennen)

Die Stop-and-Go-Charakteristik führt in Verbindung mit den hohen Außentemperaturen zu einer hohen Bremsbelastung. Entsprechend groß müssen die Belüftungshutzen dimensioniert sein. Auch die Bremsbalance ist wichtig. Ein stabiles Auto in den Bremszonen bringt Vertrauen und Zehntel auf der Uhr. Die Einstellungen des Flügelwerks ist ebenfalls extrem. Die vielen rechtwinkligen Kurven verlangen maximalen Abtrieb. Obwohl es für einen Stadtkurs ungewöhnlich lange Geraden gibt, ist Top-Speed zweitrangig – ganz im Gegensatz zum vergangenen Rennen in Monza.

Das Fahrwerk muss weich und hoch eingestellt werden, um Bodenwellen und Kerbs abzufedern und ein Aufsetzen des Unterbodens zu verhindern. Aus den langsamen Kurven ist eine gute Traktion gefordert. Reifenverschleiß ist wegen der vielen Beschleunigungsphasen und der wenigen schnellen Kurven vor allem auf der Hinterachse zu spüren. Zum Glück sinken die Asphalttemperaturen nach Sonnenuntergang, was den Gummi-Abbau in Grenzen hält. Weil Pirelli erstmals den Ultra-Soft nach Singapur bringt, könnten die Themen Reifenverschleiß und Strategie am Ende entscheidend werden.

Die Updates:

Neben dem Europa-Auftakt in Barcelona ist Singapur für die Ingenieure der zweite wichtige Termin des Jahres. Viele Teams reisen mit neuen Teilen im Gepäck zum ersten der letzten 7 Übersee-Rennen. Selbst kleine Teams wie HaasF1 haben die letzten Modifikationen der Saison angekündigt. Auch in Sachen Antrieb gibt es Neuigkeiten. Renault wird eine neue Ausbaustufe einsetzen, die ca. 15 PS bringen soll. Den größten Anteil am Fortschritt habe der neue Sprit von Total, hören wir von den Ingenieuren.

Die Favoriten:

Auch wenn es Toto Wolff nicht gerne hören wird: Trotz der deftigen Niederlage im Vorjahr ist Mercedes natürlich der erste Anwärter auf den Singapur-Sieg. Das Silberpfeil-Team reist mit 9 Erfolgen in Serie nach Asien. Es wäre eine riesige Überraschung, wenn die Ingenieure zum zweiten Mal mit dem Singapur-Setup komplett daneben greifen.

Hat Mercedes wie erwartet das überlegene Auto, dann sollte man eher auf Lewis Hamilton als Sieger wetten. Nico Rosberg ist zwar auch ein Experte für den winkligen Stadtkurs, aber sein britischer Teamkollege konnte bisher immer noch das eine oder andere Zehntel mehr rausquetschen.

Im Kampf um die zweite Kraft im Feld konnte Ferrari zuletzt Boden gutmachen. Aber Singapur ist ganz klar das perfekte Red Bull-Terrain. Zusammen mit dem Renault-Upgrade sollten Daniel Ricciardo und Max Verstappen ihren Abtriebsvorteil ausspielen und den dritten Podiumsplatz unter sich ausmachen. Es wird spannend, wie sehr Red Bull Mercedes unter Druck setzen kann.

Auch im Mittelfeld erwarten wir Verschiebungen. Auf dem Papier dürfte Force India wieder an Williams vorbeiziehen. Auch McLaren erwarten wir deutlich stärker als zuletzt in Monza. Damit wären die ersten Punktekandidaten schon genannt. Bei Toro Rosso erwartet man die Antwort, ob die Formkrise nur an den ungewöhnlichen Streckenlayouts zuletzt lag. Und bei Sauber hofft man, den Fortschritt des Spa-Upgrade-Pakets endlich auf die Strecke zu bringen.

So lief das Rennen im Vorjahr – GP Singapur 2015

Wie bereits erwischte Mercedes vor 12 Monaten in Singapur ein verkorkstes Wochenende. Die Ingenieure verzettelten sich komplett mit dem Setup. Die Reifen kamen nie in das perfekte Temperaturfenster, was zu reduziertem Grip und erhöhtem Verschleiß führte. Lewis Hamilton sammelte gar keine Punkte, nachdem eine gelöste Schelle an der Schlauchverbindung zwischen Airbox und Intercooler zum Ausfall geführt hatte. Nico Rosberg wurde chancenlos Vierter.

Den Sieg machten Ferrari und Red Bull unter sich aus. Sebastian Vettel gewann von der Pole Position den Start und kontrollierte anschließend das Rennen. Die einzige Chance auf eine Alternativ-Strategie wurde den Verfolgern von Red Bull durch das unglückliche Timings der Safety-Car-Phasen genommen. Besonders kurios ging es in der 36. Runde zu, als ein betrunkener Fan auf die Strecke gelangte und die Neutralisierung auslöste. So musste sich Daniel Ricciardo mit Rang 2 zufrieden geben. Kimi Räikkönen im zweiten Ferrari wurde Dritter.

In unserer Galerie haben wir noch einmal die Bilder des Singapur-Spektakels 2015.

SessionTermin
Freies Training 1Freitag, 16. September - 12 Uhr
Freies Training 2Freitag, 16. September - 15.30 Uhr
Freies Training 3Samstag, 17. September - 12 Uhr
QualifikationSamstag, 17. September - 15 Uhr
RennenSonntag, 18. September - 14 Uhr
Neuester Kommentar

Also ich finde die Formel 1 dieses Jahr sehr spannend. Verpasse kein Rennen und schaue zum Teil sogar die Trainings live. Man muss sich halt mit der Materie beschäftigen, um die Spannungselemente zu verstehen.

PeterSchlosser 15. September 2016, 11:40 Uhr
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