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Vorschau GP Spanien 2013

Barcelona-Rechnung mit vielen Unbekannten

Mark Webber - Red Bull - Barcelona 2013 Foto: Red Bull 60 Bilder

Mit dem GP Spanien beginnt die wichtigste Phase der Saison. Wer jetzt an Boden verliert, kann die Saison praktisch abhaken. In unserer Barcelona-Vorschau sagen wir Ihnen, was die Teams an neuen Teilen im Gepäck haben und wie die Favoriten heißen.

08.05.2013 Tobias Grüner

Nach drei Wochen Pause startet die Formel 1 mit dem GP Spanien in die Europa-Saison. Die großen Fragen lauten: Wer hat die Zeit am besten zur Weiterentwicklung genutzt? Wer hat die richtigen Lehren aus den ersten vier Rennen gezogen? Und wer kommt mit den Reifen am besten zurecht? Alle Teams werden mit großen Update-Paketen am Circuit de Catalunya aufschlagen. Nach dem Übersee-Aufgalopp werden in Barcelona die Weichen für den Rest der Saison gestellt.

Auch bei Pirelli hat man Neues im Gepäck. Für die kühleren Temperaturen in Europa haben die italienischen Gummi-Spezialisten der harten Reifenmischung ein größeres Arbeitsfenster verpasst. Da für das Rennwochenende nur rund 20°C vorhergesagt sind, sicher eine vernünftige Maßnahme um die Gefahr von Graining zu vermeiden. Dazu gibt es im Freien Training einen zusätzlichen Satz extra-harter Gummis, damit die Teams ausgiebig ihre Technik-Updates testen können.

Pirelli Screenshot GP Spanien 2013
GP Spanien 2013: Pirelli in Barcelona 1:53 Min.

Obwohl die Fahrer und Ingenieure den Circuit de Catalunya nach den acht Tagen Wintertests mittlerweile in- und auswendig kennen, kommt es hier immer wieder zu Überraschungen. So hat es in den vergangenen sieben Jahren kein Pilot geschafft, zwei Siege in Barcelona zu feiern. Bei vielen Fans noch gut in Erinnerung ist der Sensationserfolg von Pastor Maldonado im Vorjahr.

Die Strecke: Circuit de Catalunya

Vor dem Saisonstart haben die Teams bereits fleißig ihre Testrunden auf der 4,655 Kilometer langen Strecke vor den Toren von Barcelona abgespult. Daten von den 16 Kurven gibt es also genug. Eine große Unbekannte ist der böige Wind an der Mittelmeerküste, der nicht selten unverhofft die Richtung wechselt und die Ingenieure zu Setup-Änderungen zwingt. Die Temperaturen stehen ebenfalls unter besonderer Beobachtung. Sie haben hier traditionell einen großen Einfluss auf den Reifenverschleiß.

Vom Layout bietet Barcelona eine gute Mischung von allem, weshalb der Kurs auch als perfekter Gradmesser für den Rest der Saison angesehen wird. Schnelle Kurven mit hohen Fliehkräften wechseln sich mit langsamen Ecken ab. Hier sind Allrounder gefragt. Obwohl es eine mehr als einen Kilometer lange Gerade gibt, ist das Überholen hier immer sehr schwierig. Generell gehören die Grand Prix-Rennen in Barcelona nicht zu den Action-Festen im Kalender. Das Safety-Car musste zuletzt 2009 ausrücken.

Besonders interessant ist auch immer der Start. Auf keiner anderen Strecke ist der Weg in die erste Kurve länger (720 Meter) als in Barcelona. In den vergangenen beiden Jahren hat vor allem Lokalmatador Fernando Alonso eindrucksvoll gezeigt, wie viel man hier gewinnen kann. 2012 fuhr der Ferrari-Pilot von Startplatz zwei an die Spitze. 2011 bog er sogar nach Start von Rang vier als Führender in die erste Kurve ein. Beide Male fuhr Alonso übrigens auf der dreckigen Seite los.

Fast Facts:

Streckenlänge: 4,655 Kilometer
Durchschnittsgeschwindigkeit: 200 km/h
Höchste Querbeschleunigung: 3,2 g (für 3 Sekunden in Kurve 3)
Längste Vollgaspassage (Zielgerade): 12,1 Sekunden
Anteil der Bremsphasen an der Rundenzeit: 19 Prozent
Anteil der Geraden an einer Runde: 36 Prozent
Anzahl der Gangwechsel pro Runde: 50
Vollgasanteil auf einer Runde: 55 Prozent
Geringste Geschwindigkeit: 75 km/h (Kurve 10)
Höchste Kurvengeschwindigkeit: 250 km/h (Kurve 6)
Distanz von der Startlinie bis zur ersten Kurve: 720 Meter
Top-Speed: 323 km/h
Spritverbrauch: 2,1 Kilo/Runde (64 Liter/100 km)
Zeitverlust pro 10 Kilo Zusatzgewicht: 0,39 Sekunden

Setup:

Große Überraschungen hält die Strecke durch die vielen Testkilometer nicht für die Ingenieure bereit. Die Flügel müssen sehr steil gestellt werden, um genügend Abtrieb und Stabilität für die schnellen Kurvenkombinationen zu haben. Im Schluss-Sektor mit der langsamen Schikane kommt es vor allem auf Traktion an. Die Federn müssen deshalb hinten etwas weicher gestellt werden. Aufpassen müssen die Teams auf den Griplevel, der sich im Laufe eines Wochenendes stark verbessert.

Größter Spannungsfaktor sind wieder einmal die Reifen. Im Gegensatz zum Vorjahr geht Pirelli dieses Mal auf Nummer sicher. Neben der harten Mischung bringt der Gummi-Versorger nicht die weichen Reifen sondern die Sorte "medium" zum GP Spanien. Bei den Wintertests zeigten allerdings alle Mischungen extreme Auflösungserscheinungen. Man darf gespannt sein, wie sich das Bild mit wärmeren Temperaturen verändern wird.

Die Updates:

Drei Wochen sind nach Formel 1-Maßstäben eine gefühlte Ewigkeit. Die Fans können sich somit auf ein Update-Feuerwerk freuen. Besonders spannend ist die Situation bei McLaren. Mit neuen Flügeln vorne und hinten, neuen Seitenkästen und einer neuen Motorhaube sowie modifizierten Windabweisern und einer veränderten Auspuff-Position will das Team aus Woking zum Gegenschlag ausholen. Auch bei Sauber versucht man nach einem verkorksten Saisonstart die Wende zu schaffen. Hier sind die größten Änderungen am Unterboden und am Heckflügel zu sehen.

Aber auch die Teams, die in den ersten Rennen eine gute Figur abgegeben haben, werden in Barcelona noch einmal nachlegen. Der Europa-Auftakt zeigt, wohin der Weg im Rest der Saison geht. Wer in Barcelona zu weit weg ist, hat nicht mehr viele Chancen, den Rückstand aufzuholen. Das Programm mit sechs Rennen bis zur Sommerpause Ende Juli ist stramm. Gleichzeitig müssen immer mehr Ingenieure für die Entwicklung der 2014er Autos abgestellt werden. Die große Regel-Revolution zwingt die Teams dazu, frühzeitig Ressourcen zu verlagern.

Favoriten für den GP Spanien 2013

Die größte Erkenntnis aus den ersten vier Saisonrennen ist die Unvorhersehbarkeit. Kleinste Temperaturschwankungen oder Setup-Änderung haben massive Auswirkungen auf den Reifenverschleiß. Wenn alles passt, wie bei Sebastian Vettel in Bahrain, ist der Vorsprung plötzlich riesengroß. Mit den vielen Updates und den neuen harten Reifen kommen zwei weitere Unbekannte in die Barcelona-Rechnung.

Bei den Wintertests hat Mercedes auf dem Circuit de Catalunya einen besonders starken Eindruck hinterlassen - vor allem auf einer schnellen Runde. Die Bestzeit von Nico Rosberg beeindruckte die Konkurrenz. Selbst Sebastian Vettel gab zu, dass er die Zeit damals auch mit wenig Sprit nicht hätte fahren können. Nach zwei Pole Positions zuletzt in China und Bahrain sind die Silberpfeile auch im Barcelona-Qualifying ein heißer Anwärter auf die vorderen Startplätze.

Die Punkte werden aber bekanntlich erst am Sonntag vergeben. Im Rennen präsentierte sich zuletzt vor allem Lotus zuletzt besonders konstant. Schon im Vorjahr schrammte Kimi Räikkönen auf Rang drei nur knapp an einem Sieg vorbei. Im Gegensatz zu Mercedes liegt die Schwäche bei Lotus wie vor 12 Monaten im Qualifying. Wenn der Iceman aber mal aus den ersten beiden Reihen startet, könnte es mit seinem dritten Barcelona-Sieg klappen. Die ersten Sieganwärter bleiben aber wie so oft Vettel und Alonso. Der Red Bull und der Ferrari sind die Autos mit den wenigsten Schwächen.

Expertenmeinung: Tom McCullough (Leitender Sauber-Ingenieur)

"Die Strecke in Barcelona kennen wir zwar bestens von den Wintertests, doch die Temperaturen sind nun viel höher. Damit ändert sich das Verhalten der Reifen drastisch. Darauf müssen wir uns einstellen. Die beiden ersten Sektoren werden eher durch schnelle Kurven geprägt. Der dritte Sektor hat dagegen mehrere langsame Kurven. Dadurch ist man gezwungen, bei der Abstimmung Kompromisse einzugehen. Weil Überholen hier schwierig ist, kommt dem Qualifying eine besondere Bedeutung zu."

So lief das Rennen im Vorjahr (GP Spanien 2012)

Der Grand Prix von Spanien 2012 sorgte schon im Qualifying für Schlagzeilen. Lewis Hamilton hatte zwar die schnellste Runde gedreht, wurde aber wegen Unterbetankung ans Ende des Feldes versetzt. Dadurch erbte überraschend Pastor Maldonado im Williams die Pole Position. Der Venezolaner musste sich auf dem Weg in die erste Kurve zwar kurz hinter Fernando Alonso einreihen, holte sich die Spitze aber durch eine clevere Strategie bei den Boxenstopps wieder zurück. Am Ende konnte Maldonado seinen Konkurrenten bis ins Ziel hinter sich halten und den ersten Sieg feiern.

Das schnellste Auto am Sonntag hatte allerdings Kimi Räikkönen. Auf den harten Reifen ging der Lotus wie die Hölle. Das merkten die Ingenieure aber leider einen Tick zu spät. Die große Aufholjagd in der Schlussphase endete für Räikkönen auf Rang drei. Ein paar Runden mehr, und der Iceman hätte das Rennen sicher gewonnen. Hinter dem zweiten Lotus von Romain Grosjean sorgte Sauber-Pilot Kamui Kobayashi auf Rang fünf für eine weitere Überraschung.

Auch sonst wurde 2012 in Barcelona einiges geboten: Feuer in der Williams-Box, Crash von Michael Schumacher und eine herbe Niederlage für Sebastian Vettel – die besten Bilder vom spektakulären Geschehen am Rennsonntag haben wir in unserer Galerie noch einmal für Sie gesammelt.

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