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Vorschau GP Spanien 2016

Volle Attacke an der Technik-Front

Hülkenberg & Gutierrez - GP Russland 2016 Foto: Pirelli 70 Bilder

Geht die Rosberg-Show in Barcelona in die nächste Runde? Oder kann die Konkurrenz kontern? Und was bringen die Teams in Sachen Technik-Upgrades zum Europa-Auftakt. In der Vorschau erfahren Sie alles Wissenswerte zum GP Spanien.

11.05.2016 Tobias Grüner 2 Kommentare

Auf den ersten Blick gestaltete sich der Übersee-Auftakt der Formel 1-Saison eintönig. 4 Rennen, 4 Siege von Nico Rosberg. Doch neben der unglaublichen Erfolgsserie des deutschen Mercedes-Piloten wurde auch jede Menge Drama geboten. Ferrari hatte noch nicht ein Rennwochenende ohne Probleme und konnte seine wahre Rennpace noch gar nicht zeigen. Und auch Weltmeister Lewis Hamilton wurde regelmäßig von der Technik eingebremst.

Fans und Experten hoffen, dass in Barcelona endlich etwas Spannung in den Titelkampf kommt. Zum Europa-Auftakt werden jede Menge Technik-Updates erwartet. Da Mercedes und Ferrari noch ein großes Geheimnis um den Entwicklungsfahrplan machen, ist es noch unklar, ob sich etwas am Kräfteverhältnis ändert. Auch auf Red Bull muss man natürlich ein Auge werfen. Max Verstappen steht nach seiner Beförderung ins A-Team besonders im Fokus.

Die Eingewöhnung des Holländers und die Erprobung von Update-Teilen könnte am Freitag und Samstag allerdings etwas vom Wetter gestört werden. Die Meteorologen rechnen zwischendurch immer wieder mit Schauern. Das Thermometer wird kaum einmal über 20°C klettern. Das dürfte vor allem Teams mit geringem Reifenverschleiß wie Ferrari und HaasF1 ärgern, die auf ein Hitzerennen in Katalonien gehofft haben.

Die Strecke - Circuit de Barcelona-Catalunya

Große Überraschungen lauern beim GP Spanien nicht auf die Ingenieure und Fahrer. In den 2 Wintertest-Wochen haben die Teams vor der Saison bereits unzählige Runden auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya abgespult. Vom Layout bietet die Strecke eine gute Mischung von allem, weshalb der Kurs auch als idealer Gradmesser für den Rest der Saison angesehen wird. Wer hier schnell ist, sollte auch auf anderen Strecken gut aussehen.

Schnelle Kurven mit hohen Fliehkräften wechseln sich in Barcelona mit langsamen Ecken ab. Hier sind vor allem Allrounder gefragt. Trotz zweier DRS-Zonen und der mehr als einen Kilometer langen Geraden, ist das Überholen traditionell sehr schwierig. Grand Prix-Rennen in Barcelona gehören normalerweise nicht zu den Action-Festen im Kalender. Das Safety-Car musste zuletzt 2009 ausrücken.

Besonders interessant geht es immer am Start zur Sache. Mit 543 Metern ist der Weg in die erste Kurve der längste in der ganzen Saison. Trotzdem wurden über 90 Prozent der F1-Rennen hier aus der ersten Startreihe gewonnen - so viele wie nirgendwo sonst im Kalender.

Fast Facts zum GP Spanien:

Rundenlänge: 4,655 km
Rundenzahl: 66
Renndistanz: 307,104 km
Rundenrekord: Kimi Räikkönen - 1:21.670 min (2008)
Distanz von Pole Position bis Kurve 1: 543 m
Boxengassen-Zeitverlust: 22 Sekunden (331 m)
Top Speed: 335 km/h
Spritverbrauch: mittel
Reifenverschleiß: hoch
Reifensorten: soft / medium / hard
Bremsbelastung: niedrig
DRS-Zonen: 2 - Zielgerade / Gerade zwischen T9 & T10
Safety-Car-Wahrscheinlichkeit: 17 Prozent

Danis Bilderkiste - Formel 1 - Barcelona F1-Test 2016Foto: Daniel Reinhard
Bei den Wintertests haben die Teams schon viele Runden in Barcelona gedreht.

Das Setup:

Seit 1991 ist Barcelona fester Bestandteil des Kalenders. Die Techniker kennen die Tücken der Strecke in- und auswendig. Nur die wechselnden Winde können ab und zu für Überraschungen sorgen. Die Flügel müssen auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya sehr steil gestellt werden, um genügend Abtrieb und Stabilität für die schnellen Kurvenkombinationen zu bieten. Im Schluss-Sektor mit der langsamen Schikane kommt es vor allem auf Traktion an. Die Federn sollten deshalb auf der Hinterachse etwas weicher gewählt werden.

Mangels hoher Curbs können die Piloten das Fahrwerk weit herunterschrauben lassen. Bremsenverschleiß ist kein Thema. Auch die Motoren werden nicht übermäßig belastet. Von den Außentemperaturen liegt Barcelona für die Ingenieure in einem angenehmen Bereich. Aufpassen müssen die Teams auf den Griplevel, der sich im Laufe eines Wochenendes stark verbessert.

Im Rennen kommt es wegen des hohen Reifenverschleißes auf die richtige Strategie an. Neben dem Medium- und dem Hard-Gummi, bekommen die Teams dieses Jahr auch noch die Soft-Mischung zur Verfügung. Damit ergeben sich in Sachen Taktik noch mehr Möglichkeiten, die für zusätzliche Spannung sorgen könnten.

Technik-Updates:

Beim Europa-Auftakt gibt es traditionell die erste große Upgrade-Welle des Jahres. Viele Teams wie Mercedes und McLaren haben große Ausbaustufen angekündigt. Welche Details genau überarbeitet wurden, wollte man aber noch nicht sagen. Anders bei Force India. Die Liste der Modifikationen beginnt bei Front- und Heckflügel, geht über die Bremsbelüftungen und endet bei den Seitenkästen und der Heckverkleidung. Teamchef Vijay Mallya erklärte, dass sich der Look des Autos deutlich ändern wird.

Auch bei HaasF1 erwarten wir neue Teile. Ein neuer Heckflügel und neue Bremsverkleidungen hinten sollen das US-Team wieder in die Punkte führen. Bei Renault wird die Vorderachse überarbeitet - allerdings erst zum Test in der Woche nach dem Rennen. Manor hat ebenfalls ein kleines Paket im Gepäck. Das größte Geheimnis machen mal wieder Red Bull und Ferrari aus ihren Entwicklungsplänen. Hier müssen Experten und Fans auf die ersten Bilder von der technischen Abnahme warten.

Toro Rosso - GP Russland 2016Foto: Red Bull
Verstappen fährt jetzt für Red Bull, Daniil Kvyat ist zurück bei Toro Rosso.

Die Favoriten:

Die Vergangenheit hat gezeigt, dass sich trotz umfangreicher Umbaumaßnahmen nur selten etwas am Kräfteverhältnis ändert. Mercedes hat dieses Jahr gezeigt, dass man auf jede Attacke von Ferrari eine Antwort hat. Etwas helfen könnte Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen der geringe Reifenverschleiß auf dem Soft-Gummi. Doch wenn die Silberpfeile nicht wieder von Zuverlässigkeitsproblemen eingebremst werden, sollten Rosberg und Hamilton den Sieg unter sich ausmachen.

Weil in Barcelona wieder mehr Abtrieb nötig ist, erwarten wir Red Bull nach dem Dämpfer in Russland wieder als dritte Kraft. Zum Angriff auf die Spitze reicht es aber wohl erst mit dem großen Motoren-Update in Kanada. Dahinter wird es spannend, ob Force India wirklich die versprochene halbe Sekunde mit dem Update-Paket gutmachen kann. Wenn ja, müssen sich Williams und Toro Rosso warm anziehen.

Auch bei McLaren und HaasF1 muss man abwarten, wie gut die Update-Pakete einschlagen, bevor man eine Prognose abgeben kann. Renault, Sauber und Manor erwarten wir dagegen wieder im hinteren Teil des Feldes. Punkte dürfte es nur bei einem chaotischen Rennverlauf oder vielen Ausfällen der Gegner geben.

So lief das Rennen im Vorjahr - GP Spanien 2016:

Dieses Jahr reist Nico Rosberg mit 4 Siegen im Gepäck nach Spanien. Im Vorjahr feierte der Deutsche in Barcelona seinen ersten Saisonerfolg. Von der Pole Position ließ er der Konkurrenz keine Chance. Lewis Hamilton war nach einem schlechten Start aus der ersten Reihe früh kein Gegner mehr. Dank einer Umstellung von 2 auf 3 Stopps wurde der spätere Weltmeister immerhin noch an Sebastian Vettel vorbeigelotst. Der Rückstand auf Rosberg im Ziel betrug 17,5 Sekunden.

Eine Minute hinter der Spitze landeten die beiden Finnen Valtteri Bottas und Kimi Räikkönen auf den Plätzen 4 und 5. Für die spektakulärste Szene des Rennens sorgte Lokalmatador Fernando Alonso. Am McLaren-Honda versagten bei der Anfahrt zum ersten Reifenwechsel die Hinterradbremsen, wodurch er beinahe einen Mechaniker ummähte. Eine ähnliche Szene gab es auch bei Lotus, als Romain Grosjean etwas zu schnell in den Parkplatz vor der Garage einbog. Ein Mechaniker kam mit Prellungen am Arm davon.

In unserer Galerie zeigen wir noch einmal Bilder vom GP Spanien aus dem Vorjahr.

SitzungStart (MEZ)
Freies Training 11. Training – Fr. 13. Mai – 10.00 Uhr
Freies Training 22. Training – Fr. 13. Mai – 14.00 Uhr
Freies Training 33. Training – Sa. 14. Mai – 11.00 Uhr
QualifyingQualifying – Sa. 14. Mai – 14.00 Uhr
RennenRennen – So. 15. Mai – 14.00 Uhr
Neuester Kommentar

"Fans und Experten hoffen, dass in Barcelona endlich etwas Spannung in den Titelkampf kommt."

Nichts gegen Hoffnung an sich, aber wer ausgerechnet in Barcelona an frische Spannung glaubt, hat noch keinen (Schnarch-)GP von Spanien erlebt.

Proesterchen 11. Mai 2016, 20:28 Uhr
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