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Vorschau GP Ungarn

Mit Vollgas in den Sommer-Urlaub

Grid Girls GP Ungarn Foto: xpb 32 Bilder

In Budapest verabschiedet sich die Formel 1-Saison in die Sommerpause. Jeder will natürlich mit einem Erfolgserlebnis in die Ferien gehen. Wir sagen, wer am Hungaroring die besten Chancen besitzt.

27.07.2011 Tobias Grüner

Nur sieben Tage nach dem spannenden Dreikampf am Nürburgring geht es in Budapest erneut um WM-Punkte. Den Wintermantel können die Formel 1-Fans hier traditionell im Schrank lassen. Eine Hitzeschlacht wie in den vergangenen Jahren ist in dieser Saison am Hungaroring aber nicht zu erwarten. Erste Prognosen sagen voraus, dass das Quecksilber nur selten über die 20°C-Marke klettert.

Die Reifen werden wieder einmal eine Hauptrolle spielen. Der Hungaroring gehört zu den Strecken, die am wenigsten Grip bieten. Der Verschleiß ist nicht besonders stark. Dazu kommen die verhältnismäßig geringen Temperaturen. Pirelli versucht mit den beiden weichsten Mischungen "soft" und "super soft" gegenzusteuern. Wie am Nürburgring müssen die Teams wieder das Kunststück hinbekommen, die Gummis schnell aufzuheizen aber nicht so schnell zu verheizen.

In Ungarn gibt es einige Jubiläen zu feiern. Jenson Button fährt sein 200. Grand Prix-Rennen. Nico Rosberg macht die 100 voll. In der Familienvitrine stehen bislang allerdings nur Siegerpokale von Vater Keke Rosberg. Ungarn ist jedoch bekannt für eine ungewöhnliche Häufung von Premierensiegen: Damon Hill, Fernando Alonso, Jenson Button und Heikki Kovalainen standen hier erstmals ganz oben auf dem Podium.

Die Strecke: Hungaroring (4,381 Kilometer)

Der Hungaroring ist ein Stadtkurs ohne Häuser. Auf der Strecke gilt Überholverbot. Wenn der Vordermann in der Zielkurve keinen Fehler macht, kann er seinen Position auf der 790 Meter langen Gerade ohne Probleme verteidigen. Es wird interessant, ob der bewegliche Heckflügel an den alten Gesetzen etwas ändern und die übliche Prozession verhindern kann. Die größte Hoffnung auf Spannung liegt aber wie üblich in den Pirelli-Reifen.

Die endlose Abfolge von langsamen bis mittelschnellen Kurven und die niedrigen Durchschnittsgeschwindigkeiten mit wenig Luftströmung machen das Rennen für die Fahrer besonders physisch anspruchsvoll. Die niedrigeren Temperaturen könnten die Anstrengung in diesem Jahr etwas erträglicher machen.

Das Setup für den GP Ungarn:

In der Regel finden die Fahrer am Freitag eine sehr staubige Strecke vor, was die Setup-Arbeit für das Qualifying und das Rennen erschwert. Die Einstellung der Flügel ist dabei das geringste Problem. Viele Kurven und wenigen Geraden bedeuten vollen Abtrieb. Die Teams fahren in ähnlicher Konfiguration wie in Monaco oder Singapur. Vor allem im zweiten Sektor mit den vielen engen Kehren wird die Rundenzeit gemacht.

Da der Asphalt auf der nur wenig befahrenen Rennstrecke kaum Grip bietet, müssen die Autos auf der Hinterachse möglichst weich gefedert sein. Das verbessert die Traktion aus den langsamen Kurven, was in Budapest extrem wichtig ist. Die Bremsenbeanspruchung ist nur bei sehr hohen Temperaturen ein Problem. Die Bodenwellen stellen die Ingenieure ebenfalls vor keine unlösbaren Aufgaben.

Die Ungarn-Updates:

Mit dem kurzen Zeitabstand zwischen dem Rennen am Nürburgring und dem Gastspiel in Ungarn sind kaum größere Ausbaustufen von den Teams zu erwarten. Die Race-Trucks machen sich auf direktem Weg von der Eifel an die Donau. Zeit zur Arbeit an den Autos bleibt kaum. "Unser größtes Update sind die Reifen", erklärte Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali mit Blick auf die sehr weichen Gummimischungen.

Bei Renault könnte der neue Auspuff noch einmal getestet werden. Interessanter als die Technik ist aber eine Personalie: Bruno Senna wird im ersten Training Nick Heidfeld ersetzen. Bei Lotus muss der Testfahrer wieder zuschauen. Nach dem Renndebüt für Karun Chandhok darf nun wieder Jarno Trulli ans Steuer. Der Italiener freut sich schon auf die neue Servolenkung, die in Budapest ihre Premiere feiert. Mit der alten war der Routinier überhaupt nicht zurechtgekommen.

Die Favoriten:

Zwei Rennen in Folge hat Red Bull nun in Folge nicht gewonnen. Das ist zuvor in der Saison noch nicht passiert. Am Hungaroring ist Sebastian Vettel jedoch wieder der absolute Top-Favorit. Im Vorjahr setzte es beim GP Deutschland (damals in Hockenheim) ebenfalls eine Niederlage, am Hungaroring brummte man der Kokurrenz eine Sekunde im Qualifying auf. Ferrari könnte die blauen Raketen am ehesten stoppen. Die weichen Reifen und die wärmeren Temperaturen spielen Fernando Alonso in die Karten.

Im Mittelfeld wird es ebenfalls spannend. Force India muss beweisen, dass der sechste Platz am Nürburgring keine Eintagsfliege war. Mit dem neuen Auspuff und dem neuen Unterboden konnte Adrian Sutil mit dem Mercedes-Werksteam auf Augenhöhe kämpfen. Sauber geriet dagegen etwas ins Hintertreffen. Mit weicheren Reifen könnte sich der Trend jedoch wieder umkehren. Renault hatte zuletzt große Mühe, die Punkteplätze zu erreichen. Kaum Chancen auf Zähler besitzt Sebastien Buemi. Nach seinem Nürburgring-Foul an Heidfeld muss der Schweizer in Budapest fünf Plätze weiter hinten starten.

Expertenmeinung: Mike Gascoyne (Technikchef Lotus):

"Ungarn war schon immer ein Kurs, auf dem alle Teams maximale Flügel fahren. Obwohl es kein Straßenkurs ist, wählen wir hier ein ähnliches Setup wie in Monaco und Singapur. Das Layout legt keinen großen Wert auf die Aero-Effizienz. Stattdessen wird auf dem engen und winkligen Kurs erhöhter Abtrieb belohnt. Früher waren die Teams sehr kreativ, zusätzliche Flügel für mehr Anpressdruck zu entwickeln. Die Regeln sind aber momentan so strickt, dass es in dafür kaum noch Möglichkeiten gibt. Vor diesem Hintergrund sollten sich der Abstand zwischen der Spitze und dem Ende des Feldes leicht verkleinern. Das könnte uns helfen."

So lief das Rennen im Vorjahr: GP Ungarn 2010

2011 fuhren die beiden Red Bull in Budapest Kreise um die Konkurrenz. In der Qualifikation brummte Sebastian Vettel dem Rest des Feldes mehr als eine Sekunde Rückstand auf. Nur Teamkollege Mark Webber konnte einigermaßen folgen. Das Rennen schien ein Spaziergang für den Heppenheimer zu werden. Doch in der Safety-Car-Phase ließ der spätere Weltmeister zu viel Abstand zum Führungsfahrzeug und kassierte eine Durchfahrtsstrafe. Webber staubte den Sieg ab, Fernando Alonso wurde Zweiter. Für Diskussionen sorgte ein gefährliches Manöver von Michael Schumacher, der Rubens Barrichello beinahe in die Mauer drängte.

In unserer Fotogalerie zeigen wir Ihnen noch einmal die besten Szenen vom GP Ungarn 2010.

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