Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Vorschau GP Ungarn 2013

Das wichtigste Rennen des Jahres

Sebastian Vettel GP Ungarn 2012 Foto: xpb 60 Bilder

In Ungarn werden die Weichen für den Rest der Saison gestellt. Technik-Updates und modifizierte Reifen sorgen bei vielen Teams im Fahrerlager für neue Hoffnung. Doch wer in Budapest immer noch zu langsam ist, kann das Jahr abschreiben. In der Vorschau sagen wir Ihnen, was uns am Hungaroring erwartet.

24.07.2013 Tobias Grüner

Wird die Saison 2013 in Ungarn noch einmal spannend oder gehen die Vettel-Festspiele bis zum Ende des Jahres weiter? Vor allem die neutralen Fans hoffen darauf, dass die Konkurrenz nach drei Jahren Red Bull-Dominanz endlich eine Antwort findet. Budapest ist, zumindest was das Kräfteverhältnis in dieser Saison angeht, der letzte Strohhalm, an den sich die Vettel-Gegner noch klammern können.

Drei Wochen nach dem Eifel-Grand Prix am Nürburgring werden viele Teams noch einmal neue Teile an die Autos schrauben. Einige Updates konnte man schon bei den Young Driver Tests in Silverstone beobachten. Größere Verschiebungen in der Teamrangfolge könnten sich auch durch die neuen Pirelli-Reifen ergeben. Ab Budapest kommt wieder die Karkasse von 2012 zum Einsatz, wodurch die Gummitemperaturen um rund 10°C sinken werden.

Screenshot Video pirelli Ungarn 2013
Formel-1 2013 Hungaroring, Virtuelle Rundfahrt 2:01 Min.

Die Reifen werden sich zukünftig also nicht mehr so stark aufheizen, dafür wird der Asphalt glühen. Die letzten Wetterprognosen lassen ein extremes Hitzerennen erwarten: 37°C im Schatten, keine Wolke am Himmel, Regenwahrscheinlichkeit gleich null - der Hungaroring verwandelt sich in einen Backofen. Mit den Gummimischungen "soft" und "medium" bringt Pirelli relativ weiche Gummis. Sie könnten wieder einmal zum entscheidenden Faktor werden.

Die Strecke - Hungaroring Budapest

Der Hungaroring, knapp 20 Kilometer außerhalb von Budapest, bietet bereits seit 1986 regelmäßig eine Bühne für die Formel 1. Die Strecke, mit ihren 14 meist langsamen und mittelschnellen Kurven, wird im Uhrzeigersinn absolviert und gehört von den Durchschnittsgeschwindigkeiten zu den langsameren Kursen im Kalender. Zehn Kurven werden mit weniger als 155 km/h durchfahren.

Überholen ist auf dem runden Kurs äußerst schwierig. 2012 gab es nur 6 Platzwechsel auf der Strecke - 4 davon am Ende der Start-Ziel-Geraden mit DRS-Hilfe. Die langgestreckte letzte Kurve erschwert es, dem Vordermann direkt im Windschatten zu folgen. In diesem Jahr wird deshalb direkt nach Kurve 1 eine zweite DRS-Zone eingerichtet. Ob das für mehr Action sorgt, ist fraglich. Das Qualifying und ein guter Start bleiben deshalb besonders wichtig. Mit 610 Metern ist der Weg von der Pole Position zur ersten Kurve einer der längsten im ganzen Jahr.

Fast Facts:

Streckenlänge: 4,381 Kilometer
Durchschnittsgeschwindigkeit: 182 km/h
Top-Speed: 303 km/h
Höchste Querbeschleunigung: 3,1g (für 2,6 Sekunden in Kurve 11)
Längste Vollgaspassage: 660 Meter (Start-Ziel)
Anteil der Bremsphasen an der Rundenzeit: 1 Prozent
Anteil der Geraden an einer Runde: 36 Prozent
Anzahl der Gangwechsel pro Runde: 59
Vollgasanteil auf einer Runde: 47 Prozent
Geringste Geschwindigkeit: 80 km/h
Höchste Kurvengeschwindigkeit: 220 km/h
Distanz von der Pole Position bis zur ersten Kurve: 610
Spritverbrauch: 1,9 Liter/Runde (62 Liter/100km)
Zeitverlust pro 10 Kilo Zusatzgewicht: 0,38 Sekunden

Das Setup:

Der geringe Anteil an langen Geraden und die vielen langsamen Kurven wirken sich auch auf das Setup aus. Voller Abtrieb heißt die Parole der Ingenieure. Sowohl der Heck- als auch der Frontflügel werden extrem steil gestellt, damit das Auto stabil auf dem Asphalt klebt. Da der Hungaroring vom Charakter sehr rund und langsam ist, gibt es an die Bremsen und die Reifen eigentlich keine besonderen Anforderungen.

Nur die hohen Temperaturen könnten den Ingenieuren Kopfzerbrechen bereiten. Das Quecksilber soll am Rennsonntag in die Nähe der 40°C-Marke steigen. Die Motoren müssen entsprechend gekühlt werden. Vor allem im unteren Drehzahlbereich ist viel Leistung gefragt, um gut aus den langsamen Ecken herauszukommen. Auch das Fahrwerk muss etwas weicher abgestimmt werden, um die Traktion zu verbessern, den Untersteuer-Charakter der Strecke zu lindern und die Kerbs glattzubügeln.

Updates:

Ungarn dürfte zu einem der letzten großen Update-Festivals des Jahres werden. Viele Teams haben bereits angekündigt, ihre Entwicklungsressourcen mit Beginn der Sommerpause auf 2014 zu verschieben. Durch das stark veränderte Technik-Reglement und die neuen Motoren ist eine Parallel-Entwicklung für die meisten Rennställe nicht zu stemmen. Beim Young Driver Test haben wir zuletzt bereits einige neue Teile gesehen, die wohl auch in Ungarn zum Einsatz kommen werden.

So konnte man bei McLaren neue Windabweiser an den Seitenkästen beobachten. Auch die Nase wurde stark modifiziert. Sauber testete einen neuen Auspuff, bei dem die Abgase ähnlich wie bei Red Bull und Lotus über eine Rampe zum Diffusor geleitet werden. Auch mit passiven DRS-System wurde viel experimentiert.

Wichtigste Neuerung sind aber natürlich die Reifen. Die Mischungen von 2013 werden ab Budapest auf die Karkasse von 2012 gestülpt. Dabei ändern sich nicht nur das Walkverhalten und die Hitzeentwicklung sondern auch die Aerodynamik. An der Hinterachse haben die neuen Gummis eine ganz andere Form als die bisherigen 2013er Walzen. Bei den Young Drivers Tests konnten die Teams bereits erste Daten sammeln. Mercedes durfte bekanntlich nicht mitmachen und muss im Freien Training von Ungarn schnell Aufholen.

Favoriten für den GP Ungarn:

Man muss kein Experte sein, um Red Bull wieder als ersten Sieganwärter auszumachen. Wäre Sebastian Vettel in England nicht von der Technik gestoppt worden, hätte er wohl am Nürburgring seinen dritten Sieg in Folge geholt. Die Frage ist, ob die Reifen und die Hitze etwas an der Dominanz ändern werden.

Statistik-Fan Vettel würde besonders gerne in Ungarn gewinnen. Der Hungaroring ist neben Austin die einzige Strecke im aktuellen Kalender, auf der er noch nie ganz oben auf dem Treppchen stand. Mercedes konnte den Heppenheimer zuletzt zumindest im Qualifying noch am ehesten ärgern. Doch Hitze im Rennen ist bekanntlich Gift für den Silberpfeil. Außerdem müssen sich Fahrer und Ingenieure erst einmal an die modifizierten Reifen gewöhnen.

So könnte wie schon am Nürburgring wieder Lotus die Rolle als erster Vettel-Jäger spielen. Schon im letzten Jahr fuhren Räikkönen und Grosjean in Budapest gemeinsam auf das Podium. Für das schwarz-goldene Auto gilt: je heißer desto besser. Unklar ist, ob Ferrari vor der Sommerpause noch einmal um den Sieg kämpfen kann. Probleme mit Technik-Updates warfen die Italiener zuletzt etwas zurück. Mit weichen Reifen und Hitze im Rennen könnte aber vielleicht etwas gehen.

Auch im Mittelfeld scheinen die Karten mit den neuen Gummis neu gemischt zu werden. Schon am Nürburgring deutete sich an, dass Force India mehr mit den Veränderungen zu kämpfen hat als die Konkurrenz. McLaren präsentierte sich vor drei Wochen etwas verbessert und klar als fünfte Kraft. Spannend wird, ob Sauber noch einmal die Kurve kriegt. Das finanziell angeschlagene Team setzt seine ganze Hoffnung in den neuen Auspuff.

Expertenmeinung: Xevi Pujolar (Chefingenieur Williams)

"Der Hungaroring ist eine der anspruchsvollsten Strecken im Kalender. Die zu erwartenden hohen Lufttemperaturen machen es für die Fahrer zu einer besonders anstrengenden Herausforderung. Das Layout der Strecke ist technisch sehr schwierig. Eine Kurve fließt direkt in die nächste über. Es gibt kaum längere Geraden, auf denen man sich mal ausruhen kann."

"Das kurvige Layout führt zu mittleren bis langsamen Durchschnittsgeschwindigkeiten, deshalb werden wir mit maximalem Abtrieb fahren. Man sollte meinen, dass die Reifen wegen der geringen Kurvengeschwindigkeiten nicht so stark leiden, aber die hohe Anzahl an Kurven setzen die Gummis unter andauernd hohe Belastung."

So lief das Rennen im Vorjahr (GP Ungarn 2012):

Hamilton gegen Lotus - so lautete das Duell um den Sieg am Hungaroring 2012. Entschieden wurde der Dreikampf schon im Qualifying. Von der Pole Position verteidigte Hamilton die Spitze am Start. Obwohl der Lotus im Rennen das schnellere Auto war, konnte der McLaren die Führung 69 Runden lang kontrollieren und seinen Gegnern keine Angriffsfläche bieten. Dank einer guten Taktik schaffte es Kimi Räikkönen immerhin von Startplatz 6 auf Rang 2. Im teaminternen Duell gegen Grosjean setzte sich der Iceman mit einem kompromisslosen Manöver in Kurve 1 durch.

Sebastian Vettel landete am Ende mit 10 Sekunden Rückstand auf Rang 4. Ein schlechter Start und ein langer Zweikampf mit Jenson Button kosteten viel Zeit. Für die Schlagzeilen des Wochenendes sorgte allerdings Michael Schumacher: Der Rekordchampion fuhr am Start in die falsche Box. Als der Start daraufhin abgebrochen wurde, stellte er versehentlich den Motor ab. Der Silberpfeil wurde in die Boxengasse geschoben, was zu einem Plattfuß führte. Zudem gab es noch eine Strafe für zu schnelles Fahren in der Boxengasse. Am Ende gab Schumi frustriert auf.

Die Bilder vom spannenden Budapest-Rennen 2012 haben wir noch einmal in der Fotogalerie.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden