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Vorschau GP Ungarn 2014

Hitzeschlacht auf Hamilton-Spezial-Strecke

GP Ungarn 2013 - Formel 1-Tagebuch Foto: xpb 65 Bilder

Die Formel 1 verabschiedet sich in Ungarn in die Sommerpause. Nur 7 Tage nach seinem Sieg in Hockenheim will Nico Rosberg den fünften Saisonsieg. Doch Lewis Hamilton ist auf dem Hungaroring nur schwer zu schlagen. In der Vorschau sagen wir warum.

23.07.2014 Tobias Grüner

Die erste Hälfte der Formel 1-Saison hat für einige Überraschungen gesorgt. Kaum ein Experte hätte wohl im Winter daran geglaubt, dass Mercedes in Budapest schon den 10. Sieg im 11. Rennen einfahren kann. Die WM ist zu einer 2-Mann-Show geworden. Nach dem Heimerfolg in Hockenheim hat Nico Rosberg aktuell wieder die besseren Karten.

Die Ungarn-Statistik spricht allerdings klar für Lewis Hamilton. Während Rosberg in 8 Anläufen noch nicht einmal einen Podiumsplatz vorweisen kann, feierte sein Konkurrent schon 4 Siege in 7 Rennen. Nur Michael Schumacher konnte hier genauso oft gewinnen. Hamilton gilt als Experte für die langsame Strecke vor den Toren von Budapest. Noch nie verlor er hier ein Qualifying-Duell gegen den Teamkollegen.

Screenshot - Pirelli Vorschau - GP Ungarn 2014
Ungarn-Vorschau: Der Hungaroring aus Reifensicht 1:24 Min.

Eine besondere Rolle spielt am Wochenende wohl das Wetter. Nach den letzten Vorhersagen werden die Piloten wohl ganz schön ins Schwitzen kommen. Das Quecksilber soll am Samstag und Sonntag über die 30°C-Marke klettern. Allerdings warnen die Prognosen auch vor kleineren Schauern. In Hockenheim hatten die Fahrer zuletzt Glück. Der Regen kam erst ein paar Minuten nach der Zieldurchfahrt.

Die Strecke:

Der Hungaroring, knapp 20 Kilometer außerhalb von Budapest, bietet bereits seit 1986 regelmäßig eine Bühne für die Formel 1. Die Strecke, mit ihren 14 vorwiegend langsamen und mittelschnellen Kurven, wird im Uhrzeigersinn absolviert und gehört in Sachen Durchschnittsgeschwindigkeit zu den langsameren Kursen im Kalender. Zehn Kurven werden mit weniger als 150 km/h durchfahren.

Überholen ist auf dem runden Kurs äußerst schwierig. Die langgestreckte letzte Kurve vor der Zielgeraden erschwert es, dem Vordermann direkt im Windschatten zu folgen. Die beiden DRS-Zonen vor Kurve 1 und vor Kurve 2 helfen nur bedingt. Das Qualifying und ein guter Start sind hier deshalb besonders wichtig. Mit 610 Metern ist der Weg von der Pole Position zur ersten Kurve einer der längsten im ganzen Jahr. Die linke Seite der Startaufstellung liegt auf der Ideallinie und bietet deutlich mehr Grip.

Fast Facts:

Streckenlänge: 4,381 km
Rundenzahl: 70
Gesamtdistanz: 306,630 km
Rundenrekord: 1:19.071 min (Michael Schumacher, 2004)
Pirelli-Reifen: soft/medium
Reifenverschleiß: mittel
Spritverbrauch: mittel
Bremsbelastung: mittel
Safety-Car-Wahrscheinlichkeit: 10 Prozent
Boxenstopp-Zeit: 18 Sekunden

Setup:

Der geringe Anteil an langen Geraden und die vielen langsamen Kurven wirken sich auch auf das Setup aus. Voller Abtrieb heißt die Parole der Ingenieure. Sowohl der Heck- als auch der Frontflügel werden extrem steil gestellt, damit das Auto stabil auf dem Asphalt klebt. Da der Hungaroring vom Charakter sehr rund und langsam ist, gibt es an die Bremsen und die Reifen keine besonderen Anforderungen.

Nur die hohen Temperaturen könnten den Ingenieuren Kopfzerbrechen bereiten. Die Motoren müssen entsprechend gekühlt werden. Vor allem im unteren Drehzahlbereich ist viel Leistung gefragt, um gut aus den langsamen Ecken herauszukommen. Auch das Fahrwerk muss etwas weicher abgestimmt werden, um die Traktion zu verbessern, den Untersteuer-Charakter der Strecke zu lindern und die Kerbs glattzubügeln.

Technik-Updates:

Nur 7 Tage nach dem Rennen in Deutschland ist natürlich nicht viel Neues geplant. Die meisten Teams haben ihr Pulver schon in Hockenheim verschossen. Wegen der hohen Temperaturen konnte Force India seine neue schlanke Heckverkleidung aber zuletzt nicht im Rennen ausprobieren. Die Ingenieure hoffen, dass es im zweiten Anlauf klappt. Bei Red Bull wird untersucht, warum der neue Hockenheim-Sprit nicht die erhofften PS gebracht hat. Wenn die Analyse erfolgreich ist, könnte auch hier eine Steigerung drin sein.

Das einzige echte angekündigte Update kommt von Williams. Die Ingenieure haben neue Heckflügel im Gepäck für Felipe Massa und Valtteri Bottas. Für etwas Spannung an der Technik-Front sorgt weiterhin das FRIC-Verbot. Der Verlust des verknüpften Fahrwerks sollte sich auf der langsamen Strecke in Budapest theoretisch etwas mehr auswirken als zuletzt in Hockenheim.

Favoriten für den GP Ungarn:

Silverstone und Hockenheim haben die Stärke von Mercedes zuletzt wieder untermauert. Die Frage lautet wieder einmal nur, welcher Silberpfeil-Pilot das Rennen machen wird. Zuletzt entschieden oft kleine Fehler oder technische Probleme das Duell. Wenn alles normal läuft sehen wir, wie eingangs schon erwähnt, Vorjahressieger Hamilton wegen der überragenden Budapest-Bilanz im Vorteil.

Für Williams wird der Hungaroring zum ultimativen Test. Seit Montreal sind die weißen Martini-Autos die Nummer 2 im Feld, was vor allem am Top-Speed-Vorteil auf den Geraden lag. Jetzt müssen Bottas und Massa zeigen, dass sie auch auf einer sehr kurvigen Strecke mithalten können. Die Hoffnung liegt auch auf dem neuen Heckflügel. Sollte das nicht funktionieren, werden wohl die beiden Red Bull-Piloten um den dritten Podiumsplatz kämpfen.

Dahinter wird es im Dreikampf zwischen Ferrari, Force India und McLaren wieder eng. Wenn es heiß wird, könnte Force India den Reifenvorteil ausspielen. Ferrari hofft dagegen auf niedrigere Temperaturen, um die Motorhaube nicht so weit öffnen zu müssen. McLaren konnte im Hockenheim-Qualifying einen Aufwärtstrend andeuten. Im Rennen lief es dann aber nicht mehr besonders gut.

Expertenmeinung: Jean Alesi (Renault- und Pirelli-Berater)

Der Hungaroring hat sich in den letzten Jahren positiv verändert. Wegen der langsamen Kurven und dem Beschleunigen aus niedrigen Gängen wird mit maximalem Abtrieb gefahren, aber es gibt auch einige Stellen, wo man richtig Gas geben kann. Die wichtigste technische Herausforderung ist eine gute Traktion. Deshalb muss man auf die hinteren Reifen aufpassen. Sonst verliert man an Grip.

Es gibt einige Schlüsselstellen auf der Strecke. Die zweite Kurve geht links den Berg hinunter. Sie sieht schneller aus als sie ist. Hier muss man innen bleiben um auf der folgenden Rechtskurve eine gute Linie zu haben. Das trifft auf viele Stellen der Strecke zu. Fast jede Kurve hat Auswirkungen auf die nächste. Mit dem Plus an Drehmoment wird es in diesem Jahr noch schwieriger für die Fahrer, vorsichtig aufs Gas zu gehen. Da wird es schwer, sich auf der Ideallinie zu halten.

So lief das Rennen im Vorjahr - GP Ungarn 2013:

In der Saison 2013 feierte Lewis Hamilton auf seiner Spezial-Strecke den ersten Sieg als Mercedes-Pilot. Bei 35°C lieferte der Brite von der Pole Position ein souveränes Rennen ab. Der Schlüssel zum Sieg war ein schnelles und kompromissloses Überholmanöver gegen Jenson Button, der auf den härteren Reifen gestartet war. Verfolger Sebastian Vettel blieb dagegen lange am McLaren hängen und verlor wertvolle Zeit.

Am Ende musste sich Vettel sogar noch Kimi Räikkönen geschlagen geben, der mit einem Boxenstopp weniger bis auf Rang 2 nach vorne fuhr und sich im engen Zweikampf gegen Vettel in den Schlussrunden behaupten konnte. Nico Rosberg ging 2013 leer aus. Eine Kollision mit Massa in der ersten Runde warf ihn bereits zurück. 5 Runden vor dem Ende sorgte ein Motorschaden am Mercedes für den vorzeitigen Beginn der Sommerferien.

In unserer Bildergalerie zeigen wir Ihnen noch einmal die Highlights des GP Ungarn 2013.

SessionTermin
Freies Training 1Freitag, 25. Juli - 10 Uhr
Freies Training 2Freitag, 25. Juli - 14 Uhr
Freies Training 3Samstag, 26. Juli - 11 Uhr
QualifikationSamstag, 26. Juli - 14 Uhr
RennenSonntag, 27. Juli - 14 Uhr
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