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Vorschau GP Ungarn 2016

Ist Mercedes doch noch schlagbar?

Mercedes vs. Red Bull - Formel 1 - 2016 Foto: sutton-images.com 66 Bilder

Zum vorletzten Rennen vor der Sommerpause reist der Formel 1-Zirkus in den Glutofen von Budapest. Wenn Mercedes irgendwann dieses Jahr noch zu schlagen ist, dann auf dem kurvigen Hungaroring. Wir haben alle wichtigen Infos zum GP Ungarn in unserer Vorschau.

20.07.2016 Tobias Grüner 1 Kommentar

Kurz vor der Sommerpause geht es in der Formel 1 Schlag auf Schlag. Nach Spielberg und Silverstone Anfang des Monats wird der Juli mit dem Doppelpack in Budapest und Hockenheim beendet. Natürlich will sich niemand mit einer Pleiteserie in die Sommerferien abmelden. So ist es vor allem für Ferrari wichtig, noch ein paar Pokale mitzunehmen, damit wieder Ruhe in Maranello einkehrt.

Wenn Sebastian Vettel seinen Vorjahressieg in Ungarn wiederholen will, muss er sich aber wohl etwas mehr anstrengen als noch vor 12 Monaten. Red Bull hat in den letzten Rennen massiv aufgeholt. Und mit seinen vielen engen Kehren ist der Hungaroring wie maßgeschneidert für den RB12. Selbst Mercedes sollte nach 5 Siegen in Folge mit massiver Gegenwehr rechnen.

In Sachen Wetter erwartet die Fahrer und Ingenieure eine typisch ungarische Hitzeschlacht. Das ganze Wochenende soll das Thermometer an der 30°C-Marke kratzen. Allerdings sind ausgerechnet für den Rennsonntag wechselhafte Bedingungen mit Schauer-Gefahr vorhergesagt. Interessant wird außerdem, wie sich der neu verlegte Asphalt und die extraweichen Supersoft-Reifen auf die Strategie auswirken.

Die Strecke – Hungaroring:

Der Hungaroring, knapp 20 Kilometer außerhalb von Budapest, bietet bereits seit 1986 regelmäßig eine Bühne für die Formel 1. Die Strecke, mit ihren 14 vorwiegend langsamen und mittelschnellen Richtungswechseln, wird im Uhrzeigersinn absolviert und gehört in Sachen Durchschnittsgeschwindigkeit zu den langsameren Kursen im Kalender. 10 Kurven werden mit weniger als 150 km/h durchfahren.

Überholen ist auf dem anspruchsvollen Kurs äußerst problematisch. Die langgestreckte letzte Kurve vor der Zielgeraden erschwert es dem Vordermann direkt im Windschatten zu folgen. Die beiden DRS-Zonen vor Kurve 1 und vor Kurve 2 helfen nur bedingt. Das Qualifying und ein guter Start sind deshalb besonders wichtig. Mit 618 Metern ist der Weg von der Pole Position zur ersten Kurve einer der längsten im ganzen Jahr. Die linke Seite der Startaufstellung liegt auf der Ideallinie und bietet deshalb deutlich mehr Grip.

Fast Facts:

  • Streckenlänge: 4,381 km
  • Rundenzahl: 70
  • Gesamtdistanz: 306,630 km
  • Rundenrekord: 1:19.071 min (Michael Schumacher, 2004)
  • Pirelli-Reifen: supersoft/soft/medium
  • Top-Speed: 310 km/h
  • Abtriebslevel: hoch
  • Reifenverschleiß: mittel
  • Spritverbrauch: mittel
  • Bremsbelastung: mittel
  • Safety-Car-Wahrscheinlichkeit: 14 Prozent
  • Boxenstopp-Zeit: 16 Sekunden

Setup:

Der geringe Anteil an langen Geraden und die vielen langsamen Kurven wirken sich auch auf das Setup aus. Voller Abtrieb heißt die Parole der Ingenieure. Sowohl der Heck- als auch der Frontflügel werden extrem steil gestellt, damit das Auto stabil auf dem Asphalt klebt. Da der Hungaroring vom Charakter sehr rund und langsam ist, gibt es an die Bremsen und die Reifen keine besonderen Anforderungen.

In den ersten Trainings geht es für die Ingenieure und Fahrer in diesem Jahr vor allem darum, Daten zum neuen Asphalt sammeln. Erst in Spielberg haben wir erlebt, dass sich die dort ebenfalls neu verlegte Oberfläche deutlich aggressiver verhielt als früher. Im Zusammenspiel mit den Supersoft-Reifen, die dieses Saison als dritte Mischung in Budapest zum Einsatz kommen, könnten sich dadurch neue Strategie-Optionen für das Rennen ergeben.

Auch die hohen Temperaturen dürften den Ingenieuren Kopfzerbrechen bereiten. Mangels langer Geraden müssen die Aggregate gut gekühlt werden. Vor allem im unteren Drehzahlbereich ist viel Leistung gefragt, um gut aus den langsamen Ecken herauszukommen. Auch das Fahrwerk muss etwas weicher abgestimmt werden, um die Traktion zu verbessern, den Untersteuer-Charakter der Strecke zu lindern und die Kerbs glattzubügeln.

McLaren - Technik - GP England / GP Österreich - Formel 1 - 2016Foto: sutton-images.com
Sehen wir den McLaren-Heckflügel in Ungarn wieder?

Technik-Updates:

Wir sind gespannt, welche Asse die Techniker zum Ungarn-Deutschland-Doppelschlag noch aus dem Ärmel zaubern. Für Red Bull ist es eine der besten Chancen auf einen Sieg in dieser Saison. Da kann man sicher Neuteile erwarten. Williams hat bereits angekündigt, dass ein neuer Unterboden kommt, mit dem die Pleiteserie in den letzten Rennen beendet werden soll.

Auch Toro Rosso hat noch ein Aero-Paket vor der Sommerpause in Aussicht gestellt. Technikchef James Key sprach von einem Upgrade, das man von außen erkennen kann. Bei Sauber soll ein neuer Frontflügel kommen, der zum in Silverstone getesteten Heckflügel passt. Auch bei McLaren kann man mit Updates rechnen. Wir sind vor allem gespannt, wann der radikale Heckflügel, der in Spielberg kurz ausprobiert wurde, sein Renndebüt feiert.

Die Favoriten:

Mercedes gilt überall als Favorit. Doch wenn es ein Rennen gibt, bei dem man auf einen Außenseitersieg setzen könnte, dann ist es Ungarn. Hier ist es in der Vergangenheit schon häufig zu Überraschungen gekommen – was sich auch statistisch belegen lässt: Der letzte Budapest-Sieger, der am Ende der Saison auch Weltmeister wurde, hieß Michael Schumacher (2004).

Red Bull dürfte auf dem Hungaroring ganz nah an Mercedes dran sein. Der RB12 produziert viel Abtrieb und besitzt eine gute Traktion. Der hohe Luftwiderstand und der schwache Renault-Motor fallen mangels langer Geraden nicht so stark ins Gewicht. Einzig die heißen Bedingungen und der zu erwartende höhere Reifenverschleiß spielen dem Silberpfeil in die Karten.

Ferrari erwarten wir wieder nur als dritte Kraft. Pokale gibt es für Vettel und Räikkönen nur, wenn die Konkurrenz schwächelt. Dahinter sehen wir Force India als ersten Verfolger. Aber auch Toro Rosso und McLaren dürften ein Wörtchen bei der Punktevergabe mitsprechen. Das größte Fragezeichen im Mittelfeld schwebt über Williams. In den letzten beiden Rennen sammelten die weißen Autos gerade einmal 2 Pünktchen.

So lief das Rennen im Vorjahr:

2015 kam keiner der beiden Silberpfeil-Piloten aufs Podium. Stattdessen feierte Sebastian Vettel seinen zweiten Saisonsieg für Ferrari. Der Heppenheimer war schon in der ersten Kurve an den beiden Mercedes vorbeigegangen. Hamilton musste ins Kiesbett und fiel ins Mittelfeld zurück. In der 42. Runde wirbelte ein Crash von Nico Hülkenberg und die anschließende Safety-Car-Phase das Feld durcheinander.

Hamilton schob Ricciardo kurz von der Bahn und handelte sich eine Durchfahrtstrafe ein. Bei einem Duell mit Rosberg schlitzte Ricciardo dem zweiten Mercedes den Hinterreifen auf. Der Australier musste sich an der Box einen neuen Flügel holen, rettete sich aber noch auf Rang 3 ins Ziel. Von den Zweikämpfen profitierte vor allem Daniil Kvyat. Trotz einer 10-Sekunden-Strafe wegen Überholens neben der Strecke rollte der Russe auf Position 2 über die Linie.

In unserer Galerie zeigen wir noch einmal die Highlights aus dem turbulenten Ungarn GP 2015.

SessionTermin
Freies Training 1Freitag, 22. Juli - 10 Uhr
Freies Training 2Freitag, 22. Juli - 14 Uhr
Freies Training 3Samstag, 23. Juli - 11 Uhr
QualifikationSamstag, 23. Juli - 14 Uhr
RennenSonntag, 24. Juli - 14 Uhr
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Betteridge's law at its best.

Proesterchen 20. Juli 2016, 11:38 Uhr
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