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Vorschau GP USA 2013

Vettel weiter auf Rekordjagd

GP Tagebuch 2012 USA Foto: xpb 66 Bilder

Nach seinem ungefährdeten Erfolg in Abu Dhabi möchte Weltmeister Sebastian Vettel auch in den USA triumphieren. Es wäre sein achter Sieg in Serie. Für Mercedes geht es darum, den zweiten Rang in der Konstrukteurs-WM abzusichern.

13.11.2013 Andreas Haupt

Die Formel 1-Welt wünscht sich ein wenig Abwechslung. Zumindest der Teil, der sich nicht zu den Anhängern von Sebastian Vettel zählt. Doch die Wahrscheinlichkeit, dass der Weltmeister in den USA nicht ganz nach oben auf das Podest klettern wird, darf als gering eingeschätzt werden. Zumal sich Vettel trotz des vorzeitigen Titelgewinns weiter auf Rekordjagd befindet.

GP Vorschau Pirelli Austin Texas Screenshot
Pirelli-Video: Vorschau GP USA 2013 2:16 Min.

Spannender Kampf zwischen Mercedes, Ferrari und Lotus

Nachdem er in Abu Dhabi die längste Siegesserie von Michael Schumacher eingestellt hat, will der viermalige Weltmeister sein Vorbild nun übertrumpfen. Acht erste Plätze am Stück: Damit würde Vettel nur noch ein Erfolg fehlen, um den Rekord für die längste "Ungeschlagen-Serie" von Alberto Ascari zu egalisieren.

Mit einem Triumph auf dem Circuit of the Americas würde sich Vettel auch die Chance aufrecht erhalten, den Rekord von 13 Siegen in einer Saison von Michael Schumacher einzustellen. Aufhalten kann Vettel in dessen derzeitiger Verfassung wohl nur die Technik. Im Falle einer Panne dürfte wohl der zweite Red Bull-Fahrer Mark Webber am ehesten profitieren.

Spannung verspricht der Kampf um Platz zwei in der Konstrukteurs-Wertung zwischen Mercedes, Ferrari und Lotus. Mit Lewis Hamilton haben die Silberpfeile den Vorjahres-Sieger in ihren Reihen. Der Brite ist auch der einzige Fahrer im Feld, der bislang auf US-amerikanischem Boden ein Formel 1-Rennen gewinnen konnte (Indianapolis 2007, Austin 2012). Nico Rosberg will zum dritten Mal in Folge auf das Podium klettern. Ferrari mit dem angeschlagenen Fernando Alonso und Lotus dürften etwas dagegen haben.

Die Strecke: Circuit of the Americas

Der Circuit of the Americas ist eine eher durchschnittliche Rennstrecke, wenn man die nackten Zahlen betrachtet. Eine Runde ist 5,513 Kilometer lang und besteht aus 20 Kurven - davon elf links und neun rechts herum. Gefahren wird gegen den Uhrzeigersinn. Das Rennen führt über 56 Runden, womit sich eine Renndistanz von 308,405 Kilometer ergibt. Die Durchschnittsgeschwindigkeit auf eine Qualirunde gibt Mercedes mit rund 200 km/h an, der Top-Speed sollte bei ca. 320 km/h liegen. Die Zahlen erzählen jedoch nur die halbe Geschichte.

Die von Hermann Tilke entworfene Strecke verfügt über viele schnelle Kurven und ist eine Herausforderung für die Fahrer. Vor allem die S-Kurven im ersten Sektor, die an Suzuka oder Silverstone erinnern, haben es in sich. Austin hat aber auch langsame Passagen zu bieten - vor allem im hinteren Streckenteil. Hier gibt es mehr Kurven unter 100 km/h als in Ungarn. Dazu eine lange Gerade - gleichzeitig DRS-Zone - von einem Kilometer Länge mit einer perfekten Überholmöglichkeit am Ende. Ein weiteres Mal dürfen die Fahrer DRS auf der Start-Ziel-Gerade einsetzen

Die extremen Tempounterschiede zwischen den einzelnen Streckenteilen sind aber nur eine Herausforderung. Besonders eindringlich bleibt der Circuit of the Americas wohl wegen der markanten Höhenunterschiede. Nach dem Motto "Klotzen statt Kleckern" wurden in der platten Wüste mehrere Hügel aufgeschüttet. Vor allem die Anfahrt auf Kurve 1 ist spektakulär. Hier geht es eine "Wand" bis auf 41 Meter Höhe hinauf. Brems- und Einlenkpunkte sind in den vielen blinden Kurven der "Texas-Achterbahn" nicht einfach zu finden.

Fast Facts zum GP USA:

Längste Vollgaspassage: 1.000 Meter (zwischen Kurve 11 & 12 / 13 Sekunden)
Anteil der Geraden an einer Runde: 45 Prozent
Anzahl der Gangwechsel pro Runde (Rennen): 54
Vollgasanteil auf einer Runde (% der Rundenzeit): 56 Prozent
Höchste Kurvengeschwindigkeit: 280 km/h (Kurve 3)
Kurven über 250 km/h: 4
Niedrigste Kurvengeschwindigkeit: 80 km/h
Kurven unter 100 km/h: 5
Distanz von der Pole Position bis zur ersten Kurve (Scheitelpunkt): 280 Meter
Top-Speed: 320 km/h
Spritverbrauch pro Runde: 2,5 Kilogramm
Rundenrekord: 1:39.347 (Sebastian Vettel, 2012)
Boxengassen-Länge mit Speed-Limit: 395 Meter
Boxengassendurchfahrt mit 80 km/h: 17,8 Sekunden

Das Setup:

Da die Formel 1 erst das zweite Mal auf dem Circuit of the Americas gastiert, verfügen die Teams noch nicht über die Menge an Daten, wie es auf anderen Kursen der Fall ist. Der Mix aus langen Geraden sowie ultraschnellen und langsamen Kurven macht es den Ingenieuren nicht einfach, den richtigen Kompromiss zu finden.

Beim Premieren-Wochenende 2012 sorgte insbesondere eine Entscheidung von Ferrari für Aufsehen, die dem extrem schmutzigen Asphalt der neuen Bahn geschuldet war. Um Fernando Alonso auf die saubere Seite der Startaufstellung zu bringen, brach die Scuderia das Getriebesiegel am Auto von Felipe Massa.

Der Brasilianer wurde daraufhin von Platz 6 auf 11 zurückversetzt, Alonso durfte von Rang 7 - und somit der sauberen Seite - starten. Zu beobachten war 2012 auch, dass die Fahrer mehrere Anläufe benötigten, um die Pirelli-Pneus auf die entsprechende Betriebstemperatur zu bekommen. Da die Reifenmischungen in dieser Saison generell etwas weicher sind, sollten die Fahrer weniger Probleme damit haben, mit den Gummis ins richtige Arbeitsfenster zu gelangen.

Wie im letzten Jahr geht der Reifenlieferant auf Nummer sicher und bringt die beiden härtesten Mischungen "medium" und "hart" nach Texas. Erwartet werden von Pirelli zwei Boxenstopps. Da die Rundenzeit eher in den Kurven als auf der Geraden gemacht wird, sind die Flügel auf mehr Abtrieb ausgelegt. Der Asphalt erlaubt eine geringe Fahrzeughöhe, die bei den Autos besonders in den schnellen Kurven mehr Abtrieb generiert. Ganz hart werden die Dämpfer wohl aber nicht gestellt. Auf den langsamen Ecken am Ende der Runde ist Traktion gefragt. Hier ist etwas mehr Spiel auf der Hinterachse gewünscht.

Die Updates:

Im vorletzten Rennen der Saison werden keine umfassenden Updates erwartet, zumal die Fahrer- und Konstrukteurs-WM entschieden sind. Möglicherweise könnten Mercedes, Ferrari und Lotus noch ein paar Kleinigkeiten im Gepäck haben bzw. alte Updates nochmals ausprobieren, wie Ferrari seinen Bügelflügel über den Seitenkästen. 

In Abu Dhabi setzte Williams statt des Coanda-Auspuffs auf eine konventionelle Auspuffführung, die wohl auch in Texas eingesetzt wird. Die heißen Gase blasen dabei innen an der Motorabdeckung entlang auf das untere Heckflügelelement. Das Auto verliert so zwar an Abtrieb, ist dafür aber berechenbar für die Fahrer, was unter dem Strich Rundenzeit bringt. Ansonsten darf man gespannt sein, ob einige Teams die Trainingszeit nutzen werden, um Teile für 2014 auszuprobieren.

Die Favoriten für den GP USA :

Wer außer der viermalige Weltmeister kommt als Erstes für Rang eins in Frage. Sieben Siege in Serie sprechen für sich. Sebastian Vettel und sein Red Bull scheinen derzeit unschlagbar zu sein. Mark Webber im zweiten Red Bull kann auf dasselbe Material zurückgreifen. Ob er Vettel allerdings schlagen kann, ist fraglich.

Hinter der Weltmeister-Mannschaft verspricht sich Lotus einiges. Die Renner aus Enstone fühlen sich auf schnellen Strecken wohl. In Suzuka konnte einzig Romain Grosjean die beiden Red Bull-Fahrer herausfordern. "Angesichts dessen, was wir zuletzt gesehenen haben und nach der Auswertung der Daten aus Abu Dhabi, gibt es keinen Grund zu sagen, dass wir uns nicht auf der Jagd nach Red Bull befinden sollten", sagte Lotus-Ingenieur Alan Permane.

Eine Steigerung erwarten sich die Experten von Ferrari. Nach der Angststrecke von Abu Dhabi, auf der vor allem Traktion gefragt war, sollten die roten Rennwagen auf dem flüssigen Kurs in Texas besser dastehen. Sollte sich aber der Reifenverschleiß wie im letzten Jahr in Grenzen halten, wird es schwer für Ferrari, Lotus und Mercedes zu bezwingen, da man von der reinen Geschwindigkeit etwas hinterher hinkt.

Experteneinschätzung: Tom McCullough (Chefingenieur Sauber):

"Die Höhenunterschiede in einer Runde gehören zum Charakter der Strecke, genauso wie der steile Anstieg vor der langsamen ersten Kurve. Ansonsten ist Sektor eins eine Herausforderung mit mehreren Richtungswechseln bei hoher Geschwindigkeit. Die Sektoren zwei und drei erfordern ein Auto, welches auf den Geraden schnell und gleichzeitig in langsamen Kurven stark ist. Überholen ist möglich, vor allem am Eingang der Kurven eins und zwölf. Weil die Strecke vor einem Jahr neu war, hat sich die Reifenhaftung im Verlauf des Wochenendes stark verändert. Es wird interessant sein zu sehen, wie sich die Medium- und die harten Reifen dieses Jahr verhalten."

So lief das Rennen im Vorjahr - GP USA 2012:

Das erste Formel 1-Rennen auf dem neuen Circuit of the Americas erlebte eine Premiere. Zum ersten Mal standen die drei Superstars Lewis Hamilton, Sebastian Vettel und Fernando Alonso zusammen auf dem Podest – und das beim 100. gemeinsamen Start.

Vettel nutzte seine Pole-Position und bog als Führender in die erste Kurve. Dahinter reihte sich Hamilton, damals noch im McLaren fahrend, ein. Zwischen den beiden Weltmeistern entwickelte sich ein enger Zweikampf. Lange konnte Vettel seinen Kontrahenten hinter sich halten. Doch in Runde 42 zog der McLaren-Pilot auf der langen Geraden mit DRS-Hilfe vorbei. Hamiltons Vorsprung im Ziel betrug lediglich sechs Zehntel-Sekunden.

Rang drei sicherte sich Fernando Alonso, der damit die Weltmeisterschaft offen hielt. Von Startplatz sieben preschte der Doppelweltmeister innerhalb weniger hundert Meter auf den vierten Platz vor. Im weiteren Rennverlauf profitierte Alonso vom technischen bediengten Ausfall von Mark Webber. Für Mercedes lief es nicht rund. Michael Schumacher, der aussichtsreich auf Rang fünf gestartet war, verlor schon früh an Boden und landete mit Reifenproblemen letztendlich  nur auf Rang 16. Teamkollege Nico Rosberg kam ebenfalls nicht auf Tempo und belegte den 13. Platz.

In unserer Bildergalerie haben wir noch einmal die Fotos aus dem Vorjahr.

SessionTermin (MEZ)
Freies Training 1Freitag, 15. November - 16 Uhr
Freies Training 2Freitag, 15. November - 20 Uhr
Freies Training 3Samstag, 16. November - 16 Uhr
QualifikationSamstag, 16. November - 19 Uhr
RennenSonntag, 17. November - 20 Uhr
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