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Vorschau GP USA 2014

Silber-Duell im Wilden Westen

Girls Formel 1 GP USA 2012 Foto: xpb 70 Bilder

Nach 3 Wochen Pause geht die Formel 1-Saison beim GP USA in die entscheidende Phase. Nico Rosberg darf sich im Titelduell mit Lewis Hamilton jetzt keinen Fehler mehr erlauben. Was Sie sonst noch über das Wildwest-Duell in Austin wissen müssen, erfahren Sie in unserer Vorschau.

29.10.2014 Tobias Grüner

Nach den Übersee-Rennen in Asien zieht der Formel 1-Zirkus am Wochenende gen Westen über den großen Teich. Auf dem Curcuit of the Americas in Austin steht das drittletzte Saisonrennen auf dem Programm. Das große Texas-Duell könnte bereits für eine Vorentscheidung im Titel-Zweikampf sorgen. Nach 4 Siegen in Folge reist Lewis Hamilton mit 17 Punkten Vorsprung an. Nico Rosberg muss die Serie des Stallrivalen unbedingt stoppen. Mit einem weiteren Sieg könnte Hamilton in den letzten beiden Rennen mit zweiten Plätzen zum Titel cruisen.

GP USA - Austin - Screenshot - Pirelli-Vorschau - 2014
Vorschau GP USA: Das richtige Setup für Austin 1:24 Min.

Die größten Schlagzeilen vor dem GP USA lieferten allerdings Teams, die sonst nicht so im Mittelpunkt stehen. Marussia und Caterham werden die Reise nach Austin nicht antreten. Geldmangel und ungeklärte Besitzverhältnisse sorgten für eine Zwangspause. Die Fans bekommen somit statt 22 nur 18 Autos zu sehen. So wenige gab es zuletzt 2005 in Monaco. Damals war BAR wegen eines illegalen Zusatztanks für 2 Rennen gesperrt worden.

Marussia muss in Abwesenheit hoffen, dass Sauber nicht 2 Punkte einsammelt und Platz 9 in der Teamwertung übernimmt. Auch um die Plätze 3 (Williams vs. Ferrari) und 5 (McLaren vs. Force India) wird im Konstrukteurspokal noch hart gekämpft. Die Mittelfeldteams können vielleicht von der drohenden Strafe gegen Sebastian Vettel profitieren. Red Bull plant den Einbau des 6. Antriebspakets was einen automatischen Start aus der Boxengasse nach sich zieht. Vettel hat bereits angekündigt, das Qualifying sausen zu lassen.

Die Strecke: Circuit of the Americas

Der Circuit of the Americas ist von den Zahlen her eine eher durchschnittliche Rennstrecke. Eine Runde ist 5,513 Kilometer lang und besteht aus 20 Kurven - davon elf links und neun rechts herum. Gefahren wird gegen den Uhrzeigersinn. Die Durchschnittsgeschwindigkeit auf eine Qualirunde beträgt rund 200 km/h, der Top-Speed sollte bei ca. 320 km/h liegen. Doch die Zahlen erzählen jedoch nur die halbe Geschichte.

Die von Hermann Tilke entworfene Strecke ist mit ihren vielen schnellen Kurven eine besondere Herausforderung für die Fahrer. Vor allem das Geschlängel im ersten Sektor, das an Suzuka oder Silverstone erinnert, hat es in sich. Austin hat aber auch langsame Passagen zu bieten - vor allem im hinteren Streckenteil. Hier gibt es mehr Kurven unter 100 km/h als in Ungarn. Dazu eine lange Gerade - gleichzeitig DRS-Zone - von einem Kilometer Länge mit einer perfekten Überholmöglichkeit am Ende. Ein weiteres Mal dürfen die Fahrer DRS auf der Start-Ziel-Gerade einsetzen

Die extremen Tempounterschiede zwischen den einzelnen Streckenteilen sind aber nur eine Herausforderung. Besonders eindringlich bleibt der Circuit of the Americas wohl wegen der markanten Höhenunterschiede. Nach dem Motto "Klotzen statt Kleckern" wurden in der platten Wüste mehrere Hügel aufgeschüttet. Vor allem die Anfahrt auf Kurve 1 ist spektakulär. Hier geht es eine "Wand" bis auf 41 Meter Höhe hinauf. Brems- und Einlenkpunkte sind in den vielen blinden Kurven der "Texas-Achterbahn" nicht einfach zu finden.

Fast Facts zum GP USA:

  • Streckenlänge: 5,513 km
  • Rundenzahl: 56
  • Renndistanz: 308,405 km
  • Rundenrekord: 1:39.347 Min. (Sebastian Vettel, Red Bull RB8, 2012)
  • Entfernung von Pole Position bis Kurve 1: 280 Meter
  • Länge der Boxengasse: 395 Meter
  • Zeitverlust: 22 Sekunden
  • Safety-Car-Wahrscheinlichkeit: 50%
  • Reifenmischungen: soft / medium
  • Reifenverschleiß: gering
  • Spritverbrauch: mittel
  • Bremsbelastung: mittel
  • Motorbelastung: hoch

Setup:

Der Mix aus langen Geraden sowie ultraschnellen und langsamen Kurven macht es den Ingenieuren nicht einfach, den richtigen Setup-Kompromiss zu finden. Da die Rundenzeit eher in den Kurven als auf der Geraden gemacht wird, sind die Flügel mehr in Richtung Abtrieb ausgelegt - das Level ist ähnlich wie in Abu Dhabi. Vor allem die Frontflügel werden etwas steiler gestellt, um Untersteuern in den langsamen Passagen zu vermeiden.

Der ebene Asphalt erlaubt eine geringe Fahrzeughöhe, die besonders in den schnellen Kurven aerodynamische Stabilität generiert. Ganz hart dürfen die Dämpfer aber nicht gestellt werden. Auf den langsamen Ecken am Ende der Runde ist Traktion gefragt, was etwas mehr Federweg auf der Hinterachse bedingt. Ein Fragezeichen steht hinter den Reifen. Mit "soft" und "medium" geht Pirelli eine Stufe weicher als im Vorjahr. Wir hoffen auf etwas mehr Betrieb an den Boxen. Bisher war man beim GP USA stets mit einer Einstopp-Strategie am Schnellsten unterwegs.

Updates:

Zu solch einem späten Zeitpunkt der Saison sieht man bekanntlich nur noch wenige neue Teile an den Autos. Wegen der Mercedes-Dominanz in den WM-Tabellen haben sich die meisten Teams schon voll auf die Entwicklung der Autos für 2015 konzentriert. Für Technikfans besonders interessant dürfte ein genauer Blick auf den Lotus werden. Das schwarz-goldene Auto bekommt eine neue Nase - mit Blick auf 2015. Auch Force India will noch einmal nachlegen. Wir haben von Änderungen am Heckflügel gehört.

Die Favoriten für den GP USA:

Nach 2 Mercedes-Doppelsiegen in Folge führt auch in Austin kein Weg an den Silberpfeilen vorbei. Das Update-Paket aus Suzuka hat den Rückstand der Konkurrenz eher noch anwachsen lassen. Wir sehen keinen Grund, warum die Silberpfeile in Austin unter Druck geraten sollten. Bei der Frage nach dem Sieger im teaminternen Duell gibt es eine klare Tendenz. 2012 hat Lewis Hamilton das Premieren-Rennen in Texas gewonnen. 2013 konnte der Brite den Mercedes-Zweikampf sowohl im Qualifying als auch im Rennen deutlich für sich entscheiden.

Dahinter dürfte es auch interessant werden. Williams hat mit dem dritten Platz von Valtteri Bottas in Russland seine Position als zweite Kraft hinter Mercedes bestätigt. Red Bull und Ferrari sind den weißen Martini-Rennern aber dicht auf den Fersen. Da die Hybrid-Bausteine des Antriebs in Austin überdurchschnittlich stark gefordert sind, erwarten wir allerdings einen noch größeren Mercedes-Power-Vorteil als sonst. Auch McLaren könnte Ferrari und Red Bull das Leben schwer machen.

Interessant wird auch der Blick auf Force India. In letzter Sekunde hat Vijay Mallya die letzte Motorenrate an Mercedes bezahlt. Jetzt gibt es endlich frische Antriebseinheiten für Nico Hülkenberg und Sergio Perez. Zusammen mit dem Aero-Update sollte das einen spürbaren Aufschwung geben. Die Frage lautet, ob es reicht, um McLaren wieder einzuholen. Nach dem Abgang von Marussia und Caterham kämpfen nun Sauber und Lotus am Ende des Feldes gegen die Rote Laterne. Die neue Nase wird Lotus nicht helfen. Sie ist ein Testträger für 2015 und soll nur im ersten Training eingesetzt werden.

Expertenmeinung: Rob Smedley (Chefingenieur Williams)

"Austin ist immer eine Herausforderung und eine richtig gute Strecke. Im ersten Sektor ist vor allem eine gute Balance wichtig. Je nach Reifenmischung kann es im langsameren Schlusssektor zu Problemen mit Graining (Körnen) kommen. Das Wetter spielt auch immer eine Rolle: Es kann sehr kalt aber auch sehr heiß werden. Der Grip auf der Strecke verbessert sich im Laufe des Rennwochenendes stark. Da müssen wir schnell reagieren."

So lief das Rennen im Vorjahr: GP USA 2013

Sebastian Vettel fuhr auf dem Weg zur Rekordserie den 12. von insgesamt 13 Saisonsiegen ein. Eine Chance ließ der Weltmeister der Konkurrenz nie. Nach gewonnenem Start gab der Heppenheimer die Führung nur kurz beim einzigen Boxenstopp ab. Danach ging es nur noch darum, den Vorsprung zu verwalten. Romain Grosjean schaffte es im Lotus immerhin den Red Bull-Doppelsieg zu verhindern. Der Franzose hatte sich Mark Webber direkt am Start geschnappt und anschließend locker auf Distanz gehalten.

Für die spektakulärste Szene sorgte Adrian Sutil schon in der ersten Runde. Der damalige Force India-Pilot kam bei 300 km/h auf der langen Gerade mit Pastor Maldonado ins Gehege und bog heftig in die Leitplanken ab. Der Einschlag sorgte für die erste und bisher einzige Safety-Car-Phase in der Grand Prix-Geschichte von Austin. Nach dem Rennen waren sich Sutil und Maldonado nicht ganz einig über die Schuldfrage. "Maldonado lebt auf einem anderen Planeten", kommentierte Sutil trocken.

In unserer Galerie haben wir noch einmal die Bilder vom GP USA aus dem Vorjahr.

SessionTermin (MEZ)
Freies Training 1Freitag, 31. Oktober - 16 Uhr
Freies Training 2Freitag, 31. Oktober - 20 Uhr
Freies Training 3Samstag, 1. November - 16 Uhr
QualifikationSamstag, 1. November - 19 Uhr
RennenSonntag, 2. November - 21 Uhr
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