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Vorschau GP USA 2016

Aufholjagd oder Vorentscheidung?

Manor Marussia - Formel 1 - GP USA - Austin - 22. Oktober 2015 Foto: xpb 22 Bilder

Beim GP USA könnte Nico Rosberg mit einem Sieg für eine Vorentscheidung im Titelkampf sorgen. Doch der Blick auf das Austin-Rennen im Vorjahr zeigt: Lewis Hamilton darf man nie unterschätzen. In der Vorschau haben wir die letzten Infos.

19.10.2016 Tobias Grüner 1 Kommentar

Bei 33 Punkten Vorsprung und noch 4 Rennen könnte es Nico Rosberg in Austin eigentlich gemütlich angehen lassen. Zum Titelgewinn würde es bereits ausreichen, wenn er nun immer auf Rang 2 ins Ziel kommt. Doch weil weder auf die Technik noch auf die Starts bei Mercedes Verlass ist, will Rosberg beim GP USA weiter angreifen. „Ich schaue immer noch auf das nächste Rennen“, lautet das Credo des WM-Spitzenreiters.

Lewis Hamilton hat auf der anderen Seite nichts mehr zu verlieren. Doch wie bei einem angeschlagenen Boxer muss Rosberg jetzt ganz besonders auf den Briten aufpassen. Der Blick auf das Austin-Rennen im Vorjahr dürfte dem Weltmeister sicher noch einen Schub Extra-Motivation geben. Weil sich Rosberg kurz vor Schluss in Führung liegend einen Fehler erlaubte, gewann Hamilton in Austin nicht nur das Rennen sondern auch vorzeitig den Titel.

Eines ist dagegen nicht wie vor 12 Monaten: Statt Dauerregen ist dieses Jahr Sonne und Hitze in Texas vorhergesagt. Für eine Portion Extra-Spannung könnten damit die Reifen sorgen. Pirelli bringt dieses Jahr erstmals den Supersoft mit in die Staaten. Man darf gespannt sein, ob das Red Bull oder Ferrari in die Lage versetzt, in das silberne WM-Duell einzugreifen.

Die Strecke: Circuit of the Americas

Der Circuit of the Americas ist von den Zahlen her eine eher durchschnittliche Rennstrecke. Eine Runde ist 5,513 Kilometer lang und besteht aus 20 Kurven – davon 11 links und 9 rechts herum. Gefahren wird gegen den Uhrzeigersinn. Die Durchschnittsgeschwindigkeit beträgt rund 200 km/h, der Top-Speed liegt bei ca. 320 km/h. Doch die Zahlen erzählen aber nur die halbe Wahrheit.

Die von Hermann Tilke entworfene Texas-Achterbahn ist mit ihren vielen schnellen Kurven eine besondere Herausforderung für die Fahrer. Vor allem das Geschlängel im ersten Sektor, das an Suzuka oder Silverstone erinnert, hat es in sich. Austin hat aber auch langsame Passagen zu bieten – vor allem im hinteren Streckenteil. Hier gibt es mehr Kurven unter 100 km/h als in Ungarn. Dazu eine lange Gerade – gleichzeitig DRS-Zone – von einem Kilometer Länge mit einer perfekten Überholmöglichkeit am Ende. Ein weiteres Mal dürfen die Fahrer DRS auf der Start-Ziel-Gerade einsetzen.

Die extremen Tempounterschiede zwischen den einzelnen Streckenteilen sind aber nur eine Herausforderung. Besonders eindringlich bleibt der Circuit of the Americas wohl wegen der markanten Höhenunterschiede. Nach dem Motto „Klotzen statt Kleckern“ wurden in der platten Wüste mehrere Hügel aufgeschüttet. Vor allem die Anfahrt auf Kurve 1 ist spektakulär. Hier geht es eine „Wand“ bis auf 41 Meter Höhe hinauf. Brems- und Einlenkpunkte sind in den vielen blinden Kurven nicht einfach zu finden.

Fast Facts zum GP USA:

  • Streckenlänge: 5,513 km
  • Rundenzahl: 56
  • Renndistanz: 308,405 km
  • Rundenrekord: 1:39.347 Min. (Sebastian Vettel, Red Bull RB8, 2012)
  • Entfernung von Pole Position bis Kurve 1: 280 Meter
  • Länge der Boxengasse: 395 Meter
  • Zeitverlust: 22 Sekunden
  • Safety-Car-Wahrscheinlichkeit: 50%
  • Reifenmischungen: soft / medium
  • Reifenverschleiß: gering
  • Spritverbrauch: mittel
  • Bremsbelastung: mittel
  • Motorbelastung: hoch

Setup:

Der Mix aus langen Geraden sowie ultraschnellen und langsamen Kurven macht es den Ingenieuren nicht einfach, den richtigen Setup-Kompromiss zu finden. Da die Rundenzeit eher in den Kurven als auf der Geraden gemacht wird, sind die Flügel mehr in Richtung Abtrieb ausgelegt – ähnlich wie in Abu Dhabi. Vor allem die Frontflügel werden etwas steiler gestellt, um Untersteuern in den langsamen Passagen zu vermeiden.

Der ebene Asphalt erlaubt eine geringe Fahrzeughöhe, die besonders in den schnellen Kurven aerodynamische Stabilität generiert. Ganz hart dürfen die Dämpfer aber nicht gestellt werden. Auf den langsamen Ecken am Ende der Runde ist Traktion gefragt, was etwas mehr Federweg auf der Hinterachse bedingt. Mit den Reifen „soft“ und „medium“ kamen die Piloten in der Vergangenheit meistens mit 2 Stopps über die Runden. Wir sind gespannt, welche Auswirkungen die Supersoft-Premiere in diesem Jahr auf die Strategie haben wird.

Die Updates:

Technik-Freunde können getrost in den Winterschlaf gehen. Die nächsten größeren Update-Pakete gibt es erst in der neuen Saison. Die Ingenieure haben alle Pfeile verschossen. Zu diesem späten Zeitpunkt des Jahres wird nur noch Update-Magerkost geboten. Die Ingenieure nutzen die Freien Trainings vor allem zur Grundlagenarbeit für 2017. Vielleicht gibt es das ein oder andere Entwicklungsteil zu sehen.

Interessant ist, ob Mercedes endlich den Grund für den Hamilton-Motorschaden von Malaysia gefunden hat. Rosberg und die Kundenteams sollten in Austin eigentlich neue Antriebseinheiten bekommen, nachdem die Ursache für den Defekt ermittelt wurde. Wenn die Ingenieure weiterhin unsicher sind, müssen die Mercedes-Piloten wohl wieder in einem etwas konservativeren Motor-Modus fahren.

Die Favoriten:

Mercedes kann sich wieder einmal nur selbst schlagen. Wenn am Start alles passt, ist die Konkurrenz von Red Bull und Ferrari normalerweise nicht in der Lage, Rosberg und Hamilton zu gefährden. Für etwas Spannung könnten die unterschiedlichen Gripverhältnisse auf der Zielgeraden sorgen. Piloten auf der in Fahrtrichtung rechten Seite kommen hier traditionell deutlich besser weg. Die Pole Position ist somit doppelt wichtig.

Kommen beide Mercedes gut von der Linie weg, geht es für Ferrari und Red Bull nur um den letzten Podiumsplatz. Nach dem überraschend starken Eindruck in Japan sehen wir die Scuderia leicht im Vorteil. Allerdings dürfen die Taktiker am Kommandostand nicht wieder die Strategie vermasseln.

Wenn alles normal läuft, machen Force India und Williams die weiteren Punkteplätze unter sich aus. Schon in Japan haben die Top 5-Teams alle Zähler abgeräumt. Mit Spannung erwartet wird der erste Auftritt des HaasF1-Teams auf heimischem Boden. Vielleicht sorgt die Unterstützung der Fans ja für den ersten WM-Punkt nach 8 Pleiten-Rennen.

So lief das Rennen im Vorjahr – GP USA 2015

In einem chaotischen Rennen hatte es lange Zeit nicht danach ausgesehen, dass Lewis Hamilton am Abend die Meisterparty starten kann. Auf feuchter Strecke ging erst Ricciardo an Hamilton vorbei, dann fiel er auch noch hinter Rosberg. Ein schlechter erster Boxenstopp warf Hamilton sogar zwischenzeitlich auf Rang 4.

Doch den Champion darf man bekanntlich nie abschreiben. Mit etwas Safety-Car-Glück kam er wieder auf Rang 2 nach vorne. Ein Fehler von Rosberg 8 Runden vor Schluss sorgte schließlich für die Entscheidung zu Gunsten von Hamilton. Für Extra-Spannung hatte 2015 auch das Wetter gesorgt. Das Qualifying wurde erst am Sonntagmorgen ausgefahren. Nach 2 Tagen Dauerregen tappten die Ingenieure mit dem Setup vor dem Rennen im Dunkeln.

In der Galerie zeigen wir noch einmal die Bilder des Texas-Spektakels von 2015.

SessionTermin (MEZ)
Freies Training 1Freitag, 23. Oktober - 17 Uhr
Freies Training 2Freitag, 23. Oktober - 21 Uhr
Freies Training 3Samstag, 24. Oktober - 17 Uhr
QualifikationSamstag, 24. Oktober - 20 Uhr
RennenSonntag, 25. Oktober - 20 Uhr
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Das sind doch die Austragungsdaten aus dem 2015, der Freitag ist am 21.10.16 und das Rennen am Sonntag dem 23.10. ;-)

DMR_TeamLH 19. Oktober 2016, 14:53 Uhr
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