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Vorschau GP USA

Männer, Mädchen und Motoren

Foto: dpa

Auch wenn die Statistik des US-GP für Ferrari spricht, auf der Nudeltopfstrecke im Bundesstaat Indiana haben, wie in den vergangenen Rennen, Renault und McLaren-Mercedes die besten Karten.

16.06.2005

Seit 2000 wird der Große Preis der USA in Indianapolis ausgetragen - einer 4,2 Kilometer langen Strecke, die aus einem Teil des großen Ovalkurses und einem flachen und kurvenreichen Teil im Innern des Ovals gebildet wird. In den vergangenen fünf Jahren siegte vier Mal Ferrari, davon allein drei Mal (2000,2003 und 2004) Michael Schumacher. Nur 2001 konnte Mika Häkkinen die rote Dominanz in Indy durchbrechen.

Die Chancen auf einen silbernen Sieg stehen auch 2006 wieder gut. Die McLaren sind auf allen Strecken schnell, die Probleme beim Qualifying in Kanada sollten beim US-GP keine so große Bedeutung haben, denn am Ende der langen Startgeraden bieten sich auch Mittelfeldlern gute Überholchancen.

Kimi Räikkönen: "Melde mich zurück"

Die McLaren-Fahrer sind noch dazu besonders motiviert: "Ich melde micht zurück im Titelkampf", sagt Kimi Räikkönen, für den ein Indy-Sieg eine echte Trophäe wäre. "Diese Rennstrecke ist eine Legende, und jeder Fahrer möchte einmal hier gewinnen, ebenso wie in Monaco oder Spa", sagt Räikkönen.

Ebenso heiß auf den Erfolg ist Teamkollege Juan Pablo Montoya. Der Kolumbianer will die Boxenampel-Affäre von Montreal vergessen machen und sich möglichst gut bei seinen Fans präsentieren. Jedes Jahr pilgern ein paar tausend Kolumbianer zum US-GP um Montoya zu sehen. "Das ist quasi mein Heimrennen", sagt der Mann aus Bogota.

Folter für Motoren

Ferrari hat dagegen trotz des zweiten Ranges in Montreal keine großen Siegeshoffnungen. Das gute Ergebnis in Kanada entsprach eher einem glücklichen Rennverlauf als der wahren Leistungsfähigkeit der roten Renner. Dementsprechend demütig kommt Michael Schumacher nach Indianapolis: "Man muss realistisch bleiben", sagt der Rekord-Weltmeister.

Realistisch sind die Siegchancen von Tabellenführer Renault. Der Renner von Fernando Alonso hat die beste aerodynamische Effizienz, hohen Abtrieb bei gleichzeitig geringem Luftwiderstand. Das sind genau die Eigenschaften, die in Indianapolis gefragt sind, wo die Autos auf dem Ovalteil 20 Sekunden lang Vollgas fahren, davon allein zehn mit Höchstgeschwindigkeit von rund 350 km/h.

Neben dem Wetter, das in Indiana gerne mal für Überraschungen sorgt, bietet gerade der Vollgasanteil der Strecke große Unwägbarkeiten. Für die Motorenbauer ist Indy ein Albtraum. Obwohl die meisten Fahrer turnusmäßig mit neuen Motoren antreten, bleibt die Angst vor Motorschäden.

Ein Highlight für das Publikum dürfte der Auftritt von Danica Patrick sein. Amerikas neues Fräuleinwunder belegte vor Wochen beim Indy 500 Rang vier und wird beim US-GP einige Demo-Runden im BAR-Honda drehen.

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