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Vorschau Grand Prix Abu Dhabi

Das große Formel 1-Finale in der Wüste

Yas Marina Circuit Foto: Yas Marina Circuit 23 Bilder

Zum Abschluss der Saison 2009 erwartet die Fans nochmal ein besonderes Highlight. Beim Grand Prix von Abu Dhabi starten die Autos unter der heißen Wüstensonne und kommen unter Flutlicht durchs Ziel. Wir sagen Ihnen schon einmal, wer die Favoriten sind.

28.10.2009 Tobias Grüner

Nicht kleckern sondern klotzen lautete das Motto in Abu Dhabi. Nachdem Bahrain, Dubai und Qatar im arabischen Rennstrecken-Monopoly vorgelegt hatten, ist nun Abu Dhabi am Zug. Nach den Plänen des deutschen Streckenarchitekts Hermann Tilke stampften 5.000 Bauarbeiter eine Motorsport-Oase aus dem Wüstenboden, die die Welt in Staunen versetzen soll.

Und da die Prachtbauten, wie das neue 5-Sterne-Luxushotel, der 60 Meter hohe Shams Tower, die komplett überdachten Tribünen, der elegante Yachthafen und die modernen Boxenanlagen erst dank spektakulärer Beleuchtung in der Nacht so richtig zur Geltung kommen, entschied man sich kurzfristig dazu, in der Dunkelheit zu fahren. Die dazugehörige Flutlichtanlage wurde schnell noch in den Wüstensand gepflanzt, damit die Piloten sich auf der 5,5 Kilometer langen Strecke nicht vom Weg abkommen.

Die Strecke:

Die monumentale Architektur ist aber nur schmückendes Beiwerk, um sich im Wettstreit der Emirate von der Konkurrenz abzuheben. Dabei wäre die Strecke an sich schon spektakulär genug. Mit über 1,2 Kilometern Länge ist die Gegengerade eine der längsten im Grand Prix Kalender. Über die Spitzkehre geht es im zweiten Gang in die Vollgaspassage herein. Und auch am Ende müssen die Piloten aus rund 320 km/h wieder in die zweite Schaltstufe herunterbremsen. Wer hier nicht überholen kann, der kann es auch nirgendwo anders.

Von der Charakteristik ähnelt die Strecke einem Stadtkurs. Vor allem der winklige Teil am Hafen verlangt mechanische Traktion und viel Grip. Die Reifen könnten allerdings bei ihrer Suche nach Haftung allerdings vom feinen Wüstensand gestört werden. Die Wüsten-Erfahrungen aus Bahrain haben gezeigt, dass neben der Ideallinie deutlich weniger Grip ist. Die Organisatoren wollten das Problem durch eine üppige Begrünung der Umgebung in den Griff bekommen. Bei den ersten Testfahrten mit Showcars und GP2-Boliden präsentierte sich die Piste allerdings in einem sehr staubigen Zustand.

Das Setup:

Die Teams betreten am Wochenende sprichwörtlich Neuland, wenn es das erste Mal auf den Kurs geht. Niemand weiß, wie gut die Reifen funktionieren und in welchem Zustand sich die Strecke präsentiert. Auch die Anstellung der Flügel ist sehr diffizil. Zwar wird in der Simulation eine Basisabstimmung ausgetüftelt, ob die funktioniert, zeigt sich aber erst im freien Training. Dabei macht das Streckenlayout den Ingenieuren die Arbeit nicht gerade leicht. Auf dem schnellen Outfield ist Top-Speed gefragt, im Marina-Bereich Traktion. Hier kommt es auf den richtigen Kompromiss an.

Die Frage ist auch, wie sich die Strecke in der Dunkelheit verhält. Bei Sonnenschein wird der Asphalt weit über die zu dieser Jahreszeit üblichen 30°C Außentemperatur aufgeheizt. Unter Flutlicht sollten die Fahrbahn-Temperaturen deutlich abkühlen. Bei der zu erwartenden Hitze werden auch die Bremsen deutlich stärker belastet. Die vielen rechtwinkligen Kurven dürften die Carbon-Stopper an ihre Leistungsgrenzen bringen.

Die Favoriten:

Da es noch keine Erfahrungswerte in Abu Dhabi gibt, ist es schwer, einen Favoriten herauszupicken. Sehr gute Chancen auf den Sieg sollte allerdings wieder Lewis Hamilton besitzen. Die Strecke ähnelt in vielen Bereichen dem Stadtkurs von Singapur, wo der Noch-Champion vor wenigen Wochen deutlich überlegen war. In Abu Dhabi kommt mit der langen Geraden noch eine Passage hinzu, wo die Silberpfeile ihren Hybrid-Boost perfekt zünden können. Bei den harten Bremsmanövern sollte es im Gegensatz zu Sao Paulo auch keine Probleme geben, die KERS-Batterien zu laden.

Auch Red Bull und Brawn GP werden wieder vorne mitmischen und sich einen harten Fight liefern. Die vielen engen Kurven und die hohen Temperaturen sprechen für Brawn, die gute Form der letzten Rennen für Red Bull. Immerhin kann der neue Weltmeister Jenson Button nach dem Titelgewinn wieder befreit fahren und volles Risiko gehen. Hinter den Top-Teams erwarten wir auch Ferrari dank KERS stark. Das Ziel der Roten ist es, einen Punkt Rückstand in der Konstrukteurs-Wertung auf McLaren gutzumachen, um sich hier Rang drei zu sichern. Dabei müssen sich die Italiener wohl auch mit Williams rumschlagen, die dank ihrer Stärken in puncto Abtrieb eine gute Figur machen sollten.

Die großen Unbekannten sind Toyota und BMW. Beide Teams waren zuletzt etwas inkonstant, zeigten aber auch immer wieder starke Momente. Nach dem angekündigten Ausstieg will sich BMW in Abu Dhabi sicher mit einer guten Leistung von der Formel 1 verabschieden. Force India erwarten wir dagegen nicht so stark wie zuletzt in Sao Paulo. Die Mannschaft um Adrian Sutil zeigte diese Saison zu viele Schwächen, wenn es um langsame Kurven ging. Auch Renault konnte zuletzt nur wenig überzeugen, nachdem die Franzosen schon früh ihre Entwicklung eingestellt haben.

Expertenrunde: David Coulthard

"Ich hatte bereits die Gelegenheit auf der Strecke zu fahren und dabei hat mich überrascht, dass es quasi ein zweigeteilter Kurs ist. Die erste Hälfte bis Kurve neun ist typisch für die neuen Strecken. Es gibt einen schnellen Abschnitt ab Kurve 1 bis zur Haarnadel-Kurve 4, bei der Mann die Tribüne direkt über sich spürt. Dort bietet sich den Zuschauern ein toller Blick auf die Strecke. Die 1,2 Kilometer lange Gegengerade sollte Möglichkeiten für Windschatten-Duelle und Überholmanöver bieten.

Der hintere Teil der Strecke hat den Charakter eines Straßenkurses, wobei man an der Passage am und unter dem Hotel vorbeikommt und dann eine Reihe von 90 Grad-Kurven absolviert. In einer mittelschnellen Kurve kehrt man dann wieder auf die Start-Ziel-Gerade zurück.

Der Eingang der Boxengasse ist genauso schwierig wie der Ausgang, der in einem Tunnel unter der Strecke hindurchführt. Die Einrichtungen an der Strecke sind toll und klimatisierte Boxen erleichtern das Arbeiten in der Hitze. Das Fahren unter verschiedenen Lichtbedingungen ist mehr ein Gag für die TV-Zuschauer und sollte den Fahrern keine Probleme bereiten. Das Flutlicht ist stark genug, so dass es ohne spürbaren Übergang vom Tag in die Nacht geht."

SessionTermin (MEZ)
Freies Training 1Fr. 30.10. - 10.00 Uhr
Freies Training 2Fr. 30.10. - 14.00 Uhr
Freies Training 3Sa. 31.10. - 11.00 Uhr
QualifyingSa. 31.10. - 14.00 Uhr
RennenSo. 1.11. - 14.00 Uhr
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