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Vorschau Grand Prix Australien

Die Jagd auf Brawn GP beginnt

Brawn GP Foto: Brawn GP 20 Bilder

Traditionell fällt in Melbourne der Startschuss zur neuen Saison. In diesem Jahr lohnt sich das frühe Aufstehen ganz besonders. Das Kräfteverhältnis hat sich in der Winterpause ordentlich verschoben.

25.03.2009 Tobias Grüner

Nach langen Testmonaten müssen die Teams in Australien endlich die Karten auf den Tisch legen. Experten und Fans sind gespannt, wer nach dem langen Testwinter die beste Arbeit abliefert und wer am meisten vom neuen Regelwerk profitiert. Die Formel 1 präsentiert sich in Melbourne vollkommen überholt. Neue Aerodynamik, neue Motoren- und Getriebe-Regeln und natürlich die Freigabe des Hybrid-Systems KERS.

Zum ersten Mal werden wir außerdem sehen, wie gut sich die Maßnahmen der Überholkommission in der Praxis bewähren. In der Theorie sollten die großen, verstellbaren Frontflügel für mehr Action auf der Strecke sorgen. Im Zusammenspiel mit der zusätzlich abrufbaren Extraleistung des KERS und den wieder eingeführten Slick-Reifen sollten sich spannende Konstellationen ergeben.
 
Die Strecke:
 
Der Albert Park Circuit liegt südlich von Melbournes Stadtzentrum. Auf den teilweise öffentlichen Straßen rund um einen künstlichen See ist das Grip-Niveau sehr niedrig. Ständiges Beschleunigen und viele harte Bremsmanöver bringen die Carbon-Stopper an ihre Belastungsgrenze. Die Durchschnittsgeschwindigkeit auf dem 5,303 Kilometer langen Kurs lag bislang bei rund 220 km/h. Dank der Wiedereinführung der Slicks wird sich der Gripverlust durch die abgespeckte Aerodynamik in Grenzen halten und ähnliche Zeiten wie im Vorjahr ermöglichen.

Die Höchstgeschwindigkeit von über 300 km/h wird am Ende der Start-Ziel-Gerade erreicht. Die Jones Schikane im Anschluss an die Bremszone bietet hier die beste Gelegenheit zu einem Überholmanöver. Bei einem Vollgasanteil von 65 Prozent sind die Motoren gleich im ersten Rennen überdurchschnittlich gefordert. Zur Entlastung könnte in diesem Jahr das etwas kühlere Wetter beitragen. 2009 startet die Saison zwei Wochen später in den australischen Herbst hinein. Für den Rennsonntag sind gemäßigte Höchsttemperaturen von 24°C vorhergesagt.
 
Die Abstimmung:
 
Trotz der längeren Vollgaspassagen fahren die Teams relativ viel Flügel. Die engen Kurven und der rutschige Asphalt verlangen nach einem hohen Abtriebslevel. Problematisch könnten sich die Reifen entwickeln. Kühlere Temperaturen und die geänderten Mischungen werden den Ingenieuren Sorgenfalten ins Gesicht treiben. Die Kernfrage lautet: Wie stark bauen die Bridgestone Slicks über die Distanz ab und wer hat die wenigsten Probleme mit Graining?
 
Die Favoriten:
 
Ein Team hat sich bei den letzten Tests deutlich in die Favoritenrolle geschoben: Die ehemalige Honda-Mannschaft unter der neuen Führung von Ross Brawn überraschte alle Experten mit Fabelzeiten. So gelten die beiden erfahrenen Piloten Jenson Button und Rubens Barrichello als erste Sieganwärter. Dahinter streiten sich gleich mehrere Teams um die Punkteplätze. Auch wenn eine Prognose vor dem ersten Rennen immer etwas der Kaffeesatzleserei gleicht, erwarten wir Ferrari, Toyota und BMW-Sauber auf ähnlichem Niveau dahinter. Im Qualifying sollten Fans auf Sebastian Vettel im Red Bull achten. Der RB5 zeigte seine Stärken bei den Tests vor allem auf einer schnellen Runde.
 

Neuentwicklungen:
 
Für die meisten Fans dürfte das gesamte Erscheinungsbild der F1-Boliden neu sein. Große Flügel vorne, kleine hinten und dazwischen viel glatte Carbonhülle. Neben der Aerodynamik liegt das Hauptaugenmerk auf dem Hybrid-System. Mit McLaren und Renault haben bereits zwei Teams angekündigt, auf jeden Fall mit KERS an den Start gehen zu wollen.

Expertenprognose David Coulthard:

"Für mich sind die beiden Brawn GP Favorit für die erste Startreihe. Beim Testen waren sie unter allen Bedingungen die Schnellsten. Mit viel Sprit, mit wenig Sprit. Die Pole Position muss aber im KERS-Zeitalter nicht automatisch den Sieg bedeuten. Brawn GP hat noch kein KERS, und das kann ein Nachteil sein. Nehmen wir an, Ferrari steht mit seinen KERS-Autos in der zweiten Reihe. Wenn die mit ihren 82 Extra-PS an den Brawn vorbeirauschen, kommen Button und Barrichello nie mehr vorbei, auch wenn sie schnellere Rundenzeiten fahren können. Ferrari hat immer die 82 PS in der Hinterhand um sich zu verteidigen.

So wie ich es einschätze, ist KERS beim start in Melbourne ein Vorteil. Der Anlauf in die erste Kurve ist lang genug. Da bist du vor dem Bremspunkt schon im vierten, vielleicht fünften Gang. Außer zu Brawn GP kann ich noch kein genaues Urteil abgeben. Alle scheinen irgendwie auf einem Niveau zu sein. Einziger Ausreißer ist vielleicht McLaren. Sie sind vielleicht nicht so langsam wie sie in der Öffentlichkeit jetzt dastehen, aber auch nicht so schnell, wie man sie eigentlich erwartet hätte."
 
Das passierte im Vorjahr:
 
In der vergangenen Saison erlebten Fans einen verrückten Saisonauftakt. Viele Defekte und Kollisionen warfen die Reihenfolge mehrmals durcheinander. Am Ende sahen nur sieben Fahrzeuge die Zielflagge, von denen Rubens Barrichello später allerdings noch disqualifiziert wurde. Mit einer dominierenden Vorstellung gewann Lewis Hamilton das Rennen und unterstrich damit schon früh seine Ambitionen auf den WM-Titel. Mit Nick Heidfeld und Nico Rosberg auf dem Treppchen konnten sich auch zwei Deutsche über einen gelungenen Saisonauftakt freuen.

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