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Vorschau Grand Prix Deutschland

Vettel will Heimsieg gegen Button

Sebastian Vettel Foto: Red Bull 54 Bilder

Mit einem Sieg auf dem renovierten Nürburgring will Sebastian Vettel am Sonntag (12.7.) seinen Rückstand auf WM-Spitzenreiter Jenson Button weiter reduzieren. Aber auch die anderen vier deutschen Piloten spekulieren beim Heimspiel in der Eifel auf WM-Punkte.

08.07.2009 Tobias Grüner

War der Sieg von Sebastian Vettel in Silverstone der Auftakt zur großen Aufholjagd in der zweiten Saisonhälfte oder nur ein Strohfeuer? Das Rennen am Nürburgring wird uns eine erste Antwort liefern. Dann muss sich der umgebaute Red Bull-Bolide auf dem deutlich winkligeren Kurs in der Eifel beweisen. In England konnte Vettels Sportgerät noch seine Stärken in den vielen schnellen Kurven ausspielen.

Dabei muss das sportliche Geschehen auf der Rennstrecke am Wochenende besonders um Aufmerksamkeit kämpfen. Am Donnerstag werden die neuen Attraktionen rund um den Nürburgring eröffnet. Eines der Highlights wird dabei die neue Ring-Arena sein, in der am Tag vor dem Grand Prix-Rennen noch ein Boxkampf um die Weltmeisterschaft ausgetragen wird.

Vorschau Grand Prix Nürburgring 2009 2:03 Min.

Die Strecke:
Die wahren Fans werden sich durch die neue Erlebniswelt nicht vom Sport ablenken lassen. Auch wenn der 5,148 Kilometer lange Grand Prix-Kurs vom Reiz her nicht mit der altehrwürdigen Nordschleife mithalten kann, so ist er dank seines abwechslungsreichen Layouts immer für spektakuläre Zweikämpfe und Überholmanöver gut. Die beste Chance zum Passieren bietet sich dabei an der breiten Haarnadel am Ende der Start-Ziel-Geraden. Kurz vor dem Anbremsen erreichen die Piloten hier einen Top-Speed von rund 300 km/h.

Von den technischen Werten ist der Grand Prix-Kurs in der Eifel eine eher durchschnittliche Strecke. Der Vollgas-Anteil liegt mit 58 Prozent im Mittelfeld. Der Bremsenverschleiß ist wegen einiger enger Kurven und der Schikane im hinteren Streckenteil allerdings höher als gewöhnlich. Die zumeist etwas kühleren Temperaturen sorgen jedoch dafür, dass die Ingenieure das Problem leicht in den Griff bekommen.

Auf der anderen Seite werden aber auch einige Teams darüber klagen, dass das Quecksilber deutlich unter der 20°C-Marke bleiben soll. Vor allem die reifenschonenden Autos von Brawn GP, Ferrari oder Toyota hatten diese Saison schon mehrmals Schwierigkeiten, die Bridgestone-Slicks auf Arbeitstemperatur zu bekommen. Keine Probleme mit der Kälte hat dagegen Sebastian Vettel, dessen Red Bull sehr aggressiv mit den Reifen umgeht. Von der Streckencharakteristik ist der Verschleiß im Gummi-Bereich eher mittelmäßig, weshalb Bridgestone die relativ weiche Kombination "super-soft" und "medium" zur Verfügung stellt.

Die Abstimmung:
Überdurchschnittlich ist das Grip-Niveau auf dem modernen Grand Prix-Kurs. In Verbindung mit dem hohen Abtriebslevel lassen sich in den schnellen Kurvenpassagen hohe Geschwindigkeiten erzielen. Einer der aufregendsten Streckenteile aus Pilotensicht ist die Passage "Schumacher S", die mit 260 km/h durchfahren wird. Theoretisch ist der Nürburgring auch gut geeignet, um das Hybrid-System KERS einzusetzen. Die vielen harten Bremsmanöver vereinfachen das regelmäßige Aufladen der Batterien.

Expertenanalyse: Pat Symonds (Technikchef Renault)
Der Nürburgring bietet von allem ein bisschen: schnelle Kurven, langsame Kurven, Schikanen und harte Bremsmanöver. Wir haben deshalb ein eher durchschnittliches Setup, das wie auf den meisten Kursen einen Kompromiss zur Geschwindigkeit darstellt. In der Vorbereitung schauen wir zwar auf die letzten Jahre zurück, allerdings müssen wir uns ins Gedächtnis rufen, dass wir es in dieser Saison mit einem komplett veränderten Auto zu tun haben. Also sind die Daten aus dem Vorjahr nicht so relevant.

Die Favoriten:
An der Spitze wird sich das Duell wieder auf den Zweikampf Brawn GP vs. Red Bull konzentrieren. Zuletzt zeigte sich Red Bull etwas stärker, allerdings herrschen am Nürburgring veränderte Rahmenbedingungen. Um den Platz als dritte Kraft streiten sich Williams und Toyota, wobei das Rosberg-Team in England noch klar die Nase vorne hatte. Außenseiterchancen besitzt auch Ferrari. Allerdings zeigten sich die Italiener zuletzt noch etwas unkonstant. Wenn eines der vorderen Teams schwächelt können sich auch Renault, BMW-Sauber und Force India Hoffnungen auf Punkte machen. Das ehemalige Hinterbänklerteam aus Indien will seinen Aufwärtstrend endlich in WM-Zähler ummünzen.

Neuentwicklungen:
Nach drei Wochen Rennpause haben viele Teams neue Teile im Gepäck. Ganz vorne will Brawn GP mit einem neuen Front- und einem Heckflügel den Abstand zu Red Bull wieder egalisieren. Die neuen Teile waren schon in Silverstone dabei, die Lösung der Reifenprobleme war damals allerdings wichtiger als der Test der neuen Aerodynamik. Auch BMW-Sauber will wieder nach vorne und präsentiert am Nürburgring eine neue Version des Doppeldiffusors. Auch Renault greift noch einmal an und zeigt erstmals den modifizierten Frontflügel, eine neue Motorabdeckung und veränderte Radkappen.

Das Rennen im Vorjahr:
In der Saison 2008 fand der Grand Prix von Deutschland noch auf dem Hockenheimring statt. Das letzte Rennen am Nürburgring wurde 2007 ausgetragen. Kurz nach dem Start wurden die meisten Piloten von einem heftigen Regenschauer überrascht. Als einziger ging Markus Winkelhock im Spyker vom letzten Startplatz aus mit Regenreifen ins Rennen. Als der Rest des Feldes an die Box abbog, lag der Schwabe plötzlich in Führung. Als der Regen weiter zunahm und viele Autos von der Strecke rutschten, musste die Rennleitung in der vierten Runde abbrechen. Nach dem Restart ging zunächst Felipe Massa wieder in Führung, der den Sieg nach einem spannenden Duell bei wieder einsetzendem Regen allerdings kurz vor Schluss doch noch an Fernando Alonso abtreten musste.

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