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Vorschau Grand Prix England

Vettel will Button die Party vermiesen

Jenson Button & Sebastian Vettel Foto: dpa 52 Bilder

Mit einem Vorsprung von 26 Punkten reist WM-Spitzenreiter Jenson Button zum Heimspiel nach Silverstone. Bei der vorerst letzten Ausgabe des Traditionsrennens erwartet den Briten ein volles Haus. Kann Sebastian Vettel die geplante Party vermiesen?

17.06.2009 Tobias Grüner

Vor einem Jahr an gleicher Stelle kündigte F1-Boss Bernie Ecclestone an, dass der Grand Prix von England in der Saison 2010 von Silverstone nach Donington umzieht. Auf dem ehemaligen Flugplatz mitten in England werden somit vorerst zum letzten Mal die Motoren heulen.

Dank des unglaublichen Siegeszuges von Jenson Button in dieser Saison können sich die Veranstalter zum Abschied noch einmal über gut gefüllte Ränge freuen. Nach vier Erfolgen hintereinander würde der Favorit seinen heimischen Fans nur zu gerne einen weiteren Sieg schenken. Doch das technisch aufgerüstete Red Bull-Team mit Sebastian Vettel und Mark Webber wird versuchen, dem Brawn-Star in die Suppe zu spucken.

GP England: Vorschau Silverstone Circuit 1:54 Min.

Die Strecke:
Der traditionsreiche Silverstone Circuit ist das selbsternannte "Home of British Motorsport". Bereits 1950 wurde hier zum ersten Mal ein Grand Prix ausgetragen. Seitdem hat die Strecke nur wenig von ihrem Reiz verloren. Vor allem die schnellen Passagen im ersten Streckenteil verlangen eine gute Balance im Auto und viel Mut von den Piloten. Mit über 260 km/h geht es durch Kurve 1 Copse Corner und auch in den nicht minder schnellen Kurven Maggotts und Becketts heißt es Backen zusammenkneifen.

Der schnellste Punkt des 5,141 Kilometer langen Kurses ist die Hangar Straight. Hier knacken die Piloten wohl das einzige Mal die 300 km/h-Marke. Am Ende des Kurses wartet das enge Infield, in dem die Piloten zweimal in den zweiten Gang herunterschalten müssen. Der Vollgas-Anteil über die gesamte Runde ist mit 72 Prozent einer der höchsten des Jahres. Grip-Niveau und Bremsenverschleiß sind dagegen relativ gering.

Die Abstimmung:
Obwohl Silverstone zu den schnelleren Strecken im Kalender zählt, stellen die Ingenieure die Flügel relativ steil. Um in den schnellen Kurven zu Beginn der Runde nicht die Haftung zu verlieren ist relativ viel Abtrieb gefordert. In diesen Passagen werden auch die Reifen über Gebühr beansprucht. Allerdings sollten die Bridgestone-Reifen der Mischungen weich und hart keine Probleme bekommen. Bei erwarteten Außentemperaturen von unter 20°C könnte der harte Slick sogar Probleme beim Aufwärmen machen.

Die Favoriten:
Bei vier Siegen in Folge für Jenson Button muss man nicht lange nach Favoriten suchen. Wenn Red Bull allerdings eine Strecke hat, die dem Auto liegen sollte, dann ist es sicherlich Silverstone. Mit den vielen schnellen Passagen ist der Kurs wie geschaffen für den RB5. So eine gute Chance auf den Sieg haben Vettel und Webber später in der Saison kaum noch einmal.

Hinter den beiden Top-Teams sind Prognosen nur schwer zu treffen. Ferrari wird sicher wieder besser aussehen als in der Türkei und muss sich mit Williams und Toyota um die Punkte streiten. Außenseiterchancen auf Punkte haben auch BMW-Sauber und Renault. Gar nicht gut sieht es dagegen bei McLaren aus. Die schnellen Kurven schmecken dem Silberpfeil gar nicht. "Ich sehe uns eher im hinteren Drittel", hielt Norbert Haug die Erwartungen niedrig.

Neuentwicklungen:
Der erbitterte Entwicklungswettlauf macht auch in England nicht halt. Red Bull hat bereits ein großes Aerodynamik-Update angekündigt. Vor allem die verbesserte Version des Doppeldiffusors soll im Heckbereich mehr Abtrieb spenden. Eine neue Diffusor-Variante bringen auch Renault und Force India. Damit könnte das Team von Adrian Sutil die Leistungsdichte im Feld noch weiter Erhöhen. Sechs Zehntel soll das geplante Paket bringen. Neues auch bei Ferrari: Neben einem kleineren Aero-Update erhält nun endlich auch Felipe Massa das Leichtgewicht-Chassis mit dem Kimi Räikkönen schon seit zwei Rennen fahren darf.

Expertenmeinung Renault-Technikdirektor Bob Bell:
"Wir sind vorsichtig optimistisch für Silverstone, wissen aber, dass es nicht realistisch wäre, nun sofort von einem Podestplatz zu träumen. Die Streckencharakteristik passt unserem Auto. In schnellen Kurven fühlt sich unser R29 wohl. Unser Schwachpunkt ist das Fahrverhalten auf der Bremse, doch das sollte sich in Silverstone kaum negativ auswirken, weil der Kurs nicht sehr anspruchsvoll für die Bremsen ist. Mit Weiterentwicklungen am Diffusor und am Frontflügel sollten wir für Silverstone deshalb gut gerüstet sein. Wir fahren dort mit ziemlich viel Abtrieb. Das Handikap auf den Geraden hält sich in Grenzen, da diese in Silverstone eher kurz sind.

Weil es kaum harte Bremspunkte gibt, fahren wir die kleinsten Bremsbelüftungsschächte im ganzen Jahr. Um in den schnellen Kurven konstant Abtrieb zu haben, muss man bei der Abstimmung sehr auf die Bodenfreiheit und die Fahrwerkseinstellungen achten. Die Strecke ist sehr wellig und verlangt im langsamen Sektor am Ende der Runde viel Traktion. Deshalb stellen wir Federn und Dämpfer wir an der Vorderachse auf hart und hinten auf weich. Damit reagiert das Auto giftig auf Richtungswechsel, und gibt gleichzeitig mehr Grip am Ausgang der Kurven 9, 11 und 16."

Das passierte im Vorjahr:
Regen bestimmte 2008 das Renngeschehen in Silverstone. Am besten kam damit Lokalmatador Lewis Hamilton zurecht, der seinem Publikum mit dem Sieg eine gute Show bot. Ebenfalls ein klasse Vorstellung lieferte Nick Heidfeld, der seinen BMW-Sauber nach mehreren spektakulären Überholmanövern auf Rang zwei ins Ziel brachte. Für die größte Überraschung sorgte allerdings Rubens Barrichello, der im vergangene Saison noch hoffnungslos unterlegenen Honda den dritten Podiumsplatz belegte.

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