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Vorschau Grand Prix Italien

Gelingt Vettel das Monza-Doppel?

Sebastian Vettel Foto: Red Bull 56 Bilder

In Monza erwartet die Formel 1 in dieser Saison ein besonderes Hochgeschwindigkeits-Spektakel. Dank Hybrid-Power werden Top-Speeds jenseits der 350 km/h-Marke erwartet. Die Titelkandidaten Brawn GP und Red Bull sind dabei allerdings nur in der Außenseiterrolle.

09.09.2009 Tobias Grüner

Am Wochenende steht wieder einmal der Formel 1-Klassiker in Monza auf dem Programm. Durchschnittsgeschwindigkeiten von über 250 km/h machen schnell klar, dass die Motoren im Königlichen Park die Hauptrolle spielen. Wegen der besonderen Belastung werden die Teams in Italien neue V8-Aggregate einbauen. Nur die vier Piloten, die in Spa nicht über die Startrunde hinauskamen, können die alten Triebwerke noch einmal verwenden.

Die Charakteristik von Monza sucht im Formel 1-Kalender immer noch ihresgleichen. Gleich vier Mal beschleunigen die Boliden auf über 320 km/h. Der Vollgasanteil liegt bei sagenhaften 70 Prozent. Als Top-Speed werden dieses Jahr dank der 82 zusätzlichen Hybrid-PS über 350 km/h erwartet. Während die Strecke für den Fahrer nicht besonders anstrengend ist, werden Schwächen im Material schonungslos aufgedeckt.

Grand Prix Italien 2009 - Vorschau 1:52 Min.

Die Abstimmung:

Die Piloten werden auf ihrer Vollgasfahrt nur durch drei enge Schikanen und drei mittelschnelle Kurven eingebremst. Für die Ingenieure besteht die Hauptaufgabe darin, den Luftwiderstand so weit wie möglich zu minimieren, um auf hohe Endgeschwindigkeiten zu kommen. Dazu werden die Flügel aber nicht wie üblich einfach nur flacher gestellt. In Monza kommen eigens entwickelte Aerodynamikpakete zum Einsatz, die wegen ihres radikalen Designs auf keiner anderen Strecke eingesetzt werden können.

Neben den Motoren kommt es auch auf die Haltbarkeit der Bremsen an. Vor allem vor den Schikanen werden die Karbon-Stopper an ihre Belastungsgrenzen gebracht. Je nach Temperatur müssen die Teams speziellen Belüftungstrichter montieren, um die glühenden Scheiben zu kühlen. Wegen des geringen Grip-Niveaus und des niedrigen Abtriebs sind die Bremswege in Monza länger als gewöhnlich.

Technische Updates:

Wir erwähnt bringt jedes Team ein spezielles Aerodynamik-Kit nach Monza. Die Flügel an Front und Heck sind dabei deutlich flacher gestellt. Die Flügelflächen auf ein Mindestmaß reduziert. Auch die Luftleitbleche vor den Kühleinlässen sind an das Paket angepasst. Mit den harten Bremsmanövern und den langen Beschleunigungsphasen ist Monza außerdem prädestiniert für den Einsatz von KERS. Neben McLaren und Ferrari hat sich auch Renault entschlossen, die Hybrid-Komponenten wieder einzusetzen. Vor allem im Qualifying und am Start könnte die Extra-Power einen entscheidenden Vorteil bringen.

Die Favoriten:

Spa hat gezeigt, dass die Formel 1 momentan etwas verrückt spielt. Die drei Mercedes-Teams McLaren, Brawn GP und Force India befinden sich wegen des starken Motors im Monza in der Favoritenrolle, wobei die Silberpfeile dank KERS als erster Sieganwärter gelten. Brawn dürfte vor allem bei heißem Wetter gut aussehen. Sollte der prognostizierte Regen ausgerechnet zum Rennen eintreffen, sieht es wegen der Reifentemperaturprobleme für Button und Co. nicht mehr so gut aus. Um Platz drei im Kräfteverhältnis streiten sich Red Bull und Force India. Für Sebastian Vettel sprechen die schnellen Kurven, für Adrian Sutil die langen Geraden, auf denen der windschlüpfrige Force India erneut seine Stärken in puncto Top-Speed ausspielen kann.

Ferrari muss dahinter um die letzten Punkte kämpfen. Nur ein Bombenstart von Spa-Gewinner Kimi Räikkönen könnte die Tifosi über ein Podiumsplatz jubeln lassen. Als Konkurrenten um WM-Zähler stehen die wiedererstarkten BMW-Sauber und Renault bereit, wenn einer der Favoriten schwächelt. Auf den hinteren Plätzen werden dagegen die Teams von Williams, Toro Rosso und Toyota erwartet. Das Beispiel Spa hat allerdings gezeigt, dass die Strecken mit wenig Abtrieb ihre eigenen Gesetze haben und Prognosen schwierig sind.

Expertenmeinung: Ross Brawn (Teamchef Brawn GP):

"Aus technischer Sicht sollte unser Auto hier gut funktionieren, auch wenn wir erwarten, dass die KERS-Autos einen signifikanten Vorteil besitzen. Der BGP001 ist sowohl auf der Bremse als auch bei der Traktion gut, was in Monza wichtig ist. Außerdem haben wir den Vorteil des Mercedes-Benz-Motors auf einem Kurs, auf dem es auf Leistung ankommt."

"Da es während der Saison keine Testfahrten mehr gibt, hatten wir keine Möglichkeit vor dem Rennwochenende auf der Strecke zu testen. Es wird interessant zu sehen, wie schnell sich alle mit der begrenzten Zeit an die Bedingungen mit wenig Abtrieb gewöhnen werden. Die aerodynamische Effizienz ist entscheidend, weshalb wir ein spezielles Paket entwickelt haben, um den Luftwiderstand zu minimieren und die notwendigen Top-Speeds zu erreichen. Eine gute Technik kann den entscheidenden Unterschied in Monza machen, weshalb wir hart am Setup arbeiten werden, um den Fahrern eine aggressive Fahrweise über die Kerbs zu ermöglichen."

So lief das Rennen im Vorjahr:

2008 gelang Sebastian Vettel mit seinem ersten Grand Prix-Sieg die große Sensation in Monza. Der damals noch 21-jährige Heppenheimer nutzte seine Pole Position im Regen, um mit der besten Sicht vorne wegzuziehen. Die abtrocknende Strecke spielte der Zweistoppstrategie des Deutschen perfekt in die Hände, so dass er am Ende ungefährdet als Erster über die Ziellinie rollte. Heikki Kovalainen fuhr von Startplatz zwei hinter Vettel aufs Podium. Dritter wurde Robert Kubica, der sich mir einer Einstopp-Strategie von Startplatz elf nach vorne kämpfte. Die großen WM-Konkurrenten Felipe Massa und Lewis Hamilton mussten sich mit den Plätzen sechs und sieben zufrieden geben.

Statistik: Alle Sieger von Monza

Schmidts F1-Blog: Monza ist Kult

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