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Formel 1: Vorschau GP Malaysia 2009

Brawn-Festspiele zweiter Teil?

Start GP Australien Foto: Brawn GP 25 Bilder

Nur sieben Tage nach dem spektakulären Saisonauftakt in Melbourne heulen in Malaysia schon wieder die F1-Motoren. Nach dem Doppelsieg in Down Under ist Brawn GP auch in Sepang der heiße Favorit.

01.04.2009 Tobias Grüner

Der erste Grand Prix des Jahres hat Appetit auf mehr gemacht. Die Fans wurden für das frühe Aufstehen mit tollen Überholmanövern, einem völlig ungewohnten Kräfteverhältnis und Spannung bis in die letzten Runden belohnt. In Malaysia könnte das F1-Frühstücksfernsehen sogar noch mehr Unterhaltung bieten. Im Gegensatz zum halben Stadtkurs in Melbourne wird in Sepang auf einer anspruchsvollen permanenten Rennstrecke gefahren. Zusätzliche Würze erhält der zweite Grand Prix des Jahres durch die unvorhersehbaren Wetterkapriolen.

Die Strecke:
 
Gezeichnet vom deutschen Streckendesigner Herrmann Tilke ist der Sepang International Circuit oft als Retortenkurs verschrien. Damit tut man dem 5,543 Kilometer langen Kurs allerdings unrecht. Zwar lässt sich der modernen Anlage im malaysischen Niemandsland eine gewisse Sterilität nicht absprechen, das abwechslungsreiche Layout bietet allerdings die optimale Grundlage für ein spannendes Rennen.
 
Die Mischung einerseits aus sehr engen und andererseits sehr schnellen Kurven macht die Abstimmung für Teams und Piloten zur Schwerstarbeit. Dazu kommen gleich zwei ewig lange Geraden, die durch eine Haarnadel vor Start-Ziel getrennt sind. An diesem Bremspunkt bietet sich eine der besten Überholmöglichkeiten der Strecke. Aber auch die erste Kurve nach dem Start kann für Ausbremsmanöver genutzt werden. Im anschließenden Kurvenlabyrinth gibt es gleich mehrere Linien.
 
Die Bauherren legten schon bei der Planung den Grundstein für eine hohe Fehlerquote. Viele Kurven müssen blind eingelenkt werden, Verbremser sind an der Tagesordnung. Vor allem der Eingang zur Gegengeraden - eine doppelte Rechtskurve, die in ihrem Verlauf immer enger wird - lädt zu Fehlern geradezu ein. Piloten müssen hier gleichzeitig Lenken, Runterschalten und in die Kurve reinbremsen, um vor der anschließenden Geraden möglichst schnell wieder auf dem Gas zu stehen.
 
Richtig Action kommt in Malaysia aber immer dann auf, wenn der tägliche Regenguss zufällig in die Zeit des Rennens fällt. Nur unweit des Äquators sprechen wir nicht von den gewohnten europäischen Schauern, sondern von monsunartigen Unwettern. Wenn der Himmel seine Schleusen einmal richtig öffnet, droht im schlimmsten Fall auch immer ein Rennabbruch. Genauso schnell wie der Regen kommt, geht er meist auch wieder. Die heißen Temperaturen sorgen für ein schnelles Trocknen der Strecke. Dann sind die Strategen in den Teams gefragt.

Die Abstimmung:
 
Trotz zweier langer Geraden müssen die Piloten in Sepang viel Abtrieb fahren. Die Grundlage für eine gute Runde wird in den schnellen Kurven gelegt. Hier ist eine gute Balance und viel Grip unabdingbar. Im Gegensatz zu Australien ist der Vollgasanteil mit 60 Prozent etwas niedriger, auch der Bremsenverschleiß ist nur mittelmäßig. Reifenausrüster Bridgestone hat für das zweite Rennen des Jahres neue Reifen im Gepäck. Die schnellen Kurven verlangen nach der härteren Mischungskombination im Angebot, die aus den Gummis der Sorte „hard“ und „soft“ besteht. Es wird spannend zu sehen, ob die weichen Slicks in Sepang ähnlich stark abbauen, wie die superweichen Reifen in Melbourne.
 
Die Favoriten:
 
Wer in Sepang ganz oben auf dem Treppchen stehen will, muss zuerst an den beiden weißen Boliden der Brawn-Mannschaft vorbei. Die Piloten können die aerodynamischen Stärken und den Abtrieb des umstrittenen Diffusor der permanenten Rennstrecke in Sepang noch besser ausspielen, als in Australien. Etwas dahinter, aber immer noch in der Spitzengruppe, erwarten wir Williams, Toyota und BMW-Sauber. Auch Red Bull-Teamchef Christian Horner sieht sein Team in einer starken Position: "In Malaysia erwarte ich uns noch stärker als im Albert Park." Im Gegensatz zum Vettel-Team werden bei McLaren-Mercedes leise Töne gespuckt. "Es wird ein schwieriges Rennen. Unsere aerodynamischen Defizite kommen hier leider noch mehr zum tragen", schraubt Silberpfeil-Teamchef Martin Whitmarsh die Erwartungen runter.

Neuentwicklungen:
 
In den wenigen Tagen zwischen den ersten beiden Überseerennen, dürften die Teams nur wenige neue Teile mitbringen. Spannung herrscht allerdings bei der Antriebsfrage: Wie gehen die Teams mit dem auf acht Triebwerke begrenzten Motorenregelement um? Gibt es schon im zweiten Grand Prix ein neues Aggregat? Auch das Thema KERS erhält in Asien eine ganz neue Würze. Die langen Geraden geben Teams mit dem Hybrid-Antrieb einen kleinen Vorteil. Wer die Zusatzpower beim Beschleunigen zuschaltet, kann am Ende leichter Überholen oder sich auf der anderen Seite wirkungsvoll gegen Manöver wehren.
 
Expertenprognose: Willy Rampf
 
BMW-Technikkoordinator Willy Rampf: "Ich erwarte ein ähnliches Bild wie in Melbourne. Im Moment fehlt uns noch die Erfahrung, welche Autos auf welchem Streckentyp und mit welcher Reifensorte gut sind. In Malaysia benutzen wir die Sorten "soft" und "hard". Bei der weichen Mischung erwarte ich weniger Probleme als in Melbourne. Dafür könnte die harte Mischung kritisch werden, in Bezug auf das Anwärmen. Die erste Version des harten Reifens, die uns Bridgestone im Winter testen ließ, war zu hart. Mit der weicheren Variante hat kaum einer im Feld gute Erfahrungswerte. KERS sollte ein größerer Vorteil sein als in Melbourne, vor allem beim Start. Der Anlauf in die erste Kurve ist fast doppelt so lang."
 
Das passierte im Vorjahr:
 
2008 erlebten die Fans ein eher ereignisarmes Rennen. Auf durchgängig trockener Piste sorgte Kimi Räikkönen für den ersten Ferrari-Sieg der Saison. Robert Kubica und Heikki Kovalainen komplettierten das Podium. Felipe Massa blieb nach einem Dreher ins Kiesbett punktlos. Nick Heidfeld konnte auf Rang sechs immerhin die schnellste Runde im Feld drehen und zeigte eines der spektakulärsten Überholmannöver der ganzen Saison.

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