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Vorschau Grand Prix Singapur

BMW-Sauber bläst zur Schlussattacke

Foto: Daniel Reinhard 56 Bilder

Nach dem spektakulären Nacht-Debüt im Vorjahr verspricht auch die zweite Singapur-Ausgabe wieder ein Highlight zu werden. Mit vielen neuen Updates will BMW-Sauber endlich wieder zurück an die Spitze. Für Sebastian Vettel ist Singapur bereits die letzte Chance.

23.09.2009 Tobias Grüner

Der erste Grand Prix von Singapur sorgte dank des Renault-Komplotts ein ganzes Jahr lang für Gesprächsstoff. Nach dem abschließenden Urteil am Montag wird es nun Zeit für den zweiten Akt in der noch jungen Formel 1-Geschichte des kleinen Inselstaates in Südostasien.

Auch in diesem Jahr müssen sich die Piloten wieder auf die zahlreichen Besonderheiten des Flutlichtrennens einstellen. Dabei ist weniger die künstliche Illuminierung gewöhnungsbedürftig als die späten Arbeitszeiten. Das zweite Training geht bis 23.00 Uhr Ortszeit, das Qualifying und das Rennen sind auch nicht viel früher beendet. Die meisten Piloten versuchen deshalb erst gar nicht, sich an die Ortszeit zu gewöhnen. Sie versuchen möglichst lange zu schlafen und im europäischen Rhythmus zu bleiben.

Die Strecke:

Auch die Strecke weist einige markante Details auf. Der Marina Bay Circuit wird als einer von nur vier Kursen im F1-Kalender gegen den Uhrzeigersinn gefahren. Es gibt somit mehr Links- als Rechtskurven, was für den Nacken der Piloten eine ungewohnte Belastung darstellt. Allerdings sind die Kurven nicht allzu schnell, die Fliehkräfte halten sich in Grenzen. Sechs Kurven sind sogar langsamer als 100 km/h. Hier sind Autos mit Traktion und mechanischer Grip gefragt, was z.B. dem McLaren oder dem Brawn helfen sollte.

Bei all den langsamen Kurven bleibt aber auch der siebte Gang im Getriebe nicht arbeitslos. Gleich dreimal geht es pro Runde über die 270 km/h-Marke. Der Top-Speed liegt Ende des Raffles Boulevard bei knapp 300. Eine weitere Besonderheit von Singapur besteht in dem spektakulären Streckenlayout, das die Piloten über zwei Brücken und durch einen Tunnel führt. Das große Highlight - im wahrsten Sinne des Wortes - ist die Beleuchtung. Rund 1.500 Hochleistungslampen sorgen für einen Lichtwert von 3.000 Lux, was dem Vierfachen des Flutlichts eines Fußballstadions entspricht.

Die Abstimmung:

Im Vorjahr mussten einige Teams ungeplant die Bodenfreiheit erhöhen, nachdem sie vom sehr welligen Asphalt überrascht wurden. Nach Beschwerden der durchgeschüttelten Piloten wurde die schlimmste Passage zwischen den Kurven fünf und sieben inzwischen neu asphaltiert. Von der Flügelstellung erwartet die Ingenieure das Kontrastprogramm zu Monza. Nach dem Highspeedfestival in Italien verlangt Singapur vor allem Grip in den Kurven. Die Abtriebswerte sind auf dem maximalen Level.

Die Stop-and-Go-Charakteristik der Hafenrundfahrt stellt einen Härtestest für die Standfestigkeit der Bremsen dar. Die beiden Hybrid-Teams McLaren und Ferrari freuen sich jedoch auf die vielen harten Verzögerungsmanöver. Sie erleichtern das Aufladen der KERS-Energiespeicher. Auf der langen Start-Ziel-Gerade können die Hybrid-Piloten im Qualifying wieder perfekt zweimal boosten und sich dadurch einen großen Vorteil sichern.

Die Favoriten:

Der Kreis der Favoriten ist in Singapur wieder erstaunlich groß. Gleich mehrere Teams können hier um den Sieg mitfahren. McLaren ist dank guter Traktion, KERS und dem starken Mercedes-Motor sicher ganz vorne zu erwarten. Mit Siegen in Monaco und Valencia hat aber auch Brawn GP in diesem Jahr schon bewiesen, dass der weiße Renner auf Stadtkursen besonders gut liegt. Für Red Bull wird es dagegen schwer. Die engen Kurven mag das Auto nicht besonders. Sebastian Vettel wird wohl mit Ferrari und BMW-Sauber um die Punkte kämpfen müssen.

Spannend wird auch zu sehen, wie sich der Force India schlägt. Auf den zwei schnellen Strecken in Spa und Monza besaß der indische Pfeil zuletzt sogar Siegchancen. Nun müssen Adrian Sutil und Tonio Liuzzi beweisen, dass es auch auf langsameren Pisten nach vorne geht. Unter besonderer Beobachtung steht natürlich auch Renault. Das erste Rennen nach Flavio Briatore wird zeigen, was diese Saison noch drin ist. Da keine Updates mehr geplant sind, machte sich Fernando Alonso zuletzt nur wenig Hoffnungen.

Neuentwicklungen:

Gleich fünf Teams bringen in Singapur das letzte größere Update-Paket der Saison. Bei BMW-Sauber freut sich Nick Heidfeld schon seit einigen Monaten auf den geplanten Schritt in Richtung Spitze. In dem weiß-blauen Renner kommt ein kürzeres Getriebe zum Einsatz, das einen extremen Doppeldiffusor erlaubt. Außerdem sind die Seitenkästen stärker eingezogen und ein neuer Heckflügel im Einsatz. Insgeheim hofft BMW, bei seiner Abschiedstournee noch einmal aufs Podium zu stürmen. Aber auch die Konkurrenz blieb nicht untätig. McLaren, Force India, Brawn und Toyota erhoffen sich ebenfalls mit neuen Teilen einen Sprung nach vorne.

Expertenprognose Pascal Vasselon (Toyota Chefdesigner):

"Der Kurs verlangt nach viel Abtrieb, aber auch die Fahrer spielen eine wichtige Rolle, weil es hier viele Kurven (23) gibt. Es ist für den Piloten wichtig, einen guten Rhythmus zu finden ohne die Banden zu berühren. Auch die hohe Bremsbelastung muss man einberechnen. In diesem Bereich müssen wir sehr vorsichtig sein. Die wichtigste Charakteristik, die sich im Vorjahr herauskristallisiert hat, ist die unglaubliche Welligkeit der Strecke. Es wurde allerdings inzwischen neu asphaltiert. Da müssen wir mal schauen, ob das Problem reduziert wurde."

Das passierte im Vorjahr:

Nach den jüngsten FIA-Untersuchungen ist das Singapur-Debüt aus dem letzten Jahr noch gut im Gedächtnis. Vom 15. Startplatz konnte Fernando das Rennen überraschend gewinnen. Allerdings ging dabei nicht alles mit rechten Dingen zu: Teamkollege Nelson Piquet krachte mit seinem Renault absichtlich in die Mauer, was den kurz zuvor vollgetankten Spanier an die Spitze spülte. Nico Rosberg musste zum Tanken, als die Boxengasse geschlossen war. Da sich die Rennleitung viel Zeit mit der Bestrafung ließ, konnte der Deutsche aber an der Spitze genügend Vorsprung herausfahren, um sich anschließend wieder auf Rang zwei einzureihen. Dritter wurde Lewis Hamilton.

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